Dragon Quest VIII

Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs

  • Dustin Gerstenberger-Zange
  • 10/01/2017
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Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs (3DS)

Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs (3DS)
9

Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs (3DS)

9/10

    Pros

    • Red und Morrie sind eine Bereicherung
    • Viele sinnige und gut implementierte Verbesserungen
    • Typischer quietsch bunter Dragon Quest Charme (muss man mögen)
    • Deutlich zugängiger als seine Vorgänger
    • Sympathische Charaktere mit nun noch mehr Hintergrund

    Cons

    • Haupthandlung etwas zu eintönig
    • Grafisch ein sichtbares Downgrade zum Original

    Man hat es eigentlich kaum glauben können, als Square Enix das Erscheinen von Dragon Quest VII und nun auch VIII für den westlichen Markt angekündigt hat. Doch nun schreiben wir das Jahr 2017 und der bisher wohl beliebteste Teil der Reihe findet seinen Weg auf Nintendos Handheld. Beliebt nicht nur deswegen, weil es damals auf der Playstation 2 der überhaupt erste Dragon Quest Teil in hiesigen Gefilden war. Sondern auch weil er sich für die Serie unüblich traute, eine etwas schnellere Marschroute einzunehmen und sich generell zugängiger präsentierte. Ob es die Vorzüge auch 11 Jahre nach Erscheinen auf der vorletzten Konsolengeneration nun ins handliche Format geschafft haben, erfahrt ihr in unserem Test zu Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs.

    Dragon Quest VIII – Rettet eure Hoheit

    Wir wollen an dieser Stelle schon eines vorweg nehmen. Im Gegensatz zum letztjährigen Remake von Dragon Quest VII, handelt es sich bei „Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs“ um ein Remaster. Dies bedeutet, dass der Großteil des Spiels dem entspricht was schon anno 2006 auf den Mattscheiben flimmerte. Erwartet also kein grafisches Upgrade wie beim Vorgänger. Freuen könnt ihr euch indessen auf erweiterte Inhalte, die es so nicht im PS2-Original gegeben hat. Dazu später aber mehr.

    Dragon Quest VIIIIn Sachen Handlung spielt Square Enix seine Karten abermals in der bereits gewohnten Reihenfolge aus. Anstatt sich eines unsagbar langen JRPG-Intros zu bedienen, steigt ihr mitsamt eurem stummen Helden direkt ins Abenteuer ein. Schon nach wenigen Minuten befindet ihr euch mit euren ungleichen Gefährten auf dem Weg gen Rettung eurer Majestät. Ungleich deswegen, weil ihr – eures Zeichens Wache das Schlosses – eure königliche Hoheit samt Prinzessin schon von Beginn an im Schlepptau habt. Ungleich auch deswegen, weil ihr der einzige „normale“ Kerl in dieser illustren Gesellschaft seid. König und Tochter sind kurz vor Beginn eurer Reise vom dunklen Magier Dhoulmagus verwunschen worden. Schmächlicherweise auch noch mit dem eigenen Zepter des Königshauses. Da ist es nur verständlich, dass sich die armen nun Frosch-König und Pferde-Prinzessin an die einzige Person wenden, die von dem Fluch komplett unberührt blieb. Und zwar euch.

    Dragon Quest VIII – Charmant seicht

    Ein für Dragon Quest typisch charmanter Einstieg, der getragen durch das Design von Akira Toriyama – besser bekannt als Erfinder von Dragon Ball – mit einem gewissen Ulk erzählt wird. Diese sympathische Darstellung zieht sich auch wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung, verspricht aber selten mehr Tiefgang, als das Intro selbst bereits zu offenbaren scheint. Erwartet also abermals kein Final Fantasy. Nichtsdestotrotz sind die Charaktere deutlich plastischer in ihrer Darstellungen, ihren Hintergründen und Motivationen, als es in den Vorgängern der Fall war. Wenn ihr auf eurem Weg auf Yangus, den brummig-netten Banditen, die leicht hochnäsige Jessica und den etwas zu steifen Ritter Angelo trefft, wagt sich zwar keiner eurer Mitstreiter allzu weit aus seiner Typen-Schablone hinaus, passt aber ansonsten so gut in das größtenteils fröhliche Ambiente, welches das gesamte Spiel ausmacht.

    Dragon Quest VIIIIhr werdet also schnell auf den Trichter kommen, dass es sich bei Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs um ein klassisches JRPG im sprichwörtlichen Sinn handelt. Doch das ist genau das was sich die Serie von Beginn an auf die Fahnen schreibt und in diesem Punkt liefert auch der achte Teil klassische Rollenspielkost auf einem sehr hohen Niveau. Dabei verliert man sich kaum in zu vielen Details. Ja, die Alchemie und das damit mögliche Kombinieren von Items ist auch in der 3DS-Version ein komplexes Unterfangen, welches speziell für das spätere Vorankommen unabdingbar ist. Doch ansonsten bleibt man selbst in der Charakterentwicklung und der klar vorgegebenen Rollenverteilung im Kampf geerdet. Ein wenig mehr Individualisierung wäre für das Remaster durchaus wünschenswert gewesen, ähnlich dem nachträglich eingeführten Zodiac-Job-System aus der internationalen Version von Final Fantasy XII.

    Lasst euch aber nicht von unseren Aussagen irreführen. Diese beziehen sich auf die Systeme des Spiels. Denn andererseits ist der achte Teil auch auf dem 3DS ein knüppelhartes RPG, welches euch zur Genüge auf die Probe stellt.

    Dragon Quest VIII – Die neuen Pfade

    Während ihr für die Haupthandlung von Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs immer noch über die Weltkarte von Stadt zu Stadt tingelt und dort die dunklen Machenschaften von Dhoulmagus aufdeckt bzw. behebt, gibt es abseits der großen Pfade einiges neues zu entdecken. Der größte Punkt dürften wohl die beiden komplett neuen Mitstreiter Red und Morrie sein. Spieler des PS2-Originals dürften diese beiden noch als reine NPCs mit ein paar netten Dialogzeilen kennen. Nun aber ist es euch vergönnt die Piratin Red und den als Leiter der Kampfarena bekannten Morrie an eurer Seite kämpfen zu lassen. Leider müsst ihr euch etwas gedulden, da beide erst im letzten Drittel des Spiels zu rekrutieren sind und speziell Morrie eine gehörige Portion Arbeit voraussetzt.

    Der Aufwand lohnt sich aber allemal. Nicht nur spielen sich beide Helden angenehm unterschiedlich, sie haben auch ihre eigenen Fähigkeiten und Talente. Speziell der Einfluss auf die Handlung ist eine angenehme Dreingabe, haben doch beide neue Sequenzen erhalten, die nicht nur ihnen selbst, sondern auch der Welt und eurer Stammgruppe mehr Hintergrund verleihen. Generell haben sich hier und dort neue Konversationen und Szenen ins Spiel geschlichen, um die Geschichte zu unterfüttern. Nichts weltbewegendes, aber für Kenner ein spürbarer Mehrwert. Damit sich der ganze Aufwand dann auch richtig lohnt, könnt ihr sogar Dank Red und Morrie neue Enden freispielen. So muss konsequentes Aufwerten eines Klassikers aussehen!

    Dragon Quest VIIIWo wir im vorherigen Abschnitt bereits von knüppelhart gesprochen haben. Wem die Herausforderungen nach dem Ende der Handlung im Original nicht schon hart genug waren, auf den warten nun zwei Extra-Dungeons. Ohne die besten Items und ein komplett ausgebautes Team seht ihr keine Sonne in diesen Verliesen. Da danken wir doch dem Entwicklerteam, dass sie mit dem Auto-Kampf und der Beschleunigen-Funktion während eines Gefechts das Training eurer Gruppe etwas einfacher gestaltet haben.

    Dragon Quest VIII – Von groß zu klein

    Auch wenn es mit neuen Kostümen und endlich auf der Weltkarte sichtbaren Gegnern mehr als brauchbare Verbesserungen ins Spiel geschafft haben, so dürfte die 3DS-Version mit der Präsentation  zu kämpfen haben. Im Direktvergleich hat das PS2-Original immer noch deutlich die Nase vorn. Glücklicherweise ist der bunte Anime-Stil von Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs seit jeher sehr genügsam, so dass das Textur- und Detail-Downgrade nicht sofort ins Auge fällt. Aber aufploppende Gegenstände bzw. grob gestaltete Umgebungen zeugen davon, dass unter der Haube des 3DS dann doch eine betagte Hardware werkelt. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, finden sich doch auch in der neuen Version nette Details wie der im Wind wehende Mantel eures Helden. Speziell die Charaktermodelle haben die „Verkleinerung“ am besten überstanden und können im neu hinzugefügten Foto-Modus noch immer glänzen.

    Apropos Foto-Modus, ihr dürft nun wann immer ihr wollt ein Foto eurer Gruppe oder der Umgebung schießen und speicher bzw. an Freunde verschicken. Wem das herzlich egal ist, der darf sich an dieser Stelle zumindest über eine Extra-Quest mit hilfreichen Items freuen, für die es gilt Charaktere oder Sehenswürdigkeiten in der Welt abzulichten.


    Fazit:

    Ich halte Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs immer noch für den wohl besten Teil der Reihe. Keine gähnend langen Pausen zwischen den handlungsrelevanten Abschnitten. Kein Stunden langes Farming, nur um die nächsten zehn Minuten Bosskampf zu überstehen. Selbst die Figuren haben endlich den nötigen Anstrich in Sachen Charakterentwicklung erhalten. Also auch keine Reise mit leblosen Marionetten mehr! Bereits das Original anno 2006 konnte mit genügend Mut für Neues und Feinschliff gegenüber seinen Vorgängern punkten, aber trotzdem aber nie seinen Ursprung als klassisches JRPG leugnen. Nun für Nintendos Handheld ist Teil acht nicht nur durch die Kampfhilfen zugängiger, sondern lässt mein Herz mit den neuen Charakteren und Szenarien endlich mal wieder etwas höher schlagen.

    Es braucht für mich kein neues grafisches Gerüst – zumal auch dieser Teil mit ein paar technischen Abstrichen für einen 3DS-Titel noch gut aussieht – sondern konsequent durchdachte und ausgeführte Verbesserungen. Red und Morrie sind eine Herausforderung in der Rekrutierung und bereichern mein alt eingesessenes Team nicht nur mit frischem Wind, sondern sorgen auch für mehr Handlung und zusätzlichen Enden. Dragn Quest VIII sprüht aus allen Poren die gute Laune aus, welche ein ebenso gut aufpoliertes Classic-RPG nur versprühen kann. Man darf nur nicht den Fehler machen und es entweder wegen der Zeichnungen von Akira Toriyama für einen Dragon Ball Titel halten oder weil es von Square Enix kommt, für ein Final Fantasy.

    Dustin Gerstenberger-Zange

    ... ist seit Februar 2011 freier Redakteur bei Spieletester.com. Er liebt Nintendo-Produkte und besitzt auch privat eine Wii U sowie einen 3DS. Vor allem Donkey Kong, Kirby und Co haben es ihm so richtig angetan.

    Dragon Quest VIII (Dustin Gerstenberger-Zange)

    Dragn Quest VIII sprüht aus allen Poren die gute Laune aus, welche ein ebenso gut aufpoliertes Classic-RPG nur versprühen kann. Man darf nur nicht den Fehler machen und es entweder wegen der Zeichnungen von Akira Toriyama für einen Dragon Ball Titel halten oder weil es von Square Enix kommt, für ein Final Fantasy.
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