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Heavy Rain
Release: 26. Februar 2010
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Heavy Rain

Geschrieben von: am 18.2.2010
Wie weit würdet ihr gehen, um jemanden zu retten, den ihr liebt? Würdet ihr euer Leben und das anderer Menschen gefährden? Würdet ihr euch selbst Schmerzen zufügen? Würdet ihr euer Leben opfern, um ein anderes zu retten? Mit genau diesen Fragen konfrontiert euch Quantic Dreams neuer Film Noir-Thriller Heavy Rain – ein Spiel, wie kein anderes! Wir haben uns auf die Suche nach dem Origami-Killer begeben und verraten euch, warum ihr diesen Fall auf keinen Fall zur Ablage P legen solltet!

Film Noir

Film Noir? Was ist das eigentlich? Dabei handelt es sich um eine Stilrichtung im Film, die in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand und, geprägt vom deutschen Expressionismus sowie der amerikanischen Kriminalliteratur, damals ein Gegenstück zum klassischen Hollywood-Film darstellte. Mit zwielichtigen Charakteren, die oft aus Angst und Verzweiflung heraus moralisch fragwürdig handeln, dunklen und deprimierenden Schauplätzen, meist sehr starken Hell-Dunkel-Kontrasten und Licht-Schatten-Effekten sowie einer Mordserie, einer Entführung oder Verschwörung als Thema, hat der Film Noir-Film vor über 60 Jahren genau den Nerv der Zeit getroffen.


So könnt ihr euch Film Noir vorstellen - Dunkel, regnerisch, deprimierend

Heavy Rain bedient sich dabei vieler Elemente des Film Noir-Stils. Im Mittelpunkt steht eine schreckliche Mordserie, die sich in einer kleinen Stadt an der Ostküste der Vereinigten Staaten ereignet. Immer wieder werden Jungen im Alter von 10-13 Jahren tot aufgefunden – ertränkt im Regenwasser und immer mit zwei besonderen Merkmalen: Einer weißen Orchidee auf der Brust und eine Origami-Figur in der Hand! Schnell verbreitet der sogenannte „Origami-Killer“ Angst und Schrecken unter den Eltern und Kindern. Der Spieler übernimmt nun abwechselnd vier Charaktere, deren Persönlichkeiten und Motive unterschiedlicher nicht sein könnten, um letztendlich den Killer zu finden und dem Schrecken ein Ende zu setzen.

Der verzweifelte Vater

[SCREEN:0]Ethan Mars hatte ein Leben voller Freude und Glück: Zwei Kinder, ein großes Haus, ein lukrativer Job als Architekt und eine bezaubernde Ehefrau, die ihn über alles liebte. Er lebte den amerikanischen Traum, bis dieser eines Tages unverhofft zerplatze, als er seinen ersten Sohn im Kaufhaus verliert. Panisch sucht er nach ihm, nur um ihn am Ende außerhalb der Shopping-Mall auf der anderen Seite der Straße zu finden. Unvorsichtig, wie kleine Kinder nunmal sind, rennt der Kleine zu seinem Vater, der in seinem Augenwinkel einen schnell anfahrenden Wagen sieht. Dann geht alles ganz schnell. Ethan springt zu seinem Sohn, umgreift ihn und schützt ihn so vor einem direkten Aufprall mit dem Wagen. Doch sein Mut und die Liebe zu seinem Sohn sollten nicht belohnt werden, denn nachdem Ethan aus dem Koma erwacht, erfährt er, dass sein Sohn beim Unfall tödlich verunglückt ist.

Sein Leben wird düsterer. Die für den Job benötigte Kreativität hat Ethan mit seinem Sohn verloren, die Ehe hielt der psychischen Belastung nicht stand und sein zweiter Sohn, Shaun, ist hin und hergerissen zwischen Vater und Mutter. Aus dem großen Familienhaus mit weitläufigem Garten und einem Baumhaus für die Kinder ist nun ein kleines Häuschen in einer weniger noblen Nachbarschaft geworden. Shaun ist seit dem Tod seines Bruders stiller geworden und für Ethan nur noch schwer zugänglich. Und als Ethan endlich wieder eine Verbindung zu Shaun herstellen kann und die beiden seit langem mal wieder Spaß miteinander haben, verschwindet auch noch sein zweiter Sohn spurlos! Ethan sucht die ganze Nachbarschaft ab, klappert die Häuser von Shauns Freunden ab, ruft alle möglichen Nummern an – doch sein Sohnemann taucht nicht wieder auf. Bei der Polizei kann er den schmerzvollen Gedanken nicht mehr unterdrücken – hat der Origami-Killer wieder zugeschlagen?

[SCREEN:1]
Seine Vermutungen werden bestätigt, als er einen Schuhkarton voll mit Origami-Figuren, einer Pistole und einem Handy erhält. Mit der zentralen Frage „Mr. Mars, wie weit würden Sie gehen, um Ihren Sohn zu retten?“ beginnt das kranke Spiel des Origami-Killers, der Ethan vor zahlreiche Prüfungen stellt, die er absolvieren muss, um seinen Sohn zu retten.

Der FBI-Profiler

[SCREEN:2]Für die hiesige Polizei ist der Origami-Killer zu raffiniert – die Morde scheinen perfekt vorbereitet worden zu sein, der Täter hinterlässt offenbar keine Spuren, bis auf seine beiden Markenzeichen, und ein Verdächtiger ist nicht in Sicht. Schnell wird auch das FBI auf die Mordserie aufmerksam und schickt einen ihrer besten Profiler, um den Fall zu lösen – Norman Jayden. Er bewahrt stets einen kühlen Kopf, kann sich in den Mörder hineinversetzen und geht jeder noch so vermeitlich nutzlosen Spur nach. Dabei steht ihm das sogenannte ARI zur Verfügung, eine Art virtuelle Realität, dank der er Tatorte scannen, Hinweise speichern, binnen Sekunden sämtliche Informationen zu einer Person herausfinden und anschließend im Büro alle Fakten noch einmal gründlich durchgehen kann.

Er erinnert stark an aktuelle Kriminalserien wie CSI, sammelt DNA-Spuren, überprüft Fußabdrücke, analysiert jedes einzelne Detail und erschließt Zusammenhänge, um ein Täterprofil zu erstellen, mit dessen Hilfe die Anzahl der Verdächtigen eingegrenzt werden soll. Doch wie wir das nunmal aus Film und Literatur kennen, sind Polizei und FBI nicht gerade die besten Freunde und so stößt Norman bei den Gesetzeshütern vor Ort sofort auf Ablehnung, geht ihnen doch sein haargenaues Gehabe und natürlich die höheren Befugnisse eindeutig auf die Nerven.

Die rasende Reporterin

[SCREEN:3]
Auch die Presse wird schnell auf den Fall aufmerksam und drängt die Ermittler natürlich zu einer Aussage. Wie hungrige Wölfe rotten sie sich an jedem Tatort zusammen, berichten „live vom Geschehen“, und sind dabei doch nur hinter einer langen Absperrung der Polizei, die nur zögerlich Informationen preisgibt.

Madison Paige ist anders. Sie eilt nicht mit dem Van vom Nachrichten-Sender zum Tatort, nur um ein paar Schnappschüsse von der Leiche erhaschen zu können und das sensationsgeile Publikum zu befriedigen, nein, sie wittert in dem Fall eine große Story und macht sich mit Motorrad, Notizblock und Stift selbst auf die gefährliche Suche nach dem Origami-Killer.

Sie ist die Schnüfflerin von Heavy Rain. Statt ständig nur beim neuen Tatort aufzutauchen, geht sie ihren eigenen Spuren nach oder verlässt sich auf ihre Quellen. Dabei führt sie die Suche nicht selten zu äußerst zwielichtigen Gestalten und an gefährlichte Orte. Ein Mix aus Frage-Antwort-Spielereien und hastischen Durchsuchen von Schubladen und Schränken macht ihre Vorgehensweise aus. Dass sie sich dabei desöfteren in Lebensgefahr begibt, ist Berufsrisiko – wir Journalisten haben nunmal einen knallharten und gefährlichen Job!

Der hartnäckige Privatdetektiv

Wo die Polizei scheitert, macht Privatdetektiv Scott Shelby weiter. Der kühle und beleibte Asthmatiker begibt sich im Auftrag der betroffenen Familien auf die Suche nach dem Origami-Killer und besucht dabei Orte und Personen, die scheinbar rein gar nichts mit dem Fall zu tun haben, kann ihnen dann aber doch die eine oder andere Information entlocken.


Mit seinen Ermittlungen macht sich Scotty nicht nur Feinde, sondern findet auch Verbündete

Es sind eben die Dealer und Prostituierten, die Gangster und Drogenbosse, die wissen, was auf der Straße passiert. Er beschäftigt sich fast noch intensiver als Norman mit den Motiven und Gedanken des Origami-Killers, verwickelt Verdächtige mit sarkastischen Bemerkungen oder Fakten, die er eigentlich nicht wissen dürfte, zu widersprüchlichen Aussagen und kann zum Teil auch auf die Unterstützung der Hinterbliebenen zählen.

Als ehemaliger Polizist hat Scotty zudem gute Kontakte zur hiesigen Polizei und genießt als jahrelanger Kollege quasi Narrenfreiheit, solltem sich seine Wege und die des Gesetzes vielleicht mal ein wenig überschneiden, damit er an die nötigen Informationen gelangt.

Zwar unterscheiden sich eure vier Charaktere in ihren Beweggründen und Methoden sehr, doch sie alle haben natürlich das große Ziel, den Killer zu stellen. Wer jetzt übrigens Angst hat, dass Scotty bloß ständig Unterhaltungen führt oder Madison dauernd in Unterwäsche-Regalen herumwühlt (das beste Versteck ist doch noch immer das, wo niemand reingreifen möchte), den können wir erleichtern, denn im Laufe der Geschichte erlebt jeder Charakter einen gelungenen Mix aus Action, ruhigen Szenen, spannenden Ereignissen und Situationen, in denen es um Leben um Tod geht. Außerdem kreuzen sich ihre Wege hin und wieder – im Guten wie im Schlechten.


Madison möchte Ethan helfen, seinen Sohn wiederzufinden - reine Freundlichkeit oder sieht sie nur die große Story?

Ein interaktiver Thriller

Heavy Rain ist eine Rarität, ein vergleichbares Spiel werdet ihr, wenn überhaupt, nur sehr, sehr schwer finden. Doch was macht die Jagd auf den Origami-Killer so besonders? Ganz einfach – es ist eigentlich kein Spiel mehr, vielmehr ein interaktiver Film.

Zwar könnt ihr euren Charakter in den rund 50 Kapiteln die meiste Zeit selbst bewegen, doch selbst das wirkt so cinematisch, wie in keinem anderen Titel – es sei denn ihr dreht euch wie wild im Kreis und macht bescheuerte Sachen, während ihr ein erstens Gespräch führt oder jemanden verhört. Ethan, Madison, Scotty und Norman werden dabei mit einer Kombination aus R2 und dem rechten Analog-Stick bewegt. Was anfangs noch irgendwie recht ungewohnt ist und gelegentlich auch nicht ganz so klappt, wie man gerade möchte, geht nach einer Weile doch in Fleisch in Blut über. Daneben könnt ihr durch das Drücken (und Halten) von L2 die Gedanken eures Charakters aufrufen und diese mit den vier Tasten (X, Kreis, Dreieck, Viereck) auswählen.

Wenn Madison beispielsweise gerade nicht schlafen kann und ihr „Dusche“ auswählt, macht sie euch darauf aufmerksam, dass so eine warme Dusche gerade genau das richtige wäre. Neben eher spieltechnisch irrelevanten Gedankengängen erfahrt ihr so auch viele kleine Nebeninformationen, werdet an gewisse Dinge erinnert oder bekommt einfach ein paar Tipps, um im Spiel weiterzukommen. Außerdem ist es möglich, mit zahlreichen Objekten in der Spielwelt zu interagieren. Je nachdem wo ihr euch gerade befindet oder was ihr gerade betrachtet, könnt ihr mit bestimten Tasten oder durch das – mal langsame, mal schnelle – Bewegen des Sticks in die vorgegebene Richtung Schränke öffnen, Fenster einschlagen, Personen ansprechen, Gegenstände genauer unter die Lupe nehmen, einen Schluck Wasser trinken, euch nach der Dusche abtrocknen und so weiter und so fort. Gelegentlich müsst ihr auch mehrere Tasten gleichzeitig drücken und diese gedrückt halten, was bei Dingen wie „X und R1 halten“ noch ganz einfach scheint, doch wenn man erst X, dann Kreis, dann R2, dann L1 und dann auch noch Viereck halten soll, werden eure Fingerfertigkeiten doch schon auf eine Probe gestellt.

[SCREEN:4]Zu guter Letzt kommen noch die Quick Time-Events zu Tage, gegenüber denen ich vor meinem ersten Anspielen auf der Presse-Bustour noch recht skeptisch war. Mir gefiel der Gedanke nicht, ständig aufgefordert zu werden, eine bestimmte Taste zu drücken – und wenn man’s dann nicht schafft, muss man den Mist nochmal machen, bis man es entweder per Glück richtig gemacht hat oder sich die Tasten-Reihenfolge gemerkt hat.

In Heavy Rain ist das zum Glück anders. Zwar werden euch immer noch diverse Befehle eingeblendet – das reicht vom Drücken und/oder Halten von Tasten über das Bewegen des Analogsticks bis hin zum Nutzen der Sixaxis-Steuerung – und ihr müsst diese auch in einer bestimmten Zeit ausführen, doch ein Scheitern bedeutet nicht automatisch, dass ihr neu anfangen müsst.

[SCREEN:5]
Stattdessen verläuft die Szene einfach einen Tick anders. Wer im Kampf zu spät Kreis drückt, kriegt vielleicht ein’s auf die Zwölf, anstatt gekonnt auszuweichen. Oder aber ihr vergeigt eine Bewegung des Controllers und rammt dadurch einen Wagen, wodurch euer Gefährt ins Schleudern kommt und ihr es wieder unter Kontrolle bringen müsst. Oder aber euch gelingt in einer lebensbedrohlichen Situation mal nicht die nötige Tastenkombination – dann rettet sich der Charakter eben auf eine etwas andere Art und Weise oder verliert dabei sogar sein Leben. Und dann? Dann habt ihr nur noch drei Charaktere, mit denne ihr den Origami-Killer stellen könnt. Ein paar Kapitel fallen dadurch natürlich weg und auch wichtige Hinweise gehen euch so flöten, durchspielen könnt ihr den Titel aber immernoch.

Wenn ein Flügelschlag eines Schmetterlings einen Tornado auslöst....

Von noch nie dagewesener Bedeutung sind dabei auch die Entscheidungen, die ihr im Laufe des Spiels trefft – ein Phänomen, das in letzter Zeit immer häufiger in Spielen auftritt und mich immer wieder begeistert. Zuletzt gab es das in Mass Effect 2, wo ihr größtenteils die Gesinnung eures Charakters und den Verlauf von einzelnen Quests beeinflussen konntet. Heavy Rain setzt jedoch noch einen drauf. Hier ist wirklich jede noch so unscheinbare und vermeitlich völlig irrelevante Entscheidung von Bedeutung und verändert den Spielablauf.

Abdrücken oder nicht? Ausweichen oder nicht? Helfen oder nicht? Das eigene Leben auf’s Spiel setzen oder nicht? Habe ich genug Hinweise gefunden und kann verschwinden, oder könnte hier noch irgendwo etwas herumliegen? Soll ich noch ein paar weitere Räume durchsuchen oder kommt der Besitzer der Wohnung gleich wieder? Will ich auch diese Prüfung bestehen oder habe ich genug Hinweise? Könnte XYZ der Killer sein oder ignorier ich die Fakten? Fragen über Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss und so sein Spielerlebnis völlig individualisieren kann.

Nachdem einige bei uns Heavy Rain durchgespielt haben, kam es natürlich zu aufregenden Diskussionen, und es war faszinierend zu hören, wie kleine Entscheidungen das Spiel völlig verändert haben. Es kann durchaus vorkommen, dass ihr Szenen erleben werdet, die euer Kumpel nicht gesehen hat et vica versa. Endlich mal ein Spiel, bei dem es sich wirklich zu 100% lohnt, den Titel noch einmal, zweimal, dreimal, viermal, fünfmal oder noch öfter durchzuspielen – allein schon, um die Frage „Was wäre passiert, wenn ich es anders gemacht hätte?“ zu beantworten.


Würdet ihr jemanden töten, um das Leben eures Sohnes zu retten?

Dazu könnt ihr idealerweise direkt in einzelne Kapitel springen, die von der Spieldauer her etwa zwischen 5 und 20 Minuten liegen, und von einer bestimmten Szene aus weiterspielen – bloß eben mit anderen Entscheidungen.

Emotional, ergreifend, rührend

Wirklich selten hat es ein Spiel geschafft, mich so sehr zu berühren und zu fesseln. Das liegt nicht nur an der unglaublich genial inszenierten Geschichte, die von Neid und Gier über Hass und Misstrauen bis hin zu Liebe und Freundschaft wirklich alles zu bieten hat, was eine gute Story ausmacht und stellenweise sogar an die SAW-Reihe erinnert – im Ernst, das Script könnte man ohne Probleme in einen Blockbuster verwandeln, der die Kassen nur so klingeln lassen wird – sondern einfach an der gesamten Art und Weise, wie das Geschehen dargestellt wird.


Madison wird von starken Schlafproblemen geplagt

Sind die ersten paar Kapitel noch spaßig und voller Farbe, wird es sehr schnell dunkel, deprimierend, pessimistisch und erdrückend. Hier werdet ihr keine großen Helden finden, die von aller Welt gelobt werden. Jeder Charakter hat seine eigenen Probleme, die ihn innerlich zerfressen. Ob das nun Schlaf- oder Drogenprobleme sind, eine schreckliche Kindheit, Verzweiflung, Paranoia, Schizophrenie oder einfach nur Todesangst – sie alle sind wahnsinnig glaubwürdig umgesetzt und machen die Charaktere fast schon zu Personen, mit denen man Mitleid empfindet.

Ein weiterer Grund dafür ist, dass man ihren Gesichtern wirklich jede Emotion ablesen kann. Noch bevor sie weinen, werdet ihr wissen, dass sie gleich weinen werden. Genauso ist Wut, Angst oder pure Verzweiflung erkennbar, denn insbesondere die Gesichter sind so unglaublich detailliert, sodass man jede einzelne Pore, Narbe, ja sogar jede Wimper erkennen kann.

Die Tatsache, dass all die Animationen ebenso realistisch aussehen und auch die restliche grafische Darstellung, etwa die tollen und teilweise wirklich bedrückenden Szenerien oder die sehr gelungenen Kamerafahrten, tragen noch dazu bei, dass sich Heavy Rain tatsächlich wie ein interaktiver Thriller und nicht wie ein simples Videospiel anfühlt. Klar, es könnte noch einen Tick besser aussehen, besonders einige Texturen sind ein wenig schwach und hier und sieht man doch ein paar Kanten, wo keine sein sollten, doch das Gesamtpaket stimmt nicht nur, es ist eine perfekte Film Noir-Darstellung, die durch keine störenden Anzeigen oder gar Trophy-Meldungen gestört wird (diese kommen am Ende eines Kapitels).

[SCREEN:6]Die Adjektive „emotional, ergreifend, rührend“ passen ebenso zur musikalischen Untermalung, die immer in den richtigen Momenten genau das richtige Stück einspielt und wirklich häufig für Gänsehaut-Momente sorgt. Auch die Sprachausgabe ist mehr als gelungen und weiß in jeder Sprachoption – egal ob Englisch, Französisch oder Deutsch – absolut zu gefallen. Gedankengänge werden mit einem leichten Hall wiedergegeben, die Stimmen passen zu den verschiedenen Charakteren und je nach Situation kann man die Panik, Verzweiflung oder die Zuversicht wirklich heraushören.

 

Testergebnis

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Spiel bei Amazon kaufen

Kommentar

Ich kann einfach nur "WOW!" sagen, denn mit Heavy Rain haben Quantic Dream und Sony ein kleines Wunder vollbracht. Nicht nur, dass sie mir Quicktime-Events schmackhaft gemacht haben, sie haben auch ein Spiel erschaffen, dass den Spieler auf einer emotionalen Ebene berührt. Nicht selten hatte ich eine Gänsehaut und habe überlegt, ob ich das wirklich tun sollte oder gar bereut, dass ich gerade das Leben eines Menschen beendet habe. Dabei schließt man die Charaktere sofort ins Herz und fühlt mit ihnen mit - etwas, das sonst nur durch eine ewig lange Geschichte über mehrere Serienableger hinweg geschafft wird.

Als Fan von Spielen, in denen Entscheidungen eine wichtige Rolle spielen, hat mich Heavy Rain mit seinen zahlreichen Verlaufsmöglichkeiten wirklich umgehauen! Trotz einer relativ linearen Spielstruktur wird es immer Unterschiede zwischen den Spieldurchläufen geben, weswegen dies auch eines der wenigen Spiele ist, die ich wirklich äußerst gerne mehrmals durchspielen werde! Da erlebe ich auch gerne nochmal diese unglaublich packende Story, die von Kapitel zu Kapitel spannender wird und dem Spieler zum Ende hin eine Offenbarung nach der anderen um die Ohren haut - glaubt mir, ich saß wirklich locker 30 Minuten am Stück vor dem TV und habe mein Kinn nicht runterbekommen, weil ich es einfach nicht glauben konnte, was da grad enthüllt wurde. Großartig!

Es ist vielleicht noch zu früh, diesen einzigartigen Titel als das Beste Spiel des Jahres zu bezeichnen, doch eines ist Heavy Rain ohne Frage: Ein Meisterwerk der Videospielkunst! Kaufen! Unbedingt!


Tops

  • Film Noir-Feeling perfekt eingefangen
  • großartige, packende Story
  • äußerst gelungene Präsentation
  • sehr gute Sprecher in jeder Sprachausgabe
  • kein HUD, keine unnötigen Meldungen
  • berührt emotional
  • tolle musikalische Untermalung
  • realistische Animationen
  • glaubwürdige Charaktere
  • superbe Mimik
  • gelungene Umsetzung der PS3-Steuerungsmöglichkeiten
  • unterschiedlicher Story-Verlauf durch viele, viele Entscheidungen
  • mehrere Enden
  • hoher Widerspielwert
  • Kapitel im Anschluss einzeln auswählbar
  • einzigartig
  • braucht ihr wirklich noch mehr Gründe?

Flops

  • Texturen könnten etwas schärfer sein
  • Steuerung gewöhnungsbedürftig

Bewertung

Grafik 15
 Punkte
Sound 15
 Punkte
Gameplay 15
 Punkte
Steuerung 13 Punkte

Gesamtwertung

94 Prozent

Spiel der Woche


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