Final Fantasy XIII-2
Die erste Freude beim Starten von Final Fantasy XIII-2 findet eigentlich bereits im Hauptmenü statt, wo euch das Spiel direkt Boni und dergleichen verspricht, sofern der Vorgänger auf der Festplatte mittels eines vorhandenen Speicherstands identifiziert wurde. Zudem können Neulinge, die die Story von 13 nicht kennen, mit dem Menüpunkt „Vorgeschichte“ alle wichtigen Infos anhand netter CGI-Szenen nacherleben.
Danach geht es auch schon los und die Zeitreise durch sehr viele verschiedene Epochen und Zeitlinien Cocoons und Pulse beginnen. Lightning nimmt am Anfang lediglich eine sehr passive Rolle ein, bekommt jedoch am Ende (Cliffhanger im Übrigen) eine extrem wichtige Rolle aufgetragen, die nur für wenige Augenblicke innerhalb dieses Spiels zu sehen ist. Ihr gegenüber steht Caius, ein sogenannter Wächter, der die Zeitseherin Jul (Yuel im Englischen) beschützen muss. Caius ist extrem gerissen und ein wahnsinnig charismatischer Typ, der zwar nicht ganz an das Kaliber von Sephirot oder Kefka heranreicht, aber durchaus in einer Liga mit ihnen spielen kann – wenngleich nur auf Platz 3, versteht sich. Und das finde ich gut! Endlich wieder einen Feind zu haben, den man einerseits hasst, andererseits aber auch Mitgefühl für seine Taten entwickeln kann, sobald die Katze der Storyline nämlich aus dem Sack ist.
Und dann wäre da noch Serah, die neue Hauptprotagonistin des Spiels, die eine ähnlich tragische Rolle erfüllt wie damals Aerith. Die etwas sehr farblose und wenig stark behandelte rothaarige, schüchterne Schwester von Lightning entwickelt eine sehr liebenswürdige und vor allem mutige Person innerhalb der Story. Zu ihrer Seite gesellt sich Noel, der vom Ende der Welt im Jahre 700 AF (JS im dt. – stehend für die Jahre nach dem Fall Cocoons auf Pulse), mittels Zeitmanipulation zu Serah ins Jahr 001 AF begibt, um eben jene Ereignisse zu verhindern, die sich in seiner Gegenwart ereignet haben. Ob das gelingt und ob die Zeitlinie wirklich behoben werden kann? Das verrate ich natürlich nicht. Aber: Wer auf Zeitreisen, Zeitmanipulation, Auswirkungen von Taten in der Zukunft, die die Vergangenheit beeinflussen und umgekehrt, steht, wird Final Fantasy XIII-2 lieben. Und generell erscheint der Plot sehr, sehr ausgefeilt und bietet sehr viel Spielraum für Fantasien und Überlegungen. Durch die neun Paradox-Enden und das geheime Ende sowie das Standard-Finale gibt es ohnehin genug zu erleben. Die tollen englischen Sprecher betonen die zeitweilige Dramatik im Spiel allzu gut und sorgen für ein rundum gelungenes Spielerlebnis im Punkto Zwischensequenzen.Story-technisch hat Final Fantasy XIII-2, meiner Meinung nach, nur einen fatalen Fehler gemacht: Die tatsächliche Intention und das Ende des Spiels sind ungefähr nach dem Turm von Augustia (Mitte des Spiels) bereits vorauszusehen.
Kupo, Kupo!
Das Spiel wurde in Punkto Gameplay natürlich sehr weit ausgebaut. Die vorbeschriebenen Kämpfe aus Teil 13, wo ihr die Gegner bereits im Voraus gesehen habt, sind wieder weg und stattdessen gibt es „Zufallskämpfe“. Das Mogronometer bestimmt, ob ihr einen Präventivschlag ausführt, normal angreift oder in einen Hinterhalt geratet – all das angezeigt in den Farben von grün über gelb bis rot. Das Wort Mogronometer kommt natürlich von Mogry, dem treuen Begleiter von Serah – Serienkenner werden Mogry eher unter Moogle kennen und wissen natürlich sofort, um welchen Charakter es sich hierbei handelt und verstehen auch die Anspielung „Kupo, Kupo!“ sofort. Das Kampfsystem wurde im Grundaufbau beibehalten – durch verschiedene Paradigmen wählt ihr die verschiedenen Rollen der Charaktere aus und könnt damit taktisch sehr aktiv gegen eure Feinde kämpfen. Brecher und Verheerer sorgen für den Schaden, wobei letztere sehr gut geeignet sind, um Serienboni zu sammeln und Feinde in Schockzustände (+200% oder gar noch mehr Schaden auf das aktuelle Ziel) zu versetzen, und erstere, um die Serienboni dingfest machen, damit sie nicht so schnell verlieren. Augmentoren verleihen der Gruppe wichtige Stärkungszauber (Protes, Vallum und Konsorten) und die Manipulatoren setzen allerhand Schwächungszauber ein und können feindliche Stärkungszauber verbannen. Heiler tun das, wofür der Name steht, während die Verteidiger wie der klassische „Tank“ aus MMORPGs die Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Neu in den Kämpfen ist der Blutung-Schaden, den euch hin und wieder einige Gegner verpassen können. Diese Angriffe sind ziemlich fies, da sie die maximalen Lebenspunkte eurer Recken dauerhaft für den Kampf senken. Zwar könnt ihr über Bluttränke 100 TP wiedergewinnen, allerdings verliert ihr dadurch natürlich eine Runde mehr an Angriffskombinationen. Und gerade bei einigen Bossgegnern, deren Design extrem gut gelungen ist, macht sich diese Art von Angriff als herausfordernde Komponente sehr gut. Nichtsdestoweniger gibt es zwischen üblichen Feinden und den Bossen eine riesige Kluft in Sachen Schwierigkeit: Alle Gegner lassen sich natürlich mit der richtigen Herangehensweise locker besiegen, aber manche Bosse sind auch damit noch extrem hart – ich denke hierbei vor allem an die Endkämpfe oder das Schismen-Paar, dessen Mechanik extrem cool ist: Ihr habt zwei Gegner vor euch, die sich gegenseitig wiederbeleben, wenn der andere stirbt. Es gilt also: beide gleichzeitig auf wenige Lebenspunkte schlagen und dann sehr schnell nacheinander umklatschen, bevor die Wiederbelebung durchgewirkt ist. Übrigens: Quick-Time-Events (QTE) haben nun auch die Final Fantasy-Reihe erreicht und so werdet ihr nicht mehr zum passiven Zuschauer verdammt, sondern dürft aktiv am Geschehen teilnehmen. Wenn ihr scheitert, dürft ihr den Kampf übrigens nochmal von vorne beginnen – passt also immer schön auf! Ach und: Die Monster an eurer Seite können Spezialattacken ausführen, die ebenfalls QTEs auslösen.
Schnapp sie dir alle!
Ähnlich wie in Pokémon könnt ihr Monster fangen (passiert automatisch nachdem ihr sie besiegt habt) und sie trainieren, wofür euch das bekannte Kristarium zur Verfügung steht. Zudem besitzen die Kreaturen vorbeschriebene Rollen im Gegensatz zu Serah und Noel. Ihr könnt drei Monster zu einem Gespann verbinden und diese in eure aktiven Paradigmen einbauen. Es gibt darüber hinaus fünf verschiedene Klassifikationen von Monstern – am Anfang bekommt ihr nur „Tier 1“-Monster vorgesetzt, die natürlich am Ende des Spiels leider sehr schlecht sind und ihr dafür mindestens Tier 4 oder Tier 5 besitzen solltet. Sehr interessant ist auch: Ihr könnt einige Monster opfern („Transfusion“ genannt), um ein anderes zu stärken bzw. gewisse Fähigkeiten zu vererben. Dadurch ergeben sich natürlich extrem geniale Möglichkeiten zur Entwicklung jener Kreaturen.Das Monster-Kristarium gestaltet sich aber etwas anders als das von Serah und Noel, denn im Gegensatz zu den beiden gibt es keine gesonderten Erfahrungspunkte für die Monster, sondern Items, die ihr entweder bei Chocolina für horrende Preise kauft oder aber als Beute von gelegten Monstern erhaltet. Die verschiedenen Kristalle geben ihnen neue Fähigkeiten, verbessern die Werte oder geben allgemeine Boni für die entsprechende Rolle. Die Möglichkeiten mit den Monstern ließen sich nun noch locker weitere 1.000 Wörter ausformulieren, doch da möchte ich euch einfach den Spaß überlassen und Entdecker der Möglichkeiten spielen lassen – denn dieses Feature wertet die Kämpfe und generell das Geschehen ungemein auf. Einen kurzen Abstecher zum allgemeinen Kristarium will ich auch an dieser Stelle anbringen: Es wurde massiv entschlackt – wenn man fies ist, könnte man auch „casualisiert“ sagen, damit es auch jeder versteht. Anstatt jeder Rolle ein eigenes Kristarium zu spendieren, gibt es nur noch eines und je Kristall könnt ihr selbst auswählen, welche der verschiedenen Rollen verbessert werden soll. An gewissen Stellen/Level der jeweiligen Rolle gibt es neue Fähigkeiten und habt ihr dann das Kristarium umrundet, könnt ihr auswählen, ob ihr die Rolle verbessern möchtet, mehr Ausrüstung tragen können wollt oder euer ATB-Balken um eines aufgewertet wird.
So viel zu tun, so viel zu erleben!
Während eurer Reise sammelt ihr Fragmente, die zunächst nur als Lösungsmittel für Noels Erinnerungslücken zu dienen scheinen, in der Spaßstadt Serendipity jedoch zu coolen Fragmentfähigkeiten gewandelt werden. Dadurch kann Mogry zum Beispiel Schätze leichter finden, selbst wenn sie besser versteckt sind, oder ihr könnt weiter springen, bekommt mehr Geld beim Verkaufen von Gegenständen, könnt Chocobos ohne Verlust von Giza-Kraut verwenden und so weiter und so fort. Ja, das sind nur Bequemlichkeits-Fähigkeiten, aber sie machen das Spielerlebnis sehr viel angenehmer, sobald man sie ein Mal hat. Auf der Reise durch die Zeit – ähnlich wie in Chrono Trigger vom Prinzip – werdet ihr auch unvollständige Orte antreffen wie zum Beispiel die Stadt Oebra in AF 200. Dort müsst ihr Paradoxe lösen, indem ihr einige Rätsel-Level abschließt. Die ersten sind noch sehr simpel und erfordern lediglich das Laufen über herunterfallende Platten, auf denen sich Kristalle befinden. Hernach aber werden sie immer komplizierter und ihr müsst gewisse Regel einhalten, die die Sache durchaus knackig gestalten.Um durch die Zeit zu reisen, benötigt ihr Artefakte bzw. Urartefakte, um auch Gegenden abseits des eigentlichen Hauptstranges zu bereisen. Je nach Gebiet gibt es eines oder gar mehrere Portale, die ihr öffnen könnt – teilweise auch gar keine, die euch weiterführen, wenn ihr in eine Sackgasse geraten solltet. Darüber hinaus gibt es auch noch Artefakte, die bestimmte Level rückgängig machen, wodurch ihr ein Szenario nochmal spielen könnt und in den tollen „Dialog-Triggern“ (ähnlich wie in Mass Effect) eure Antworten auf gewisse Fragen neu geben könnt, um die Reaktion bzw. Konsequenzen daraus zu sehen. Zudem gibt es in allen Gebieten zahllose Nebenaufgaben abzuschließen, die von simplen „Besorge Objekt x“ über „Verschaffe mir alle Karten des Spiels mit 100% Entdeckungszustand“ bis hin zu „Sammle alle Monsterdaten“ reichen – an Abwechslung wird es diesmal tatsächlich nicht mangeln. Die Linearität des Vorgängers ist ebenso etwas entschlackt worden, wenngleich keine komplett offenen Level geboten werden, wie zum Beispiel in Final Fantasy 7, 8 oder 9.

Technisch ist Final Fantasy XIII-2 einfach nur richtig gut. Die Präsentation ist zu jeder Zeit superb und weiß zu gefallen – seien es die klasse inszenierten Zwischensequenzen, die Effektgewalt bei den Kämpfen, die riesigen Bosse oder die tollen Städte; das Auge wird mit jedem Moment aufs Neue verwöhnt. Vor allem Akademia in AF400, wo es als glorreiche Metropole der Zukunft zu sehen ist, ist der Hingucker schlechthin. Klasse Arbeit, Square Enix.
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... WeiterlesenFinal Fantasy XIII-2 offiziell angekündigt
Square Enix kündigt heute eine neue Veröffentlichung für den kommenden Winter an: Final Fantasy XIII-2, für PlayStation 3 und Xbox 360. Dabei handelt es sich um eine Fortsetzung zu „Final Fantasy XIII“, welches im März 2010 in Europa erschienen ist und seitdem insgesamt 6 Millionen Einheiten weltweit verkauft hat. „Final Fantasy XIII-2“ befindet sich derzeit [...]
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