Assassin’s Creed: Bloodlines
Auch in Zypern ist der verräterische Templerorden vertreten. Wie eine Heuschreckenplage haben sie sich im ganzen Land ausgebreitet. Ihr Ziel ist der mysteriöse Eden-Apfel. Ein altes Artefakt, welches die Gedankenmanipulation ermöglichen soll. Auch Altair weiß von diesem mächtigen Schatz bescheid, er reist schnellen Weges nach Zypern, um dem Templer Orden zuvor zu kommen. Während Assassin`s Creed 2 mit einer spannenden Story aufgekommen ist, enttäuscht Bloodlines mit einer lustlos erzählten Geschichte, die es nur in den seltensten Fällen schafft, den Spieler wirklich zu packen. Das liegt zum einen an den blassen Charakteren und zum anderen an den schwachen Cut-Scenes, welche mit einer durchwachsenden Synchronisation ausgestattet sind.
Der Alltag eines Assassinen
Vom eigentlichen Spielprinzip hat sich nichts Grundlegendes verändert. Euer Hauptziel ist noch immer, vorgegebene Ziele mit einer tödlichen Präzision zu beseitigen. Dabei könnt ihr mit einer spielenden Leichtigkeit über die Dächer gleiten und mit den verschiedensten Waffen herumhantieren. Doch da hätten wir leider auch gleich das erste Problem, denn Assassin`s Creed: Bloodlines ist viel zu einfach. Bei den kaum fordernden Sprungpassagen reicht es in der Regel zwei Tasten gleichzeitig zu drücken und den „Analognippel“ in die gewünschte Richtung zu bewegen. Durch diese Automatisierung kommt nur in den seltensten Fällen ein wirklich spannendes Spielerlebnis zu Stande. Ein ähnliches Problem haben die Schwertkämpfe. Diese mögen vielleicht eine Spur anspruchsvoller sein, doch nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wird bald klar, dass man mit einer gut platzierten Konterattacke jedem Feind gewachsen ist. Einfach nur im passenden Moment blocken und euer Gegner liegt schon am Boden. Das sieht alles verdammt cool aus, doch wirklich in die Substanz geht es dabei nie. Da ist es auch nicht wirklich förderlich, dass der Spieleablauf immer einem monotonen Muster folgt. Erkundige die Stadt, finde deinen Kontaktmann, beseitige deine Opfer. Mit seinen knappen 6 Stunden Spielzeit ist Bloodlines auch deutlich zu kurz geraten. Das mag sich jetzt durchaus vernichtend anhören und die angeführten Kritikpunkte sägen deutlich an der Prozentleiste, doch dank des flüssigen Spielablaufs, und den tollen Bewegungsanimationen macht das Spiel auch verdamm viel Spaß. Altaïr gleitet wunderbar grazil durch die Städte und das wunderschöne Todesballet mag spielerisch vielleicht nicht die absolute Wucht sein, doch in sich stimmig ist es alle Mal. Ebenfalls ist es toll, dass man im Laufe des Spiels seine Fähigkeiten und Waffen mit dem erworbenen Geld upgraden kann.
Das zweischneidige Schwert
Die Präsentation von Bloodlines ist im Großen und Ganzen durchaus gelungen. Die bereits erwähnten Animationen sind eine wahrer Hochgenuss und die Kulisse trumpft mit einer ordentlichen Architektur auf. Ebenfalls überzeugt die starke Weitsicht. Leider wirkt die Stadt ein bisschen karge und verlassen, was zur Folge hat, dass nur in den seltensten Fällen eine fesselnde Atmosphäre aufkommt. Zudem kommt hinzu, dass sich ein störender Nebel über das ganze Areal legt, der die vorhandene Weitsicht ein bisschen trübt. Wegen der Ladekapazität der UMD ist die Welt auch in mehrerer Areale unterteilt, was zur Folge hat, dass störende Ladezeiten den Spieler zu oft aus dem Game herausreißen. Zu guter Letzt rüttelt die störrische Kamera gekonnt am Nervenkostüm. Zwar kann man diese mit dem L-Button passend justieren, doch leider schwirrt sie zu oft unkontrolliert herum, was speziell bei den paar heiklen Sprungpassagen für gehörigen Frust sorgt.
Testergebnis
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