Sniper Elite 4

Sniper Elite 4 (PS4) Test

  • Adam Smieja
  • 13/02/2017
  • 0

Sniper Elite 4 (PS4)

Sniper Elite 4 (PS4)
7

Sniper Elite 4

7/10

    Pros

    • Offene Spielwelt mit zahlreichen Möglichkeiten
    • Doppelfunktionen der Waffen bieten noch mehr Optionen
    • Schwierigkeitsgrade sehr ausgewogen
    • Hardcore-Modus extrem fordernd
    • Levelsystem und Perks motivierend
    • Online-Koop für die gesamte Kampagne
    • Optimierte X-Ray-Killcam
    • Abwechslungsreiche Locations und Missionen …

    Cons

    • … wenngleich immer dasselbe zu tun ist
    • Spielabläufe ähneln sich zu stark
    • Kein Couch-Koop
    • Story vorhersehbar
    • Gegner-KI zu zögerlich
    • Nutzen von Fahrzeugen nicht möglich

    Ich habe Sniper Elite 4 in den vergangenen Tagen durchgespielt und verrate euch im Test, ob sich der Kauf lohnt. Kann das neueste Sniper-Abenteuer mit seiner offenen Spielwelt und den Sandbox-Elementen überzeugen oder kränkelt das Erlebnis weiterhin an denselben, alten Problemen? Das und ein wenig mehr erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen!

    Einmal mehr verschlägt es Fairburne in den Kampf gegen die Nazis. Diesmal begibt sich der amerikanische Sniper-Star nach Italien, wo er Hitlers Schergen den Garaus machen soll. Während die Geschichte teilweise in einem schicken, historischen Stil erzählt wird, gibt sie sich insgesamt arg vorhersehbar. Echte Überraschungen bleiben tatsächlich aus. Auch die Charaktere können nicht über ein gewisses Klischee hinausreichen. Macht aber nichts, denn sie sind nur Mittel zum Zweck.

    Sniper Elite 4

    Sniper Elite 4 – Rambo bleibt zu Hause

    Die Briten bei Rebellion haben bereits mit den ersten drei Ablegern bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Und auch bei Sniper Elite 4 setzen sie auf die bewährte Formel, die sehr viel Geduld von euch verlangt. Insgesamt warten im Rahmen der Storykampagne zehn Missionen (plus 1, wenn ihr die Hitler-Mission als Vorbesteller-Bonus erhaltet). Dabei beschäftigt euch jede davon zwischen einer und eineinhalb Stunden – wenn ihr denn auch wirklich wie ein Sniper spielt.

    Sniper Elite 4Aufgrund der Tatsache, dass Sniper Elite 4 ein Sandbox-Erlebnis ist, steht es euch frei, die Missionen so zu spielen wie es euch beliebt. Wollt ihr also nur sporadisch das Scharfschützengewehr auspacken und schwierige Ziele oder andere Sniper erledigen? Das ist kein Problem. Allerdings sollte euch bewusst sein, dass die Shooter-Mechaniken des Spiels eher mittelprächtig sind. Zudem kann Fairburne nicht sonderlich viele Treffer einstecken, sodass der Rambo-Ansatz mit MP oder Thompson vielleicht nicht sonderlich clever ist. Außerdem sind die Feinde zahlenmäßig in deutlicher Überlegenheit.

    Wenn ihr auch nur einen Mucks zu viel von euch gebt, schlagen die Jungs Alarm und es kommt nicht nur gefühlt die halbe Map, sondern auch Gegner aus anderen Gebieten schreiten ein. Doch die Gegner-KI per se ist gar nicht mal so schlau. Zwar geben sie sich deutlich cleverer als im Vorgänger, aber selbst auf „Hard“ sind sie mir zu zögerlich. Sie versuchen miteinander zu kommunizieren, was auch bisweilen gut funktioniert. Sobald ihr aber aus deren Sichtfeld verschwindet, geben sie zu schnell auf. Kurzum: Der Rambo-Ansatz bleibt ineffizient.

    Sniper Elite 4 – Die Ruhe selbst

    Warum das so ist? Weil Sniper Elite 4 in erster Linie auf den Distanz-Kampf und die Schleichaktion setzt. Vor einer Mission könnt ihr euch ein Loadout zusammenstellen und solltet im Optimalfall immer schallgedämpfte Munition mitnehmen. Diese findet sich in den Missionen nämlich nur sehr selten und nicht immer habt ihr den Luxus, dass irgendwas regelmäßig für Krach sorgt. So gibt es beispielsweise in der ersten Mission Flugzeuge, die regelmäßig über das Gebiet kreisen und eure Schüsse mit ihrem Lärm verdecken. Auch in der dritten Mission, wo ihr eine riesige Kanone zerstören müsst, hilft die Kanone dabei, eure Schüsse im Schall untergehen zu lassen.

    Sniper Elite 4Es sind also die kleinen Dinge, auf die sich Sniper Elite 4 konzentriert. Wenn ihr geduldig seid, die Position wechselt und Feinde einzeln ausschaltet, macht der Titel am meisten Spaß. Es fühlt sich nämlich sehr befriedigend an, wenn ein Plan aufgeht. Dank der Sandbox und den vielen neuen Funktionen der Waffen – alle besitzen nun zwei Eigenschaften – könnt ihr mit vielen verschiedenen Weg ans Ziel kommen. In besagter Mission mit der fetten Kanone habe ich gleich vier Möglichkeiten gefunden, die Mission abzuschließen. Das macht natürlich umso mehr Spaß, wenn man bemerkt, wie die einzelnen Wege freigeschaltet werden.

    Bevor eine Mission nämlich startet, befindet ihr euch in einer Briefing-Area. Hier könnt ihr mit anderen NPCs sprechen, die euch nützliche Informationen geben oder zusätzliche Aufträge bereithalten. Diese sind natürlich rein optional, aber lohnenswert. In der zweiten Mission etwa könnt ihr so an eine Panzerfaust gelangen, wenn ihr ein altes Grabmal aufsprengt.

    Sniper Elite 4 – Koop, RPG-Elemente und Schwierigkeitsgrad

    Wenn ihr das Erlebnis von Sniper Elite 4 nicht alleine bestreiten wollt: Die gesamte Kampagne lässt sich auch mit einem Freund durchspielen. Online. Einen lokalen Koop-Modus gibt es nämlich nicht. Das ist sehr schade, denn ein Couch-Koop hätte dem Spiel definitiv sehr gut gestanden. Auch die anderen Mehrspieler-Modi, auf die ich in meiner Vorschau bereits eingegangen bin, sind nur online verfügbar. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um den Horde-Modus und typische andere Shoot-Outs. Eine nette Dreingabe, aber nichts Besonderes.

    Wie viele andere Action-Spiele setzt auch Sniper Elite 4 auf einige Rollenspiel-Elemente. Während der Missionen sammelt ihr fleißig Erfahrungspunkte für Kills. Je besser ihr vorgeht, desto mehr Punkte gibt es. Mit dabei ist natürlich auch die beliebte X-Ray-Kamera, die die Abschüsse bestens einfängt. Boni gibt es beispielsweise dafür, wenn ihr den Gewehrschuss mit Lärm vermischt, sodass ihr unentdeckt bleibt. Alle fünf Level gibt es zudem ein Perk auszuwählen, die Fairburne etwas besser machen. Damit könnt ihr etwa seinen Ruhepuls senken, habt mehr Munition und mehr.

    Sniper Elite 4

    Beim Schwierigkeitsgrad orientieren sich die Entwickler am Vorgänger. Wenn ihr also den „normalen“ Modus spielt, bekommt ihr allerhand Hilfen. Bullet-Drop ist deaktiviert, es gibt zahllose Hilfen, um die Windrichtung bestens zu bestimmen und so weiter und so fort. Wählt ihr hingegen „Schwer“, sind bereits allerhand Hilfen ausgestellt. Zudem sind die Gegner etwas smarter. Und wenn ihr gar keine Hilfen wollt, gibt es den realistischen Modus. Jener ist richtig hart und fordert selbst die besten Hobby-Sniper!

    Optisch macht Sniper Elite 4 einen guten Eindruck. Vor allem PS4-Pro-Besitzer und PC-Spieler bekommen das beste Erlebnis mit schicken Reflexionen und ordentlicher Sichtweite. Die englischen Sprecher sind gut, aber nicht herausragend. Der Soundtrack dagegen ist erste Sahne.


    Fazit:

    Sniper Elite 4 ist gut, aber eben nicht perfekt. Es kränkelt nämlich an exakt denselben Problemen wie einst Metal Gear Solid V. Die offene Spielwelt ist zwar schön und gut, aber oftmals gibt es nur einen wirklich effizienten Weg. Wenn ihr euch aber auf die vielen, verschiedenen Möglichkeiten, die Doppelfunktions-Gadgets und Co. einlasst, bekommt ihr hier ein starkes Sniper-Erlebnis geboten. Es macht sehr viel Spaß, wenn ein Plan aufgeht. Spielerisch setzen die Briten auf ihre bewährte Formel und erweitern die Mechaniken um sehr sinnvolle Eigenschaften.

    Kurzum: Sniper Elite 4 ist eine gute Fortsetzung einer bereits tollen Serie. Seid ihr geduldig und liebt das Snipen? Schreckt ihr vor Herausforderungen nicht zurück? Dann solltet ihr definitiv einen Blick drauf werfen. Und wie hieß es in einer Werbung eines schwedischen Möbelherstellers? „Entdecke die Möglichkeiten“.

    Sniper Elite 4 (Adam Smieja)

    Sniper Elite 4 ist eine gute Fortsetzung einer bereits tollen Serie. Die zögerliche KI, der fehlende Couch-Koop und die vorhersehbare Story vermasseln aber den Aufstieg in höhere Wertungsregionen.
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