Warhammer 40.000: Dawn of War III

Warhammer 40.000: Dawn of War III (PC) Test

  • Adam Smieja
  • 20/04/2017
  • 0

Warhammer 40.000: Dawn of War III

Warhammer 40.000: Dawn of War III
8

Warhammer 40.000: Dawn of War III

8/10

    Pros

    • Elite-Einheiten sehr einflussreich und cool gemacht
    • Ordentliche Kampagne …
    • Kampagne anspruchsvoll
    • Sauberes Balancing im 2vs2 und 3vs3-Modus
    • Doktrinen und Master-Skins frei erspielbar
    • Motivierendes Level-System für Elite-Einheiten
    • Starke Tutorials
    • Sehr gute englische Sprecher & tolle Optik
    • Gute Comeback-Mechaniken im Mehrspieler-Modus (Escalation-Phasen)
    • Personalisierung der Armee

    Cons

    • Nur ein Modus im Mehrspieler-Bereich
    • … wenn auch sehr kurz
    • KI teilweise mit Wegfindungsschwierigkeiten
    • Missions-Design zu oft aus dem Einmaleins der RTS
    • 1vs1 wirkt arg schlecht ausbalanciert
    • Keine Mods/Kein Mapeditor
    • Eingebauter Benchmark nutzlos, weil keine Statistiken/Auswertungen abrufbar

    Im Test überzeugt Warhammer 40.000: Dawn of War III mit einer vergleichsweise kurzen, aber knackigen Kampagne. Dabei stellt sich auch schon früh heraus, dass der neueste Ableger seine Spieler mitunter richtig hart rannimmt. Wie sich Dawn of War III im Test schlägt, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen!

    Während die Geschichte und vor allem die Aufmachung der Einzelspieler-Kampagne in Dawn of War 2 sehr lahm wirkte, haben sich die Entwickler für Teil 3 etwas mehr einfallen lassen. Dabei erzählen die Schreiber von Relic eine mitunter recht spannende Geschichte in 17 Missionen. Anstatt euch die Wahl zu lassen, gilt es einer linearen Erzählstruktur zu folgen, was aber gar nicht so schlecht ist. So springt ihr nämlich stets abwechselnd von Space Marines zu Orks zu Eldar und zurück. Dadurch erlebt ihr die Ereignisse einer Geschichte aus mehreren Blickwinkeln und dürft im Grunde genommen selbst entscheiden, wem ihr Recht gebt.

    Wenn ihr bisher noch keinen Ableger der Reihe gespielt habt, so dürfte das Tutorial genau das Richtige für euch sein. Hier haben sich die Entwickler sehr viel Mühe gegeben, alle Eigenheiten von Warhammer 40.000: Dawn of War III gut zu verdeutlichen. Und wenn das nicht reicht: Keine Sorge! Die ersten fünf Missionen des Spiels führen euch sehr gemächlich an die Spielmechaniken ran. So dürft ihr in der allerersten Mission nur eine Handvoll Einheiten kontrollieren und lernt, dass quasi jeder Squad irgendeine Spezialfähigkeit besitzt. Elite-Einheiten sogar drei. In der Ork-Mission gilt es bereits den Basenbau zu verinnerlichen. Ihr positioniert eine Kaserne, errichtet Waaagh-Tower und habt mehr Spielraum. Und mit den Eldar dürft ihr auch schon Upgrades, Flugeinheiten und mehr ausprobieren.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III

    Anschließend zieht der Schwierigkeitsgrad aber massiv an. Warhammer 40.000: Dawn of War III ist spätestens ab Mission 6 ein echt harter Brocken und verlangt schon auf dem „Normal“ Schwierigkeitsgrad so einiges ab. Die letzten drei Missionen hingegen empfand ich auf einem Level mit den „Brutal“-Endmissionen von Starcraft II: Legacy of the Void, um euch einen Anhaltspunkt zu geben. Die Inszenierung der Kampagne beläuft sich zum Großteil auf spärlich animierten Standbildern – macht aber dank der hochwertigen Artworks und der starken englischen Sprachausgabe einen sehr guten Eindruck.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III – Mit Bedacht spielen

    Wenn ihr die Kampagne spielt, fällt euch schnell auf, dass ihr Einheiten nicht einfach auswählen und mit A-Klick in die Gegnermassen werfen könnt. Sobald die KI oder im Mehrspieler-Modus der Gegenüber, auch nur einen Konter hat, ist der Spaß sehr schnell vorbei. Als ich in Mission 14 ohne Scouting etwa in die Basis der Eldar gelaufen bin, wurde meine gesamte Armee binnen Sekunden durch einen Wraithguard in seine Einzelteile zerlegt.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III Bei den Kämpfen fällt auf, dass die KI der eigenen Soldaten relativ okay ist. Zwar habe ich hier und da Wegfindungsprobleme bemerkt (v.a., wenn es mehrere Wege zum Ziel gab), aber diese sind nicht im Ansatz so grauenvoll wie in anderen Spielen von Publisher SEGA – man denke da an die Total War-Reihe. Solange ihr aber selbst Hand anlegt und filigranes Mikromanagement walten lasst, kann euch nichts schlagen.

    Vor allem die Elite-Einheiten machen hier den ganz großen Unterschied. Während ihr diese im Solo-Spiel ohnehin schon zum Start besitzt, müsst ihr sie euch im Mehrspieler-Modus erst „kaufen“. Und das in zweierlei Hinsicht. Einerseits starten Mehrspieler-Partien stets gleich mit einer Basis und einer Baueinheit. Sobald ihr euch Ressourcen-Punkte gesichert habt, könnt ihr irgendwann Elite-Punkte verdienen (geschieht auch automatisch, um das Geschehen voranzubringen). Habt ihr genug Elite-Punkte gesammelt, könnt ihr eine Elite-Einheit beschwören. Bis zu drei davon dürft ihr ins Gefecht nehmen. Jede Fraktion besitzt etwas mehr als ein halbes Dutzend solcher Einheiten, wobei nur vier sofort freigeschaltet sind. Alle anderen müsst ihr euch mit der Ingame-Währung „Skulls“ kaufen. Diese bekommt ihr für abgeschlossene Missionen, Erfolge und Mehrspieler-Partien. Sehr nett: Im Solo-Modus spielt ihr ohnehin mit so gut wie allen Elite-Einheiten mindestens ein Mal – auch wenn ihr sie nicht selbst besitzt.

    Wie auch schon in einer Preview erwähnt, besitzen diese Elite-Einheiten sehr unterschiedliche Stärken und Schwächen.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III – Ein bisschen wie MOBAs

    Warhammer 40.000: Dawn of War III Warhammer 40.000: Dawn of War III versucht an vielen Stellen anders zu sein als herkömmliche RTS. Das fängt schon damit an, dass alle Einheiten eigene Level haben und verschiedene Skins besitzen. Ähnlich wie in Heroes of the Storm könnt ihr eure Elite-Einheiten aufleveln. Setzt ihr sie im Kampf ein, erhalten sie für Kills Erfahrungspunkte. Auf Stufe 9 beispielsweise gibt es stets einen „Master Skin“. Zudem winken und hier und da sogenannte Doktrinen. Das sind passive oder auch gerne aktive Fähigkeiten, die das Gameplay einer Elite-Einheit oder einer ganzen Fraktion prägen.

    Ein Beispiel dazu. Wenn ihr Gabriel Angelos mit Slam Barrier auf das Schlachtfeld absetzt, dann bekommen die Dreadnaughts eine neue Fähigkeit – sie erschaffen mit ihrer Slam-Fähigkeit eine temporäre Barriere, die Schüsse und Projektile absorbieren kann. Neben den Elite Doktrinen gibt es wie gesagt auch Armee Doktrinen. Wählt ihr etwa die Orks und das Perk „Slice ´Em“, dann bekommen eure Deffkotpas ein Upgrade für ihre Buzzsaw Blitz Fähigkeit. Damit können sie sich an das erste Gebäude, Fahrzeug oder Elite-Einheit anheften, mit der sie kollidieren. Der Vorteil: Hoher Schaden und für Einheiten ein zusätzlicher Verlangsamungseffekt.

    Zudem dürft ihr eure Armeen personalisieren. Dazu wählt ihr im Hauptmenü einfach den Army Painter aus. Anschließend könnt ihr den Einheiten einen eigenen Anstrich verpassen – die Farbauswähl ist sehr groß. Außerdem könnt ihr Primär-, Sekundär-, und Tertiär-Farben sowie Insignien und Trims bestimmen.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III – Der Mehrspieler-Modus

    Wenn ihr meine Preview zum Mehrspieler-Modus bereits gelesen habt, kommen euch gleich einige der Infos sehr bekannt vor. Der Vollständigkeit halber will ich diese aber trotzdem nochmals aufgreifen. Doch bevor es an die Details geht, will ich über die Vielfalt an Maps und Modi sprechen. Im Mehrspieler-Modus, den ich nur an ausgewählten Tagen mit wenigen anderen Journalisten und Entwicklern spielen konnte, lief alles soweit gut. Euch stehen drei 1vs1, zwei 2vs2 und drei 3vs3 Maps zur Verfügung. Das ist für den Anfang ganz okay, aber ich wünsche mir für später doch etwas mehr.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III

    Sehr viel größer war meine Enttäuschung als ich bemerkte, dass es lediglich einen Spielmodus gibt. Darin gilt es, den Power Core des Gegnerteams zu zerstören. Um diesen aber zu erreichen, müsst ihr zunächst an einem Schildgenerator und an Abwehrtürmen vorbei – nebst der eigentlichen Armee des Feindes. Ist der Kern erledigt, gewinnt ihr das Spiel oder verliert eben, wenn es euren eigenen erwischt. Dennoch: Im Vergleich zu Starcraft II ist das sehr mager. Im Blizzard’schen Konkurrenz-Produkt gab es vom Start weg bereits die Arcade-Halle, den Kampagnen-Koop und mehr.

    Jede Partie in Warhammer 40.000: Dawn of War III läuft aber sehr anders ab. Dabei kommt es natürlich stark auf die Doktrinen der Armeen und Elite-Einheiten an. Lediglich im 1vs1 seid ihr auf verlorenem Posten, wenn euer Gegner einfach die besten Konter-Doktrinen wählt. Daher rate ich auch stark davon ab, den 1vs1-Modus zu spielen, da ihr hier schnell frustriert sein könntet. Was aber stets gleich bleibt, sind die vier Phasen (fünf für Orks) des Spiels, genannt Escalation.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III – Flotte Partien

    Während der ersten Escalation-Stufe bekommt ihr 25 Prozent der Kosten für eine Einheit bei ihrem Tod zurück. Auf Stufe 2 sind es nur noch 15 Prozent, dafür aber bekommt ihr 50% mehr Ressourcen und Gebäude haben 50 Prozent mehr Lebensenergie. Auf Stufe 4 dagegen bekommt ihr nichts mehr für verlorene Einheiten zurück, dafür aber erhöht sich die Akkumulation von Ressourcen auf 150 Prozent. Zudem haben Gebäude 150 Prozent mehr HP und Listening Posts 75 Prozent mehr HP. Orks hingegen definieren sich über ihre Waaagh-Tower, die ihnen spezielle Boni wie Laufgeschwindigkeit und Angriffskraft bieten.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III Grundsätzlich gestaltet sich eine herkömmliche Partie als flott – und das trotz vieler sehr gemächlicher Einheiten. Allen voran Gefechte im Mid- sowie Lategame werden von Skill dominiert. Wer seine Squads besser kennt und vor allem beherrscht, behält die Oberhand. Da jede Einheit irgendeinen Skill hat, ist es durchaus ratsam, sich unterschiedliche Hotkeys für die Schlüsseleinheiten anzulegen. Sehr schade hingegen ist, dass nach wie vor keine Hotkeys für Map-Positionen anlegbar sind. Elite-Einheiten machen durchaus einen Unterschied, doch sie sind nicht unschlagbar.

    Sehr schade ist auch, dass es keinen Map-Editor gibt oder der Steam Workshop (zumindest in der Testversion) keinerlei Support findet. Bleibt zu hoffen, dass sich dies in den Wochen und Monaten nach Launch ändert. Optisch hingegen macht Warhammer 40.000: Dawn of War III einen sehr guten Eindruck. Die Effekte sind bombastisch und die Umgebungen wirken sehr rau – ganz im Stile von Warhammer. Relic Entertainment versteht einfach, wie man das Universum atmosphärisch visualisiert.

    Übrigens: Es gibt auch einen Benchmark im Spiel. Dieser aber erscheint mir nutzlos, da am Ende keinerlei Auswertung stattfindet. Kurzum: Wenn ich das Gefühl habe, dass alles okay läuft, nehme ich das so hin. Statistiken wären mir schon sehr lieb gewesen.


    Fazit:

    Warhammer 40.000: Dawn of War III ist ein waschechtes Brett von Echtzeitstrategie. Aber es ist leider nicht ganz so perfekt wie ich es mir erhofft hatte. Vor allem die Tatsache, dass der Mehrspieler-Modus im Vergleich zur Konkurrenz so ungemein mager ausfällt, ist mir ein ganz großer Dorn im Auge. Ein Modus? Wirklich, Relic? Natürlich ist es löblich, dass die zusätzlichen Elite-Einheiten nicht hinter einer Paywall stecken, aber insgesamt fehlt es mir doch an Abwechslung. Da hilft die vergleichsweise kurze (~10-12 Stunden) Kampagne mit seinem linearen, aber guten Aufbau wenig. Die Missionen des Spiels sind oftmals frei nach Schema F. Basis halten hier, Eskorten abfangen dort und die obligatorische Solo/Stealth-Mission darf nicht fehlen.

    Das hört sich nun alles sehr viel tragischer an als es in Wirklichkeit ist. Warhammer 40.000: Dawn of War III ist trotz seiner Mängel ein tolles RTS. Die flotten Kämpfe, das ausgezeichnete Balancing im 2vs2/3vs3 Modus sowie die superben Elite-Einheiten machen definitiv was her. Aber die Genre-Krone bleibt weiterhin bei Starcraft.

    Adam Smieja

    ... ist Chefredakteur bei Spieletester.com und seit der Gründung 2003 mit dabei. Am liebsten spielt er Strategiespiele wie StarCraft II oder Rollenspiele.

    Warhammer 40.000: Dawn of War III (Adam Smieja)

    Warhammer 40.000: Dawn of War III ist ein waschechtes Brett von Echtzeitstrategie. Aber es ist leider nicht ganz so perfekt wie ich es mir erhofft hatte.
    8
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