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Eure Wertung:
19 votes
7.2

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FIFA 11
Release: bereits erschienen
Genre: Sport
System: PS3
Hersteller: EA Sports
Vertrieb: Electronic Arts
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FIFA 11

Geschrieben von: am 06.10.2010
Alle Jahre wieder, oder wie mag man so schön sagen, wenn es um die jährlichen Neuerscheinungen der EA-Sports-Titel geht? Nachdem NHL 11 schon erschienen ist und durchweg gute Kritiken erhalten hat, folgte letzte Woche das hierzulande wesentlich beliebtere Fussballpendant FIFA 11, das sich seit der der 09er-Version Stück für Stück verbessert hat und nun erneut die Messlatte ein Stückchen höher schrauben will. Die kanadischen Entwickler von EA Sports wollen mit ihrer aktuellen Vollpreisversion keine neuen Wege gehen, sondern vielmehr die Ecken und Kanten noch mehr aufbessern, damit der schon geniale Vorgänger einen würdigen Nachfolger bekommt. Wir haben uns mal wieder für euch auf den virtuellen Rasen begeben und können schon im voraus verraten, dass FIFA 11 noch besseren Fussball bietet, als im letzten Jahr und der Spielspaß auch nach zahlreichen Stunden keineswegs abklingt.

Neues altes FIFA

Klar, denjenigen von euch, die auf der gamescom an EAs Fussballbollwerk bzw. an der Demo Hand anlegen konnten, wird aufgefallen sein, dass sich der neue Ableger doch kaum zum Vorgänger unterscheidet. An der Optik hat sich genauso wenig getan wie an der 360 Grad-Steuerung und ich muss ehrlich zugeben, dass ich nach den ersten paar Partien keine große Innovationen finden konnte, dafür aber fein im Detail abgestimmte Neuerungen, die das Spielgeschehen noch mehr aufwerten.

Zwar ist das Menü mit seiner Schrift generalüberholt worden, genauso wie die Musik, die dieses Jahr mit aktuellen Songs und mehr Abwechslung richtig gut ist und im Hauptmenü für ordentlich Flair sorgt, aber das sind nur optische, wie auch akustische Details, die man als Spieler sofort wahrnimmt, wie ebenfalls das neue Kommentatoren-Duo Breuckmann und Buschmann, die meines Erachtens aber keine große Bereicherung für das Fussballerlebnis sind, da Herr Buschmann mit seiner Stimme sprachlich kaum aktiv ist und die Kommentare oft nicht mit der auf dem Platz jeweiligen Situation zusammenpassen. Wenn man als Zuschauer zu hören bekommt, das Kagawa von Borussia Dortmund soeben einen Abstauber gemacht hat, dieser aber mit seiner Schusstechnik aus 20 Metern in den rechten Winkel getroffen hat, dann ist man sich auch als Spieler der Sache bewusst, dass hier die Abstimmung nicht rund läuft und die Entwickler in diesem Punkt keine saubere Arbeit geleistet haben. Wem zudem die häufig wiederholenden Phrasen der beiden auf die Nerven geht, der kann die Stimmen abschalten und sich ganz auf die unglaubliche Stadionatmosphäre konzentrieren, die wieder einmal den Fussball ins Wohnzimmer bringt. Mit einem guten Soundsystem bekommt der Fan genau was, was er erleben will: Fangesänge und Jubelschreie, als ob man sich in einem Stadion befindet. Besonders die Derbys wie Schalke gegen Dortmund oder der Hamburger SV gegen Werder Bremen sind ein Genuss für die Ohren.

Wem das nicht reicht, der kann sich bequem auch Fansgesänge aus dem Internet laden und diese ins Spiel integrieren. Wer zudem gerne Herbert Grönemeyer mit seinem Song Bochum als bekennender Fan des Ruhrpottvereins als Einmarschmusik seiner Lieblingsmannschaft hören möchte, der kann diese problemlos integrieren. Oder aber ihr baut euch eure eigene WM nach und baut den unvergesslichen Vuvuzela-Sound ein.



Gewohntes Lizenzpaket

Nach wie vor wartet FIFA 11 mit einem ordentlichen Lizenzpaket auf, wie man es von der Serie gewohnt ist. Neben den beiden deutschen Bundesligen sind typischerweise auch die ersten und zweiten Ligen aus fast ganz Europa integriert. Darüber hinaus sind nord- und südamerikanische Vereine vertreten und auch die russische Liga, die ja mittlerweile sowieso als sehr attraktiv angesehen wird. Man nehme das Beispiel Rubin Kazan, die mit Martins von Wolfsburg und Carlos Eduardo von Hoffenheim zwei starke und nicht ganz billige Spieler verpflichtet haben. Auch Kuranyi spielt schon seit einer Saison im Hauptstadtclub des Landes, denn in Russland wächst der Fussballboom stärker an, als man es für möglich gehalten hätte. Wer möchte, der darf sich natürlich auch mit zahlreichen Nationalteams vergnügen und Länderspiele austragen.

Auch bei den Spielmodi hat sich nicht wirklich etwas getan. Neben schnellen Spiele mit Freunden oder gegen den Computer kann man auch eigene Turniere erstellen sowie im umfangreichen Online-Modus sein Können unter Beweis stellen.

Mittendrin, statt nur dabei

Ein wenig aufgepeppt wurde hingegen der Karrieremodus. Hier entscheidet man sich zunächst für eine Laufbahn zum Manager, Spielertrainer oder als Profi-Fußballer, wie man es vom Be a Pro-Modus kennt, wobei man hier den Namen auf Virtual Pro geändert hat, was auch einen tiefgründigeren Hintergrund hat.



Nachdem ihr euch also einen eigenen Spieler kreiert habt, wobei ihr hier das Aussehen genauso ändern könnt wie die Position, auf der ihr Spielen wollt, unterschreibt ihr einen Vertrag beim Verein eures Vertrauens und erlebt die komplette Karriere als einzelner Spieler auf dem Platz, wobei man bei Virtual Pro seine Werte nach und nach aufbessern kann. Das beutet in der Praxis: Macht ihr zahlreiche Dribblings bekommt ihr einen Zusatzpunkt in der Dribble-Spalte, trefft ihr aus einer guten Entfernung das Tor, wird die Schusstechnik aufgebessert und so weiter und so fort. Das ganze System erstreckt sich über die gesamte Laufbahn und ist ziemlich motivierend, auch wenn es passieren kann, dass ihr vom Trainer für ein wichtiges Spiel nicht berücksichtig werdet, oder ihr euch verletzt und somit eventuell eine wochenlange Pause hinnehmen müsst. Schade nur, dass ihr in solch einer Situation nur die Wochen via Kalender abklappern könnt, ohne dabei spielen zu können. Wieso spielt man nicht bei den Amateuren, wenn man vielleicht ein kleines Tief bei den Profis hinnehmen muss? Hier hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Großartig hingegen ist die Tatsache, dass man nach seiner aktiven Profikarriere beim gleichen Verein den Managerposten bekommen kann.

Wer nicht als Feldspieler aktiv sein will, der kann neuerdings auch als Torwart eine Karriere beginnen. Dabei macht es richtig Spaß, den bevorstehenden Torschuss zu erahnen und per rechten Analog-Stick in die richtige Ecke zu springen. Auch das vorzeitige Herauslaufen mit dazugehörigem Absenken auf den Rasen ist möglich, genauso wie das Ein- und Ausschalten diverser Hilfen, die dann unterstützend wirken. Leider kann man das Spiel der Computermitspieler als Torwart nicht beeinflussen, indem man z.B. per Knopfdruck quasi einen Pass herbei zwingt. Somit kommt man als Torwart oft in eine Leerlaufsituation, was für Einige auch langweilig wirken könnte.

We are 11

Passend zur Jahreszahl vom neuem FIFA-Ableger gestaltet sich auch der Werbeslogan. "We are 11" symbolisiert den Teamgeist, genauso wie die Tatsache, das elf Mann einer Mannschaft auf dem Platz stehen. Doch Electronic Arts geht mit dem Slogan noch einen Schritt weiter und will darauf hinweisen, dass man nun im Multiplayer mit stolzen 22 Spielern gleichzeitig spielen kann. Das bedeutet, dass mittlerweile pro Mannschaft jede Position besetzt wird, einschließlich die des Torwarts. Man mag sich jetzt fragen, wie man 22 Spieler findet, die gleichzeitig miteinander Spielen wollen, und ob es nicht zum Chaos auf dem satten Grün kommt, wenn alle Freunde wie bekloppt durch die Gegend rennen, aber man stelle sich nur einmal vor, dass man ein eingespieltes Team ist und man gegen einen ebenso würdigen Gegner spielt, dann dürfte dem Spaß auf jeden Fall nichts mehr im Wege stehen.

Selbstverständlich ist der Multiplayer, besonders Online, wieder ein richtiger Hochgenuss. Man kann Freundschaftsspiele erstellen, Turniere gestalten und auch an Ranglisten-Partien teilnehmen. Sogar das Vergleichen von Statistiken ist möglich, denn das Spiel hält all eure Aktionen genau fest. Der Netcode läuft wie üblich flüssig und die Darstellung auf dem Bildschirm bleibt stets ruckelfrei. Auch euer eigener Virtual Pro-Charakter kann für Online-Partien genutzt werden.



Neue Animationen, neues Spielgefühl

Der wichtigste Bestandteil von FIFA ist und bleibt aber der spielerische Aspekt. Was bringt eine wunderbare Präsentation, wenn das Spielgefühl nicht das hervorbringt, was man sich als Fussballfan wünscht? Ich kann beruhigt sagen, dass Electronic Arts es tatsächlich geschafft hat, noch mehr Dramaturgie ins Spiel einzubauen. Das beginnt schon bei den vielen neuen Animationen. Diese machen sich besonders bei den fesselnden Zweikämpfen bemerkbar. So ist es schön anzusehen, wenn ein Arnautovic von Bremen auf einen Dante von Borussia Mönchengladbach trifft und sich beide gegenseitig versuchen, per Körpereinsatz den Ball abzunehmen. Auch die Laufduelle sind dieses Mal wesentlich intensiver in Szene gesetzt, genau wie die Schüsse aus der zweiten Reihe. Denn dank der neuen Ballphysik, die den Ball schwerer wirken lässt, senkt sich das runde Leder auch nach einem straffen Weitschuss gefährlich ab, so dass man gerade mit Schusskünstlern wie Dzeko auch mal aus 20 Metern bedenkenlos abziehen kann.

Es ist dieses Mal auch nicht mehr so einfach, gezielte Flanken in den Strafraum zu bringen und dann ein Tor zu erzielen. War es beim Vorgänger noch der Fall, dass sich die Tore oft sehr ähnelten, muss man in der aktuellen Version mehr Taktik einsetzen, um erfolgreich zu werden, denn die Pässe müssen selbst bestimmt werden, sei es in der Stärke oder der Richtung, wodurch dem Spieler auch mehr Feingefühl abverlangt wird. Das Passsystem, das nun komplett ohne Hilfe auskommt, macht das Geschehen auf dem Platz somit noch einen Tick realistischer, was auch daran liegt, dass auch zwei Stürmer gleichzeitig den freien Raum suchen können, um einen gefährlichen Pass in den Lauf zu bekommen. Zudem fällt auf, dass die Verteidigung etwas an Stärke gewonnen hat und nun intelligenter bei Pässen reagiert. Oft kann man schon einen Pass abfangen, um den Ball zu bekommen, ohne dabei ein Foul begehen zu müssen.

Auch die KI der Torhüter hat sich extrem verbessert. Diese lassen sich nun nicht mehr mit den typischen Lupfern aus dem Konzept bringen, sondern reagieren auch auf diese, indem sie plötzlich hochspringen. Falls der Keeper mal vorzeitig aus dem Tor geholt wurde, kann dieser nun auch schnell wieder zurücklaufen oder hechten, um noch in letzter Sekunde den Ball neben den Pfosten zu lenken. Es ist ein wahrer Genuss, die tollen Paraden der Torhüter zu sehen und wie sie sich richtig in den Ball schmeißen oder in letzter Sekunde die Arme heben.

FIFA 11 wirkt durch die neue Animationen, das feinfühligere Passsystem, die stärkere Abwehr inkl. den stark verbesserten Torhütern und die aufpolierten Ballphysik nun wesentlich stimmiger, was man aber erst nach einigen Spielen zu schätzen weiß, denn auf dem ersten Blick hat sich - wie schon so häufig gesagt - nicht viel getan, erst nach und nach sieht man die unzähligen kleinen Verbesserungen, die das Spiel wertvoller erscheinen lassen.

Mehr Persönlichkeit

Eine weitere Neuerung ist Personality+. Dieses Feature zieht regelmäßig die aktuellsten Daten der richtigen Profis aus dem Netz und passt diese ihrer aktuellen, realen Verfassung an. Denn in FIFA 11 gibt es Attribute, mit denen die Spieler bestückt werden. So gibt es die jeweiligen Spezielfähigkeiten Lufthoheit, Dribbler, Spielmacher und Knipser, die den vereinzelten Spielern quasi dazugerechnet werden. Das bedeutet zum Beispiel, das Peter Crouch, der als „Riese“ im Sturm von Tottenham mit der Fähigkeit Lufthoheit ausgestattet ist und somit die Wahrscheinlichkeit höher ausfällt, dass dieser mit dem Kopf ein Tor erzielt, als ein Spieler, der dieses Attribut nicht besitzt. Das System macht demnach auch im virtuellen Spiel richtig Sinn, da hier die Unterschiede stark erkennbar sind und man sich als Spieler genauer überlegt, mit welchem Spieler man wohl welche Aktion am besten durchführt. Somit ist auch ein Rafael Van der Vaart für gezielte Pässe besser geeignet als ein Spieler, dem nicht die Spielmacher-Fähigkeit zu Gute kommt.

Durch das ständige Aktualisieren der Daten verändern sich auch die Fähigkeiten der Stars. Dadurch hat man noch mehr das Gefühl, den Fussball realer zu erleben und näher an den beliebten Sport heranzurücken.
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Kommentar

Electronic Arts zeigt mit FIFA 11 den Fussball, den man als Fan im heimischen Wohnzimmer erleben will. Die Stadionatmosphäre ist großartig, das Spielgefühl besser denn je, der Multiplayer nach wie vor fesselnd und das Gesamtpaket überzeugt auf ganzer Linie. Auch wenn die neuen Kommentatoren in Form von Herrn Breuckmann sowie Herrn Buschmann nicht sehr überzeugend wirken und auch die grafische Präsenz nicht ganz an die Konkurrenz aus dem Hause Konami herankommt, muss man sich als Fussballfan eingestehen, das FIFA nach wie vor die Nummer 1 auf dem Platz bleibt. Dank eines leicht überarbeiteten Gameplays und noch mehr Animationen sowie der stärkeren KI in der Abwehr, ist es den Entwicklern gelungen, FIFA noch realistischer zu gestalten und den Simlulationsanspruch weiterhin gerecht zu werden.

Tops

  • tolle Stadionatmospähre
  • gutes Spielgefühl
  • umfangreiches Lizenzpaket
  • viele neue Animationen
  • individuelleres Passsystem
  • umfangreicher Multiplayer
  • Spezialfähigkeiten für Spieler
  • offener Spielaufbau
  • bessere Ballphysik
  • stimmiger Soundtrack
  • stärkere KI
  • umfangreiche Karriere
  • überarbeiteter Virtual Pro-Modus

Flops

  • schwache Kommentatoren
  • unpassende Kommentare
  • Spielergesichter nicht immer optimal
  • leichtes Tearing
  • fragwürdige Schiri-Entscheidungen

Bewertung

Grafik 12
 Punkte
Sound 14
 Punkte
Gameplay 14
 Punkte
Steuerung 13
 Punkte
Multiplayer 14 Punkte

Gesamtwertung

89 Prozent

Spiel der Woche


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