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Professor Layton und die Schatulle der Pandora
Release: erschienen
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Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Geschrieben von: am 19.10.2009
Selten konnte sich eine Spielreihe hierzulande mit nur einem einzigen bisher erschienenen Titel einen so guten Namen machen: Die Rede ist vom DS-exklusiven Rätselabenteuer Professor Layton, welches in Japan bereits eine komplette Trilogie darstellt. Die erste Episode „Das geheimnisvolle Dorf“ überraschte die hiesigen Spieler äußerst positiv und machte es allen Testern schwer, überhaupt Contra-Aspekte zu finden. Eine kindgerechte, aber keinesfalls kindische Kriminalstory mit spannenden Wendungen, ein einzigartiger, liebevoller Zeichenstil, zahlreiche logische, knifflige und geniale Rätsel sowie charismatische Charaktere machten das Rätseln mit dem stets freundlichen Gentleman und Archäologie-Professor Hershel Layton und seinem treuen kindlichen Begleiter und „Lehrling“ Luke zu einem großen Spaß – und zum Kassenschlager. Jeder Spieler, der in der Lage ist zu bemerken, wie viel Liebe in einem Spiel stecken kann, musste unbedingt rätseln und die Story bis zum Ende verfolgen – vollkommen egal, ob alter Hardcore-Hase oder Casual-Neuling. Gelingt diese umfangreiche, liebevolle Mischung ein weiteres Mal so glaubwürdig und fehlerfrei? Die Antwort gibt der Test.

Die Layton-Essenz: Story und Rätsel

Dass der neue Teil die Reihe würdig fortsetzen, aber nicht verändern will, ahnt der aufmerksame Spieler bereits im Menü: Struktur, Design und Klänge sind gleich geblieben, lediglich die Hintergrundmusik und die Titelgrafik wurden dem neuen Spiel stilgetreu angepasst. Die ersten angenehmen Neuerungen, die schnell auffallen, wenn man das Abenteuer begonnen hat, sind die noch etwas feiner und runder wirkende Grafik und die deutsche Sprachausgabe in den noch lebhafter wirkenden Zwischensequenzen. So werden diese für im Englischen weniger geübte Spieler noch spannender. Der Rest der Story wird in Textdialogen vermittelt, eine zusätzlich erklingende Sprachausgabe kommt dabei nur selten zum Einsatz. Die Geschichte beginnt dieses Mal mit einem Brief, den Prof. Layton von seinem ehemaligen Lehrmeister Dr. Schrader bekommt. Dieser schreibt, dass er in den Besitz einer geheimnisvollen Schatulle gekommen sei, der Schatulle der Pandora, von der man sage, dass jeder sterbe, der sie öffne und dass er diesen Sachverhalt untersuchen wolle. Layton und seinem Begleiter Luke ist das nicht geheuer, weshalb sie beschließen, zu Dr. Schrader zu fahren. Als sie sein Zimmer betreten, liegt dieser regungslos auf dem Boden, die Schatulle ist verschwunden. Zurückgelassen hat Schrader nur ein Bahnticket, auf dem zwar ein Zug namens Molentary Express, jedoch kein Ziel vermerkt scheint. Luke und der Professor beschließen, aufzuklären, was passiert ist und reisen gewissermaßen ins Unbekannte.

Das Abenteuer beginnt bereits im Zug… Mehr wird von der Story, die viele Überraschungen bereithält und stets nachvollziehbar bleibt, aber nicht verraten, da diese zusammen mit den Rätseln – genau wie im ersten Teil - den wesentlichen Anreiz ausmacht, das Spiel zu spielen. Wieder gilt es Aufgaben zu lösen, die von Schieberätseln über Logik- bis hin zu räumlichen und mathematischen Rätseln reichen. Als Pikarat werden dabei die Punkte bezeichnet, die das jeweilige Rätsel wert ist. Gebt ihr eine falsche Antwort, sinkt der Wert des Rätsels, bis ein Mindestwert erreicht wird. Da man mit möglichst vielen Pikarat nachher aber Goodies wie die Stimmen-Jukebox, in welcher man einige Sprechpassagen noch einmal hören kann, freischaltet, sollte man darauf bedacht sein, möglichst viele Pikarat abzustauben. Dabei helfen wieder die Hinweismünzen, die überall versteckt sind. Ohne dass die Münzen selbst sichtbar sind, muss man die einzelnen Szenerien nach ihnen abklappern – dies ist nicht sehr schwierig, da sich fast alle auf Schornsteinen, in Büschen oder Lampen verstecken. Setzt man eine solche Hinweismünze während eines Rätsels ein, so erhält man einen mal mehr, mal weniger hilfreichen Tipp. Bis zu drei solcher Hinweise kann sich der ratlose Rätselexperte pro Rätsel verschaffen.

Verbesserungen im Detail

Positiv fällt auf, dass ein größerer Teil der Rätsel als noch im Vorgänger inhaltlich in das Story-Geschehen integriert ist. So geht es bei der Reparatur eines Schalters tatsächlich um ein Stromkreis-Problem, Hobby-Kryptographen entlocken dem Zugticket doch noch eine interessante Information. Natürlich haben etliche für die Geschichte weniger bedeutsame Personen auch „nur mal so“ ein Rätsel auf Lager, um dessen Lösung das Duo gebeten wird. Diese Rätsel sind zum großen Teil optional, sollten aber alle gelöst werden, da manchmal eine Belohnung in Form eines Teils für eine anfangs erhaltene Kamera fällig wird. Was passiert, wenn diese komplettiert bzw. korrekt zusammengepuzzelt wird, will ich aber nicht verraten. Mit von der Partie ist außerdem ein süßer, aber fetter Hamster, den ihr vom Koch des Zuges anvertraut bekommt. Ihr sollt ihn wieder in Form bringen, mithilfe eines im weiteren Spielverlauf immer kniffliger werdenden Rätsels. Der Hamster soll nach und nach immer mehr Schritte am Stück laufen, wofür er auf einer Art Schachbrett von Köder zu Köder flitzt, die ebenfalls durch Rätsel erspielt werden können. Da die Köder unterschiedliche Wirkung auf den Hamster haben, sind sie aufgrund von Platzmangel möglichst geschickt anzuordnen. Schafft man es den Hamster, der witzigerweise einen heftigen Berliner Akzent der Sorte Mario Barth hat, wieder in Form zu bringen, macht sich dies in Form eines bereits aus Teil eins bekannten, sehr praktischen Effekts bemerkbar. Dank Oma Enygmas Rätselhütte kann man auch im neuen Ableger der Serie kein Rätsel „endgültig“ verpassen: Könnt ihr zu einem Ort nicht mehr zurück, an welchem noch ein Rätsel versteckt war, wandert es in die Hütte und ihr könnt es im Nachhinein lösen, wenn ihr mögt. Der Umfang hat insgesamt ein wenig zugelegt, obwohl der Vorgänger schon ordentlich Inhalt zu bieten hatte. Nun besteht das Abenteuer aus insgesamt 138 Rätseln, weitere sind im Menü unter „Bonus“ abrufbar, ein zusätzliches erhält man durch Eingabe eines Codes aus „Das geheimnisvolle Dorf“ und wem all diese Rätsel noch nicht reichen, kann sich wieder jede Woche kostenlos ein weiteres herunterladen.

Bedenkt man, dass der durchschnittliche Tüftler und Denker durchaus um die 30 Stunden allein für das durchgehend unterhaltsame Abenteuer benötigen wird, gibt es also am Umfang in keinster Weise etwas zu nörgeln. Eine weitere nette Idee in „Die Schatulle der Pandora“ ist, dass Luke und Layton – wie es sich für echte Briten gehört – immer einen magischen Teekoffer dabei haben. Damit können sie beliebig viel Tee kochen und so vielen Menschen, denen sie begegnen, einen Genuss bereiten. Vorher muss allerdings mit gefundenen Kräutern experimentiert und so den individuellen Ansprüchen Rechnung getragen werden – genau genommen sind immer drei Zutaten für einen Tee je nach Beschreibung des Geschmacks zu kombinieren. Dies ist neben dem Rätsellösen nicht nur hier und da mal ganz entspannend, es führt auch zur Freischaltung einer Bonussektion, wenn ihr alle Teewünsche erfüllt. All dies ist auch noch nach Komplettierung der Hauptstory möglich.

 

Testergebnis

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Kommentar

„Die Schatulle der Pandora“ zeigt, dass die Entwickler genau wissen, welche Vorzüge des ersten Spiels von den Fans so sehr gemocht werden. Die Atmosphäre ist genau so mystisch, die Story anders und doch qualitativ mindestens auf Augenhöhe mit „Das geheimnisvolle Dorf“. Die Optik – vor allem die der Zwischensequenzen - und die Integration der Rätsel wurden verbessert, eine hervorragende deutsche Sprachausgabe hinzugefügt. Notizen sind jetzt bei jedem Rätsel möglich, der Umfang wurde nach oben geschraubt, neue Boni und Nebenbeschäftigungen haben es ins Spiel geschafft. Da auch die Rätsel wieder absolut genial und das Gesamtkonzept gefährlich fesselnd ist, muss man Schwächen wirklich mit der Lupe suchen und wird eigentlich nicht mal dann fündig. Lange Rede, sehr kurzer Sinn: Wem der Ausflug in das geheimnisvolle Dorf gefallen hat, sollte schon längst in den Laden gegangen sein und dieses Spiel gekauft haben. Allen anderen empfehle ich – nicht zuletzt aufgrund einiger wiederkehrender Personen – zuerst den Vorgänger zu spielen und sich dann so schnell wie möglich auch den neuen Teil zu besorgen. Wer gern knobelt, muss einfach mit Layton glücklich werden.


Tops

  • tolle, mystische, unvorhersehbare Story
  • dezent verfeinerte Grafik
  • hervorragende deutsche Sprachausgabe
  • geniale Rätsel
  • dichte Atmosphäre
  • riesiger Umfang
  • Man kann einfach nicht aufhören...

Flops

  • manche Rätsel auch mit Hinweismünzen sehr knackig
  • Man kann einfach nicht aufhören...

Bewertung

Grafik 13
 Punkte
Sound 14
 Punkte
Gameplay 14
 Punkte
Steuerung 14 Punkte

Gesamtwertung

91 Prozent

Spiel der Woche


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