Shinobi
Wie ihr es schon fast erahnen könnt, geht es zurück zu den Wurzeln und so müsst ihr in der Haut von Jiro Musashi, dem Oberhaupt des Oboro-Clans, gegen den fiesen Zeed-Clan ankämpfen. Zunächst passiert das im klassischen Japan des Jahres 1256 und später geht es ins Jahr 2056. Japp, richtig gelesen. 2056. Warum? Keine Ahnung, um ehrlich zu sein, es wird auch im Spiel nicht wirklich behandelt. Offensichtlich reicht die Tatsache, dass ein riesiges Schwert Grund genug ist für derlei Handlungs- und vor allem Zeitsprünge.
Knochenharter 2D-Sidescroller in 3D
Bevor das Spiel eigentlich so richtig losgeht, müsst ihr euch durch das wirklich schwache Tutorial schlagen. Anstatt dieses einfach in die erste Mission zu integrieren und Händchen-haltend vom Spiel unterstützt zu werden, speist es euch mit einem guten Dutzend Text- und Bildinformationen ab, die ihr euch sofort und innerhalb weniger Sekunden einprägen müsst. Dass das nicht allzu gut klappt und letztlich zu Trial-and-Error führt, dürfte wohl jedem klar sein. Nichtsdestoweniger beherrscht unser lieber Ninja natürlich allerhand Fähigkeiten, angefangen beim Shuriken-Wurf (Kunai genannt) und diversen Aktionen mit dem Schwert sowie dem Umgang mit Magie. Übrigens: Die lustigen zerstörbaren Kisten mit Hühnchenteilen oder Bomben sind natürlich ebenfalls vorhanden wie auch sich öffnende Flugzeugtüren während des Fluges oder die richtig fiesen Sprungpassagen in den neuen Bildschirm, bei denen der Abgrund lauert und ihr übermenschliche Reaktionsfähigkeiten braucht, um den rettenden Enterhaken zu benutzen. Auch mit von der Partie aus alten Tagen: Gegner greifen euch gerne mal außerhalb der Sichtlinie mit Wurfgeschossen an, die ihr blocken müsst.
Gespielt wird in bester Sidescroller-Manier, bei der ihr euch von links nach rechts bewegt oder auch mal vertikal, wenn es das Szenario verlangt. Gelegentlich nervige Fahrzeug-Level kommen noch hinzu, die das Spielerlebnis ein klein wenig verändern, allerdings insgesamt weniger stimmig wirken als der Rest des Spiels. Eure Widersacher sind nicht nur die üblichen Ninjas und Soldaten, sondern auch einige Tentakeln (Hentai-Gucker werden sicherlich wissen, wohin das führen kann!) und Hirne. Während sich die normalen Feinde also mit einigen wenigen Tricks und Kniffen besiegen lassen, verlangen die vielen verschiedenen Bosse eine gute Taktik, die auch sitzt. Zwar lassen sich ihre Angriffe vorhersehen, da sie immer gleich ablaufen, dennoch gestalten sie sich aufgrund mancher Zufallsfaktoren einfach extrem hart. Kleiner Tipp: Nutzt den Block so oft es geht! Das hat zweierlei Sinn: Erstens erhöht ihr dadurch eure Überlebenschancen maßgeblich und zweitens bekommt ihr dank des cleveren Punktesystems mehr Punkte. Den Zähler freut es nämlich, wenn ihr zahlreiche verschiedene Angriffe ausführt (belangloses Kunai-Werfen mag zwar hilfreich sein, bringt Punktejägern allerdings nicht gerade allzu viel) oder feindliche Attacken gut blockt. Ein Treffer sorgt natürlich für massiven Punkteabzug, der Tod resettet sogar jegliche gesammelte Punkte. Fies!
Zuletzt möchte ich euch noch erklären, was es mit der Magie im Spiel auf sich hat. Diejenigen, die ohnehin mit Shinobi bewandert sind, wissen bereits, was nun kommt. Mit „Feuer“ könnt ihr kleinere Gegner ausschalten oder verbessert eure Kunai ein klein wenig für kurze Dauer. Mit „Wasser“ könnt ihr noch höher als ohnehin schon springen und euer Kunai-Vorrat füllt sich schneller auf. Mehr gibt es dann aber leider auch nicht, dafür umso mehr Kram, den ihr freispielen könnt. Dazu gehören unter anderem Artworks, Musik und bei Nutzung von StreetPass 13 Herausforderungen, die einfach nur bockschwer sind. Warum? Weil ihr als Original-Shinobi durch die Welt rennt und jeder Treffer den Tod bedeutet. Technisch entspricht der Titel lediglich dem Durchschnitt. Der 3D-Tiefeneffekt wirkt ganz nett, wird aber nicht für die Zwischensequenzen des Spiels verwendet, die ohnehin nur im Anime-Stil-Bildern vorangetragen werden. Die Effekte des Spiels sind eher lasch, die Figuren wirken arg kantig und insgesamt stellt sich rege Detail-Armut ein. Da ist mehr drin! Ich muss ja zugeben, etwas verwirrt gewesen zu sein, als ich von der Ankündigung des Spiels gehört habe. Inzwischen ist es ja der vierte Titel, der schlicht auf den Namen Shinobi hört – und jedes Mal war es irgendeine Wiederbelebung für eine neue Konsole bzw. einen Handheld. Wie dem auch sei, diesmal ist der Nintendo [...]
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