VN:F [1.9.17_1161]
Eure Wertung:
14 votes
8.1

Gefällt dir das Spiel? Oder war es ein totaler Flop? Teile es uns mit!
Two Worlds II
Release: erschienen
Genre: Rollenspiel
System: PC
Hersteller: Reality Pump
Vertrieb: ZuXXeZ
Du bist hier: Spieletester > Testberichte > PC Spiele > Two Worlds II

Two Worlds II

Geschrieben von: am 19.11.2010
Der erste Teil war an und für sich ziemlich gut, wenn auch oftmals nicht konsequent genug, um der Konkurrenz wirklich gefährlich werden zu können. Und als Reality Pump und Zuxxez in der Ankündigung vorgaben, alles noch besser und epischer zu gestalten, hielten es viele für Euphemismen und typische PR-Floskeln. Wir haben uns alle geirrt – Two Worlds II ist ein Überraschungshit geworden, den – jetzt mal ehrlich – niemand erwartet hatte.

So geht es dann auch schon los, fünf Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils. Unser tapferer Held aus dem ersten Werk ließ sich in den Knast des Bösewichten Gandohar schließen, während seine liebenswerte Schwester nach wie vor Probleme ohne Ende hat. Völlig unerwartet sind es schlussendlich die Orks, die unseren Recken aus seinem Gefängnis befreien und zur Flucht verhelfen. Doch bevor die ansteht, dürfen wir den guten Herren einer Rundum-OP unterziehen, bei der lediglich zwei Dinge fest vorbeschrieben sind: Er muss männlich sein und er muss ein Mensch sein. Sorry, keine Orks, keine Elfen, nur Mensch.

Einfach in der Anwendung, komplex im Lategame

Reality Pump hat es sich bei der Itemisierung und Budgetierung von Werten relativ leicht gemacht: Nebst Gesundheit dominieren Stärke, Willenskraft und Präzision das Kampfgeschehen – Werte, die einerseits für alle „Klassen“ stehen und danach differenziert werden für Krieger/Schurke, Magier und Fernkämpfer (im Grunde genommen die MMORPG-typischen Jäger). Mit der Zeit entdeckt ihr Skill-Bücher, die euch zu den bereits bekannten, zum Teil waffenabhängigen Attacken, neue Talente beibringen wollen. Magier beispielsweise besitzen mehrere Unterbereiche wie Feuer, Nekromantie, Erde oder Eis. Alternativ schleicht ihr euch als Schurke durch die Straßengassen und erledigt die Jobs lautlos oder nutzt vergiftete Pfeile als Jäger. Neben der Tätigkeit als Handwerker könnt ihr durch bestimmte Gegenstände auch Widerstandsarten gegen bestimmte Magien erlangen – für so manchen Boss gar nicht mal verkehrt.



Der Clou des Spiels hierbei ist, dass ihr immer nur eine gewisse Flexibilität in der Wahl eurer Waffen habt. Zwar lassen sich alle Kämpfe als Frostmagier bestreiten, doch manche sind als Feuermagier deutlich einfacher. Dasselbe gilt auch für die Herren, die mit großen Schwertern oder mächtigen Äxten schwingen: Einige Feinde lassen sich mit dem Schwert locker filetieren, andere bedürfen eher der Axt fürs Grobe.

Die Auseinandersetzungen mit den zahlreichen und sehr verschiedenen Feinden laufen unglaublich gut und geschmeidig ab. Reality Pump verzichtet Gott sei Dank auf eine nervige Levelskalierung und hat manche Gegner hier und da etwas stärker gemacht, um euch auch eine Herausforderung zu bieten. Generell gilt: Ihr müsst grundsätzlich keine Nebenquests machen, um die Hauptstory des Spiels schaffen zu können. Allerdings vereinfachen diese den Spielfluss ungemein und lassen manche Feinde ziemlich einfach wirken, wo sie ohne Zusatzhilfe von Items aus Nebenquests schier unmöglich schienen. Dass ihr als Magier/Jäger eure Feinde auf Distanz halten und als Schurke/Krieger gut parieren/blocken/ausweichen wollt, sind Trivia, die sich von selbst ergeben. Interessanter sind hier die Möglichkeiten, die euch das Spiel im Allgemeinen gibt:

Durch die Handwerkskunst könnt ihr nämlich aus den Bazillionen (eine gewollte Hyperbole!) von Gegenständen neue herstellen oder Einzelteile gezielt aufwerten. Im späteren Verlauf könnt ihr eure Rüstung sogar mit Sockeln und den Juwelensteinen aufbessern, um so noch mehr aus eurem Recken herauszuholen. Der ganz große Coup ist den Entwicklern – meiner Meinung nach – beim Magie-System gelungen. Mit Karten und Modifikatoren könnt ihr sogar eigene Zaubersprüche erschaffen, etwa eine mächtige Eislanze, die Gegner nicht nur aus weiter Ferne verlangsamt, sondern durch eine bestimmte Karte zudem Lebenspunkte abzieht. Oder ihr nutzt einfach eine Beschwörungskarte mitsamt eurem Feuerzauber und erschafft einen mächtigen Feuerdämon. Grandios! Es gibt so unglaublich viele Dinge zu entdecken und genau das macht den Reiz des Spiels aus.

Ein Rollenspiel, wie es sein muss

Das, was Two Worlds II so unglaublich gut macht, ist nicht nur das Kampfsystem, sondern die authentische und so echt wirkende Spielwelt. Überall gibt es etwas zu tun und bei den ganzen Nebenquests nerven euch die Entwickler nicht mit „Töte X Monster und bring mir deren Felle, die eine 10% Dropchance haben“, sondern zum Teil sehr aufwendig gestaltete Missionen mit eigener Story, die sich aber im Nachhinein sehr gut in das Gesamtbild des Spiels einfügen. Man ersäuft in all den Möglichkeiten, denn schon nach dem Ausbruch aus dem Gefängnis tritt eine Reiz- und Möglichkeitenüberflutung des Spielers ein, wie man sie nur aus den ganz alten RPG-Zeiten kennt. Und es tut einfach nur so gut, liebe Leserinnen und Leser. Endlich wieder das tun, was ich will und nicht, was mir das Spiel vorschreibt.

Keine Lust auf Quests? Kein Problem, denn in den Städten könnt ihr euch ganz einfach mal eine Auszeit gönnen und die eingesammelten Gegenstände zu etwas Nützlichem verarbeiten oder verausgabt euch beim Reiten, Segeln oder diversen Minispielen (etwa einem Spieltisch). Alternativ sammelt ihr Bücher und Dokumente, die der Spielwelt und ihrer Story noch mehr Tiefe verleihen.

Doch damit ist noch längst nicht alles gesagt, denn die Spielwelt bekommt vor allem durch die vielen, vielen abwechslungsreichen Gebiete genug Stoff, um auch die Entdecker unter euch ausreichend zu beschäftigen. Während die ersten Minuten des Spiels vielleicht nur ein müdes Lächeln abverlangen, sind die Savannen, Wälder und Höhlen im Nachhinein bedeutend atmosphärischer gestaltet und brillieren vor allem durch ihr einzigartiges Aussehen.

Außerdem wird geredet, sehr viel geredet. Alle Figuren kommen dank ihrer professionellen Sprachausgabe authentisch rüber und die moralischen Entscheidungen in den Dialogen sorgen für einen zunehmend erhöhten Wiederspielwert, der Two Worlds II zum aktuellen Zeitpunkt durchaus einzigartig macht. Man merkt richtig, wie viel Mühe und Einsatz sich die Jungs bei Reality Pump gegeben haben, um das Spiel so echt und greifbar wie möglich zu gestalten – es ist ihnen auch sehr gut gelungen.



Doch nicht nur die akustische Seite des Spiels weiß jederzeit zu begeistern, sondern auch die technische. Zwar schummeln die Entwickler ziemlich oft mit Bloom- und Unschärfe-Effekten, doch das Ergebnis im Allgemeinen sieht sehr prächtig aus. Die Flora und Fauna macht einen tollen Eindruck, vor allem wenn sich jeder einzelne Grashalm bewegt, wenn wir Grobiane durch die Wiesen wandern. Zudem sind die Ladezeiten sehr kurz gehalten und die allgemeine Performance des Spiels sehr gut.

Ideenreicher Mehrspieler-Modus

Während der Testsession habe ich mir den Mehrspieler-Modus auch ganz genau angeschaut und war durchaus begeistert von dem, was da an netten Ideen geboten wurde. Die Basis bilden Städte, in denen sich bis zu 50 Spieler mit eigens für den Mehrspieler entwickelten Charakteren tummeln können. Es gilt, Erfahrung zu sammeln, Punkte fürs Ranking zu holen und Gegenstände einzusammeln – und natürlich seine Gegner zu dominieren.

Generell gibt es derzeit (bzw. gab es zum Zeitpunkt des Tests) vier Spielmodi: Adventure-Modus für einen kooperativen Part mit bis zu sieben Kapiteln, den Village-Mode als eine „Baue auf und verteidige“-Spielvariante, die Kristalljagd als Team-FFA mit dem Ziel, blaue Kristalle zu fangen, und schlussendlich die Duellarenen. Alle vier Modi liefen flüssig ab, der Netzcode bereitete keinerlei Probleme und ein reibungsloser Spielablauf war jederzeit gewährleistet. Anders ist es da teilweise mit Gratis Browsergames, da können ab und zu Störungen auftreten.
two_worlds2_pirates_of_the_flying_fortress_bild3
Two Worlds 2 – Kostenfreier DLC für PC zu Ostern mit neuem Modus und fünf Karten

TopWare macht den Spielern von “Two Worlds 2” ein vorzeitiges Ostergeschenk.. Ein neuer Multiplayer Game Mode inklusive fünf neuer Karten wird ab sofort auf www.twoworlds2.com kostenfrei zum Download bereit stehen. Im neu konzipierten Defense Mode greift das Multiplayer-Spiel von „”Two Worlds 2″“ auf eine der ältesten Grundlagen der Videospielgeschichte zurück. Bereits im Jahr 1992 wurde [...]

... Weiterlesen
patrick_w_goty
Patick Winter’s Spiele des Jahres 2011 Special online!

Spielemäßig war das Jahr 2011 einfach nur awesome! Ein Jahr, das stark begann und zum Ende hin noch einmal kräftig zulegte. Denn es gab eine riesige Anzahl erstklassiger Titel, die nicht nur spielerisch überzeugen konnten. Die Entwickler und Publisher haben sich stellenweise selbst übertroffen und konnten mich fast immer positiv überraschen. Zwar gab es auch [...]

... Weiterlesen
phil_h_goty
Philip Heselmann’s Spiele des Jahres 2011 Special online!

“Damn it feels good to be a gamer”. Man muss kein Spieletester sein, um zu wissen, dass das Jahr 2011 eines der besten Jahre für die Gaming-Gemeinde seit langem war. Gerade gegen Ende des Jahres wurde die Szene mit zahlreichen Top-Titeln geflutet, sodass für viele am Ende des Geldes noch so viel Monat lag. Sogar [...]

... Weiterlesen

Spiel bei Amazon kaufen

Kommentar

Auch wenn Two Worlds II nicht ganz perfekt ist, so ist es bedeutend näher dran als zum Beispiel Fallout: New Vegas. Warum TWII allerdings nicht die 90 Prozent bekommt, liegt an einigen Unstimmigkeiten, etwa der schwachen Gegner-KI oder Fehlern beim Auslösen von Quests, die das Laden eines vorherigen Savegames erzwingen. Zudem wirken manche Animationen unglaublich träge und müßig, ebenso nervt das Zerlegen von Gegenständen in ihre Einzelteile auf Dauer doch schon sehr. Doch all das ist schnell vergessen, wenn man sich nur ein Mal in der Welt verliert und so richtig austoben kann – Two Worlds II ist ein absoluter Pflichtkauf für alle RPG-Fans, schon allein wegen der geringen Bugdichte!

Tops

  • Authentische, umfangreiche und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Spielwelt
  • Zahllose Quests…
  • … die vor allem kein Einheitsbrei sind und ihre eigenen, authentisch wirkenden Stories erzählen
  • Tolle Sprachausgabe
  • An sich sehr gute Grafik
  • Magiesystem innovativ und bisweilen einzigartig
  • Kreatives Crafting-System
  • Kurze Ladezeiten und generell saubere Performance
  • Ideen- und einfallsreicher Mehrspieler-Modus
  • Moral-Entscheidungen

Flops

  • KI hat ihre Macken
  • Quests und Ereignisse werden zum Teil fehlerhaft ausgelöst
  • Animationen nicht immer gelungen
  • Gegenstände zerlegen nervt auf Dauer

Bewertung

Grafik 14
 Punkte
Sound 14
 Punkte
Gameplay 12
 Punkte
Steuerung 12
 Punkte
Mehrspieler 13 Punkte

Gesamtwertung

89 Prozent

Spiel der Woche


Spam Protection by WP-SpamFree