Prey

Prey (PC) Vorschau

  • Adam Smieja
  • 15/02/2017
  • 0

Während eines Events in Frankfurt habe ich die ersten zwei Stunden von Prey gespielt! Wie startet das Reboot der Franchise? Was zum Geier geht auf der Talos-1 nur vor sich? Und wie viele coole Waffen gibt es schon in den ersten rund 120 Minuten abzustauben? Das und ein wenig mehr erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen!

Was wäre, wenn John F. Kennedy das Attentat überlebt hätte? Genau diesem Szenario geht Prey nach. Wenn der amerikanische Präsident noch am Leben wäre, hätte er wohlmöglich nachhaltig die Welt verändert. In Prey bedeutet dies: Der Raumfahrt kam mehr Bedeutung zu. Die Russen und Amerikaner kooperierten gemeinsam, um die Alienrasse „Typhon“ zu bekämpfen. Dabei gelang es einer Reihe von Forschern, diese schwarzen Wesen zu fangen und deren Fähigkeiten zu extrahieren.

Prey

Und wenn euch die Kardaschow-Skala gerade nicht geläufig ist: Sie beschreibt die Effizienz der Menschheit, die verfügbare Energie zu nutzen. Gemessen in drei Stufen, bildet die erste in ungefähr den unseren Stand (wobei wir gegenwärtig noch als Typ 0 bezeichnet werden). Stufe 3 bedeutet so viel wie: Die Menschheit kann die Energie von ganzen Galaxien verwenden. In Prey dagegen dürfte sich die Menschheit irgendwo zwischen Stufe 1 und 2 befinden. Warum? Weil die Galaxis weit mehr erforscht ist und die Menschen ihre Fähigkeiten durch Psi-Kräfte merklich verbessern können.

Prey – Ich bin nicht paranoid!

In der Haut von Morgan Yu – weiblich oder männlich, es liegt ganz bei euch – erwacht ihr täglich auf der Talos-1. Dabei handelt es sich um eine riesige Forschungsstation, auf der Forscher Versuche mit Alien-Technologien an sich selbst machen. An dieser Stelle ein kleiner Hinweis: Spielerisch oder erzählerisch gibt es keinerlei Unterschiede zwischen Mann und Frau. Die NPCs sprechen euch lediglich mit Mr. oder Ms. Yu an. Das Problem bei jenen Versuchen mit Neuromodifikationen ist: Die Erinnerungen gehen zum Teil verloren.

PreyWährend eines Routine-Tests, bei dem Morgan offenbar total versagt, bricht die Hölle aus. Ein sogenannter Mimic greift den Leiter des Experiments an. Narkose-Gas strömt aus allen Kanälen. Blackout. Am nächsten Morgen kann sich Yu nicht mehr ganz an die Ereignisse erinnern. Auf seinem/ihrem PC heißt es in gleich mehreren Mails „VERSCHWINDE VON HIER“. Deutlicher als das wird es nicht. Doch wo ist der Ausgang? Warum ist die ansonsten offene Tür plötzlich zu? Ist … ist das versprochene Paradies etwa eine Lüge? So langsam beginnt die Illusion zu bröckeln. Yu erfährt mehr und mehr über die Raumstation, die Forschung, die Menschen dort und mehr.

Zu Beginn nur mit einer Rohrzange ausgestattet, gilt es sich der Mimic zu erwehren. Diese Biester können sich in alle möglichen Objekte verwandeln. Schon nach der ersten bitterbösen Überraschung fühlte ich mich beobachtet. Binnen weniger Minuten entwickelte sich eine gewisse Paranoia in meinem Unterbewusstsein, wodurch ich wahllos auf irgendwelche Möbel oder Objekte einschlug. Das Ziel: Mimic vorzeitig erkennen und ausschalten. Spannend: Später im Spiel ist es übrigens möglich, sich diese Fähigkeit anzueignen. Das war aber im gespielten Build noch nicht zu erreichen. Es wird aber spannend zu sehen sein, welche Umgebungsrätsel die Entwickler damit verbinden!

Prey – Cleveres Level-Design trifft exzellentes Gameplay

Gespielt habe ich die erste Story-Mission, die es mir befahl, nicht nur aus der Forschungsanlage zu entkommen, sondern auch mein echtes Büro aufzusuchen. Wenn ich das schnell angehen will, dauert der Prozess ungefähr 20 Minuten, maximal 30. Da ich auf dem Event aber insgesamt drei Stunden Zeit hatte, nahm ich mir diese auch. Dabei stieß ich auf zahlreiche E-Mails auf den Computern der Raumstation, die mir allerhand Hintergrundinformationen gaben. Zudem fand ich viele coole Waffen (eine Schaustoff-Armbrust, eine schallgedämpfte Pistole oder eine Elektro-Pistole nebst Shotgun), die mal nützlich, mal nur zum Spaß da sind.

PreyDas Highlight aber ist die Gloo-Gun, mit der sich Feinde an Ort und Stelle festmachen lassen. Damit aber nicht genug, denn Feuer lassen sich löschen. Zudem könnt ihr die Örtlichkeiten clever modifizieren. Wenn also kein Weg an eine höhere Location führt: Macht euch selbst eine Leiter! Ihr könnt nämlich am Stoff hochklettern und darauf stehen. Wenn die Entwickler diese Umgebungsrätsel und alternativen Wege durch das Spiel ziehen: Grandios! Auch die Mimic-Fähigkeit später spielt dem Gameplay und seinen Möglichkeiten natürlich voll in die Hand.

Außerdem könnt ihr mithilfe der Neuromods viele neue Fähigkeiten erlernen. Werdet zum Hacker und knackt Passwörter mithilfe eines kleinen Minispiels oder lernt, schwere Objekte zu heben. Zudem könnt ihr Mutter Natur helfen und unnötige Objekte recyclen. Auf den dafür vorgesehenen Stationen erschafft ihr aus Altmetallen und Müll wertvolle Ressourcen, die ihr zu Medikits, Munition und mehr wiederverwerten könnt. Das Crafting-System wirkt ungemein clever und birgt sehr viel Potenzial. Denn Munition ist spärlich verteilt!

Prey – Im All hört dich niemand schreien

Daneben bietet Prey auch noch weitere coole Dinge an. Neben den Neuromods findet ihr auch einige Chipsätze, die den Anzug von Yu verbessern. Über die Neumods könnt ihr nicht nur mehr Chip-Plätze, sondern auch Inventar bekommen. Und ja: Inventar-Management gehört zu den vielen Dingen, die ihr im Spiel beherrschen solltet. Beim Suit lassen sich sehr unterschiedliche Dinge optimieren: Von Resistenzen gegenüber EMP-Granaten bis hin zu mehr Verteidigung. Leider habe ich nur eine Optimierung gefunden, doch im Verlauf des Spiels lassen sich eine ganze Menge finden.

Und wo ich schon EMP-Granaten erwähne. Neben den coolen Waffen gibt es auch einige Gadgets. Mithilfe eine Granate, die alle Objekte in ihrer Umgebung aufsaugt und als nützliche Rohstoffe ausspuckt. Der Effekt sieht nicht nur genial aus, das Teil ist auch wunderbar dazu gedacht, Mimic in Scharen zu erledigen.

Prey

Grafisch macht Prey einen fabelhaften Eindruck. Vor allem die Phantom sehen unglaublich cool aus, wenngleich die Gegner-KI im gespielten Build nicht ganz so smart war. Ich denke aber, das lässt sich bis zum Release am 05. Mai noch fixen. Zudem hat mir das Radialmenü nicht ganz so gut gefallen, weil es mich aus der Action riss, denn Heilung scheint nur darüber möglich zu sein. Warum ich nicht einfach im Spiel selbst „E“ drücken kann, ist mir noch schleierhaft. Aber ich habe dem anwesenden Entwickler bereits gesagt, dass diese Erfahrung zu disruptiv ist. Akustisch dagegen ist Prey ein waschechtes Brett. Der Soundtrack ist genial und die Umgebungsmusik ungemein atmosphärisch.


Ersteindruck:

Bin ich traurig darüber, dass Prey nicht mehr das Spiel ist, was es einmal war? Ja, denn ich liebte das Original. Doch gleichzeitig bin mit der Vision und der Umsetzung von den Arkane Studios (Dishonored) extrem glücklich. Alles in Prey greift irgendwie ineinander, alles wirkt wie aus einem Guss. Das Gefühl zu haben, ständig beobachtet zu werden, ist beklemmend. Dabei versucht das Spiel in erster Linie, „nur“ ein Thriller zu sein. Doch die Horror-Elemente sind gut platziert und setzen starke Akzente in einem ohnehin spannenden Spiel.

Und ich will auch erwähnen, dass ich gerade einmal an der Oberfläche gekratzt habe! Prey ist so viel mehr als das, was ich in den zwei Stunden gezockt habe. Schließlich erreichte ich nicht den Punkt, an dem ich mich selbst in Objekte verwandeln kann. Und spätestens dann greifen die in dem Build angedeuteten Umgebungsrätsel so richtig. Leitern zu bauen mit der Gloo Gun ist nämlich erst der Anfang.

Prey ist erfrischend anders, unberechenbar und könnte sich schnell zum besten Shooter 2017 mausern. Die Arkane Studios haben sich selbst übertroffen!

Adam Smieja

... ist Chefredakteur bei Spieletester.com und seit der Gründung 2003 mit dabei. Am liebsten spielt er Strategiespiele wie StarCraft II oder Rollenspiele.

Prey (Adam Smieja)

Prey ist erfrischend anders, unberechenbar und könnte sich schnell zum besten Shooter 2017 mausern. Die Arkane Studios haben sich selbst übertroffen!
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