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Fairytale Fights
Release: erschienen
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Fairytale Fights

Geschrieben von: am 18.11.2009
Es gibt Spiele, die muss man manchmal mehr als ein Mal durchspielen, um wirklich einen großen Sinn darin zu finden. Es gibt leider aber auch Titel, die möchte man als Redakteur nach nicht weniger als 20 Minuten unverzüglich aus dem Laufwerk schmeißen, weil sie in Design, Stil, Technik und vielen weiteren Dingen komplett versagen. Nun, Fairytale Fights gehört zu den Spielen, die kurz ausgeliehen, durchgespielt und wieder abgegeben werden. Warum? Es ist so wahnsinnig monoton!

Die Geschichte des Spiels ist so schwach, dass der Eindruck entsteht, sie wäre lediglich ein Vorwand, die Hektoliter Blut spritzen zu lassen. Es geht nämlich darum, berühmte Märchenfiguren wie Schneewittchen, Rotkäppchen oder auch den nackten Kaiser wieder populär zu machen, was nur durch Heldentaten möglich ist, etwa durch den Fund eines Schatzes. Klingt vielleicht am Anfang noch ganz nett, entpuppt sich dann aber als sinnbefreite Splatter-Orgie mit wahnsinnig vielen Designfehlern.

Designfehler wohin das Auge sieht

Ich bin zwar kein Spieledesigner, doch nach über fünf Jahren in der Gamingbranche und mehr als Tausend gespielten Spielen weiß man einfach, wo jeder gute Verstand eines Redakteurs endet. Und das tut er hier. Angefangen bei der grausamen Kamera, die sich miserabel positioniert, sodass euer Charakter viel zu klein dargestellt und nahezu unsichtbar ist. Im Hauptmenü des Spiels, dem Dorf, kommt es sogar vor, dass ihr den Darsteller komplett aus den Augen verliert und mühsam irgendwo hinlatscht, damit ihr ihn bzw. sie wiederfindet. Dass sich das Ding erst gar nicht verstellen lässt, bringt gelegentlich um den Verstand – und vor allem bei den vielen Kämpfen.

Der nächste Totalausfall betrifft die Steuerung sowie die „Kämpfe“. Es ist okay, dass sich der Heroe mit dem linken Stick steuert, doch die restliche Tastenbelegung wurde offensichtlich vollkommen willkürlich ausgewählt. Mit dem rechten Stick vollführt ihr nämlich Angriffe aller Art – ein Muster, wonach sich die Angriffe richten, habe ich auch nach mehreren Spielstunden nicht finden können. Es scheint komplett dem Zufall zu unterliegen, wann ihr welchen Move ausführt und wann eine bestimmte Schlagkombo ausgelöst wird. Aber hey, wenn der benötigte Durchschnitts-IQ für dieses Spiel auf Höhe eines Feldweges ist, dann wollen wir doch auch mal den lausigen Schwierigkeitsgrad ansprechen.

Eines direkt vorneweg: Ihr könnt nicht sterben. Was bei Prince of Persia vielleicht noch hinnehmbar gewesen ist wegen der ganzen Sprungpassagen, wird bei Fairytale Fights zu einer Farce sondergleichen, denn selbst während eines Bosskampfes steht ihr einfach so wieder auf und könnt ihn erneut probieren. Keine Auswirkungen, keine neuen Hindernisse. Einfach drauf los. Wo liegt da noch der Anreiz darin, den Titel durchzuspielen, wenn es einfach keinerlei Herausforderung gibt außer der, nicht umzufallen?

Ebenso tragisch, wie auch fast schon vorhersehbar: Zwar sieht Fairytale Fights grafisch ganz nett aus, doch Design-technisch passen die 2D-Gebiete nicht mit der 3D Steuerung zusammen, was wohl aber auch an der miserablen Kameraführung liegt. Die Folge daraus ist, dass ihr euch immer wieder zwischen „Sieht ganz nett aus“, „Weshalb kann ich dort nicht hoch?“ und „Warum sehe ich die Gegner nicht?“ bewegt. Es ist schier unfassbar, wie viel Spaß verloren geht, weil ihr einen Gegner aufgrund der miserablen Kamera nicht seht oder nicht trefft, weil die Steuerungserkennung willkürlich ein anderes Ziel anvisiert hat als das, was ihr eigentlich angreifen wolltet.

Testergebnis

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Kommentar

Es ist erstaunlich, wie schnell sich das Bild eines Spieles innerhalb von Minuten wandeln kann. Während mir Fairytale Fights auf der gamescom noch gefallen hatte, muss ich nun alle meine bzw. Victors lobenden Worte zurücknehmen und richtigstellen: Fairytale Fights hat so unglaublich viele Designfehler wie sonst kaum ein anderer Titel. Sei es das miese Questdesign innerhalb der verworrenen Stadt, die unterdurchschnittliche Kameraführung oder das vollkommen willkürliche Kampfsystem. Nichts passt, nichts macht mehr als zehn Minuten Spaß und das trotz einer einfachen Idee. Versagt auf ganzer Linie, schade drum.


Tops

  • Idee ganz nett
  • Online-Modus/Koop-Modus…
  • Grafisch ansehnlich…

Flops

  • Miserable Kameraführung
  • … jedoch behindern Einblendungen die Sicht des zweiten Spielers und…
  • … es ruckelt doch recht häufig
  • Steuerung komplett verhunzt
  • ... jedoch unglücklich gewählte 2D-Hintergründe ohne Interaktivität
  • „Story“ lediglich Vorwand für die Blutorgie
  • Hektoliterweise Blut
  • Nur drei Waffentypen (trotz vieler Waffen)
  • Collectables bringen keinen Nutzen

Bewertung

Grafik 08
 Punkte
Sound 05
 Punkte
Gameplay 04
 Punkte
Steuerung 05
 Punkte
Mehrspieler 07 Punkte

Gesamtwertung

48 Prozent

Spiel der Woche


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