Nachdem wir uns Ghost Recon Wildlands bereits vor kurzem auf einem Presseevent in Berlin anschauen durften, hatten wir nun am vergangenen Wochenende noch einmal im Rahmen der Closed Beta die Gelegenheit, zusammen mit zahlreichen anderen Spielern die offene Spielwelt des heißerwarteten Taktikshooters auf den Kopf zu stellen. Was wir dabei im korrupten Bolivien alles erlebt haben, erfahr ihr in den kommenden Zeilen!

Ghost Recon Wildlands – Realitätsnähe statt Zukunftsmusik

Während wir in den Vorgängerspielen der Ghost Recon-Reihe (Future Soldier und Phantoms) einen Ausblick auf die Zukunft der Kriegsführung erhalten haben, geht es in Ghost Recon Wildlands wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Als Teil der Sondereinheit „Ghosts“ dürfen wir im neuesten Ableger in das tropische Bolivien reisen, das mehr oder weniger komplett vom paramilitärischen Drogenkartell Santa Blanca regiert wird. Nach einem Bombenanschlag auf die amerikanische Botschaft sowie die Entführung und Folter eines DEA-Agenten (DEA ist die amerikanische Drogenvollzugsbehörde) ist es eure Aufgabe, das weit gespannte Netz der Santa Blanca Stück für Stück zu zerstören, bis ihr schlussendlich den Boss der Bande im Visier habt. Bis dahin gibt es jedoch erstmal zahlreiche Handlanger zu erledigen, die innerhalb des Kartels verschiedene Schlüsselpositionen einnehmen.

Ghost Recon Wildlands

In der Closed Beta, die den Beginn des Spiels darstellt und eine der insgesamt 21 Regionen von Bolivien als Spielraum bietet, machen wir uns daher auf die Jagd nach La Yuri und El Polito, ein Doktor/Krankenschwester-Pärchen, das ihre medizinische Ausbildung in den Dienste des Santa Blanca Kartells gestellt hat und nicht nur weiß, wie man Menschen wieder zusammenflickt, sondern auch, wie man ihnen bei vollem Bewusstsein möglichst lange möglichst viele Schmerzen zufügt. Um jedoch den Aufenthaltsort des Folter-Duos herauszufinden, gilt es zahlreiche kleine Fische zu verhören und Informationen in verschiedenen Lagern des Kartells zu sammeln – wenn dabei der eine oder andere Schusswechsel stattfindet, dann kommt das dem Ghost Team nur recht.

Ghost Recon Wildlands – Allein mit KI oder zusammen mit Freunden

Die gesamte Kampagne von Ghost Recon Wildlands können wir entweder alleine und dann als Anführer von drei weiteren Ghosts absolvieren, oder wir laden ein paar Freunde ins Spiel und gehen gemeinsam auf Dealerjagd. Letzteres macht natürlich gleich viermal so viel Spaß, nicht zuletzt, weil man mit menschlichen Kollegen auch wesentlich besser planen und koordinierte Aktionen ausführen kann. Doch auch die KI-Kameraden sind nicht zu vernachlässigen. Während wir uns langsam an die Basis heranschleichen, lässt sich schön via Minimap beobachten, wie sich auch unsere Teammitglieder taktisch klug um den Feind herum positionieren. Via Drohne, die wir vor allem zum Markieren von Gegnern und Auskundschaften der Basis verwenden, können wir zudem Befehle geben. Ein besonders cooles Feature ist jedoch der Sync Shot, mit dem wir anfangs einen weiteren Gegner (später bis zu drei) markieren und per Knopfdruck parallel mehrere Feinde auf einmal ausschalten können. Im Koop mit Freunden gibt es dieses Feature übrigens auch und unterstützt bei der Koordination der synchronisierten Abschüsse.

Ghost Recon WildlandsDoch leider hat die KI häufig auch so ihre Macken. Nicht selten haben wir geflucht, wenn wir unter Feuerbeschuss mit dem Fluchtwagen abhauen wollten und sich unser letzter KI-Kollege noch in bisschen Zeit gelassen hat, um einzusteigen oder gar den Weg zur Tür zu finden. Auch im Kampf selbst kann hin und wieder nicht wirklich von Elitesoldaten gesprochen werden. Da rennen Feinde fröhlich um unsere Kameraden herum, während wir unter starkem Beschuss stehen. Auch aus diesem Grund ist Wildlands vor allem im Spiel mit Freunden zu empfehlen, während sich Solospieler auf ein paar Frustmomente gefasst machen müssen, wenn sie nicht komplett den einsamen Wolf spielen wollen.

Ghost Recon Wildlands – Open World mit Kinderkrankheiten und haufenweise Individualisierungsmöglichkeiten

Kennt ihr das? Ihr spielt ein Open World Game, habt zahlreiche Dinge auf der Karte – Missionen, Sammelgegenstände, Stützpunkte von Freunden und Feinden – und irgendwie fühlt sich die Spielwelt doch nur an wie ein Lückenfüller zwischen Punkt A und Punkt B? Genau so hat sich leider Bolivien in der Ghost Recon Wildlands Beta angefühlt. Die Spielweit ist wunderschön, keine Frage, und dank unterschiedlichen Topographien ergeben sich auch unterschiedliche Gameplay-Situationen. Mal dürfen wir im Dschungel herumschleichen, ein anderes Mal greifen wir den Feind von einer Bergspitze aus an. Hier hat die Open World ihre Stärken und wir können uns – zumindest im gewissen Rahmen – auf unterschiedliche Arten dem Feind annehmen.

Doch wenn wir dann die eine Basis auseinander genommen haben und zur nächsten wollen, dann fühlt sich die Reise via Motorrad, Auto, Motorboot oder gar Helikopter leider wie ein Lückenfüller als die Chance auf Entdeckung an. Hier und da gibt es ein paar gegnerische Straßenkontrollen oder es fahren gegnerische Patrouillen durch die Gegend. Einen wirklichen Grund, uns mit diesen Kerlen auseinanderzusetzen, haben wir aber nicht, und eine Spielwelt zum Verlieben bietet Wildlands im Großen und Ganzen leider nicht im Geringsten. Und so rennen, fahren oder fliegen wir von Mission zu Mission, haben dank verschiedenen Infohäppchen auch sämtliche relevanten Orte für Skillboni oder Waffenteile auf unserer Karte und klappern einen Punkt nach dem anderen ab.

Apropos Waffenteile: Bevor wir uns überhaupt ins Spiel begebe, können wir– ähnlich wie zuletzt in The Division – unseren eigenen Agenten erstellen und diesen dank zahlreicher Optionen schön umfangreich individualisieren: Tattoos, Haarstile, Klamotten, Rucksäcke und sonstige Ausrüstungsgegenstände können nicht nur ausgewählt und freigeschaltet werden, sondern kommen auch in dutzenden Farbvariationen daher. Und genauso umfangreich wie die Gestaltung des eigenen Charakters ist dann auch die Modifizierung der Waffen. Visiere, Griffe, Läufe und vor allem auch komplett neue Waffen müssen Stück für Stück freigespielt werden und erlauben es uns, unser Arsenal unserem Spielstil anzupassen.

An Munitionskisten kann die Ausrüstung dabei jederzeit flexibel verändert werden. Zu guter Letzt wären dann noch die Skillpunkte, die wir nach genug Action immer wieder verteilen dürfen. So dürfen wir unsere eigene Truppe widerstandsfähiger machen oder Equipment wie die Drone oder den Granatwerfer freischalten und verbessern. Nachtsicht und längere Batterie für die Drohne? Kein Problem. Lieber etwas brachialer und Granaten sowie Minen freischalten? Schon erledigt. Vor allem im Zusammenspiel mit anderen Spielern ergeben sich hier schöne Synergien und jeder wird zu einem Spezialisten, etwa der Scharfschütze mit ruhiger Atmung, oder der Sprengstoffexperte, der den Eingang der Basis mit C4 in die Luft jagt.


Ersteindruck:

John-Henry Drabeck Ghost Recon WildlandsEines vorneweg: Was wir gespielt haben, war im Beta-Status und auch wenn Wildlands bereits am 7. März erscheinen soll, ist nicht klar, wie das finale Produkt aussehen wird. Unser Beta-Ausflug nach Bolivien war zuweilen spaßig, zuweilen aber auch enttäuschend. Warum gibt es zum Beispiel ein Stealth-System mit Schalldämpfern und Fokus auf gute/schlechte Sichtverhältnisse, wenn gegnerische Leichen nach wenigen Augenblicken verschwinden? Warum werden aufgehobene Waffen von Gegnern nicht automatisch in unserem Arsenal freigeschaltet? Viele Dinge wirken noch etwas unfertig, während das Gesamtspiel zumindest technisch und im Hinblick auf die noch weiterlaufende Store schon einen sehr soliden Eindruck macht.

Im letzten Moment noch vorbestellen? Eher nicht, sondern lieber kurz nach dem Launch schauen, wie das finale Produkt bei Fans und Presse ankommt.

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