WWE 12
In Würde alt werden
Das sollte eigentlich das Motto der Gesamtheit aller Sportspiele sein. Jahr um Jahr altern die Seriennamen wie FIFA, PES oder NBA 2K, also muss man sie auch ordentlich pflegen, damit sie für ihr Alter gebührend respektiert statt verachtet werden. Diese Idee hat man wohl auch bei THQ gehabt, als man die Entwickler damit beauftragte, mal wieder etwas frischen Wind in das WWE-Franchise zu bringen. Es fängt mit der Präsentation an: Wer schon einmal WWE gespielt hat, weiß wo die optischen Probleme der Reihe liegen: Die Figuren bewegen sich leicht Lego-artig und man hat das Gefühl sehr altbackene Animationen zu beobachten. WWE 12 ist hier ein paar Schritte weiter gegangen und hat deutlich flüssigere Animationen eingebaut. Immer noch kommt es zwar zu Clipping-Fehlern oder unsauberen Schlägen, aber im großen Ganzen ist das Spiel jetzt schon sehr nah an der wirklichen Wrestling-Erfahrung dran, vor allem durch die ganzen originalen Moves der lizenzierten Wrestler. Apropos Moves, ihr könnt im neusten Ableger der Serie wieder mehrere Finisher speichern und im Kampf abrufen.Am Kampfsystem hat sich sowieso grundlegend etwas geändert. Man hat die Wurf-Steuerung mit dem zweiten Analog-Stick, die vor einigen Jahren eingeführt wurde, wieder über Bord geworfen und ist wieder zurückgekehrt zu der klassischen Variante per Button. Das ist absolut positiv, jetzt steuert sich das Spiel viel intuitiver und bietet auch Neulingen einen leichteren Einstieg in den Ring.
Make it personal!
Beim Wrestling muss man den Figuren ja lassen, dass sie alle sehr charakteristisch und eigen sind. Kein Wunder also, dass der Create-Modus bei den WWE-Spielen seit jeher einen großen und wichtigen Teil einnimmt. In WWE 12 gibt es dort neue Möglichkeiten, so könnt ihr zum Beispiel eure eigene Ring-Ansage kreieren, wobei ihr aus unzähligen Presets wählen dürft. Um euren Eintritt noch cooler zu machen, verfrachtet ihn doch einfach in die eigene Arena! WWE 12 bietet einen für Konsolen durchaus komfortablen Editor, um eigene Arenen zu erstellen, die ihr dann von der Farbe des Ring-Bandes bis hin zur Laufreklame an der Wand individualisieren könnt. Bis zu 50 Arenen und noch dazu 50 eigene Wrestler könnt ihr speichern, herunterladen und hochladen, so dass der Spaß nicht so schnell vorbeigeht.

Was ich allerdings immer noch vermisse, ist eine vernünftige Koop-Karriere. Zwar könnt ihr die Karriere spielen und einen zweiten Controller anschließen, doch das hat nur zur Folge, dass ihr die normalen Kämpfe gegen euren Kollegen und manche Team-Kämpfe zusammen kämpft. Doch in der Story ist ja eh vieles geskriptet, so dass ihr euch teilweise nicht einmal fair gegenüber steht. Warum nicht einfach eine vernünftige Tag-Team Karriere für Koop-Spieler? Die Möglichkeiten des WWE-Universums geben das definitiv her und ein solches Spiel schreit geradezu nach gutem Multiplayer!
Was man nicht unter den Tisch fallen lassen darf bei all den Neuerungen: WWE war ja auch vorher schon ein sehr starkes Franchise. Unzählige Modi, unzählige Moves, Original-Wrestler, ein starker Soundtrack, motivierendes Gameplay, die WWE-Reihe ist definitiv die beste und hochwertigste Wrestling-Simulation auf dem Markt. Dabei gelingt den Entwicklern vor allem der Spagat zwischen Casual und Hardcore sehr gut. So haben nicht nur absolute Wrestling-Fans ihre Freude, sondern auch Genre-Neulinge oder Freunde, die einfach mal reinschauen wollen. Hier trifft das alte Sprichwort zu: Easy to learn, hard to master. Als ich WWE 12 dieses Jahr bei THQ auf der GamesCom in Köln präsentiert bekam und anspielen durfte, war ich absolut begeistert. Ich vergab damals ein sehr gutes Potential und überschlug mich im Artikel vor positiven Aspekten, ohne auch nur einen Negativ-Punkt zu nennen. Selbstverständlich konnte ich es also kaum erwarten, endlich Hand an die [...]
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