Civilization 4
Geschrieben von: Adam Smieja am 08.8.2006
Civilization 4 Testbericht
Da ich mit jenem Test auch meinen Test zum offiziellen Add-On 'Warlords' veroeffentliche, waere es etwas praktischer, jenen Bericht zuerst zu lesen, denn nur hier werde ich das Gameprinzip erklaeren und mich im Add-On auf bereits bekannte Fakten stuetzen.
Nun, fangen wir an: Civilization 4 erschien Anfang November 2005 und wurde sehr gelobt. Warum es sich auch unseren Award verdient hat, lest ihr in den folgenden Zeilen - viel Spass!Der holprige Weg zum Sieg
'Was ist das fuer ein Game?' werden sich Neulinge fragen. Nun, Civilization 4 ist ein Endlosgame, welches im Jahre 3500 v.Chr. beginnt und bis ins Unendliche gehen kann, man muss eben nur irgendwann einen Gewinner ermitteln. Wie das passiert und warum das Game so extrem komplex ist, erfahrt ihr im weiteren Verlauf des Tests.
Ich glaub‘, ich seh den Wald vor lauter Baeumen nicht
Zu Anfang des Szenarios, des eigentlichen Games, waehlt ihr eine der 18 zur Verfuegung stehenden Nationen aus, darunter auch Deutschland, die entweder mit Bismarck oder Friedrich auflaufen. Beide haben Spezialisierungen, beide unterschiedliche Bedingungen zum Sieg. Bismarck steht, wie geschichtlich auch korrekt festgehalten wird, fuer die Industrialisierung im Game, waehrend Friedrich eher kulturelle Aspekte vertritt. Einerseits muesst ihr dann die Welt (oder das ausgewaehlte Territorium) beherrschen oder in die unendlichen Weiten des Weltraums kommen, um den Sieg davonzutragen.
[SCREEN:1]So werdet ihr euch fuehlen, wenn ihr ohne jegliches Training ein Game startet. Die Gegner werden sich schon nach kurzer Zeit auch auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad recht rasch entwickeln - dasselbe koennet ihr auch machen, wenn ihr wuesstet wie. Nun, wer sich das zwar sehr lange Tutorial anschaut und versteht, dem wird das Game sofort leichter fallen, denn niemand anders als Meister Sid Meier fuehrt euch durch das umfangreiche Tutorial. Wenn ihr stetig noch Fragen haben solltet, koennt ihr einen Blick in das ebenfalls umfangreiche Handbuch werfen. Eines vorweg: Bei Civilization 4 handelt es sich um ein waschechtes rundenbasiertes Strategiegame, ergo muss man ein Faible fuer zaehe Statistiken und rundenbasierte Zuege haben.
Danach kann es losgehen, die Siedler warten schon darauf von euch den Befehl zu kriegen, die Hauptstadt eures Reichen gruenden zu duerfen und erste Gebaeude zu bauen. Bautrupps, Spaeher, weitere Siedler und Krieger werden ab jenem Zeitpunkt euer Game bestimmen, denn nun entfaltet sich eines der umfangreichsten Gameplays aller Zeiten. Ihr solltet euch frueh schon fuer einen Forschungsstrang entscheiden, denn Mixturen koennen verhaengnisvoll enden. Von daher ist eine fruehe Spezialisierung vorteilhafter als ein wildes 'ich forsche mal alles', denn am Ende koennten euch wichtige Runden [SCREEN:2]dadurch floeten gehen. Kriegernaturen spezialisieren sich auf den Maschinenbau, Wirtschaftsgameer eher auf die Wissen- und Wirtschaft, wodurch kulturell hochwertige Gebaeude und Helden entstehen. Helden? Mehr dazu weiter unten. Von den angesprochenen Bautrupps solltet ihr gleich besser zwei oder drei Einheiten bauen, damit jene schnell und sicher einige Minen, Bauernhoefe oder Strassen bauen, damit ihr eure Staedte nicht nur mit Nahrung und wichtigen Ressourcen versorgt, sondern auch eine flotte Infrastruktur habt, die euch schnellere Bewegungen ermoeglicht. Wenn ihr - neben dem Bevoelkerungswachsum - eure Grenzen noch weiter ausweiten wollt, muesst ihr einige kulturelle Gebaeude bauen (Sixtinische Kapelle oder 'Die haengenden Gaerten'). Von daher gameen die Gebaeude auch in jenem Teil der erfolgreichen Serie eine extrem grosse Rolle und das ist natuerlich ziemlich gut.
Ganz wichtig sind auch Religion und Vertraege mit den anderen Nationen, die sich im Wettstreit mich euch befinden. Wenn ihr auf eine neue Zivilisation trefft, ist es erstmal ratsam, einen Friedensvertrag abzuschliessen, den man nachher nach Belieben wieder aufloesen kann, wenn denn die eigene Flotte [SCREEN:3](oder das Militaer im Allgemeinen) stark genug ist, um den Konkurrenten zu plaetten. Ein gewaltiges Problem hat das Buendnissystem aber trotzdem: Einige KI-Aussetzer sorgen dafuer, dass eigentlich sichere Handelsabkommen scheitern, das ist dann natuerlich besonders aergerlich, wenn es dabei um wichtige Territorien oder Gueter ging. Bei der Religion bzw. den verschiedenen Staatsformen gibt es Vor- und Nachteile. Vorteil ist, dass sie bei Buendnispartnern einige Sympathien hervorrufen koennen (Christentum bei den Briten zum Beigame) und euch einige kulturell hochwertige Gebaeude bringen, mit denen ihr eure Grenzen erweitern koennt. Nachteil ist, dass fuer eine Runde Anarchie herrschen muss, in der alles gleich zehn mal so lange dauert (Bauzeiten, Forschungen, etc.). Insgesamt sind alle bekannten und auch heute noch vertretenen Religionen vorhanden, wie der Buddhismus, Judentum oder das oben bereits erwaehnte Christentum.
Heldentaten und fehlgeschlagene Diplomatie
Gelegentlich, zeitlich nicht abschaetzbar, erscheinen einige sehr wichtige Personen, nennen wir sie Helden. Darunter zaehlen 'Homer', 'Sokrates', 'Moses' und weitere wichtige Personen aus der Geschichte der Erde. Wenn ihr zwei solcher wichtiger Menschen in eurer Stadt besitzt, koennt ihr ein 'goldenes Zeitalter' einleiten, dass dann auch wirklich golden fuer euch sein wird, da die Punkte in die Hoehe schnellen. Anderweitig koennt ihr mit den Helden auch einige Forschungen oder Bauten sofort beenden lassen (schaut dabei aber bitte nach, ob es sich wirklich lohnt!) oder ihr lasst sie in die Kultur einfliessen, was euch richtig viel Kohle geben kann. Alles in Allem sind jene Herren wirklich vorteilhaft.
[SCREEN:4]Auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag, als seien die Kaempfe total langweilig und unausgegoren, aber wie so oft 'Der Schein truegt'. Mit jedem gewonnen Kampf bekommen eure Truppen Erfahrungspunkte gutgeschrieben und je nach Menge an gewonnenen Kaempfen koennt ihr sie persoenlich befoerdern, was ihr mit einem Klick auf die Einheiten selbst entscheiden koennt. Angriffs- und Verteidungsboni gibt es natuerlich auch, zum Beigame: Befinden sich eure Bogenschuetzen innerhalb der Stadt, bekommen sie ganz viele Verteidungspluspunkte gutgeschrieben, bei denen die Feinde wahrlich verzweifeln werden. Angriffsboni gibt es fuer jenelbe Strategie. Ganz spassig wird`s, wenn ihr eure Spezialeinheit benutzt, die es wirklich in sich hat und fast eine ganze Nation im Alleingang erledigen kann.
Einen Multiplayer gibt es natuerlich auch, der mit netten Varianten von CTF und Deathmatch aufwarten kann. Wenn euch die Maps im Multiplayer nicht reichen, koennt ihr euch eigene Karten erstellen, die aber leider sehr viel Speicher fressen.
Technisch angestaubt?
[SCREEN:5]Wenn ich gemein waere, muesste ich jetzt ein dickes Ja schreiben, denn gut acht Monate nach Erscheinen des vierten Teils der grossartigen Serie macht die Grafik keinen allzu ueberragenden Eindruck mehr und ich denke, dass es das im November 2005 ebenfalls nicht getan hat. Auch wenn man sieht, dass sich die Wellen nett bewegen, die Animationen an sich ganz schoen aussehen und die Natur ebenfalls schoen anzusehen ist, so bleibt doch der fade Beigeschmack, bei dem man bemerkt, dass alles irgendwie recht pixelig und schwach aussieht. Ausserdem fehlen jegliche Effekte und eine Physik scheint es leider auch nicht zu geben.
Der Sound hingegen macht heute noch einen klasse Eindruck und verwoehnt den Gameer mit wunderschoenen Klaengen - sowohl im Hauptmenue als auch im Game selbst. Der bekannte deutsche Schaugameer Thomas Fritsch spricht dabei die Synchronstimme und leistet dabei, wie schon in seinen Theaterstuecken, eine grandiose Leistung. Auf der englischen Seite darf man sich ueber Leonard Nimoy freuen, der eine mindestens ebenbuertige Leistung bringt.
Kommentar (AS) :
[SCREEN:0] Wow! Endlich mal wieder ein Game mit Biss und mit dem gewissen Suchtpotential. Als ich das erste mal aufhoeren 'musste' (nicht wollte), sprach das Game zu mir 'Bitte, noch eine Runde' - das steht in etwa auch wirklich da, wenn man das Game beendet. Ich konnte nicht anders und habe dann doch noch rund 2 Stunden laenger gegamet. Das Gameplay ist eine Klasse fuer sich und Sid Meier weiss, was er und sein Team koennen - grandiose Gamee machen. Da stoeren auch die kleinen Makel in der Grafik, leichte KI-Aussetzer und die viel zu grossen Maps (durch Editor) nicht wirklich. Wer auf Strategiegamee steht, die rundenbasiert sind, kommt nicht um jenen Titel herum und um das Add-On sowieso nicht; Kaufen!
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