NieR Automata

NieR Automata (PS4) Test

  • Adam Smieja
  • 20/03/2017
  • 0

NieR Automata

NieR Automata
9

NieR Automata

9/10

    Pros

    • Superbe Story
    • Fünf große Enden und viele kleinere
    • Tolle Charaktere
    • Grandioses Kampfsystem
    • Level-Design durchgehend gelungen
    • Starke Optik in 60 FPS (PS4 Pro behält die Oberhand)
    • Klasse Soundtrack
    • Auch für Neulinge bestens geeignet
    • Japanische Sprachausgabe optional verfügbar
    • Lose Stränge aus NieR werden beantwortet

    Cons

    • Rücksetzpunkte zu oft sehr unfair
    • Nebenmissionen eher langweilig
    • Manchmal zickt die Kamera

    Im Test beweist NieR Automata, dass es von seiner überragenden Story getrieben wird und daneben eine superbe Präsentation und ein fantastisches Kampfsystem besitzt. Und doch bietet das Spiel so viel mehr als nur die Summe seiner Teile. Warum ihr dem Sequel des kommerziell gescheiterten Erstlings unbedingt eine Chance geben solltet, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen!

    In der post-apokalyptischen Welt von NieR Automata gibt es allerhand Mysterien zu erforschen. Die Erde des Spiels ist ein Spielplatz für zahllose Androiden, die weniger entwickelte Roboter versklaven oder gar einfach auslöschen. Die Prämisse ist ein nie endender Krieg. Doch wenn es eines gibt, was man Yoko Taro, dem Director des Spiels, nicht absprechen sollte, dann ist es seine Genialität. Und so überrascht das Spiel mit allerhand Irrungen und Wirrungen, die euch stets die Kinnlade gen Boden sinken lassen. Die Story des Spiels ist grandios!

    NieR Automata

    Ihr übernehmt die Rolle von 2B, einem weiblichen Androiden, die Teil von YoRHa ist. Bei YoRHA handelt es sich um eine Gruppe künstlicher Soldaten, die den Auftrag haben, die Erde von allen feindlichen Robotern und deren Erschaffern zu beseitigen. Die Menschheit befindet sich indes im Exil auf dem Mond, nachdem sie ihren blauen Planeten vor hunderten von Jahren verlassen mussten. Auf ihrer Reise bekommt 2B tatkräftige Unterstützung von 9S, einem männlichen Androiden, der zwar nicht sonderlich stark, dafür aber umso geschickter im Umgang mit Computern ist. Zunächst sind sie sich fremd, doch – ganz nach dem Vorbild moderner Animes – kommen sie sich im Verlauf der Story näher.

    NieR Automata – Offene Spielwelt mit Einschränkungen

    NieR AutomataDie ganze Welt also von der Roboter-Plage zu befreien hört sich nach einer ziemlich großen Aufgabe an. Doch keine Sorge: Die offene Spielwelt von NieR Automata ist nicht ganz so riesig wie ihr es euch vorstellt. Zudem gibt es viele recht lineare Wege, die sich gut einprägen lassen, sodass das Backtracking aufgrund der Nebenmissionen weniger nervig ausfällt. Dabei helft ihr befreundeten Androiden dabei, einige simple Aufgaben zu erledigen. Und im Zweifelsfall müsst ihr einfach nur irgendwas zerstören. Wirklich atemberaubend sind die Nebenaufgaben freilich nicht, aber sie füllen die Spielwelt mit Leben.

    Doch all das ist schnell vergessen, wenn 2B in den Kampfmodus geht und ihr großes Arsenal an Waffen dazu verwendet, akrobatische Meisterleistungen zu vollführen. Und hier zeigt PlatinumGames, dass man ihnen absolut nichts vormachen kann. 2B ist schnell, elegant und zerstörerisch. Das Spektakel wird so gut in Szene gesetzt, dass auch eine Bayonetta ziemlich alt dagegen aussieht. Das Kampfsystem wirkt zu Beginn vielleicht noch etwas schwach, doch je mehr ihr zockt, desto schneller stellt sich heraus, wie viel Tiefe und Liebe zum Detail drinsteckt. Neben starken Waffenkombinationen gibt es auch einen coolen Konter, der nach einem erfolgreichen Ausweich-Manöver eingeleitet wird. Nebst coolem grafischen Effekt versteht sich.

    Dass 9S mit seinem eigenen Schwert durchaus mithalten kann und sich als tatkräftiger KI-Kumpane entpuppt, ist das Tüpfelchen auf dem i. Mit seinem Affenzahn und dem high risk, high reward Gameplay könnte man fast meinen, NieR Automata sei ein spiritueller Nachfolger von Metal Gear Rising Revengeance. Übrigens: Das Spiel entstand ebenfalls bei PlatinumGames.

    NieR Automata – Eine Schneise der Zerstörung inmitten von Items

    NieR AutomataDamit ist das Kampfsystem aber noch lange nicht abgehakt, denn neben der ganzen Waffen dürft ihr auch mit einem kleinen Pod Companion spielen. Jener ist eine Anspielung auf Grimoire Weiss, das schwebende Buch aus dem ersten Teil und bietet allerhand Support-Buffs. Nicht nur dient die kleine Blechbüchse als Fernfeuerwaffe, sondern auch als Personalisierungs-Station für 2B. So dürft ihr nämlich verschiedene, passive Performance-Verbesserungen in Form von Chips installieren, die unter anderem Werte-Buffs versprechen. Wenn eure HP beispielsweise sehr niedrig sind, könnt ihr mithilfe eines Chips einen automatischen Heil-Gegenstand zu euch nehmen. Eine Sorge weniger in den hitzigen Gefechten!

    Wenn ihr aber mal den Game Over Bildschirm seht, verliert ihr eure Erfahrungspunkte – sofern ihr nicht schleunigst zurück zum Ort des Todes gelangt. So einige von euch kennen den Ansatz sicherlich auch Dark Souls, hier aber gibt es noch einen zusätzlichen Twist. Schafft ihr es nämlich nicht, zurückzukehren, dann verliert ihr überdies auch sämtliche installierte Chips im Pod. Lediglich die wichtigsten Operating System Chips bleiben erhalten. Zwar lassen sich überall neue Gegenstände finden, doch so ein Verlust kann gerne mal rund eine Stunde in der Spielzeit zurückwerfen. Vor allem ärgerlich ist es, wenn es ein seltener Chip war.

    Abseits dessen sei noch zu erwähnen, dass NieR Automata nicht eines, nicht zwei, sondern gleich fünf verschiedene Enden besitzt. Dabei gilt es verschiedene Wege zu bestreiten, um diese überhaupt zu sehen. Ähnlich wie auch schon im ersten Ableger ergibt sich ein klares Gesamtbild erst dann, wenn ihr auch alle Enden gesehen habt. Auf eurem erneuten Weg durch das Spiel erlebt ihr nicht nur neue Events, sondern seht auch neue Perspektiven zu Momenten, die ihr vorher erlebt habt. Letztlich trieb mich nicht etwa das Verlangen nach 100%, sondern vielmehr die Kuriosität. Was passiert beim nächsten Mal?

    NieR Automata – Ein audiovisueller Leckerbissen

    Optisch macht NieR Automata sowohl auf der Base PS4 als auch auf der PS4 Pro einen fabelhaften Eindruck. Während das Basis-Modell noch unter starkem Kantenflimmern leidet und die Bildrate nicht immer optimal zu sein scheint, gibt es auf der Pro keinerlei Klagen. Tatsächlich sind die Unterschiede sehr groß und deutlich sichtbar. Davon ab ist der Soundtrack des Spiels exzellent. Die Klänge passen stets zum Geschehen und bilden eine dichte Atmosphäre. Die englischen Sprecher leisten einen durch die Bank sauberen Job.


    Fazit:

    NieR Automata ist das, was man in der Fotografie als „instant classic“ bezeichnet. Nicht nur beantwortet das Sequel nahezu alle offenen Fragen aus dem Vorgänger, es spielt sich darüber hinaus einfach fantastisch. Die Storyline ist grandios, die fünf Enden regen aufgrund des veränderten neuen Playthroughs dazu an, die Sache nochmal anzugehen. Und das Kampfsystem – ein Traum. Zweifelsfrei haben sich die Entwickler bei PlatinumGames mit diesem Spiel selbst übertroffen. Kritikpunkte? Die gibt es nur vereinzelt. Die Rücksetzpunkte sind oftmals sehr unfair gesetzt, die Nebenmissionen sind gar langweilig und manchmal störte mich die Kamera (v.a. im Kampf gegen eine gewisse YoRHA-Dame).

    Adam Smieja

    ... ist Chefredakteur bei Spieletester.com und seit der Gründung 2003 mit dabei. Am liebsten spielt er Strategiespiele wie StarCraft II oder Rollenspiele.

    NieR Automata (Adam Smieja)

    NieR Automata ist das, was man in der Fotografie als „instant classic“ bezeichnet. Brachial, stilvoll, spannend – dieses Action-Adventure dürft ihr nicht verpassen!
    9
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