Nach vielen Events, Promotions und so weiter und so fort haben wir seit einigen Tagen endlich den neuesten Teil der The Legend of Zelda-Reihe und ich konnte kaum abwarten, den Anfang der großartigen Saga mitzuerleben. Und nach Dutzenden Stunden Spielzeit denke ich, dass der Großteil einleuchtend ist und ich kaum Neuigkeiten erfahre. Und eines vorne weg: Dieses Spiel ist Pflicht für jeden Wii-Besitzer! Warum? Das erfahrt ihr in den folgenden Zeilen!

Mittlerweile gibt es ja schon zig Abhandlungen zu den Geschichten rund um Link und die ewig entführte Prinzessin Zelda, doch nie war wirklich klar, wo der Anfang und wo das eigentliche Ende dieses Universums eigentlich liegt. Nicht einmal Nintendo selbst wollte genau darüber Auskunft geben, wie die vielen Zelda-Spiele in eine logische Reihenfolge zu bringen sind. Ein nachvollziehbarer Zeitstrahl ist bei all den Ungewissheiten eine große Herausforderung, der sich viele Fans bis jetzt gestellt haben. So kursieren die verschiedensten Theorien über eine sinngebende Einteilung aller Spiele. Trotz allen Bemühungen der Community, lässt sich immer noch nicht genau sagen, ob Ocarina of Time nun vor Twilight Princess spielt, ob Wind Waker eine Art alternative Zeitlinie zu Twilight Princess darstellt, in welchem Hyrule durch eine große Flut überschwemmt wurde, und wie die Oracle of Ages und Seasons Teile für den Gameboy-Color nun genau zueinander und zum vermeintlichen Hauptstrang der Geschichte passen. Doch diesem Gerüchtetumult wird jetzt endlich ein Anfang gesetzt, der auch noch offiziell von Nintendo bestätigt wurde.

Und nach den zahlreichen Stunden kann ich sagen: Japp, es wird alles erklärt. Zelda als Abbild der Göttin, Link, der das allererste Masterschwert schmiedet und so weiter und so fort. Ich möchte euch nicht zu viel von der Story wegnehmen und belasse euch mit diesen zwei Infos, denn es sind eigentlich schon zwei zu viel! Generell sei aber gesagt, dass Nintendo extrem viel Arbeit in die Ausarbeitung der Charaktere gesteckt hat. Erstmalig in der Geschichte der Reihe sind Zelda und Link charakteristisch ebenbürtig, denn überall wo ihr hingeht, ist auch Zelda. Und der Feind des Spiels könnte kaum übler sein und ist im Prinzip eine ganze Spur böser als Ganondorf es je hätte sein können. Das Schauspiel um diese Charaktere, der grandios inszenierte Plot des Spiels und vor allem die wirklich schönen Cutscenes bilden ein rundum gelungenes Spiel aus Angst, Verzweiflung, Mut und Helden – nur mit dem Unterschied, dass es hier zwei davon gibt.

Der Lauf der Dinge

Wie es sich für einen Zelda-Titel gehört, fängt natürlich alles sehr idyllisch an. Link verschläft irgendeinen wichtigen Termin und wird von jemandem (in diesem Fall der wunderhübschen Darstellung von Zelda) geweckt, per Luftpost natürlich. Bisher war es im Übrigen noch nie so, dass Zelda sich so sehr für Link interessiert hat, sondern immer andersherum. Eine wohltuende und durchaus vielsagende Sache, die im Verlauf der Story übrigens Aufschluss darauf gibt, warum es immer andersherum gewesen ist/bzw. sein wird. Nachdem die Späße im „Wolkenhort“ erledigt sind, passiert natürlich wieder etwas ganz Furchtbares! Wie in jedem Titel.

Und fortan macht ihr euch auf die Sache nach drei Fragmenten (in den meisten Vorgängern habt ihr ebenfalls zunächst einige Fragmente, Kristalle oder ähnliche Dinge gesammelt bevor ihr… nein, ich sage es nicht!), woraufhin ihr einen Zeitsprung erleben dürft (ups). Wie dieser ausfällt, werde ich natürlich nicht erwähnen, doch dieser ist absolut typisch für die Zelda-Reihe. Das wurde in A Link to the Past, in Ocarina of Time, in Majoras Mask und vielen, vielen weiteren Spielen bereits auch getan. Und dass danach auch wieder die allseits beliebten Rassen vorkommen wie die Goronen, ist ebenso selbstverständlich. Etwas sehr schade finde ich das überzogene Recycling einiger Gebiete, denn zu vieles ist aus Twilight Princess bekannt – unter anderem die Ranelle-Wüste, wenngleich diese nur sehr kurz umrissen wurde. Das riesige Problem von Skyward Sword ist jedoch, dass der Titel nur drei Gebiete (vier, wenn man den Wolkenhort einbezieht) besitzt und diese sich in Sand/Zeit, Erde/Feuer und Wasser/Pflanzenwelt aufteilen und nachdem der Start des Spiels (ihr also die drei Fragmente gefunden und den Sand-Dungeon abgeschlossen habt) geschafft ist, werdet ihr immer wieder mit neuen Zielen dorthin geschick. Irgendwie… unbefriedigend. Und so nebenbei erwähnt war genau das einer der Aspekte, die mich (und Millionen andere) an Phantom Hourglass richtig gestört haben und umso mehr wundert es mich, dass Nintendo genau dasselbe Konzept nochmal verwendet hat.

Neuigkeiten braucht das Land!

Nichtsdestoweniger hat Nintendo aus einigen Fehlern gelernt. Das Dungeondesign ist beispielsweise besser denn je. Normalerweise bekommt ihr in einem neuen Dungeon recht früh die neueste Waffe, um damit alle Rätsel zu lösen. Skyward Sword jedoch geht hierbei einen ganz anderen Weg, denn ihr müsst alle Rätsel lösen, ohne dabei auf das neue Item zurückzugreifen und erst jenes würde alles so viel einfacher machen. Das führt auch dazu, dass ordentlich Gehirnschmalz verbraucht wird, denn manche Dinge sind wirklich tricky. Ihr werdet oftmals dazu alle Items in eurem Repertoire einsetzen müssen, die Umgebung erforschen (am besten mit der ganz neuen Waffe, dem Beetle), diverse Bewegungsmuster erkennen und so weiter und so fort. Und falls ihr mal im Endeffekt nicht weiterwissen solltet, so könnt ihr immer noch Phai (sie ist das Äquivalent zur Fee aus Ocarina of Time) fragen, die euch hin und wieder einen guten Tipp geben wird.



Was mir auch extrem gut gefallen hat, war das Upgrade-System. Japp, richtig gelesen. Endlich hat es auch einen Sinn, dass ihr irgendwelche Items einsammelt! Mit einigen Klunkern und Gegenständen, die überall in der Spielwelt verstreut sind, könnt ihr zum Beispiel euren Holzschild noch stärker machen, sodass er nicht nach ca. sieben bis acht Treffern zu Bruch geht, sondern gleich doppelt so viel aushält – gegen Feuer ist es aber nach wie vor wenig effektiv. Damit aber nicht genug, denn ihr könnt eure Zwille (Hochdeutsch: Deku-Schleuder!) verbessern, wodurch gleich drei Deku-Kerne gleichzeitig abgefeuert werden. Auch eure Heilpotions lassen sich verbessern, wodurch mehr als nur acht Herzen gefüllt werden. Darüber hinaus ist Link nun bedeutend agiler als früher. Er kann sprinten (endlich!) und Wände kurzzeitig hochlaufen, wovon das Dungeon-Design maßgeblich profitiert und ganz neue Möglichkeiten offenbart. Damit ihr diese neuen Fähigkeiten aber nicht überstrapaziert, gibt es eine Ausdauerleiste, die sich kontinuierlich senkt, sobald ihr anfangt, loszusprinten oder mächtige Moves (u.a. die Wirbelattacke) auszuführt.

Wenn euch das „Aufgabe annehmen, jemandem helfen – Dungeon – Aufgabe annehmen, jemandem helfen – Dungeon“-Prinzip kurzweilig anödet, gibt es noch zig tausende Nebenquests. Natürlich gibt es die üblichen lahmen „Bring mir bitte Objekt A“-Aufgaben sowie Eskort-Quests, doch einige sind wirklich grandios. Zu einem gewissen Zeitpunkt des Spiels (es würde euch ein wichtiges Event verraten, daher halte ich mich bedeckt) könnt ihr Tränen aufsammeln, dürft dabei aber nicht entdeckt werden. Dies hat etwas von Metal Gear Solid und macht unglaublich viel Spaß! Das Problem: Die Gebiete wiederholen sich irgendwann und ab einem gewissen Zeitpunkt fühlt es sich nicht mehr allzu frisch an. Gerade bei den Sidequests spielt es durchaus eine Rolle, welche Antwort ihr auf die Multiple-Choice-Fragen gebt. In einer Quest beispielsweise könnt ihr einen Liebesbrief zuschicken oder eben nicht. Je nachdem, wie ihr euch entscheidet, ergeben sich weitere Möglichkeiten, wodurch die Story mehr Tiefe erhält und dadurch einen eigenen Microkosmos entwickelt. Oftmals habe ich mich dabei erwischt, eine Sidequest einfach nur darum abzuschließen, um zu sehen, wie sie ausgeht.

Nicht vergessen ist auch das Feature des Fliegens, wenngleich ich sagen muss, dass es leider nicht allzu umfangreich und toll gemacht ist, wie etwa das Schifffahren in Wind Waker. Es gibt nur wenige Spots, an denen wirklich etwas zu finden ist – die meisten umliegenden Gesteinsformationen sind komplett leblos. Schade! Nichtsdestoweniger ist es durchaus spaßig die Limits des eigenen Vogels auszuprobieren, wenngleich klar ist: Hier wäre bedeutend mehr drin gewesen! Warum gibt es etwa kein langwieriges Turnier mit den Vögeln? Immerhin besitzen sie ja die Angriffs-Fähigkeit. Es gibt übrigens noch sehr viel mehr Dinge, die ihr in Skyward Sword tun könnt, doch all diese irgendwie aufzulisten, würde den Rahmen des Artikels komplett sprengen.

Problemzonen

So ganz frei von richtig üblen Macken ist The Legend of Zelda: Skyward Sword leider nicht. Auch wenn meine Kollegen da vielleicht anderer Meinung sind, doch mir ging die Steuerung des Spiels so richtig gehörig auf den Sack. Man entschuldige meinen unflätigen Ausdruck, doch nach zahlreichen Spielstunden bin ich es sehr oft satt gewesen, wenn Link nicht das getan hat, was ich wollte. Theoretisch macht Link genau das, was ihr in der Realität tut – WiiMotion Plus sei Dank. Das Problem ist allerdings, dass der Sensor schnelle Bewegungen im Spiel nicht korrekt erkennt, was sich spätestens bei den Echsengegnern im Eldin-Dungeon bemerkbar machen wird. Diese Viecher haben nur einen Schwachpunkt, den sie kontinuierlich verteidigen und so gilt es, einen Angriff von z.B. links anzutäuschen, dann aber doch von rechts zuzuschlagen. Wer da kurze Bewegungen macht, verpatzt es. Und wer die Sache zu ruhig angeht, wird selbst einen Treffer kassieren. Oftmals ist es schlichtweg einfacher, den Angriff eines Gegners mit dem Schild zu blocken, wodurch dieser benommen wird, und ihn dann mit einer Attacke zu besiegen. Klingt langweilig, ist aber oftmals die beste Lösung.

Richtig nervig wird es vor allem dann, wenn ihr mit der Schleuder oder Bombenwerfen genaue Treffer landen müsst, die Kalibrierung der WiiMote allerdings so miserabel ausfällt, dass ihr beim Tab auf B (damit zieht ihr Sekundärwaffen) zunächst gepflegt den Boden anstarrt, dann erstmal das Auto-Fixieren drückt, damit der Zeiger in die Mitte des Bildschirms huscht und hernach noch sehr genau zielen müsst, was aber aufgrund der wackeligen Erkennung kaum machbar ist. Starke Nerven sind hier von Nöten. Und das nicht zu selten. Ebenso übel ist die Kameraführung, die mich schon zu Ocarina-of-Time-Zeiten gestört hat. Zwar kann ich auf Knopfdruck die Kamera kurz fixieren, sodass die Mitte anvisiert wird, doch oftmals geht sie dann wieder zurück zur Position, in der ich sie eben nicht haben wollte. Des Öfteren habe ich mich dabei erwischt, stur den Sucher-Modus eingeschaltet zu haben und die Lage manuell abzuchecken. Ob das im Sinne der Erfinder war? Ich weiß ja nicht…

Zuletzt möchte ich noch erwähnen, dass Nintendo sich etwas zu stark zurückgelehnt hat bei der Wahl eurer Bossgegner. Gleich zwei Bosse werdet ihr jeweils (!) drei (!!) Mal bekämpfen müssen, was echt schade ist, denn das bisherige Design aller jemals erlebten Kämpfe in einem Zelda-Spiel ist bahnbrechend. Nicht nur die Mechaniken sind toll, sondern auch die Anforderungen an den Spieler sind jedes Mal auf ein Neues auf die Probe gestellt worden. Doch alleine der Fakt, dass zwei davon gleich drei Mal auftauchen, setzt den „Was erwartet mich nun?“-Faktor auf genau Null. Kämpft ihr ein zweites oder drittes Mal gegen besagte Feinde, fehlt einfach jegliches Überraschungsmoment. Und das ist zugleich meine größte Enttäuschung am neuen Zelda-Titel.

Technisch vom Feinsten!

Grafisch ist The Legend of Zelda: Skyward Sword sehr, sehr prächtig. Generell hat Nintendo versucht, einen Mix aus Wind Waker und Twilight Princess zu schaffen – und das ist mit Bravur gelungen. Meiner Meinung nach sieht zum Beispiel das Blondchen Zelda unglaublich hübsch aus und wird ihrer Position als Göttin mehr als gerecht. Doch auch die Umgebungsgrafiken und generell alle Effekte können sich sehen lassen. Sehr nett finde ich auch die Spielerei, die sich die Entwickler beim Tiefen-Effekt und der Weitsicht überlegt haben, um die technischen Schwächen der Wii auszugleichen: Es wurde schlichtweg eine Art Weichzeichner verwendet, um so Blur und andere Effekte zu erzeugen.



Auf der akustischen Seite gibt es natürlich wieder alle bekannten Tracks und vor allem Sounds zu hören, doch auch einige neue haben es ins Spiel geschafft und leisten eine wundervolle Arbeit, um das gelungene Fantasie-Szenario/Feeling abzurunden.

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