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10.0

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Rayman Origins
Release: bereits erschienen
Genre: Jump-and-Run
System: PS3, Xbox 360, Wii
Hersteller: Ubisoft
Vertrieb: Ubisoft
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Rayman Origins

Geschrieben von: am 14.12.2011
Man möchte doch meinen, dass man ohne seine Arme und Beine eigentlich zu nicht mehr viel im Stande ist. Und auch wenn einem zwar noch Hände und Füße zur Verfügung stehen, gestalten sich wahre Heldentaten wohl eher schwierig. Dass es aber doch auch ganz anders geht, und zwar ohne die Hilfe der scheinbar überflüssigen Körperteile, beweist uns Rayman nun schon seit 15 Jahren. Doch der Jump-and-Run-Opa aus dem Hause Ubisoft ist keinesfalls eingerostet, sondern beweist in seinem neusten Abenteuer, wie viel Leben noch in dem abgefahrenen Hüpfer steckt. Warum unter eurem Weihnachtsbaum gut und gern noch etwas Platz gelassen werden sollte, erfahrt ihr in unserem Test!

Ein Mann mit wenig Gliedern

Natürlich kann man nicht behaupten, Rayman hätte sich im Laufe der vergangenen Jahre auf den Lorbeeren aus Zeiten der Playstation 1 ausgeruht. Doch war der flotte Hüpfer in seinen letzten Titeln eher Statist und durfte durchgeknallte Hasen babysitten, statt selbst nochmal eine holde Maid zu retten und die Welt aus den Klauen eines bösen Fieslings zu befreien. Aber damit ist nun endlich wieder Schluss und die Ikone aus den 90igern haut wieder ordentlich auf den Putz. Dazu gibt es ja auch jeden Anlass, denn die die kleinen hinterlistigen Darktoons haben sich in der Lichtung der Träume verlaufen und stellen dabei auch noch alles auf den Kopf. Nicht nur das sie gleich die schönen Feen des Landes entführen, sie scheinen es auch auf die niedlichen kleinen Electoons abgesehen zu haben. Entweder werden die winzigen rosa Knutschkullern in kleine Käfige gepfercht und im ganzen Land verstreut oder sie werden von den Darktoons angesteckt und machen als grimmig dreinblickende Monster die Gegend unsicher. Dass dabei ein ausgewachsener Faulpelz und Langschläfer wie Rayman nicht mehr auch nur ein Auge zubekommt, versteht sich für einen Helden doch von selbst. Und so schnappt er sich zwei Kleinlinge und seinen blauen, etwas tollpatschigen Weggefährten Globox, um doch noch seine holde Maid und die Bevölkerung der Traumlichtung zu retten.

Irrwitziger Hüpfspaß

Die Reise zur Rettung der Welt ist natürlich nicht im Nu beendet und so gilt es in 11 Welten die unterschiedlichsten Level zu durchkreuzen, immer auf der Suche nach hilfsbedürftigen Gefangenen. Dabei werden heiße Lavaschluchten, eiskalte Gletscherregionen, windige Wüsten und auch die Schwüle des Dschungels durchquert. Langweilig wird es in den schön designten Level sowieso nie, dazu seid ihr viel zu sehr auf Achse. Ob ihr nun über riesige Abgründe mit Raymans Propellerhaar schwebt, eisige Klippen hochkraxelt oder unter Wasser vor wildgewordenen Fischschwärmen davon schwimmt, an witzigen Ideen mangelt es auf jeden Fall nie. Dabei werden immer wieder die ulkigen Darktoons vermöbelt und ab und an auch mal aggressive Kampfmücken durch Flugsequenzen geritten. Auch ein tapferer Ritter für Gerechtigkeit wie Rayman scheint des Öfteren mal seine eigenen Heldenfähigkeiten zu vergessen und selbst sein treuer Freund Globox ist ihm da keine große Hilfe. Ein Grund für Raymans anhaltende Amnesie könnte sein, dass es sich beim neusten Ableger der Reihe um das eigentlich erste Abenteuer des angehenden Helden handelt.

Und genau deswegen muss Rayman all die Dinge, für die er das letzte Jahrzehnt bekannt war, erst einmal erlernen. Dabei sind ihm die immer wieder zu rettenden Feen eine ungemein große Hilfe, bringen sie ihm doch jedes Mal einen neuen Kniff bei. Somit wird das schon abgefahrene Design um weitere witzige Spielelemente bereichert. Da schrumpft unsere sympathische Hüpfdohle auf die Größe eines Zwergs, um sich somit besser vom Wind treiben zu lassen oder auf Schleimblasen durch die Luft zu gleiten, oder vermöbelt besonders große Brocken mit einem gut platzierten Superschlag der armlosen Faust. Auch scheint unser Held dieses Mal etwas flinker auf den Beinen zu sein. So ist es ihm möglich durch die wunderschönen 2D-Areale zu spurten und auch deutlich weiter zu springen – ein pummeliger italienischer Klempner lässt grüßen – um größere Abgründe zu überwinden. Die Fähigkeiten werdet ihr auch im Verlauf des Abenteuer immer wieder brauchen, da geheime Pfade mit versteckten Electoons gefunden werden wollen, um den Punktestand für das jeweilige Level zu erhöhen und eventuell sogar in der Abschlusswertung einen weiteren Electoon geschenkt zu bekommen. Dies ist insoweit wichtig, als das für jede befreite bzw. gesammelte rosa Kuller nicht nur neue Bereiche in einer Welt freigeschaltet werden, sondern auch andere Kostüme auf eure Helden warten. Um die ganze Angelegenheit noch ein klein wenig abgefahrener zu machen, müssen in speziellen Level ganz besondere Schatzkisten verfolgt werden, die wie von der Tarantel gestochen vor euch davon rennen. Sinn des ganzen Unterfangens ist ein winziger Kristallzahn, über den sich ein schüchterner, kleiner Sensenmann ganz besonders freut, wo er sich doch auf Grund seiner leeren Kauleisten so schämt. Wer alle Zähnchen findet, dem wird vom Mini-Tod der Zugang zu einer ganz besonderen Welt gewährt, die nochmals für einigen Spielspaß sorgt.

Als Quartett zur Rettung der Welt

Wo viele kleine Schergen sind, da tummeln sich nicht selten auch die fiesen großen Brocken rum. So erwarten euch, wie es sich für einen anständigen Plattformer gehört, am Ende jeder Welt wieder besonders hartnäckige Bossgegner. Natürlich erfordert ein jeder von ihnen eine ganz besondere Taktik. Um den Weg zur nächsten Welt auch wirklich sicher zu überstehen, bietet Rayman Origins nicht nur einem Spieler jede Menge Unterhaltung, sondern offenbart den richtigen Spielspaß erst zusammen mit drei weiteren Freunden. Wie anfangs erwähnt, ist Rayman ja nicht allein unterwegs, so übernehmen drei Freunde zu jeder Zeit die Kontrolle über Globox oder zwei Kleinling-Zauberer und hüpfen tatkräftig mit. Auch wenn dadurch der Schwierigkeitsgrad erheblich vereinfacht wird und uns an manchen Stellen Elemente gefehlt haben, die speziell auf das Spielen von zwei oder mehr Spielern ausgelegt sind, macht Rayman zu viert doch gleich vierfach so viel Spaß. Es geht einfach nichts über eine gesellige Runde unter Freunden, die gemeinsam über den schrägen Humor des Spiels lachen, beschuldigend mit dem Finger aufeinander zeigen, wenn einer mal das Zeitliche segnet, oder Taktiken ausbrüten, um einen dicken Endgegner möglichst schadlos zu überstehen. Generell ist zu sagen, dass der Schwierigkeitsgrad von Rayman Origins, bis auf einige fordernde Momente gegen Ende des Spiels, sehr fair ausfällt. Da die einzelnen Abschnitte eines Levels oftmals eine überschaubare Größe haben, wird man auch nicht allzu weit zurückgesetzt, falls eine Stelle doch mehrmals angegangen werden muss. Wenn kooperativ gespielt wird, ist es sogar noch leichter. Gestorbene Spieler werden sofort in eine Blase eingeschlossen und dürfen bei Berührung durch noch lebende Freunde sofort wieder am Spiel teilnehmen.


Nicht nur schön bunt!

Was Rayman aber am attraktivsten erscheinen lässt, ist die wundervoll gestaltete Umgebung. Alles wirkt wie von Hand gezeichnet und erscheint in dem kunterbunten zweidimensionalen Comiclook nur noch überzeugender, passt es doch bestens zu dem abgedrehten Hauptcharakter und dessen noch abgefahrenerem Humor. Gepaart mit den ungemein einfallsreichen Spielelementen, den irrwitzigen Gegnern und dem abwechslungsreichen, niemals gleichen Arealen, erlebt der Vorzeige-Held von vor 15 Jahren wirklich seine zweite Jugend. Da müssen der klasse abgestimmte Sound und die niedlichen Effekte sowie die angenehme Hintergrundmusik gar nicht mehr unbedingt erwähnt werden. Trotz alldem runden sie das Gesamtpacket doch nochmals deutlich ab.
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Kommentar

Rayman war mir ehrlich gesagt noch nie so sympathisch wie in seinem aktuellsten Abenteuer. Das kommt nicht nur von den wirklich beeindruckend schön gestalteten Arealen, sondern von den vielen ungemein witzigen Ideen, die dieses Spiel für mich so besonders machen. Es passt einfach alles zusammen und zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass es keiner Grafikgranate wie einem Battlefield 3 bedarf, um ein Spielerherz höher schlagen zu lassen. Auch wenn natürlich bei fast jedem 2D-Jump-and-Run ein wenig nostalgische Vorfreude mitschwingt, gehört Rayman Origins keinesfalls in die 15 Jahre alte Mottenkiste. Die Ideen sind frisch, das farbenfrohe, schön gezeichnete und noch dazu gestochen scharfe Design (dies gilt nur für die HD-Konsolen) sucht gerade im 2D-Bereich seinesgleichen und der charmante, ewig gut gelaunte Rayman macht dieses Spiel einfach nur zu einem kleinen vorweihnachtlichen Geschenk. Da stört der gerade im Koop arg leichte Schwierigkeitsgrad keineswegs, denn der deutlich höhere Spielspaß zu viert lässt über dieses kleine Missgeschick sofort hinwegblicken. Wer also mit seinem Weihnachtsgeld nicht gleich etwas anzufangen weiß, der darf hier gern zugreifen und hat bis Neujahr garantiert spaßige Stunden vor der heimischen Konsole.

Tops

  • Farbenfrohes, unausgelutschtes Design
  • Viele einfallsreiche Ideen
  • Extrem abwechslungsreiche Areale und Welten
  • Stimmige musikalische Untermalung
  • Witzige und sympathische Charaktere
  • Alte und neue Fähigkeiten
  • Fairer Schwierigkeitsgrad…
  • Guter Umfang für ein Jump-and-Run
  • Dicke Bossgegner
  • Vier Spieler Koop-Spaß

Flops

  • …der im Koop-Modus doch zu leicht ist
  • Gegen Ende leicht frustrierende Momente
  • Keine speziellen auf Koop ausgelegten Abschnitte

Bewertung

Grafik 14
 Punkte
Sound 13
 Punkte
Gameplay 13
 Punkte
Steuerung 13
 Punkte
Multiplayer 12 Punkte

Gesamtwertung

90 Prozent

Spiel der Woche


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