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Neverwinter Nights 2
Release: erschienen
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Neverwinter Nights 2

Geschrieben von: am 27.11.2006

Neverwinter Nights 2 Testbericht

Obsidian Entertainment war schon fuer das sehr gute 'KotoR 2' zustaendig und kuemmerte sich ebenso um 'Neverwinter Nights 2'. Wie macht sich der Titel, der vor wenigen Wochen erschienen ist? Im etwas verspaeteten Test (Testmuster kam erst Ende November) klaeren wir euch ueber den neuesten Ableger des ersten grandiosen Teils auf. Besser? Gleich? Schlechter? Viel Spass beim Erfahren der Antwort!

Viel aergerlicher ist es, dass die Quests unsichtbare Waende haben und ihr lediglich einen relativ begrenzten Raum habt, in dem ihr euch bewegen koennt. Dasselbe gibt uebrigens auch fuer die Staedte, in denen ihr nicht in alle Gebaeude, in eigentlich fast gar keine gehen koennt. Die zwar zahlreich vorhandenen NPCs hinterlassen auf den ersten Blick einen guten Eindruck, wirken aber aufgrund ihrer Bewegungsfaulheit viel zu statisch und steril - sowas haette man vermeiden muessen. Dasselbe gilt fuer die Orte ausserhalb der Staedte, leider.
An sich ist es schon fast ein Standardverfahren am Anfang eines RPGs. Ae;hnlich wie in The Elder Scrolls IV: Oblivion koennt ihr euch einen Charakter basteln. Wer faul ist und keine Lust hat, sich stundenlang in den Menues mit der Erstellung des Charakters zu beschaeftigen, kann natuerlich auch aus vorgefertigten Helden waehlen. Wer sich allerdings in dem Wust von Charakterklassen, Subklassen, Rassen, moralischen Verbindungen und so weiter und sofort vertiefen will, bekommt zahlreiche Moeglichkeiten zur Individualisierung des Helden (oder der Heldin) zu Gesicht, die sich allesamt sehen lassen koennen.

Sterile Welt trotz guter Geschichte

An sich ist es sehr schade, dass die Welt in NWN2 doch recht steril gemacht ist, denn ihr bekommt leider keinerlei vollkommen gestreamte Welten zu sehen, sondern werdet quasi von Mission zu Mission weitergeleitet - sowas ist gerade bei RPGs nicht mehr zeitgemaess. Dass durch die Ladezeiten und Missionen viel an Atmosphaere zu Bruch geht, verwundert dabei leider auch ueberhaupt nicht, denn wer will schon nach einem wichtigen Dialog 1 Minute warten (Ladezeit) bis die naechste Quest ansteht, wofuer das Game erst einmal neu laden muss? Ich nicht. Das 'Problem' dabei ist die eigentlich gute Geschichte, die euch bis zu 50 Gamestunden vor den Bildschirm fesseln wird und nur so mit Wendungen bestueckt ist.
Viel Gametiefe & Verwirrung

So richtig komplex wird der Titel aber erst dann, wenn es um die zahlreichen Quests und Nebenquests geht. Ausserdem sind die Dialoge mit den NPCs doch recht abwechslungsreich. Bei den Dialogen stehen euch oftmals drei oder gar vier Antwortmoeglichkeiten zur Verfuegung, die mit einer bestimmten Reaktion eurerseits und einer Gegenreaktion des Gespraechspartners verbunden sind. Seid ihr zum Beigame gerade in einer lockeren Runde und zischt boese Worte, kann es schon zu der einen oder anderen Auseinandersetzung kommen. Allerdings koennt ihr euren Gegenueber auch ein wenig einschuechtern - die Moeglichkeiten sind da und koennen durchaus genutzt werden.

Grandios wird es gerade dann, wenn der Levelanstieg ansteht und ihr dann aus einem umfangreichen Repertoire an Skills waehlen koennt, die ihr aufwerten wollt. Faule Naturen koennen auch hier ein Optimum berechnen lassen und sich somit einige Muehen sparen. Das Problem des Regelwerks ist eigentlich, dass es stark an 'D&D' (Dungeons & Dragons) angelehnt ist. Kenner werden sich sofort wohl fuehlen und alles ins kleinste Detail fuer ihre Charakterklasse einstellen, waehrend Anfaenger mir dicken Fragezeichen ueber ihren Koepfen die 'Empfohlen'-Taste klicken.

Ebenso umfangreich wie unfair: Die Ausruestung und deren Menues. Kenner einzelner Gegenstaende werden absolut kein Problem haben und sofort wissen, wie gut ein Gegenstand ist. Anfaenger schauen auch hier direkt in die Roehre. Ziemlich dumm ist dafuer die fehlende Kategorisierung der Gegenstaende sowie eine Sortierfunktion. Alles liegt wirr im Beutel herum und muss erst gefunden werden, was doch letztlich ziemlich stark an den Nerven des Gameers nagt. Noch spassiger wird es, wenn ihr euch einen Beruf angeeignet habt, mit dem ihr Gegenstaende (Traenke, Waffen, etc.) erstellen koennt, denn hier streikt oftmals das Inventar, wodurch es zur elenden Sucherei oder Nerverei kommen kann.

Dumm, duemmer, KI?
Liebe Entwickler,
es ist ja schoen, dass ihr uns hoechstens drei weitere Charaktere in eine Gruppe beschert, aber warum zum Teufel sind sie dumm wie Brot? Warum verkeilen sie sich gegenseitig vor Tueren? Warum werde ich das Gefuehl einer Negativintelligenz nicht los? Warum muss ich so unendlich viel Mikromanagement in die Party stecken, damit die hirnlosen Objekte, eigentlich Menschen (oder andere Rassen) ueberhaupt etwas sinnvolles machen? Und warum schalten manche nicht einfach ihre KI ein und retten verwundete Charaktere?

Fragen ueber Fragen, die man sich waehrend der Gamezeit stellen wird. Ihr koennt durch die Pausefunktion die Kontrolle (zeitweise) ueber andere Charaktere uebernehmen und ihnen kurzerhand einige Befehle geben, die sie ohnehin zu 80% nicht befolgen werden. Hoert sich taktisch sehr gut an, waere aber automatisiert viel besser anwendbar, weil die Luft aus den Kaempfen dadurch einfach raus ist. Ausserdem nerven die staendigen Unterbrechungen den Gamefluss immens. So ist es gar nicht mal unueblich, dass die KI blind auf die Gegner haemmert, obwohl ihr halbtot darauf wartet, dass der Druide endlich einen Heilspruch zaubert.

Nun gut. Viel intelligenter verhalten sich die Gegner aber auch nicht. Es kommt leider viel zu oft vor, dass die Gegner einfach nicht bemerken, dass ihr da seid und sich von euch 'mal eben' plaetten lassen. Ebenfalls duemmlich ist die Wiederkehr ('Spawn') der Gegner. Wie kann es sein, dass urploetzlich neue Gegner in einer geleerten Basis auftauchen, obwohl schon bestaetigt wurde, dass alles 'sauber' ist? Auch die neuesten Patches haben hier leider nicht wirklich viel gebracht - man kann nur auf weitere Patches hoffen.

Und es gibt sie doch..
... die Staerken des Titels und die laesst sich ganz klar an dem dicken Toolset festmachen, das ihr zur Verfuegung stehen habt. Eines gleich vorweg: Alles ist auf deutsch (im Original war das darum nicht der Fall), wodurch ihr euch etwas leichter zurecht finden solltet. Allerdings gilt es sich auch hier erst mal einzuarbeiten, denn die Moeglichkeiten zur Gestaltung von Objekten oder Missionen ist einfach extrem gross und vielschichtig. Die Modding-Community hat auch schon die ersten Ergebnisse ans Tageslicht gebracht, die man sich nahezu ueberall schon herunterladen kann, allen voran auf der offiziellen Website.

Eine weitere Staerke in Verbindung mit dem Toolset ist der Mehrgameermodus von NWN2, denn hier koennt ihr ueber den GameSpy-Server mit bis zu 98 weiteren Kollegen in einem Raum gameen. PvP und PvE in Verbindung mit dem Geschichte-Modus (Koop) sind hier Gang und Gebe , wodurch sich eine immense Vielfalt in Sachen Modi entwickelt hat, die bisweilen auch sehr stabil laeuft. Dadurch gewinnt das Game auch an Punkten, denn der Mehrgameer rettet das Game vor dem Absturz in die Mittelklasse.

Technisch gut, aber irgendwie doch nicht
An sich ist die Grafik von NWN 2 gar nicht mal so schlecht. An sich geht sie vollkommen in Ordnung, denn der Wassereffekt sieht schick aus, die Umgebungen sind zumeist sehr farbenfroh und die Charaktere sehen auch ganz gut aus. Allerdings kann man auch wiederum sagen, dass die Grafik an vielen Stellen viel zu steril wirkt und eigentlich eher weniger ueberzeugt, was wohl auch an den sehr unbeholfenen Animationen der Figuren liegt. Dafuer, dass manches wirklich schwach aussieht (Animationen), hat das Game aber extreme Hardwarenaforderungen, die fuer meinen Teil einfach utopisch, wenn nicht vollkommen uebertrieben sind, denn ein Elder Scrolls IV sieht um Laengen besser aus und laeuft auch deutlich stabiler bei mir als NWN 2.

Der Sound geht vollkommen in Ordnung und kann mit netten Musikstuecken ueberzeugen. Auch die deutsche Synchronisation kann sich sehen/hoeren lassen, auch wenn hier und da die englischen Sprecher ertoenen. Haben die Entwickler hier etwas uebersehen? Wohl moeglich, aber das wird wohl demnaechst auch per Patch behoben werden. Ansonsten kann man sich aber wahrlich nicht ueber die dezente, aber dennoch schoene Musik beschweren.

Kommentar (AS) :

Irgendwie durchlebte ich ein Wechselbad der Gefuehle mit dem Titel. Auch wenn die Geschichte, die Gametiefe, das grandiose Toolset so sehr ueberzeugen, wurde ich nie das Gefuehl los, ein halbfertiges Game zu gameen, welches in vielen Punkten gehoerige Aufraeumarbeiten benoetigt. Sei es beim vollkommen vergriffenen Inventar oder gar bei der KI, die ich einfach zu den schlechtesten ueberhaupt in einem Game des Jahres 2006 zaehlen moechte. Wie kann man sich so dermassen gehen lassen, wenn man einen extrem guten Vorgaenger gehabt hat? Ausserdem muss sich der Titel dem Vorwurf stellen, absolut nichts Neues zu bringen, was mitunter ebenfalls schade ist, denn der meisterliche Vorgaenger brachte viel Schwung und Abwechslung ins Genre. Was bleibt ist ein durchschnittlicher Titel, der meilenweit hinter den Erwartungen zurueckbleibt.

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Tops

  • - Super Story mit vielen Wendungen
  • - Umfangreiches Toolset
  • - Guter Mehrspieler
  • - Gelungene Synchronisation
  • - D&D-Regeln klasse umgesetzt

Flops

  • - Teilweise sehr verwirrendes Regelwerk
  • - KI ist miserabel
  • - Inventar nicht transparent genug
  • - Hardwarehunger der besonderen Art
  • - Einteilung in Missionen zerstückelt die Atmosphäre

Bewertung

Grafik  71
 Punkte
Sound  84
 Punkte
Gameplay  79
 Punkte
Spielspaß  76
 Punkte
Mehrspieler  85 Punkte

Spiel der Woche


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