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Brother in Arms: Hell’s Highway
Release: 10. Oktober 2008
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Brother in Arms: Hell’s Highway

Geschrieben von: am 02.10.2008

Brother in Arms: Hell's Highway Testbericht

Mit Brothers in Arms Hells Highway steht nun nach laengerer Zeit einmal wieder ein Shooter mit Bezug zum 2. Weltkrieg fuer uns zum Test an. Nachdem die Call of Duty Reihe jener Thematik ja in Teil 4 ganz den Ruecken gekehrt hat, schliesst der aktuelle Brothers in Arms Teil jene Luecke fuer alle Fans von WWII-Shooter. Warum Hells Highway aber noch viel mehr als nur ein Lueckenfueller ist und was das Game so besonders macht, das erfahrt ihr wie stetig in unserem Test.
Der Gameer uebernimmt die Rolle von einem jener Charaktere, Sergeant Baker. Als Mitglied der 101. Luftlandedivision und ausgebildeter Fallschirmjaeger hat er waehrend der Operation 'Market Garden' das Kommando ueber drei unterschiedliche Trupps (z.B. Angriffstrupp, Bazookatrupp, etc.). Ziel der Operation ist die Bildung eines taktischen Korridors durch Holland hindurch, um die deutschen Linien zu durchstossen. Doch das gestaltet sich wesentlich schwieriger als geplant.

Gameplay: Taktik ist gefragt

Statt schnoedem Rumgeballer in Einzelfightermanier sind in Brothers in Arms Hells Highway Teamplay und Taktik gefragt. Dies spiegelt sich in zahlreichen Punkten wider und sorgt dafuer, dass man als Einzelgaenger tatsaechlich ziemlich wenig Chancen hat. Die Gefechtssituation sind durch die Entwickler absichtlich so gestrickt worden, dass man seine Squads an taktisch guenstigen Zeitpunkten und Positionen einsetzen muss, um nicht zuviele Maenner zu verlieren oder selbst das Zeitliche zu segnen. In der Praxis funktioniert das auch wunderbar. Dem Gameer stellen sich durch unterschiedliche Terrains mit verschiedenen Deckungsmoeglichkeiten, unterschiedlichen Gegnerstaerken und -positionen und abwechslungsreiche Levellayouts stetig neue Herausforderungen.

Geschichtetelling in einem WWII Shooter?

Da das Drama des 2. Weltkrieges bereits in unzaehligen Filmen und Gameen lang und breit ausgedehnt wurde, moechte ich an jener Stelle keinen weiteren historischen Vortrag halten und setze das Szenario als bekannt voraus. Chronologisch gesehen gamet Brothers in Arms Hells Highway im September 1944, zur Zeit der grossen Gegenoffensive der westlichen Maechte gegen Ende des 2. Weltkrieges. Im Gegensatz zu anderen WWII Shootern behandelt Brothers in Arms nur einen kleinen zeitlichen Abschnitt von gerade einmal 10 Tagen.
Auch die scheinbar beliebige Austauschbarkeit von Teamkameraden wie man sie auch anderen Shootern kennt hat ein Ende: Klasse statt Masse ist die Devise. So finden sich in den drei festen Squads des Gameers wirkliche Charaktere mit eigenen Geschichten, welche zwischen den Missionen Stueck fuer Stueck in grafisch gelungenen Zwischensequenzen erzaehlt werden. Apropos Geschichten: wirklich gelungen ist den Machern der Gearbox Studios der Uebergang von alten Brothers in Arms Teilen zu Hells Highway. Wichtige Schluesselszenen z.B. aus 'BiA: Road to Hill 30' wurden in der Unreal 3 Engine neu gerendert und als Erinnerungen und Gedankenfragmente einzelner Charaktere in Hells Highways eingegamet.


In unserem Test haben wir zu Beginn jeder Mission meist damit angefangen, einen Blick auf die Karte zu werfen und uns schon taktische Vorgehensweisen zurechtzulegen fuer alle moeglichen Faelle. Oft muss man mit Flankierungsmanoevern arbeiten, Feinde von zwei Seiten in die Zange nehmen oder mit seinen beiden Squads fuer Ablenkung sorgen, waehrend man dann selbst die beschaeftigten Gegner unter Beschuss nimmt.
Brothers in Arms: Hell's Highway



Deckung, Soldat!

Besonders gut wird der taktische Ansatz des Gamees durch das neue Cover-System unterstuetzt. Wie aus anderen Shootern bekannt, kann man sich hinter allen erdenklichen Deckungen verschanzen. Dazu reicht einfach ein Knopfdruck, wenn man sich genau hinter der Deckung befindet. Die Gamefigur bleibt dann fest in der Deckung und man kann stetig wieder hervorlugen, um zu schiessen oder aber wieder abtauchen um z.B. nachzuladen. Fuer ein taktisches Vorgehen ist das natuerlich unverzichtbar. Man kann sich wunderbar in Deckung schmeissen und von dort aus die Teamkameraden guenstig hinter benachbarten Mauern, Scheuen, Fahrzeuge, Haeuser,etc positionieren, von wo aus sie dann widerum die Gegner ins Visier nehmen koennen.

Doch Deckung ist nicht gleich Deckung: Entscheidet man sich im Kampf dazu, lieber hinter duennen Holzlatten Schutz zu suchen, statt hinter einer ordentlichen Steinmauer, dann wird man die Konsequenzen einer solchen Entscheidung schnell am eigenen Leib zu spueren bekommen. Waehrend Holzunterstaende darum bereits unter leichtem Beschuss zerbersten, kann eine steinernde Mauer selbst ueber staerkeren Beschuss nur muede laecheln. Fuer Eure Gegner gelten uebrigens jenelben Gameregeln: verschanzt sich ein Gegner etwa nur hinter einer Holzkiste, statt hinter einer dicken Sandsackbarriere, dann ist er ein gefundenes Fressen fuer euer Maschinengewehr.


Apropos Gegner abschiessen: Brothers in Arms Hells Highway ermoeglicht es einem nicht nur, wie in anderen WWII Shootern auch, Gegner plump zu erschiessen. Man kann auch gezielt Sperrfeuer in die Naehe des Feindes abgeben, um jenen in seine Deckung zurueckdraengen. Ein roter Indikator ueber jedem Gegner zeigt an, dass jener alarmiert und schiesswuetig ist. Feuert man aber nun mehrfach in seine Richtung, dann wird der Feind vorsichtiger und der Indikator faerbt sich stueckweise grau. Ein komplett ausgegrauter Indikator bedeutet also z.B., dass man seinen Kameraden ruhigen Gewissens einen Stellungswechsel befehlen kann, da der Gegner so sehr unter Sperrfeuer steht, dass er sich kaum aus seiner Deckung traut.

Etwas gewoehnungsbeduerftig, aber keineswegs genre-untypisch, ist uebrigens das Health-System. Hier hat man keinerlei Interface, das einem den eigenen Gesundheitswert in Prozent oder aehnlichem anzeigt. Geratet ihr in einen Kugelhagel faerben sich Teile eures Bildschirms rot. Je dunkler und kraeftiger jenes Rot wird, desto eher solltet ihr euch einen Unterschlupf zum Erholen suchen. Aber Achtung: insbesondere bei groesseren Geschuetzen, MG-Nestern und dergleichen reicht oft schon ein kurzes Herausspaehen aus der Deckung aus, um euch ganz schoen in Bedraengnis zu bringen. Trotzdem ist das Gesundheitssystem meistens fair und insofern erfrischend, dass man nicht staendig nach Healthpacks Ausschau halten muss. Ist man trotzdem einmal gestorben, dann darf man ab dem letzten Checkpoint erneut sein taktisches Geschick testen.



An einigen Stellen im Game wurden uebrigens auch Windraeder und aehnliche hoeherragende Gebaeude eingebaut, von denen aus man nicht nur einen wunderbaren Ueberblick ueber die Gefechtssituation hat, sondern auch direkt seine Squads am Boden in taktisch guenstige Positionen befehligen kann. Das ist wesentlich effektiver - zeitgleich aber auch ein Stueck weit langweiliger - als das beordern der Truppen vom Boden aus.
Im Vorfeld hatte Gearbox ja relativ viel Geheimniskraemerei um den Multiplayermodus von Brothers in Arms: Hell's Highway betrieben. Vielleicht auch aus gutem Grund, denn mehrgameertechnisch bietet das Game nicht viel mehr als die uebliche Kost. Online kann man mit bis zu 20 Gameern auf verschiedenen Multiplayer Maps mit- und gegeneinander gameen. Dabei kann man waehlen, ob man sich lieber auf die Seite der 101sten Luftlandedivision schlaegt oder man die Rolle der Deutschen einnehmen moechte. Das Besondere bei den Kaempfen ist, dass jeder Gameer eine bestimmte Rolle im Team uebernimmt. So kann man sich z.B. als Squadleader oder Waffenspezialist betaetigen und verfuegt entsprechend seiner Klasse auch ueber spezifische Eigenschaften. Leider war zum Testzeitpunkt noch recht wenig los, aber das duerfte sich ab Verkaufsstart bestimmt bessern. Eine Kooperativmodus, den das Game gut haette vertragen koennen, gibt es uebrigens nicht.

Grafik und Sound

Gameerisch kann Brothers in Arms Hells Highway zwar punkten, aber kann es das auch grafisch? Die Rendersequenzen, die es stimmungsvoll schaffen, die Leiden und Wirren des Krieges zu vermitteln, sehen dank der Unreal 3 Engine sehr realistisch aus. Die Ingame Grafik kann zwar durchaus ueberzeugen und sieht nicht haesslich aus, dennoch merkt man dem Game in jener Hinsicht seine fast 3-jaehrige Entwicklungszeit an. Die detailgetreuen, abwechslungsreichen Locations in Holland sind hingegen sehr gut gelungen, wenngleich sie viel zu oft an Bewegungsfreiheit zu wuenschen uebrig lassen.

Stellenweise erschrenkend sind die wirklichkeitsnahen Verwundungsdarstellungen (gespaltener Schaedel, durchtrennte Beine, etc). Ob es jene aber auch so in die deutsche Verkaufsversion schaffen, ist uns derzeit nicht bekannt. Als besonderes Gimmik hat Entwickler Gearbox einen Slow-Motion Modus fuer Kopfschuesse und besonders spektulaere Aktionen eingefuehrt. Ob sowas unbedingt notwendig ist sei mal dahingestellt. Der Ernsthaftigkeit des tiefgruendigen Themas des Gamees ist so ein Feature jedenfalls nicht zutraeglich.

Unsere Edition des Gamees ruckelte stellenweise ziemlich extrem, insbesondere waehrend der Zwischensequenzen, was wir aber zunaechst darauf zurueckfuehren, dass es sich hierbei noch nicht um die endgueltige Verkaufsversion, sondern die Review-Edition fuer die Debug-PS3 handelt. Ebenfalls negativ fielen nachladende Texturen waehrend der Missionen auf. Sowas sollte bei sauberer Programmierung auf der heutigen Hardware nicht mehr vorkommen.

Brothers in Arms: Hell's Highway

Beim Sound hingegen gibt es kaum etwas zu meckern. Stimmungsvoll werden die Szenarien mit spannenden, zur Szene passenden Sounds untermalt, das Gewehrfeuer fliegt einem in gewohnter Dolby Digital Qualitaet sprichwoertlich um die Ohren und auch die Sprecher der Hauptcharaktere haben einen super Job geleistet. Hier wurde grundsolide Arbeit geleistet.

 

Testergebnis

Playstation 3 Edition

Grafik

Effekte
Texturen
Animation
Detailgrad
Stil

Sound

Musik
Sprache
Abwechslung

Gameplay

Balance
Geschichte
Level-Design
Innovation
Gameumfang
K.I.
Motivation

Steuerung

Kontrolle
Komfort
Genauigkeit

Multiplayer

Umfang
Balance
Leistung

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Kommentar

Die Erwartungen an Hell's Highway waren enorm - nicht zuletzt aufgrund der langen Entwicklungszeit. Zwar hat sich das Warten gelohnt - BiA Fans werden begeistert sein - dennoch kann es meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. An zu vielen Ecken fehlt es dem Spiel an echten Besonderheiten und Innovationen. Es gibt jedoch zwei klare Argumente, die für den Kauf von Brothers in Arms Hells Highway sprechen. Als erster wäre da der Storymodus zu nennen, der es schafft, eine persönliche Bindung zu den Hauptcharakteren herzustellen und deren Geschichte nachempfinden zu können. Zum Zweiten: die taktische Komponente des Spieles. Natürlich ist es Geschmackssache, aber ich finde Shootere fordernder, in denen ich mich nicht überall als Einzelkämpfer durchschlagen kann, sondern meine Teams strategisch einsetzen muss, um eine Mission zu gewinnen.
Victor Völzow

Tops

  • + atmophärische, tiefgründige Story
  • + glaubwürdige Charaktere
  • + taktisch geprägtes Gameplay
  • + abwechslungsreiche Landschaften
  • + keine Chance für Einzelgänger

Flops

  • - Grafik partiell nicht State-of-the-Art
  • - stellenweise Ruckler
  • - Storylücken ohne Vorkenntnisse

Bewertung

Grafik 11
 Punkte
Sound 12
 Punkte
Gameplay 11
 Punkte
Steuerung 13
 Punkte
Mehrspieler 10 Punkte

Gesamtwertung

82 Prozent

Spiel der Woche


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