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Eure Wertung:
14 votes
9.7

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The Elder Scrolls V: Skyrim
Release: bereits erschienen
Genre: Open World-Rollenspiel
System: PC, PS3, Xbox 360
Hersteller: Bethesda Softworks
Vertrieb: Bethesda Softworks
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The Elder Scrolls V: Skyrim

Geschrieben von: am 02.12.2011
Ganze fünf Jahre mussten die Fans auf den neusten Geniestreich aus dem Hause Bethesda warten. Umso größer war dann die Freude, als erste Bilder und ein kurzer Teaser auftauchten und andeuteten, dass die bekannte Elder Scrolls-Reihe weitergeführt wird mit ihrem inzwischen fünften Teil. Bisher stand die Reihe maßgeblich für Open World-Rollenspiele der ganz großen Sorte, in welchen man als Spieler Wochen, wenn nicht sogar Monate verbringen konnte, ohne auch nur den Gedanken an ein anderes Spiel verschwenden zu müssen. Aber schaffen es die Entwickler der alt eingesessenen Reihe mit Skyrim frischen und neuen Wind einzuhauchen und alle Fans westlicher Fantasy wieder so zu fangen, wie all die Jahre davor? Erfahrt alles in unserem Test!

Ein aussichtsloser Anfang

Man kann nicht behaupten, dass unser Hauptcharakter aus Skyrim einen furiosen Start hinlegt und wie in vielen anderen Spielen pompös in Szene gesetzt wird. Keine coolen Sprüche und schon gar keine abgefahrene Pose, die dem Spieler unmissverständlich zu verstehen geben, mit welcher Art Held er es zu tun bekommt. Ganz im Gegenteil, eigentlich befindet sich der arme Tropf mitten auf dem Weg zum Schafott - eingefangen von der kaiserlichen Armee, welche kurzen Prozess machen möchte. Zum Glück sind wir während unserer letzten Stunden auf dem Weg zum Henker nicht allein. Teilen tun unser trauriges Schicksal viele andere Leidensgenossen, die zusammen mit uns auf dem Karren sitzen und in die schneebehangene Berglandschaft schauen, ihre letzten Augenblicke im Diesseits genießend. Warum es das Schicksal so hart mit uns meint, erfahren wir kurze Zeit später. Anscheinend waren wir einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort, wie das nun einmal ebenso ist. Zufälle bestimmen das Leben und so wurden wir anscheinend verdächtigt, Komplize eines Mithäftlings zu sein, der zusammen mit seiner Truppe auf dem Heimweg war. Soweit ja eigentlich nichts Schlimmes und schon gar kein Grund jemanden einfach für das gemeinsame Reisen gleich einen Kopf kürzer machen zu wollen. Doch ist der entscheidende Punkt der Anklage, dass wir an einen der meistgesuchten Verbrecher des gesamten Landes Himmelsreich geraten sind. Was wird ihm denn aber vorgeworfen, dass die Kaiserlichen gleich jeden zum Tode verurteilen, der auch nur in seiner Nähe gewesen ist? Nun, die Tatsache, dass genau jener Mann, der jetzt gerade geknebelt neben uns auf der Bank hockt, es fertig gebracht haben soll, den Großkönig von Himmelsrand mit seinen bloßen Worten hinterhältig umgebracht zu haben, scheint wohl Grund genug zu sein.

Handelt es sich dabei um eine Form von Hexerei oder spielen noch ganz andere Dinge eine Rolle, von denen wir keine Ahnung haben? Doch Zeit wird uns nicht gelassen diese Gedanken auch nur sinnvoll zu ordnen, denn schon werden wir vom Karren gezerrt, in einer Reihe aufgestellt und sofort Zeuge der ersten Hinrichtung. Eigentlich könnte man ja meinen, dass das Spiel schon zu Ende ist, bevor es überhaupt angefangen hat. Und auch wenn das Ende nahe zu sein scheint, hat es Skyrim schon in diesen wenigen Minuten geschafft, uns vollkommen in diese kalte unwirtliche erscheinende Welt zu ziehen. Die Spannung über das, was kommen mag, auch wenn es nur die leere des Todes sein soll, ist immens, doch genau hier beginnt erst die eigentliche Reise unseres Charakters.

Ein Charakter für jedermann

Bevor es also zum eigentlichen Richtblock geht, neben welchem schon der erste Kopf der armen Seele liegt, die das Pech hatte, vor uns in der Reihe zu stehen, werden wir aufgefordert unseren Namen zu nennen. Wenigstens das bisschen Ehre lässt man uns. Und genau an diesem Punkt setzt die Charaktererstellung ein, denn schließlich soll der nächste Kopf neben dem Block wenigstens einen Namen und Aussehen bekommen haben, um mit Stolz von sich behaupten zu können, man habe ein reiches und langes Leben genießen dürfen. Typisch für die Reihe, kann der Spieler nun wieder aus zwei Geschlechtern und verschiedenen Völkern wählen, die ihre ganz eigenen Vorzüge genießen. Die Nord beispielsweise sind nicht nur die Ureinwohner des kalten Himmelreich und sehen dementsprechend klischeehaft nordisch aus, haben sie doch oft blonde Haare, lange Bärte und sind generell auf Grund der dauernden Kälte gut gebaut, sondern besitzen auch eine naturgegebene Resistenz gegen Kälte. Dahingegen sind die Kaiserlichen eher dunklerer Hautfarbe und besitzen auf Grund ihrer vielen Verbindungen zu den verschiedensten Bereichen des Kaiserreichs generell viel Geschick wenn es um das Handeln mit Waren geht. Natürlich sind nicht nur menschliche Völker auf dem Kontinent Tamriel ansässig, sondern auch wieder die aus vorhergehenden Teilen bekannten Elfenarten. Da wären also die Hoch- Wald und Dunkelelfen, die entweder Boni auf magische Fertigkeiten genießen oder besonders geschickt im Umgang mit Bögen oder den unbeaufsichtigten Taschen sorgloser Passanten sind. Auch für besondere Exoten ist in Tamriel sowie im Land der Nord immer Platz und so könnt ihr auch wieder die katzenähnlichen Khajiit, die wie Reptilien aussenden Argonier oder die kräftigen Vertreter der Orcs auswählen.

Ein Elder Scrolls wäre natürlich ein echtes Elder Scrolls, wenn man nicht in der Lage wäre, seinen Charakter nach allen möglichen Arten der Kunst selbst zu formen und zu gestalten. So ist es also kein Problem mit einem bierbäuchigen Muskelprotz durch den Schnee zu stapfen oder mit einer in Magie bewanderten zwei Meter großen Bohnenstange, die bei jedem eiskalten Windzug droht umzukippen. Jeder Spieler kann sich also in dem umfangreichen Baukasten vollkommen austoben und so kann auch schon vor der nahenden Hinrichtung die erste halbe Stunde nur damit verbracht werden, den passenden Helden zu erstellen. Die einzelnen Boni, die jedem Volk zugesprochen werden, sollen euch aber nicht daran hindern, euren ganz eigenen Charakter so zu spielen, wie ihr dies für richtig haltet. Es ist also nichts Ungewöhnliches, einen eigentlich in Magie bewanderten Hochelfen mit einer großen zweihändigen Streitaxt gegen die Ungetüme der weiten Wildnis antreten zu lassen oder einem turmhohen Schlechter arkane Zauberei zu lehren. Alles ist euch überlassen und eurem eigenen Gutdünken. Die Attribute geben euch lediglich Hinweise, wie das gewählte Volk am optimalsten zu spielen ist. Lasst euch also die Wahl des Volkes nicht durch eventuell unpassende passive Boni vermiesen und probiert euch aus!

Dem Tod entronnen, eine offene Welt gewonnen

Da nun unser Held Form und Gestalt bekommen hat und einige von euch sicherlich viel Arbeit in die Charaktergestaltung investiert haben, soll diese Mühe natürlich nicht unbelohnt bleiben. Zwar geht es schnurstracks auf den Henkersblock zu, doch noch bevor der böse dreinblickende Kerl mit der riesigen Axt ordentlich ausholen kann, wird die Welt um euch herum in ein flammendes Inferno verwandelt. Schuld daran ist nicht etwa euer kurz vor dem Ableben aussetzender Verstand, sondern ein riesigen Ungetüm, welches es sich genau auf einem Turm neben euch bequem gemacht zu haben scheint und die umstehenden Soldaten in helle Aufruhr versetzt. Beim Anblick dieses riesigen schwarzen Drachen bekommt es auch selbst der grimmige Henker mit der Angst und nimmt Reißaus. Eine solche Gelegenheit bietet sich im Leben wohl nur einmal, also heißt es das nächste Schwert gesucht und ab durch die Flammenhölle ins Freie. Dass bei solch unvorhersehbaren Katastrophen schnell aus Feind, Freund werden kann, wird uns schnell bewusst und so stürmen wir zusammen mit einem kaiserlichen Offizier durch geheime Tunnel, Seite an Seite, in die rettende Freiheit.


Nach diesem furiosen Start brauchen selbst wir eine kurze Pause um durchzuatmen. Skyrim schafft es in der erste Stunde euch als Spieler vollkommen unvorbereitet ins kalte Wasser zu werfen und dadurch noch viel tiefer in die Welt eindringen zu lassen. Eine Welt, die durch das Erscheinen eines längst für ausgestorben gehaltenen Ungetüms vollkommen ins Wanken geraten zu sein scheint. Dem Spieler werden schon zu Beginn viele Fragen in den Sinn kommen, die es in den folgenden unzähligen Stunden Spielzeit zu ergründen gilt. Wieso tauchen plötzlich alte Drachen auf und das anscheinend nicht nur an diesem einen Ort, sondern im ganzen Reich? Auch habt ihr jetzt Zeit nochmals darüber zu sinnieren, warum euer Mitgefangener den Großkönig mit seiner bloßen Stimme umgebracht haben soll und warum die kaiserlichen Truppen mit fast allen Menschen in Himmelsrand so hart umspringen und keine Gnade zu zeigen scheinen. Natürlich sind all diese Fragen miteinander verknüpft und ihr werdet im Laufe der Handlung immer neue Hinweise finden, die nicht nur das Geschehen in diesem nördlichen Königreich genauer erklären, sondern auch welche Rolle ihr als dem Tod entsprungener Fremdling darin spielt. Denn es ist ganz sicher kein Zufall gewesen, dass der erste Drache genau zu eurer Hinrichtung auftaucht. Euer Schicksal ist deutlich mit diesen Ungetümen und der Aufruhr in Himmelsrand verwoben.

Auf der Suche nach Antworten und eurem Platz in dieser Welt, werdet ihr unzählige Orte bereisen. Von kleinen beschaulichen Dörfern bis hin zu großen befestigten Städten, alten Ruinen und unzähligen Höhlenkomplexen. Skyrim bietet, wie seine Vorgänger, eine vollkommen offene, frei begehbare Welt. Ihr könnt zu jeder Zeit selbst entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Natürlich werdet ihr durch die Haupthandlung etwas gelenkt, welche euch grob durch ganz Himmelsrand führt, doch ist es nicht unbedingt die große Geschichte, die Skyrim so besonders und anziehend macht. Es sind die vielen kleinen Geschehnisse, die der Welt Leben einhauchen, aber auch die Gestaltung der Welt selbst. Himmelsrand ist eine größtenteils sehr unwirtliche Gegend. Es gibt viele Gebirge, verschneite Wälder und nur spärlich bewachsene große Täler. Eine Welt, in der nur die Robustesten überleben, diejenigen die sich am besten angepasst haben. Und wer ist darin besser als die intelligenten Völker Tamriels. Überall wo ihr hinkommt, werden euch die unterschiedlichsten Vertreter der einzelnen Völker begegnen. Natürlich sind überwiegend Nords in den Steppen beheimatet, schließlich sind sie auch das Volk, welches diese Gegenden vor Jahrhunderten erschlossen haben. Doch pulsiert gerade in den sehr unterschiedlichen Städten das Leben. Ihr werdet Plünderern und Banditen begegnen, die nur darauf gewartet haben, einen unbesonnenen Wanderer wie euch anzutreffen, genauso wie Händler, Schmiede, Könige und Bettler. Alles ist in Himmelsrand vertreten und haucht ihm Leben ein.

Auch auf euren vielen Reisen durch die Wildnis werdet ihr nicht immer Zeit haben, die wunderschönen Panoramen zu genießen oder euch an den stimmigen Witterungswechseln sowie dynamischen Tageszeiten zu ergötzen. Oft läuft euch Wild über den Weg, verfolgen euch ganze Rudel Wölfe oder ihr lauft zufällig an der Höhle eines riesigen Grizzlybären vorbei. In einer Welt wie Skyrim dürfen aber natürlich Fabelwesen nicht fehlen. Übermenschlich große Riesen und Mammuts bekämpfen einander, genauso wie muskulöse Schneetrolle euch gerade in den Bergregionen auflauern oder rabenähnliche Hexen mit allen Mitteln ihre verwitterte Hütte verteidigen. Zu den großen Höhepunkten des Spiels zählen aber zweifellos die Kämpfe gegen die uralten Drachen, welche an vielerlei Orten zufällig angetroffen werden können. Nicht nur wird der Spieler mit einem spannenden, meist langwierigen Kampf belohnt, sondern auch mit meist netten Accessoires und Items. Als Spieler fühlt man sich einfach in diese riesige Welt hineingezogen und möchte an ihr Anteil haben, gerade weil sie so glaubhaft erscheint. Nichts wirkt aufgesetzt und selbst die reichhaltigen Fantasy-Aspekte scheinen wie das Blut in den Adern dieses pulsierenden Landes. Es können mitunter Stunden ins Land verstreichen, nur weil man damit beschäftigt ist, neue Areale auf der Karte zu erschließen, alte, scheinbar verlassene Festungen und Tempel zu erforschen oder großen Höhlenkomplexen zu verborgenen Grabmälern zu folgen. Es spricht auch nichts dagegen, denn Skyrim gibt euch stets den Raum dafür und hetzt euch nicht mit der Handlung durch die Welt. Ihr könnt euch zu jeder Zeit einer Quest die Freiheit nehmen, das zu machen, worauf ihr gerade Lust habt.

Viel Arbeit für nur einen Helden

Das pulsierende Leben zeichnet sich auch bald in eurem Questkatalog ab. Fast an jeder Ecke braucht eine arme Seele eure Hilfe, möchte euch ein hinterlistiger Dieb zu einer noch gemeineren Tat verführen oder ein König euch um die Rettung seines Reichs bitten. Ihr werdet, wenn ihr nicht einzeln alle Aufträge abarbeitet, bald vor Aufgaben fast erschlagen, die sich auf eurer Karte mit entsprechenden Symbolen kenntlich machen. Doch ist Angst wie bei vielen MMORPGs, sich einer massiven Anzahl langweiliger uninspirierter Boten- und Jagdaufträge gegenüber zu sehen, größtenteils unbegründet. Hinter fast jeder der vielfältigen Aufträge steht eine oft stimmig erzählte Geschichte oder ein nachvollziehbares menschliches Schicksal. Oft möchte man den Personen einfach helfen, weil sie so überzeugende Prinzipien verfolgen oder weil sich die Geschichte rund um die Aufgabe wirklich spannend anhört. Da wird man einer Stadt zum Sherlock Holmes ernannt und muss einem berüchtigten Mörder mit dem passenden Namen „Der Schlechter“ nachjagen oder verstrickt sich in einer anderen in eine weitreichende Verschwörung, die bis hin zur aktiven Teilnahme am Gefangenenaufstand führt. Oft führen euch Aufgaben auch an die unterschiedlichsten Orte mitten im Landesinneren, wo in einer Höhle eine vermeintliche Assassinengilde ausgeräuchert werden soll oder dem Geheimnis der uralten Zwergenvölker samt ihrer riesigen, verlassenen Bergruinen auf den Grund gegangen wird.

Durch die schiere Anzahl und Vielfalt der Nebenhandlungen kann es öfter vorkommen, dass ihr entweder die Haupthandlung vollkommen vergesst oder aber ungewollt aus den Augen verliert. Wundert euch also nicht, wenn mehr als 30 Stunden Spielzeit verstrichen sind und ihr keinen einzigen Abschnitt der Haupthandlung verfolgt habt. Das ist zwar schade um die große Skyrim-umfassende Hauptgeschichte, welche sich um die Drachen und den großen Krieg in Himmelsrand dreht, ist sie doch durchgehend spannend inszeniert, doch sagt es viel über die Qualität der Geschehnisse am Rande aus. Doch auch hier stellt sich, zwar erst nach vielen gespielten Stunden, eine gewisse Monotonie ein. Irgendwann hat man einfach unzählige Minen, Ruinen, Altare oder Höhlen erforscht und ist nicht mehr allzu motiviert, in eine weitere abzutauchen. Auch wenn diese größtenteils wirklich ansehnlich und auch unterschiedlich gestaltet wurden, so dass man fast nie das Gefühl bekommt, alles schon einmal eins zu eins so gesehen zu haben, wie dies bei Dragon Age 2 der Fall war. Gerade damit euch auf euren Wegen durch unterschiedlichen Landschaften nicht die komplette Übersicht verloren geht und euch lästige Laufwege erspart bleiben, solltet ihr oft Gebrauch von eurer Karte machen. Nur auf ihr ist es möglich, nicht nur alle entdeckten Orte und aktivierten Quests angezeigt zu bekommen – und glaubt uns, dass sind verdammt viele – sondern auch einfach per Anwahl schnell zwischen ihnen hin und her zu springen. Das sorgt zwar gerade auf der Konsole für etwas längere Ladezeiten, kann aber bei der Größe der Welt gut und gern schnell 30-45 Minuten reinen Laufweg ersparen. Generell werdet ihr euch auf der Oberwelt frei und ohne Belästigung durch Ladescreens bewegen können. Nur wenn es in Dungeons und Städte bzw. Ortschaften geht, müsst ihr bei jedem Betreten von Häusern oder neuen Arealen mit Ladepausen rechnen. Gerade bei den Konsolen kann das besonders in belebten Städten gern mal zu massiven Slow-Downs führen, was gehörig die Nerven strapazieren kann. Auch bringt die Karte gerade in größeren Dungeons nur bedingt etwas, da nicht immer gleich ersichtlich ist, welche Bereiche zum Areal gehören und welche nicht, oder auch wo sich der eigentliche Ausgang befindet.

Training macht den Meister

Auch abseits der Quests und Haupthandlung wird dem aufmerksamen Spieler viel zur Beschäftigung geboten. Nicht nur können eigene Häuser gekauft und eingerichtet werden, sondern das Verbessern seiner Fähigkeiten nimmt viel Zeit in Anspruch. Denn euer Charakter entwickelt sich nicht durch erhaltene Erfahrungspunkte für gelöste Quests oder erledigte Gegner, sondern für das jeweilige Anwenden von Fähigkeiten. Wenn ihr also oft mit einer Einhandwaffe unterwegs seid und dementsprechend Gegner tötet, erhöht sich eure Einhandwaffen-Fertigkeit. Das gleiche Prinzip gilt aber generell für alle Fertigkeiten, welche ihr anwenden könnt. Ob nun das Verwenden von Zerstörungszaubern euren entsprechenden Fertigkeitslevel erhöht oder das Schmieden und Verzaubern von Gegenständen euch in diesem Bereich eine Stufe steigen lässt. Auch die Redekunst während des Verhandelns oder das Schleichen und der oft damit verbundene Taschendiebstahl können somit trainiert werden. Mit jeder verbesserten Fähigkeitsstufe erhält euer Charakter zudem allgemeine Erfahrung und steigt somit mit Charakterlevel auf. Wenn ihr also so lange eure Fertigkeiten trainiert habt, dass sich euer Level erhöht, könnt ihr nicht nur bei jedem Anstieg zwischen dem Erhöhen eurer Mana, Gesundheit und Ausdauer wählen, sondern bekommt jeweils einen Fertigkeitspunkt. Dieser kann dann nach eigenem Ermessen in die verschiedenen Fertigkeitsbäume zu je einer eurer Fertigkeiten investiert werden. Somit erhöht ihr beispielsweise den kritischen Schaden von Zweihandwaffen oder ermöglicht es euch komplett neue Rüstungen zu schmieden. Dieses Modell der Charakterentwicklung gewährt euch, wie bereits erwähnt, absolute Freiheit im Ausleben und Spielen eures Helden.


Zudem ist auch die Möglichkeit neu hinzugekommen, seine zwei Hände unabhängig voneinander zu nutzen. Ob ihr euch nun entscheiden solltet, traditionell mit einem Schwert und einem Schild die Welt zu erobern, oder doch lieber eine Axt und einen Zauber gleichzeitig nutzen wollt, bleibt ganz euch überlassen. Dadurch ergeben sich auch die unterschiedlichsten Möglichkeiten, seinen Charakter direkt zu spielen, und dem Herumexperimentieren sind keine Grenzen gesetzt. Für manchen Spieler dürfte die große Auswahl an Möglichkeiten und die komplette Freiheit in der Art und Weise des Herangehens an den eigenen Charakter, aber auch der Geschichte, etwas erschlagend wirken. Dieser Sachverhalt kommt auch nicht von ungefähr. Skyrim wird euch kaum eine Hilfe bieten, wenn es um das Herausfinden der einzelnen Verfahren mit eurem Charakter geht. Dass ihr Gegenstände verzaubern könnt, erfahrt ihr nur, wenn ihr auch einen solchen Altar findet. Dass man dazu aber noch Seelensteine benötigt, die vorher mit Seelen von erlegten Feinden aufgeladen werden müssen, wird nur angedeutet. Wie man die Steine eigentliche aufladen kann und dass dazu ein bestimmter Zauber gebraucht wird, der erst einmal gefunden und gekauft werden muss, wird vollkommen verschwiegen. Wer als Spieler also daran gewöhnt ist, alles in den Mund gelegt zu bekommen, wird bei Skyrim schnell überfordert sein. Anfänger sollten also schon eine gewisse Zeit mitbringen, um sich zurechtzufinden, und vor allen Dingen die Motivation aufbieten, sich das Wissen selbst zu erarbeiten. So werden Spieler auch nicht darauf hingewiesen, dass Waffen und Zauber in eine Favoritenliste aufgenommen werden können. Diese ist erstens leicht während des Spielens aufzurufen und zweitens praktisch, weil damit wiederum Waffen und Zauber auf eine Kurzwahltaste gelegt werden können. Trotz dieser kleinen Bedienungshürden ist das Interface prima gelöst worden. Euch stören keine lästigen Anzeigen während des Spielens und auch das Verwalten des Inventars klappt prima. Das ist auch bitter nötig, da ihr im Laufe der Handlung unzählige Waffen, Gegenstände oder Zauber findet. Auch die besonderen Kriegsschreie, welche nochmals unterschiedliche Boni gewähren, wie das verlangsamen der Zeit oder das Schwächen des Gegners, erweitern das sowieso sehr große Sortiment nur noch mehr. Was es mit diesen Schreien genau auf sich hat und wie sie in die Handlung eingebunden sind, erfahrt ihr am besten selbst. Es sei nur gesagt, dass sie überall in der Welt an ganz bestimmten Orten gefunden bzw. gelernt werden können.

Fest für Aug‘ und Ohr

Grafisch ist Skrim hingegen über jeden Zweifel erhaben. Auf dem PC sieht es fantastisch aus und auch auf den Konsolen kann nicht gemeckert werden. Natürlich finden sich hier und dort ein paar schwächere Texturen, besonders was den Schnee betrifft, und auch vereinzelte Clippingfehler sind uns aufgefallen. Generell ist das bei der Größe und Vielfalt der Welt aber gut und gern zu verschmerzen. Momente, in denen man über ein weites Tal blickt, im Hintergrund eine der Hauptstädte von Himmelsrand erblickt und das Gefühlt bekommt – wenn ein Spiel die imposanten Momente von Herr der Ringe bis jetzt am besten eingefangen hat, dann genau dieses hier – deuten auf ein Machwerk epischen Ausmaßes hin. Und genau in diese Richtung bewegt sich auch Skyrim. Man merkt an vielen Stellen, woher die Entwickler ihre Inspiration haben. So sieht das Tal und die Stadt Weißlauf aus wie eine originalgetreue Kopie von Rohan und seiner Hauptstadt Edoras aus Tolkiens Fantasy-Epos. Dies ist aber keinesfalls schlecht, sondern passt so wunderbar in die Weiten des Landes Himmelsrand, dass man erst gar nicht auf den Gedanken eines billigen Abklatsches kommt. Wenn dazu noch die monumentale musikalische Untermalung dazu einsetzt, sollte auch der letzte Elder Scrolls-Muffel überzeugt sein. Was hier an Soundeffekten geboten wird, ist nur mit dem Wort „gigantisch“ zu beschreiben.
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Kommentar

Eigentlich habe ich mich nicht so sehr auf Skyrim gefreut, wie auf das zuvor veröffentlichte Dark Souls, da mich schon in Morrowind und Oblivion viel zu viel nebenher beschäftigt hat, als dass ich Zeit dazu gefunden hätte, das Spiel endlich mal durchzuspielen. Dieses Phänomen trifft man zwar auch wieder in Skyrim an, doch überzeugt mich die wunderschön gestaltete Welt mit ihrer kalten und unwirtlichen Art weit mehr. Auch sind die Nebenaufträge deutlich interessanter inszeniert, so dass ich ohne große Bedenken viele Stunden nur damit verbringen kann, mich um Belange zu kümmern, die eigentlich nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Zwar erschlägt einen die schiere Anzahl an erkundbaren Orten und die pure Größe der Oberwelt - da hätten die Entwickler getrost nach dem Motto „weniger ist mehr“ handeln können - doch überzeugt die Welt durch ihre Lebendigkeit. Auch die Art und Weise, wie ich meinen Charakter vollkommen frei entwickeln kann, hat mir sehr gefallen und läd gerade dazu ein, etwas herum zu experimentieren. Spätestens mit den vielen und bis dato besten Umsetzungen von Themen aus Herr der Ringe und dem bombastischen Sound haben sie mich dann doch vollends verzaubert. Mittlerweile spiele ich mehr als 100 Stunden an Skyrim und an ein Ende ist für mich noch nicht zu denken. Ein klarer Kandidat für das Rollenspiel des Jahres!

Tops

  • Lebendige, riesengroße Welt
  • Vollkommen freie Charakterentwicklung
  • Sehr viele tolle Quests…
  • Sehr übersichtliche Questführung
  • Bombastischer Sound
  • Gute Synchronisation
  • Spannende Haupthandlung
  • Keine lästigen Laufwege mit Schnellreisefunktion
  • Viele Zauber, Waffen, Schreie
  • Drachenkämpfe
  • Unterschiedliche Gestaltung von Dungeons

Flops

  • …die etwas von der Haupthandlung ablenken
  • Furchtbare Wegabfrage von Gefährten
  • So gut wie keine Tutorials

Bewertung

Grafik 13
 Punkte
Sound 15
 Punkte
Gameplay 14
 Punkte
Steuerung 12 Punkte

Gesamtwertung

91 Prozent

Spiel der Woche


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