Warhammer 40.000: Dawn of War III

Warhammer 40.000: Dawn of War III (PC) Vorschau #2

  • Adam Smieja
  • 06/03/2017
  • 0

Während eines Events in London hatte ich die Gelegenheit, den Mehrspieler-Modus von Warhammer 40.000: Dawn of War III erstmals auszuprobieren. In spannenden 2vs2-Gefechten konnte ich neben den Space Marines auch die Orks und Eldar anzocken. Wie sich das Trio so macht, welche Ideen Entwickler Relic hatte und wie viel Spaß das Ganze bereits macht, lest ihr in den nachfolgenden Zeilen!

Zuletzt konnte ich Warhammer 40.000: Dawn of War III auf der gamescom 2016 spielen. Wenn ihr meine Vorschau zum Singleplayer-Modus noch nicht gesehen habt, solltet ihr dies nachholen. Seitdem ist es aber auch verdächtig still geworden um den Strategie-Epos. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Informationen zur Storyline des Spiels. Sicher ist, das verriet mir Cari Mastretta (Game Designerin), dass alle drei Fraktionen im Rahmen der Kampagne eine wichtige Rolle spielen. Tatsächlich gibt es ein übergreifendes Thema und wir erleben aus der Sicht des Trios, wie sie sich der Gefahr annehmen. Doch genug der Worte zum Solo-Modus, denn dieses Event stand ganz im Zeichen des Mehrspieler-Modus!

Warhammer 40.000: Dawn of War III

Warhammer 40.000: Dawn of War III – Escalation in 4 Phasen

Beim Mehrspieler-Modus setzen die Entwickler auf drei Formate: 1vs1, 2vs2 und natürlich auch 3vs3. Während meiner Gespräche mit Relic vor Ort stellte sich auch heraus, dass man sich eher auf das 2vs2 und 3vs3 konzentriere als auf 1vs1. Das hat auch einen guten Grund, denn das Gameplay von Warhammer 40.000: Dawn of War III ist so dermaßen eng miteinander verzahnt, dass der 1vs1-Modus sehr schnell sehr frustrierend werden könnte.

Warhammer 40.000: Dawn of War IIIUnd das ist nach dem Event auch meine große Sorge. Als Fan von Starcraft (II) stellte ich schnell fest: Wenn mich mein Gegner im 1vs1 mit seinem Build gleich zu Beginn auf dem falschen Fuß erwischt, ist das Spiel verloren. Finito, es gibt kein Comeback. Das wird allen voran durch die drei Doktrinen beeinflusst, die vor einer Partie zur Wahl stehen. Jene Doktrinen verändern Mechaniken einiger Einheiten, sodass es eine ganze Menge an Details zu lernen gilt. Die Eldar beispielsweise erhalten zusätzliche Schilde. Macha, eine der Elite-Soldatinnen, stirbt nicht sofort, sondern bekommt einen letzten, finalen Schild. Umso mehr störte es mich, dass die Gegner im Ladescreen sehen konnten, welche Doktrinen und vor allem welche Elite-Helden ich gewählt habe. Hier fehlt es mir am Überraschungsmoment, denn so entstehen frühzeitig Situationen, aus denen man in der Opferrolle nicht mehr rauskommt.

Eine Mehrspieler-Partie im Power-Core-Modus von Warhammer 40.000: Dawn of War III ist aufgeteilt in 4 Phasen (5 für Orks). Der wesentliche Unterschied zwischen jenen Phasen ist, dass sich das Gameplay merklich ändert, je weiter ihr fortschreitet. Zu Beginn bekommt ihr noch eine große Menge an Ressourcen zurück, wenn eine Einheit stirbt. In Phase IV hingegen beläuft sich die Rückerstattung auf 0 Prozent. Stattdessen aber flutet euch das Spiel zunehmend mit mehr Ressourcen – sowohl Energie, Strom und Elite-Points, die für die wichtigen Elite-Einheiten und Superwaffen nötig sind.

Warhammer 40.000: Dawn of War III – Schere, WAAAGH, Papier

Warhammer 40.000: Dawn of War IIIAbgesehen von der Kritik am Spiel, die ich natürlich direkt weitergeleitet hatte, war ich restlos begeistert. Die Balance im 2vs2 macht einen fabelhaften Eindruck. Der gespielte Power-Core-Modus sieht vor, dass in einer Partie zuerst die Schildgeneratoren, dann die Geschütztürme und schlussendlich die Kerne selbst zerstört werden. Die wichtigen Ressourcen für den Bau neuer Gebäude und Einheiten gibt es an strategisch guten sowie riskanten Örtlichkeiten. Und ja, der Basenbau nimmt eine wichtige Rolle im Spiel ein. Dabei gilt es zunächst einige Baueinheiten aufs Feld zu holen, die Baracken, Upgrade-Stationen und mehr aufs Feld bringen. In diesem Sinne spielt sich Warhammer 40.000: Dawn of War III ein bisschen wie Starcraft II, Command & Conquer und Co – das alte Schema der RTS funktioniert auch hier wunderbar.

Während es zu Beginn noch recht gemächlich zugehen mag, so entpuppt sich sehr schnell, wie extrem viel Mikromanagement im Spiel steckt. Sehr viele Einheiten verfügen über eigene Fähigkeiten. Sniper können, mit der richtigen Doktrin, einen Fokus setzen auf eine feindliche Einheit, um sie so zu verlangsamen. Die Elite-Einheiten, auf die ich im nächsten Kapitel zu sprechen komme, haben einen maßgeblichen Einfluss auf das Spielgeschehen und verfügen über gleich drei Fähigkeiten plus eine eigene Doktrin.

Der ganze Spaß geht auch schlussendlich so weit, dass selbst die kleinen Einheitensquads durchaus bedeutend sein können. Die Auseinandersetzungen mit feindlichen Trupps werden vielmehr durch den Skill des Spielers entschieden als durch simples Schere-Stein-Papier. Natürlich gibt es sehr effektive Einheiten gegen andere. Doch mit ausreichend Feingefühl und einem Gespür für die Fähigkeiten lässt sich ein Nachteil auch gerne mal kaschieren. Umso gefährlicher sind die Konter-Einheiten natürlich dann in den richtigen Händen.

Warhammer 40.000: Dawn of War III

Warhammer 40.000: Dawn of War III – Spiel(mit)entscheidende Eliten

Wenn ihr euch vor einer Partie für drei aus gegenwärtig sechs Elite-Einheiten entscheiden müsst, gilt es nicht nur zu überlegen, welche Doktrinen mit deren am besten zusammenspielen, sondern auch herauszufinden, welchen Spielplan ihr verfolgt. Wenn ihr nämlich darauf bedacht seid, die Partie innerhalb der ersten drei Phasen zu beenden, dann bringen die teuren Super-Elite-Einheiten natürlich nichts. Diese kosten nämlich zumeist zweistellige Elite-Points, die nur langsam akkumuliert werden. Jene Punkte gibt es an den Ressourcen-Vorkommen, die an umkämpften Punkten sitzen – und natürlich auch über Zeit.

Warhammer 40.000: Dawn of War IIINatürlich steht es euch auch frei, die Elite-Punkte nicht für die „Early Elite“-Einheiten zu verwenden, doch dann müsst ihr eben aus der Defensive heraus gewinnen und so lange durchhalten, bis die Super-Einheit auf dem Feld steht. Dann aber wird es für den Feind brandgefährlich. Diese teuren Einheiten sind nämlich verdammt stark und schwierig zu kontern. Zumindest durch normale Einheiten.

Meine Favoritin ist Macha. Ihre Fähigkeiten basieren auf ihrem Speer, den sie auf mittlere Distanz werfen kann. Ihre zweite und dritte Fähigkeit interagieren daraufhin sehr unterschiedlich. Befindet sich ihr Speer beispielsweise nicht in ihrer Hand, findet die Schockwelle des zweiten Skills am Ort des Speeres statt. Ihre dritte Fähigkeit ist richtig fies! Damit erschafft sie nämlich ein Stasis-Feld zwischen ihr und dem Speer. Damit lassen sich feindliche Truppen einfangen oder ihr Fluchtweg abschneiden, denn alles innerhalb der Stase ist unbeweglich. Ist ihr Speer bei ihr selbst, funktionieren Fähigkeit 2 und 3 in ihrem Umkreis. Alle Elite-Einheiten verfügen über coole Fähigkeiten, die einen sehr großen Einfluss auf den Spiel- und Kampfverlauf nehmen. Umso bitterer ist es, diese Einheiten zu verlieren, da deren Cooldown mit jeder Beschwörung ansteigt. Eine Wraithguard (Super-Elite-Einheit der Eldar) im Lategame zu verlieren, kann den Spielverlust bedeuten.

Warhammer 40.000: Dawn of War III – Sehr unterschiedliche Spielstile

Zum Schluss des Artikels möchte ich noch über die drei Rassen an sich sprechen. Nicht nur ihre Einheiten sind sehr unterschiedlich, sondern auch deren Spielstile. Alle haben gemein, dass sie eine Basis errichten. Die Orks hingegen bekommen für manche Einheiten eine vierte Ressource – Scrap (Altmetall, wenn man es frei übersetzt). Damit könnt ihr sie verbessern und so mächtiger machen. Wenn ihr mit dem Warhammer-Franchise nicht ganz so bewandert seid: Die Orks spielen sich ein wenig wie die Zerg. Sie sind groß in der Zahl, aber eher schmächtig in ihrer DPS. Die Space Marines hingegen haben es gerade zu Beginn sehr schwer, denn ihre Standard-Truppen sind teuer.

Warhammer 40.000: Dawn of War IIIDie Eldar dagegen sind sehr gute Allrounder und funktionieren – mit den richtigen Doktrinen versteht sich – bestens als „Harass“-Fraktion. In meiner ersten Partie habe ich meine Protoss-Kenntnisse aus Starcraft II angewendet und mit meinen agilen Eldar-Einheiten den Gegnern so richtig eingeheizt. Als ich dann Macha und Ronahn wirklich verstanden hatte, war das erste Spiel für die Gegner sofort gelaufen. Wie gesagt: Richtig angewendet sind die Elite-Helden so stark, dass sie unkaputtbar sind.

Übrigens: Nach einer Partie leveln die Elite-Helden auf. In der gespielten Demo gab es zehn Level, wobei ihr beim Aufstieg neue, kosmetische Eigenheiten freischaltet. Dazu zählen Skins, Farben und mehr. Auch Doktrinen ließen sich noch verbessern. Die Entwickler versprachen aber im Interview, dass es keinerlei Mikrotransaktionen geben werde. Skulls, die Ingame-Währung, lässt sich nur durch Gameplay erlangen.


Ersteindruck:

Mein Hunger nach exzellenter Echtzeitstrategie wurde auf der gamescom 2016 keineswegs gestillt. Die Mission, die ich damals zocken konnte, war stark, aber zu wenig! Jetzt hatte ich zwei Stunden Zeit für den Mehrspieler-Modus und flog mit einem noch größeren Hunger nach mehr nach Hause. Warhammer 40.000: Dawn of War III verspricht ein Echtzeitstrategie-Epos der Extraklasse zu werden, bei dem nicht nur Solisten im Rahmen der Kampagne, sondern auch Mehrspieler-Freunde ihren Spaß haben dürften. Allen voran die Abwechslung im Mehrspieler-Modus wird das Schicksal des Spiels entscheiden, doch gerade hier mache ich mir die wenigsten Sorgen.

Der Vorgänger wird auch heute noch von zahlreichen Spielern gezockt, obwohl er fünf (das letzte Addon) bzw. 10 (die letzte Veröffentlichung eines nummerierten Spiels) Jahre alt ist. Wenn die Entwickler also nach Release am Ball bleiben – und das werden sie, wie man mir fest versprach – dann steht den Fans ein weiteres Mal ein brachiales, fettes und spannendes Echtzeit-Strategiespiel ins Haus. Der 27. April 2017 kann nicht früh genug kommen. Und vielleicht gibt es ja schon bald eine Beta. Winky face.

Adam Smieja

... ist Chefredakteur bei Spieletester.com und seit der Gründung 2003 mit dabei. Am liebsten spielt er Strategiespiele wie StarCraft II oder Rollenspiele.

Warhammer 40.000: Dawn of War III (Adam Smieja)

Warhammer 40.000: Dawn of War III verspricht ein Echtzeitstrategie-Epos der Extraklasse zu werden, bei dem nicht nur Solisten im Rahmen der Kampagne, sondern auch Mehrspieler-Freunde ihren Spaß haben dürften.
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