Auf dem heimischen Rechner hat sich die Mystery Case Files-Spielreihe in den letzten Jahren durchaus einen Namen unter Rätselfreunden gemacht und immer wieder mit spannenden Fällen und klassischen Wimmelbildern überzeugt. Mit „Der Fall Malgrave“ versucht die Reihe sich nun auch auf der Wii einzunisten und Maus durch WiiMote zu ersetzen – ob das klappt, erfahrt ihr in unserem Test!

Auf zur Insel Malgrava

Mystery Case Files: Der Fall Malgrave beginnt skurril und bleibt es auch lange Zeit über. Im Auftrag des wohlhabenden Inselbesitzers Winston Malgrave sollen wir auf seine Insel segeln und dort nach einer Heilung für seine schwerkranke Frau suchen – aber nicht etwa in Form von Arzneimitteln oder besonderen Tränken, nein, wir suchen nach Staub! Nun, davon dürfte es auf der lange verlassenen Insel reichlich geben, aber Malgrave wird noch etwas genauer: Er will pinken Staub! Zum Glück haftet dieser auf der ehemaligen Urlaubsinsel an zahlreichen Gegenständen, die wir aber als Detektiv erst einmal suchen müssen.

Knifflige Spurensuche weicht hier aber klassischen Wimmelbildern! So stoßt ihr während eurer Reise über die Insel immer wieder auf vollgestellte Orte, an denen allerlei Gegenstände herumliegen. Das Spiel gibt euch nun eine Liste an Objekten vor, die ihr in diesem Wirrwarr finden müsst. Das klingt zunächst einfach, wird aber dadurch erschwert, dass wirklich unheimlich viel Müll herumliegt und einige Gegenstände zudem clever in der Umgebung versteckt sind. „Pik“ ist hier zum Beispiel keine Spielkarte, sondern ein Pik-förmiges Blatt von einem Baum. Solche Dinge übersieht man schon mal schnell und so verbringt man doch einige Zeit damit, wirklich jeden Millimeter des Bildes abzusuchen. Als kleine Hilfe könnt ihr nicht nur zoomen, sondern auch auf eine Schummelfunktion zurückgreifen, die den ungefähren Ort eines der noch fehlenden Objekte anzeigt.

Haben wir genug Gegenstände gefunden, füllen wir mit dem darauf liegenden Staub ein Ladegerät und können wiederum mit diesem in neue Abschnitte des Inselreichs vordringen. Hin und wieder stellen sich uns auch diverse Rätsel in den Weg, die aber allesamt recht einfach sind. Die Palette reicht hier von simplen „Finde X und benutze es mit Y“ (wobei ihr natürlich selber darauf kommen müsst) über verschiedene Schließmechanismen bis hin zu kleineren Puzzles, die aber nie wirklich überfordern. Nett ist auch das Notizbuch, das zu jeder Zeit angesehen werden kann und das automatisch mit neuen Informationen zu Orten, Rätseln und unerledigten Aufgaben gefüllt wird. Über eine Karte können wir zudem schnell zwischen bereits besuchten Schauplätzen hin und her reisen, was häufig nötig ist, um noch mehr Staub zu sammeln.

Wimmelbild auf Zeit

Erstaunlich spaßig ist der Mehrspieler-Modus, der zwar nicht wirklich abwechslungsreich daherkommt, es allerdings vier Spielern ermöglicht, gleichzeitig nach versteckten Gegenständen zu suchen, was das Ganze natürlich noch einmal deutlich spannender macht – denn allein ist irgendwann die Luft raus. Hierbei habt ihr die Wahl zwischen drei verschiedenen Modi – dem Suchen eines vorgegebenen Gegenstands auf Zeit, der „klassischen“ Suche, bei der ihr einfach mehr Gegenstände finden müsst, als eure Mitstreiter, und der „Heiße Kartoffel“-Modus, bei dem ihr eine tickende Zeitbombe mit euch herumtragt, die an den nächsten Spieler weitergegeben wird, sobald ihr einen Gegenstand gefunden habt.

Besonders der erste und letzte Modus machen die Wimmelbild-Sucherei deutlich spaßiger und fügen dem Spiel eine gewisse Hektik hinzu. Technisch hält sich das Spiel gehörig zurück und macht nichts Überraschendes. Die Musikuntermalung ist minimalistisch, die Sprachausgabe aufgrund weniger Charaktere selten – dafür aber gut – und die Grafik kann für Wii-Verhältnisse durchaus überzeugen. Vor allem die verschiedenen Wimmelbilder sind sehr schön gestaltet und wissen mit vielen kleinen Details zu gefallen. Wirklich viel leisten muss die Grafikengine aber nicht, denn meist bewegt sich sowieso nicht viel und in der Regel wechselt ihr – vergleichbar mit der Myst-Reihe – per Klick zum nächsten Schauplatz.

Kommentar hinterlassen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Spamschutz *