Kirby’s Adventure Wii

  • John-Henry Drabeck
  • 16/12/2011
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Mit Kirby’s Epic Yarn kehrte das kleine pinke Kerlchen von Nintendo nach einer jahrelangen Auszeit endlich wieder auf die Heimkonsolen zurück, auch wenn sich das Gameplay dann doch etwas von den früheren Teilen unterschied. Doch nun gibt es auch einen Teil für all jene, die sich nach den klassischen Kirby-Zeiten sehnen: Kirby’s Adventure Wii! Ursprünglich für den GameCube angekündigt, erschien der mittlerweile zwölfte Plattformer der Kirby-Reihe Ende November für den weißen Kasten von Nintendo und bietet neben dem altbewährtem Kirby-Gameplay auch – ähnlich wie New Super Mario. Bros. Wii – einen Koop-Modus für bis zu 4 Spieler. Ob das in einem Chaos ausartet oder hier die klassische Formel „je mehr, desto besser“ gilt, erfahrt ihr in unserem Test!

Bruchlandung

Es war einmal ein wunderschöner Tag auf dem Planeten Popstar. Unser Liebling Kirby spurtet durch die Gegend und flieht mit einem Stück Kuchen vor seinen Freunden König Dedede und Waddle Dee, als plötzlich ein Wurmloch ein Loch in den Himmel reißt, aus dem ein gigantisches Raumschiff entweicht. Die kleine Reise durch das Zeit-Raum-Kontinuum hat dem Vehikel deutlich geschadet, sodass es, begleitet von einigen Explosionen, nicht unweit von unseren Helden abstürzt. Kirby und seine Begleiter eilen natürlich sofort zur Absturzstelle und stoßen dort auf den Alien Magolor, der uns prompt darum bittet, ihm bei der Reparatur seines Schiffs zu helfen.

Fünf wichtige Komponenten, darunter die Flügel und der Antrieb des Schiffs, wurden beim Absturz überall in der Welt verteilt und es liegt an Kirby und Co., diese neben insgesamt 120 Energie-Sphären zu bergen, um das Schiff wieder flott zu machen. Natürlich steckt hinter der Story noch etwas mehr und die Kampagne endet nicht mit dem Fund des letzten Bruchstücks, aber wir wollen hier natürlich nicht zu viel verraten.

Vielfraß

Wie bereits erwähnt, wollen fünf Teile gefunden werden – dementsprechend schickt euch das Spiel auch in fünf verschiedene Themenwelten – von der Wüste bis in den Ozean – die jeweils noch einmal in vier Abschnitte sowie einen Boss-Abschnitt unterteilt sind. Jeder dieser vier Abschnitte beinhaltet eine unterschiedlich hohe Zahl an Energie-Sphären, die nicht nur einfach so zum Sammeln da sind, sondern euch im Raumschiff Zugang zu diversen Challenges, Time Trials und Minispielen ermöglichen. Genug Motivation ist also gegeben, um in den jeweiligen Abschnitten auch wirklich aktiv nach den Sphären zu suchen, die hin und wieder auch mal ganz clever versteckt sind. Jeder Boss-Gegner besitzt hingegen eines der fünf Schiffsteile, die ihr sammeln müsst, um die nächste Themenwelt freizuschalten.

Generell spielt sich Kirby’s Adventure Wii genau wie die guten alten Teile. Es handelt sich um einen klassischen 2D-Plattformer, der durch die Saug-Fähigkeit von Kirby mehr bietet als simples Hüpfen und Springen. So kann Kirby Gegenstände aber auch Gegner aufsaugen und diese als Projektile (Sterne) wieder ausspucken, um so andere Widersacher auszuschalten. Schüttelt ihr die Wii Remote beim Saugen, atmet Kirby noch tiefer ein und ist in der Lage, riesige Gesteinsbrocken oder einfach große Gegner einzusaugen, die sich in seinem Verdauungstrakt wie durch ein Wunder dann auch in gigantische Sterne verwandeln. Doch das simple Einsaugen ist noch gar nicht das Besondere an Kirby. Viel interessanter ist, dass er einen Großteil der Gegner auch verdauen und damit ihre Fähigkeiten annehmen kann! Frisst Kirby beispielsweise einen kleinen Ritter und verdaut diesen, verwandelt er sich in ein Link-ähnliches, Schwert schwingendes Kerlchen mit verschiedenen Attacken. Andere Gegner lassen euch Feuer spucken, Bomben werfen, eine Peitsche schwingen, zum Tornado werden, einen Bumerang werfen, Blätter verschießen oder in einen Igel verwandeln. Die Palette an „erlernbaren“ Fähigkeiten ist groß und nimmt von Level zu Level zu. Neue Kräfte werden dabei immer passend zum aktuellen Level und der momentanen Situation eingeführt.

Darüber hinaus gibt es besondere Super-Varianten diverser Fähigkeiten, mit denen ihr wirklich alles auf dem aktuellen Bildschirmausschnitt vernichten könnt. So holt Kirby dann mal eben eine gewaltige Klinge hervor, hüllt den Bildschirm in einen Feuersturm oder verwandelt sich in einen gewaltigen Schneeball, der alles auf seinem Weg umhaut. Diese Super-Fähigkeiten dürft ihr zwar so häufig benutzen, wie ihr wollt, allerdings ist ihr Einsatz zeitlich begrenzt – sonst wäre das Ganze schließlich ziemlich unbalanced. Abgerundet wird das Gehüpfe, Gelaufe und Gesauge durch kleine Rätsel, an deren Ende Sphären auf euch warten, sowie weitere Risse im Raum, die kleine Mini-Unterlevel offenbaren. Nebenbei wollen natürlich auch viele Sternchen gesammelt werden, denn alle 100 Sterne gibt es einen Level-Up. Sollte euer Kirby mal etwas angeschlagen sein, kann er zudem diverse Nahrungsstücke – etwa Kuchen oder Früchte – aufsammeln und so seine Energie wieder füllen.

Vier-Spieler-Spaß

Das alles gilt aber nicht nur für ein privates Abenteuer, auch in der Gesellschaft von Freunden spielt sich Kirby’s Adventure Wii genauso, wie eben beschrieben. Die anderen Spieler übernehmen dabei Kirby’s Freunde oder andersfarbige Versionen des kleinen Kerlchens und hüpfen mit ihm gemeinsam durch die Spielwelt. Interessant ist dabei, dass die Leben geteilt werden – stirbt also ein Spieler, verliert das gesamte Team ein Leben. Außerdem ist nur der Kirby-Charakter in der Lage, Gegner aufzusaugen und zu kopieren, die anderen Figuren haben aber natürlich andere Möglichkeiten, sich zu verteidigen, Meta Knight haut beispielsweise mit seinem Schwert zu. Kleine Koop-Spielereien wie das Tragen von Freunden oder gegenseitige Füttern, um die Lebensenergie aufzufüllen, sind natürlich auch mit dabei. Es ist sogar möglich, alle seine Freunde aufzusaugen und diese dann im Anschluss zu verschießen – sehr spaßig!



Optisch kann Kirby’s Adventure Wii zwar nicht ganz mit der Brillanz von Kirby und das magische Garn mithalten, aber trotzdem weiß der neuste Teil absolut zu gefallen. Kunterbunte Welten mit vielen Details und kleinen versteckten Extras, knuddelige Animationen und nette Effekte – hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Untermalt wird das Ganze noch von schöner Musik, die an alte Zeiten erinnern lässt.

John-Henry Drabeck

... ist freier Redakteur bei Spieletester.com seit 2013. Zuvor übernahm er die Leitung des Portals. Seine Lieblingsgenre sind Fantasy-Rollenspiele (The Elder Scrolls/The Witcher) und Action-Adventures (The Last of Us).
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