The Exiled

The Exiled
6

The Exiled

6/10

    Pros

    • Charakter-Erstellung teils ingame
    • Alle Kämpfe auf Skill-Shots basierend
    • Früh im Spiel bereits PVP-Action

    Cons

    • Technisch unzulänglich
    • Framerate-Probleme
    • Neueinsteiger werden aufgrund dauerhafter PVP-Situation schnell zu Opfern
    • Schwammige Steuerung

    Indie-Spiele haben oft ein Problem damit, kommerziellen Erfolg zu erzielen. Was wiederum gut zu verkaufen ist: MMOs und MOBAs, zumindest im Moment. Also dachten sich ein paar Leute: Kombinieren wir doch einfach den Indie-Charme und unser geringes Budget mit MMORPG und MOBA-Elementen, versüßen das Ganze mit einem Haufen Worthülsen und schon ist das perfekte Spiel geschaffen. So oder so ähnlich könnte es in der Planungsphase von The Exiled ausgesehen haben, einem Spiel was sich irgendwo zwischen Ragnarok Online, Runes of Magic und Diablo ansiedelt. Wir haben das Spiel getestet und verraten, ob ihr euch die 7-Tage-Gratis-Version installieren solltet.

    The Exiled – Der erste Schuss ist gratis

    The ExiledUm die erste Hürde zwischen potentiellen Kunden und Spiel zu nehmen, wird The Exiled von Beginn an erst einmal gratis angeboten. So könnt ihr den Titel herunterladen und sieben Tage lang komplett gratis spielen. Danach müsst ihr eine der drei kaufbaren Pakete wählen, die sich in erster Linie durch kosmetische Upgrades voneinander unterscheiden. Je mehr ihr für den Titel hinlegt, desto mehr Emotes, Skins und Extras wie Haustiere schaltet ihr frei. Ein Schelm wer sich hier denkt: Interessant müssen also in erste Linie die ersten Spielerfahrungen sein, damit der Spieler nach einer Woche zuschlägt.

    Zu Beginn eines neuen Spiels wählt ihr den Namen für euren Charakter und landet sofort in einer Art Tutorial. Die Wahl der Klasse passiert bereits im Spiel, indem ihr euch eine Waffe eurer Wahl und eine von drei Rüstungsoptionen auswählt. Damit wird automatisch euer Skillset festgelegt, wobei die Waffenwahl die offensiven und die Rüstungswahl die defensiven Skills definiert. Diese Art der Charakter-Gestaltung hebt sich erfreulich vom gewöhnlichen Menu-Klicken ab und sorgt für einen angenehm flüssigen Spielstart.

    The Exiled – Der Indie-Charme

    Weniger angenehm flüssig ist das meiste Übrige in The Exiled. Ob es die Animationen der Figuren, die Framerate in größeren Schlachten oder auch die Menuführung sind: Sehr oft habe ich mich an Stottereien und Rucklern stören müssen. Und Kämpfe gibt es eigentlich an jeder Ecke, da The Exiled eine quasi dauerhaft offene PVP-Arena ist. Ihr könnt zwar eure Gesinnung beim Erstellen des Charakters angeben, aber niemand hindert andere Spieler daran, auch freundlich gesinnte Mitspieler anzugreifen und auszurauben. Gepaart mit der grundsätzlich recht aggressiven und trolligen Grundhaltung vieler Online-Spieler kommt so schnell Frust auf. Gerade für neue Spieler, die noch keinen Clan oder eine Spielergruppe gefunden haben.

    Rein optisch und technisch erinnert The Exiled an Top-Down-MMOs aus den frühen Nuller-Jahren. Auch dort kam es vornehmlich nur auf Werte und Zahlen, nicht auf die Optik an. Die Steuerung setzt sich aus einem für Top-Down ungewöhnlichen Mix aus WASD- und Maus-Steuerung zusammen. Sie erfordert etwas Einarbeitung, insbesondere weil alle Skills und Angriffe in The Exiled Skillshots sind. Das heißt einen Kampf gewinnt ihr nicht nur durch Level, Ausrüstung und Skills, sondern auch durch Movement, Timing und Aim. Was sich interessant liest, scheitert in der Umsetzung an einer lahmenden Spielgeschwindigkeit, einem schlechten Gefühl der Geschosse und einer schwammigen Steuerung.


    Fazit:

    Philipp Kleidt The Exiled Ja, The Exiled ist ein Projekt mit recht kleinem Budget, aber das ist es nicht, was das Spiel so schwierig zu empfehlen macht. Vielmehr sind es die designtechnischen Kleinigkeiten wie die komische Mix-Steuerung, die dauerhafte Aggro durch andere Spieler oder die weichen Geschosse, die ohne Power und Geschwindigkeit über die Karte schweben und ab und an Gegner treffen. The Exiled bewirbt sich selber als großartiger Genre-Mix für jedermann, leider ist es mit seinem Gameplay ein ziemliches Nischenspiel, was wohl nur eine sehr kleine Community an sich binden wird.

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