In der letzten Woche gab es einen ausführlichen Bericht über die Spielebibliothek von Utomik. Einerseits konnte ich positiv darüber berichten, jedoch ist zum Ende hin klar geworden, dass im Vergleich zu Nvidia Geforce Now noch ein ganzes Stück Arbeit ist. Auch wenn Utomik kein Streamingdienst ist und mit der hohen Anzahl an Nostalgie Games bei vielen Fans punkten wird. Nvidia Geforce Now sieht sich definitiv auf einer anderen Wellenlänge und will mit einer größeren Spielauswahl, sehr geringen Ladezeiten und High End Hardware überzeugen. Von diesen Standpunkten könnte es eigentlich nicht sein, dass Utomik im direkten Vergleich eine Chance hat. Dennoch stellt sich die Frage, ob wir in diesem Fall nicht zu voreilig sind und Nvidia Geforce Now doch nicht das gelobte Land ist. Im Nachfolgenden werde ich euch Nvidia Geforce Now näher präsentieren und euch meine Erfahrungen diesbezüglich berichten.

Nvidia Geforce Now – Voraussetzungen

Nvidia Shield Nvidia Geforce NowDamit ihr den Dienst Geforce Now nutzen könnt, benötigt entweder das Shield Gerät bzw. Shield Tablet und einen Shield-Controller bzw. Gamepad. Die Kosten für ein Shield-Gerät inklusive Shield-Controller belaufen sich in der günstigsten Variante auf rund 230€, wobei nur 16 Gigabyte als Festplattenspeicher zur Verfügung stehen. Die 500 Gigabyte Version des Shield-Geräts kostet 300€. Neben diesen Kosten fällt eine monatliche Gebühr von 9,99€ an. Besonders wichtig für eine optimale Nutzung von Geforce Now ist eine schnelle Internetverbindung. In den Systemanforderungen empfiehlt Nvidia einen Router mit 5 GHz.

Meine Empfehlung ist, dass ihr das Shield Gerät mit LAN verwendet. Ansonsten ist eventuell keine stabile Verbindung im gesamten Spielverlauf gewährleistet. Die oberste Priorität ist, wie ihr schon sicherlich bemerkt habt, die Bandbreitengeschwindigkeit. Erforderlich für Geforce Now sind mindestens 10 Megabit/s. Wollt ihr also mit den maximalsten Grafikeinstellungen spielen, solltet ihr darauf achten, einen guten DSL-Anbieter zu finden, welcher euch 50 Megabit/s oder mehr zur Verfügung stellen kann. Wenn ihr sichergehen wollt, ob eure Internetgeschwindigkeit ausreicht, stellt euch Nvidia ein Netzwerktest zur Verfügung. Diesen findet ihr unter Geforce Now auf der offiziellen Seite.

Nvidia Geforce Now – Großes Paket mit allem Drum und dran

Entscheidet man sich für die Mitgliedschaft, hat man Zugang zu vielen kostenlos spielbaren Spielen. Dazu gehört etwa Tomb Raider Definitive Edition. Weitere kostenlose Highlights sind: Hitman Absolution und die Batman Arkham-Reihe. Wem das nicht ausreicht, kann auch viele Spiele kostenpflichtig mit dem Account verknüpfen. Zu diesen zählen Homefront: The Revolution, The Witcher 3 und No Man`s Sky. Dieser Fall ist meines Erachtens zu kritisieren. Damit Menschen ohne Gaming PC sich von Geforce Now angesprochen fühlen, müssen vor allem mehr aktuellere Spiele zur Auswahl stehen. Mit nur drei hochkarätigen Titeln ist es schwierig zu überzeugen. In diesem Fall besteht auf jeden Fall Verbesserungsbedarf seitens Nvidia. Der Vorteil hingegen ist, dass man bei bestimmten gekauften Spielen im Geforce Now Shop eventuell auch auf dem eigenen PC spielen kann.

Nvidia Geforce NowWeiterhin positiv finde ich, dass durch die Anwendung von Geforce Experience es möglich ist, auf dem eigenen Computer installierte Spiele, als Bibliothek in Nvidia Shield einzubinden. Wir greifen also mithilfe von Nvidia Shield auf unsere Spiele zu und können diese dann auf unserem TV genießen. Die meisten Einstellungen werden automatisch übernommen, wodurch wir direkt mit unserem Shield-Controller losstarten können. Knackpunkt hierbei ist die Systemanforderung, wodurch wir wieder beim Thema Aufrüstung der PC-Hardware sind. In Zukunft soll es auch möglich seine gekauften Spiele von Diensten wie zum Beispiel Uplay zu spielen.

Smartphone-Besitzer wird es freuen, dass wir durch Nvidia Shield auch Zugriff auf den Google Play Store haben. Mit anderen Worten ihr habt die Wahl Android Games auf euren Fernseher zu spielen. Leider kostenpflichtig, dennoch aber nennenswert ist zum Beispiel Grand Theft Auto: Liberty City Stories. Natürlich sind auch die typischen Streamingdienste wie Netflix, Amazon Instant Video und YouTube vorhanden.

Nvidia Geforce Now – High-End-PC und 4K HDR-Streaming

Wie schon erwähnt, brilliert Geforce Now mit einem Zugang zum Cloud Server, wodurch das Aufrüsten mit neuen Grafikkarten, CPU-Prozessoren und Arbeitsspeicher entfällt. Mithilfe von Nvidia Shield, so heißt das Gerät, welcher uns unter anderem den Zugang zu dem Nvidia Server zur Verfügung stellt, sind wir in der Lage viele Spiele mit maximalen Grafikeinstellungen zu spielen. Durch das Cloud Gaming gehören auch die Wartezeiten der Vergangenheit an, da Installationen von Treibern, Updates und dem Spiel selbst nicht vorhanden sind.

Nvidia GeForce NOWMit nur einem Klick starten Tomb Raider Definitive Edition oder Sleeping Dogs. Obwohl ich Geforce Now an einem TV erleben durfte, hatte ich nie den Eindruck, dass ich an einer Konsole sitze. Dieser Eindruck stellte sich heraus, als ich unter die Grafik,- Audio- und Spieleinstellungen selber Hand anlegen durfte. Natürlich habe ich die Gelegenheit ergriffen und die Grafikeinstellungen auf Maximal gestellt. Erstaunlich dachte ich mir, als ich bei 1080p und den höchsten Grafikeinstellungen keine FPS-Einbrüche feststellen konnte. Natürlich spielte unsere flotte Internetverbindung im Büro von 200 Mbit/s dahingehend eine entscheidende Rolle.

Für die Besitzer eines 4K Fernsehers gibt es eine tolle Neuigkeit, da Nvidia Shield seinen Fokus auch auf 4K-Streaming setzt. Um noch das i-Tüpfelchen draufzusetzen integriert Nvidia die HDR Funktion mit ein. Natürlich sind auch 4K Videos von eurem USB-Speicher abspielbar. Hierzu noch ein Lob an Nvidia für den integrierten Media Player, der in der Lage war, ein sorgenfreies Bild auf dem TV Bildschirm zu bringen.

Angekündigte Spiele für Geforce Now sind unter anderem Rise of the Tomb Raider. Ich hoffe, dass noch einige Spiele dieses Kalibers folgen.


Abschließende Worte:

Meiner Meinung nach ist Geforce Now nicht in der Lage, den klassischen Gaming PC in den Schatten zu stellen. Hierbei liegt das Problem nicht an den Hardwarespezifikationen, da Nvidia Shield mit dem Tegra X1-Prozessor und Grafikkarten des Kalibers GTX 1080 eine ausreichende Leistung bereitstellt. Vielmehr enttäuschte mich persönlich die Auswahl der Spiele. Zwar sind ein paar Highlights kostenlos verfügbar, dennoch fehlen mir grafisch anspruchsvollere Spiele, welche auch es Wert sind auf eine GTX 1080 über die Cloud zuzugreifen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass angesagte Spiele, wie zum Beispiel The Witcher 3 und Mad Max viel zu hohe Kosten verursachen.

Wenn es nach mir ginge, sollte in Zukunft auf Geräte wie Nvidia Shield gesetzt werden. Dadurch können lästige Treiberprobleme, Aufrüstung von Hardware überflüssig gemacht werden. Damit auch jeder Nvidia Shield problemlos nutzen kann, sollten noch einige Glasfasern in Deutschland ihren Platz finden. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb Unternehmen wie Nvidia ihren Fokus nicht vollkommen auf Geforce Now setzen. Netflix ist momentan drauf und dran, das Medium TV irrelevant werden zu lassen. Und mit Nvidia GeForce Now besteht die Möglichkeit, dass der klassische Gaming PC früher oder später ebenfalls aus den Wohnzimmern verschwindet. Es fehlt nur noch das gewisse Etwas.

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