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Eure Wertung:
6 votes
9.0

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Dark Souls
Release: bereits erschienen
Genre: Rollenspiel
System: Xbox 360, PS3
Hersteller: From Software
Vertrieb: Namco Bandai Games
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Dark Souls

Geschrieben von: am 15.11.2011
Eines der wohl schwersten Spiele der aktuellen Konsolengeneration geht in die nächste Runde und viele Fans konnten es kaum erwarten, ihre ersten Schritte in die durch Dunkelheit, Trostlosigkeit, Angst und Hoffnungslosigkeit geprägten Welt von Dark Souls zu setzen und tausend Tode zu sterben. Doch warum lassen sich die Spieler immer wieder in die Tiefen dieses Universums mitreißen, obwohl doch auf den ersten Blick nichts auf einen durch Freude, Euphorie und vor allen Dingen jeder Menge Genugtuung angetriebenen Spieleabend hindeutet? Diesem Mysterium sind wir in unzähligen abendlichen Spielstunden nachgegangen und ihr erfahrt die Auflösung natürlich wie immer bei uns im Test.

Aller Anfang dauert lang

Auch in Dark Souls gibt es nicht einmal zum Anfang einen Grund für freudiges Lachen, um der Welt zu zeigen, dass es einem doch gut geht und man froh ist, am Leben zu sein. Nicht nur erwachen wir in einem modrigen, stinken Kerker, ohne jeglichen Anschein von lebensspendendem Licht, sondern müssen gleich zu Beginn feststellen, dass unser Charakter nicht sonderlich gesund aussieht und schon gar nicht so, wie wir ihn zuvor im umfangreichen Editor erstellt haben. Nach zahlreichen Einstellungen für Statur, Größe, Behaarung und der noch weitreichenderen Gestaltung des Gesichts unseres Alter Ego, konnten wir, bevor es dann richtig los ging, wie schon in Demons Souls aus verschiedenen spezifischen Charakterklassen wählen. Dabei ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei. Ob nun der Mann fürs Grobe in Form des Kriegers oder der hinterlistige, lieber aus dem Schatten heraus agierende Dieb und eben ganz traditionell, der in jeglichen magischen Künsten bewanderte Zauberer. Natürlich wird auch Spielern, die sich nicht recht entscheiden können, wie sie später die Herausforderungen angehen sollen, die Möglichkeit geboten aus Berufen zu wählen, welche sich nicht direkt auf einer Seite einordnen lassen können. Der Vagabund ist in der Lage Magie zu wirken, aber auch physisch durchaus mal hier und dort auszuteilen, während der Jäger zwar lieber auf Abstand geht und mit Pfeil und Bogen die Reihen der Feinde lichtet, sich aber auch bestens darin versteht, ein Schwert zu schwingen, wenn es mal hart auf hart kommt. Schon allein die Wahl der Klasse kann euch vor quälende Minuten der Unsicherheit stellen, denn jede von ihnen will auch wirklich anders gespielt werden.

Mit einem Pyromanten, dem Feuerfanatiker in der Gruppe, sollte man sich tunlichst von Feinden fern halten, während ein Bandit gar nicht erst daran denken sollte, Wunder der Heilung wirken zu wollen. Mit jeder gewählten Klasse ändern sich dementsprechend die anfänglichen Statuswerte eures Recken und nicht selten kommt es vor, dass ihr nach den ersten paar Stunden feststellt, dass die gewählte Ausrichtung so überhaupt nicht mit eurem Können und Spielstil übereinstimmt und ihr öfter damit beschäftigt seid, eure Überreste zu suchen, als im Spielabschnitt voran zu kommen. Selten hat sich die richtige Klassenwahl so direkt auf das späteres Spielgeschehen ausgewirkt. Nehmt euch also auf jeden Fall Zeit für die Charakterwahl und schaut in Ruhe die jeweiligen Statuswertveränderungen und Beschreibungen an, bevor ihr euch selbst in die Welt des Grauens stürzt. Und schmeißt das Spiel auf keinen Fall wutentbrannt in die Ecke, wenn euer Charakter nicht zu euch passt und ihr doch ein weiteres Mal von vorn anfangen müsst, um eine neue Klasse zu wählen, denn sonst würdet ihr eines der motivierensten und zugleich mitreißensten Spielerlebnisse seit Demons Souls verpassen.

Ist die Wahl einer Klasse dann endlich abgeschlossen, dürft ihr euch noch für ein spezielles Geschenk entscheiden, welches ihr mit auf den Weg nehmt. Ob das nun ein Generalschlüssel ist, welcher viele verschiedene Türen in den Gebieten aufschließt, durch die ihr sonst nur mit ganz bestimmten Schlüsseln gekommen wärt, oder ein Fernglas zum Spähen, bleibt ganz euch überlassen. Hilfreich sind die Items immer und ihr werdet sie noch früh genug zu schätzen lernen. Damit aber die Charakterwahl auch sichtbare Spuren hinterlässt, erhält jede Klasse eine eigene individuelle Ausrüstung. Da tragen die Krieger schwere Rüstungen, mit welchen sie behäbig durch die Gegend stapfen, aber dementsprechend viel einstecken können, während die Magierklassen mit leichten Roben ins Feld ziehen. Nur der Bettler darf auf nichts weiter als eine Keule, einen Lendenschurz und ein kleines Holzschild blicken und stellt für alle Anbeter von Schmerz und Leid die richtige Wahl dar.

Doch müsst ihr euch keine Sorgen machen, wenn einen der Drang überkommt und ihr eurem Krieger partout ein Wunder beibringen wollt, um euch zu heilen oder ihr euer Schwert leid seid und lieber mit Feuerbällen um euch werfen wollt. Generell kann jede Klasse im späteren Spielverlauf alles lernen, so lang ihr die richtigen Charakterwerte erhöht. So wird es in den höchsten Levelregionen kaum noch einen Spieler geben, der nicht den ein oder anderen Zauber beherrscht und zudem noch ein Schwert oder Pfeil und Bogen führt. Die Charakterklassen beeinflussen lediglich die erste Hälfte des Spiels, stellen aber bis zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich klare Richtlinien, was ihr können und doch lieber bleiben lassen solltet. Doch ist ein Markenzeichen von Dark Souls die absolute Freiheit, welche ihr im Ausleben eures Charakters genießt. Denn nur weil eure Statuswerte euch nahelegen, dass ihr lieber zum Einhandschwert greifen solltet, bedeutet das nicht, dass ihr euch nicht auch einen dicken Zweihänder krallen könnt, um den Gegnern einen Scheitel zu ziehen. Doch solltet ihr immer im Hinterkopf behalten, dass dieses Vorgehen nicht unbedingt die effektivste Art ist, euren Charakter zu nutzen. Dies verdeutlicht euch Dark Souls recht schnell. Es wird euch also wesentlich schwerer fallen, eine Zweihandwaffe zu führen, wenn ihr nicht genug Stärke besitzt. Und wenn ihr euch trotz allen Widrigkeiten doch dazu entschließt, zuzuschlagen, dann „belohnt“ Dark Souls eure jugendliche Neugier mit einem sehr schwerfälligen Schwertstreich und anschließender Gleichgewichtsfindung.

Ihr seht, es gibt schon viele Dinge im Vorfeld zu beachten und es können mitunter Stunden ins Land gehen, um sich über die Folgen der bevorstehenden Charakterwahl im Klaren zu werden, bevor man auch nur einen digitalen Fußabdruck in der Welt von Dark Souls hinterlassen hat.

Aller Anfang ist verdammt hart!

Aber zurück zu unserem nicht ganz gesund aussehenden Helden im Kerker. Bevor wir die Gelegenheit haben unser entstelltes Gesicht näher zu betrachten, öffnet sich unversehens über uns eine Luke und ein unbekannter Gönner wirft einen Schlüssel hinunter. Anscheinend ist das Glück uns hold, denn wie sich herausstellt, ist dieses kleine rostige Etwas unser Weg hinaus aus dem modrigen Loch. Voller Zuversicht überschreiten wir die Schwelle unserer Zellentür, hinein in dunkle, beklemmend enge Gänge eines Verlieses. Anscheinend macht nicht nur unser Held eine erschreckend abgenutzte Figur, sondern auch die Anlage um uns herum. Wir waten durch verdreckte Gänge, an dessen Wänden der Unrat der letzten tausend Jahre zu kleben scheint und spüren es schon kommen. Das Gefühl, welches wir gehofft hatten durch die harte Schule von Demons Souls ablegen zu können. Neben der Neugier, was an der nächsten Abzweigung wohl auf uns wartet und stets das mickrige Schild schützend vor uns haltend, kriecht es doch unaufhaltsam unseren Rücken hinauf. Angst ist eigentlich keine angenehme Sache, stehen einem doch die Nackenhaare zu Berge und an den Handgelenken zeichnen sich weiß die Knöchel ab, da wir den Controller krampfhaft umklammern. Doch ist es genau diese Angst, welche uns freudig begrüßt und uns so vertraut mitteilt, dass wir wieder zu Hause sind, im Land der unvermeidbaren Tode. Auch wenn die ersten Gegner alles andere als angsteinflößend sind, stehen diese kümmerlichen Abbilder einst kräftiger Krieger doch nur in den dunklen Ecken herum und schauen mit ihren glasigen Augen an Orte, die wir selbst anscheinend nicht wahrnehmen können, weißt uns der erste Boss, welcher schon wenige Minuten nach Beginn auf uns wartet, in die Schranken. Ein turmhoher Dämon schwingt ein, zwei Mal seine riesige Keule und wir segnen das Zeitliche. Nun ja, was will man auch mit einem rostigen Schwert und einem moosbesetzten Holzschild ausrichten. Also wird nach Alternativwegen gesucht. Fündig werden wir in einer Nische direkt neben dem grölenden Riesen. Endlich ein Gang, welcher uns in trügerische Sicherheit führt.

Dieses Prinzip findet in der wirklich großen Welt von Dark Souls oft Anwendung. Es wird häufig vorkommen, dass ihr einem Feind nicht gewachsen seid, was aber nicht heißt, dass dort kein Vorbeikommen ist. Manchmal ist die Flucht nach vorn der beste Weg zum Ziel und nicht selten werden erst viel später vormals unbesiegbare Gegner dann doch endlich erlegt. Generell ist nicht nur das Startgebiet schon reichlich verzweigt und wartet mit Gängen, Treppenhäusern und verwinkelten Pfaden auf, die komplette Welt, welche ihr später nach und nach erforscht, ist weitreichend und gleicht in vielen Situationen eher einem Labyrinth. Da finden sich immer wieder neue Pfade oder kleine Höhlen, die man zuvor nicht gesehen hat und welche einen zu vollkommen neuen großen Arealen bringen. Entdeckernaturen werden also mit Dark Souls ihre helle Freude haben. Zocker, welche es aber durch Spiele wie Call of Duty oder Final Fantasy XIII gewohnt sind, schlauchartige Level zu durchstöbern, bei denen man schnell verlernt auch mal einen intensiven Blick zurückwerfen zu müssen, könnten schnell überfordert werden. So werden wir schon im Startareal zurück zum Boss geführt, um ihm ein für alle Mal den Gar aus zu machen, was nicht nur äußerste Achtsamkeit von uns fordert, sondern auch die nächsten drei bis vier Bildschirmtode. Im späteren Verlauf des Spiels werdet ihr immer wieder an bereits besuchte Ort zurückkehren müssen, um von dort aus entweder neue Pfade zu finden, für einen zuvor gefundenen Schlüssel endlich das passende Schloss ausfindig zu machen oder bei einem Händler weitere Utensilien zu kaufen. Gerade die Tatsache, dass viele Händler immer wieder in bereits bereisten Arealen aufgesucht werden müssen, was meist mit langwierigen Fußmärchen verbunden ist, kann einen schon mal den letzten Nerv rauben. Und wenn man unterwegs auch noch von den wiederbelebten Gegnern überraschend getötet wird, trägt das nicht gerade zum schon strapazierten Spielspaß bei.

Gib die Hoffnung nicht auf!

Nachdem auch endlich der erste Obermotz niedergestreckt ist, geht es auch schon weiter zum nächsten Abschnitt des Spiels. Vielen wird spätestens jetzt auffallen, dass sie eigentlich rein gar nichts über die Welt von Dark Souls wissen. Aus dem Intro hat man zwar mitnehmen können, dass vier große Lords die aufkeimende Dunkelheit bekämpften, welche mit dem Feuer in die von Drachen regierte Welt kam, doch was das alles mit euch zu tun hat und was aus den Lords geworden ist, bleibt lange Zeit unklar. Irgendwie fühlt man sich wie ein junges Küken allein im Nest, dessen Eltern darauf warten, endlich den ersten Flug ihres Zöglings zu sehen. Doch zum Fliegen kommt man eigentlich nie, stürzt man doch zu oft in die Arme des Todes. Niemand scheint einem brauchbare Hinweise geben zu wollen, was denn nun eigentlich geschieht und warum in drei Teufels Namen unser Held sich nicht nur dauerhaft halb tot fühlt, sondern auch wie ein wandelnder Toter aussieht. Dark Souls versorgt euch über die vielen Stunden Spielzeit hinweg nur mit Informationen im Häppchenformat und lässt die vollen Umfänge der Geschichte erst sehr spät erahnen. Es kommt durchaus vor, dass man nicht gleich auf Anhieb erfasst, was nun eigentlich das große Ganze ist. Die Entwickler wissen dieses Unwissen gut auszuspielen, indem sie jedes Areal mit viel Liebe gestaltet haben. Es gibt so viele verschiedene Gebiete, die mit vollkommen anderer Architektur, Landschaft und auch Witterung aufwarten. Kein Gebiet gleicht dem anderen und auch wenn man eigentlich nicht genau weiß, warum es einen in das nächste Stück der Welt von Dark Souls zieht, ist die Spannung und Vorfreude, aber auch die Angst vor etwaigen Gefahren, groß. Da durchschreitet man dunkle, mit Nebel überzogene Wälder, flüchtet über einen riesigen Lavasee vor gigantischen Dämonen oder erklimmt die Zinnen einer alten verwinkelten Burg. Als Spieler fühlt man sich klein und unbedeutend, in einer Welt, welche von Dunkelheit, Verderbnis und dem Tod regiert wird. Nur ein kleines Korn im riesigen Getriebe. Doch mit jedem Schritt, den man in neue Areale setzt und mit dem man dem Geheimnis immer ein kleines Stück weit näher kommt, spürt man förmlich wie aus dem einst so kleinen Korn ein immer weiter wachsender Fels wird. Ein Fels, der nicht nur dazu verdammt ist, die Geschicke der Welt als stummer Betrachter zu verfolgen, sondern auch maßgeblich an ihnen mitzuwirken. Obwohl dieser Prozess lange dauert und man bis zum Realisieren dessen unzählige Male kurz davor war, das Gamepad vor Frust in die Ecke zu schmeißen, macht gerade dies die schiere Faszination von Dark Souls aus.

Trotz all dessen ist es ein langer Weg bis dahin und es wird sicherlich den ein oder anderen Spieler geben, welcher diesen Punkt nie erreichen wird. Das ist ihm in dem Fall aber nicht zu verdenken, denn die Grenze zwischen absolutem, alles beherrschendem Frust und der Genugtuung, endlich einen Boss oder ein neues Areal nach unzähligen Versuchen gemeistert zu haben, ist sehr schmal. Dark Souls verzeiht genauso wie Demons Souls keine Fehler. Unachtsamkeit, Unbesonnenheit und nervöses Voranschreiten fordern in den meisten Fällen ihren sofortigen Tribut. Doch kommt es noch häufiger als im direkten Vorgänger vor, dass man trotz penibler Vorbereitung immer wieder Gevatter Tot in die Augen blickt. Dieser gibt sich aber nicht damit zufrieden, euch zu sich zu holen, sondern schmeißt euch gleich ein weiteres Mal wie Fraß vor die hungrigen Hyänen. Stetig hört man sein fieses Lachen, wenn der eigene Charakter ein weiteres Mal von einer nicht vorherzusehenden Attacke getötet wurde. Ganz besonders bei den regelmäßig auszufechtenden Bosskämpfen werden eure Nerven aufs Äußerste gefordert. Nicht immer hilft die Taktik, welche jeden Bosskämpf etwas leichter macht. Manchmal bedarf es noch dazu katzenhaftem Reaktionsvermögen und einer gehörigen Portion Glück. Abstreiten kann man es nicht, so wie die Entwickler es angekündigt haben, ist Dark Souls wirklich nochmal ein ganzes Stück schwieriger und unbarmherziger geworden. Auch kann es den Entwicklern mitunter vorgeworfen werden, die Schwelle zur Unfairness das ein oder andere Mal fast schon provozierend zu überqueren. Um den Spieler auch noch bis an ihre Grenzen zu bringen, haben sie wieder das selbe Bestrafungsprinzip für etwaige Tode eingesetzt, so wie es schon bei Demons Souls Gang und Gebe war. Wenn ein Spieler sterben sollte, verliert er nicht nur alle Seelen, welche in der Welt von Dark Souls gebraucht werden um seine Statuswerte zu erhöhen, sondern auch als Währung bei den ansässigen Händlern gilt. Er muss auch den gesamten Abschnitt vom letzten Lagerfeuer aus erneut bestreiten, da alle bis dato getöteten Gegner wiederbelebt wurden. Das fordert nicht nur den Spieler und sein Durchhaltevermögen, sondern auch das Gedächtnis. Wundert euch also nicht, wenn ihr wie in guter alter SNES-Zeit ganze Areale auswendig kennt, da ihr nur so heil zum nächsten rettenden Lagerfeuer kommt.

Du bist nicht allein

Die Lagerfeuer sind eines der elementaren Bestandteile von Dark Souls. Sie dienen nicht nur als Checkpoints, an denen ihr eure Lebenskraft wieder auffüllt, sondern geben euch später auch die Möglichkeit, eure Ausrüstung zu reparieren, aufzuwerten und zu verstauen. Viel bedeutender ist aber der Fakt, dass ihr nur an Lagerfeuern in der Lage seid, eure gesammelten Seelen in das Aufwerten eurer Statuswerte zu investieren.

In der zweiten Hälfte von Dark Souls könnt ihr euch auch zwischen einer kleinen Anzahl von Feuern hin und her teleportieren, was die wirklich nervigen und langen Laufwege wenigstens etwas abkürzt. Diese wärmenden kleinen Feuerchen sind aber eine wahre Rarität. Denkt also nicht, dass ihr an jeder Ecke ein Lagerfeuer findet, zu welchem ihr schnell zurück könnt, wenn es doch mal nicht sonderlich gut um eure Gesundheit steht. Zumal einige von ihnen auch nicht mitten auf eurem Weg liegen, sondern erst einmal gefunden werden wollen. Einige von ihnen befinden sich beispielsweise hinter verborgenen Wänden oder besonders starken Gegnern. Da kann man schon des Öfteren ins Schwitzen kommen, da einfach kein Lagerfeuer weit und breit zu finden ist, euer Charakter aber schon aus dem letzten Loch pfeift. Doch denkt dran, Hektik kann schneller zum Tod führen, als eine besonnene Suche.


Die Wärmespender dienen aber auch noch zu weiterem Wohl eures Helden. Nur an ihnen seid ihr in der Lage eure menschliche Form anzunehmen. Die meiste Zeit des Spiels seid ihr als wandelnder Toter unterwegs. Ab und an kommt ihr aber in den Genuss etwas Menschlichkeit einzusammeln, welche ihr darauf verwenden könnt, wieder ein Lebender zu werden. Nur wenn ihr in eurer menschlichen Gestalt die Welt bereist, könnt ihr andere Spieler beschwören, die dann an eurer Seite kämpfen bzw. Welten von anderen Spielern online infiltrieren um sie als dunkles Phantom zu jagen oder selbst in der eigenen Welt gejagt zu werden. Und da kommt auch wieder der schon im Vorgänger viel gelobte indirekte Multiplayer zum Tragen. Auf euren Reisen werden euch nicht nur die zahlreichen Gegner Gesellschaft leisten, sondern auch alle Nase lang weiße Phantome kurz an euch vorbeimarschieren. Lasst euch davon aber nicht verwirren, denn diese sind nur Bildfragmente von anderen Spielern, die sich gerade im selben Areal wie ihr befinden und genau wie ihr ums Überleben kämpfen. Eine durchaus reizvolle Idee, da man so nie ganz das Gefühl hat, vollkommen allein zu leiden. Auch werdet ihr wieder die Möglichkeit haben, anderen Spielern Nachrichten auf dem Boden zu hinterlassen oder selbst Nachrichten zu lesen. Dazu muss sich einfach den rot schimmernden Schriftzügen auf dem Boden genähert werden. Oftmals werdet ihr so vor brenzligen Situationen oder vermeintlich sicheren Pfaden mit versteckten Fallen gewarnt. Gerade diese Nachrichten und die Geister anderer Spieler machen den besonderen Charme von Dark Souls aus, da sie einen in vielen Situationen helfen in der gefährlichen Umgebungen auch die nächsten fünf Minuten zu überstehen.

Leider hat sich in Sachen grafischer Darstellung kaum etwas im Vergleich zu Demons Souls getan und auch wenn die Areale sehr verschieden sind und mit viel Liebe zum Detail designed wurden, fällt die etwas angestaubte Optik auf. Flimmernde Kanten und bei näherem Betrachten nicht ganz scharf gezeichnete Texturen, sowie die so gut wie nicht vorhandene Gesichtsanimation der NPC’s sorgen bei Grafikfetischisten nicht gerade für Jubelschreie. Trotz alledem macht Dark Souls generell keine schlechte Figur. Die Lichteffekte können sich gerade bei Zaubern sehen lassen und besonders die stimmige Ausleuchtung der Umgebungen ist phänomenal. Auch was die Bewegungsanimationen eures Charakters anbelangt, läuft alles sehr geschmeidig ab und wirkt gerade in den Kämpfen mit anderen menschlichen Gegnern sehr realistisch. Obwohl Dark Souls seine ruhigen Momente hat, in denen man über idyllische Panoramen blickt, spielen die Entwickler ihre Muskeln bei der meist pompösen Architektur der Umgebungen und den dicken Bossen aus. Nichts ist befriedigender, als einen übermächtig erscheinenden Hünen endlich zu Fall gebracht zu haben.

Die musikalische Untermalung ist gewohnt minimalistisch. Richtige Themen fehlen fast gänzlich. Wenn es aber hoch her geht, dann lässt man es ordentlich aus den Boxen knallen und die oftmals orchestrale Unterstützung fliegt einem förmlich um die Ohren. Sonst spielen die Entwickler eher mit den Geräuschen der Umgebungen und verdeutlichen somit eigentlich nur umso mehr, wie verdorben, dunkel und einsam diese fast menschenleere Welt eigentlich ist.
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Dark Souls Test online!

Eines der wohl schwersten Spiele der aktuellen Konsolengeneration geht in die nächste Runde und viele Fans konnten es kaum erwarten, ihre ersten Schritte in die durch Dunkelheit, Trostlosigkeit, Angst und Hoffnungslosigkeit geprägten Welt von Dark Souls zu setzen und tausend Tode zu sterben. Doch warum lassen sich die Spieler immer wieder in die Tiefen dieses [...]

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Kommentar

Leute ich kann nur sagen, ich bin wieder verliebt in das neuste Werk von From Software. Auch wenn es einen höllischen Schwierigkeitsgrad hat, man grafisch auf der Stelle tritt und mich das viele Backtracking durch die labyrinthartigen Areale mit der Zeit etwas anstinkt, ich kann nicht aufhören, es zu spielen. Nicht nur ist das Spiel trotz vieler Rückschläge ungemein motivierend, gerade wenn man endlich einen harten Boss oder ein schwieriges Areal gemeistert hat, es gibt mir auch das Gefühl, am Ende wirklich besser geworden zu sein. Damit meine ich nicht die Verbesserung meiner Statuswerte, sondern meines persönliches spielerischen Könnens. Wann gab es schon zuletzt Spiele, bei denen es darauf ankam seine Umgebungen genau im Blick zu haben, aus jedem Fehler zu lernen und nie den Mut zu verlieren, weil das riesige Gefühl der Genugtuung so kurz bevorsteht? Da ist der eins zu eins übernommene aber wirklich gute indirekte Multiplayer aus dem Vorgänger nur noch eine willkommene Erweiterung für einen spannenden Zockerabend in einer Welt, welche nur auf mich zu warten scheint.

Tops

  • Atmosphärische Lichteffekte
  • Realistische Bewegungsanimationen
  • Sehr große und abwechslungsreiche Welt
  • Viele Charakterklassen mit Auswirkungen
  • Reichhaltiges Ausrüstungsangebot
  • Viele verschiedene Zauber
  • Tolle düstere Atmosphäre
  • Extrem motivierend
  • Minimalistischer Sound
  • Indirekter Multiplayer…

Flops

  • …der durch sehr seltene Menschlichkeit unnötig begrenzt wird
  • Sehr viel Backtracking
  • Manchmal schon fast unfair schwer
  • Grafisch keine Verbesserung zum Vorgänger

Bewertung

Grafik 11
 Punkte
Sound 13
 Punkte
Gameplay 13
 Punkte
Steuerung 13
 Punkte
Multiplayer 14 Punkte

Gesamtwertung

87 Prozent

Spiel der Woche


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