Eigentlich war Windchaser kein ernstgenommenes Projekt der noch jungen und studierenden Entwickler von Chimera Entertainment in München. Erst im Nachhinein wurde das Spiel von dtp Entertainment eingekauft und seitdem wird die üblich gute PR-Schiene von dtp gefahren. Wir haben uns das Spiel direkt mal ausführlich angeschaut und sind doch recht begeistert, was solch ein namenloser Titel gegen Größen wie Sacred 2 oder Drakensang entgegenbringen kann. Wer hundert und in Not ist, führt Krieg Die Geschichte von Windchaser mag total abstrus klingen, aber sie hat einen sehr interessanten Ansatz. In der fiktiven Welt, Ensai, welche von zahlreichen Kriegen so ziemlich stark verwüstet worden ist, sind die Menschen am Abgrund ihrer Existenz. Das Wasser hat sich sehr rar gemacht, die Weltbevölkerung hungert und trotzdem hat man allem Anschein nach kein anderes Hobby, als sich über Religion zu streiten, weil es anscheinend zwei verschiedene Ansichten des Gottes „Zweifaltigkeit“ (der heißt wirklich so!) gibt. Und damit droht auch ein finaler Krieg, der die Ausrottung der Menschheit sehr gewiss macht. Schon bald treffen wir auf einen mutigen Krieger mit Namen Ioan, der viel von sich hält und denkt, er wäre zu „höherem berufen“. Alsbald machen wir auch mit zwei Leuten der Windchaser-Gilde Bekanntschaft, die unseren Ioan nach einigen kleinen Reibereien auch aufnehmen. Der Clou an der Sache ist, dass diese Gilde keinen festen Standpunkt hat, sondern wie Nomaden immer mal hier und da sitzt. Mit dem riesigen Luftschiff kann man von Ort zu Ort reisen – und das wird euch im Spielverlauf auch auffallen, denn es ist immens wichtig. Dieser kleine Bauernjunge Ioan wird auch eine recht heroische Rolle spielen, denn nur ein Artefakt kann Ensai vor dem Untergang retten – und genau Ioan kann eben jenes Schicksal verhindern. Zwar mag das recht abgedroschen klingen, uns hat die Story, die in den satten 15 Missionen der Kampagne in mäßigen Sequenzen erzählt wird, gut gefallen. In einem Trupp von bis zu fünf Leuten werdet ihr dann durch die recht abwechslungsreichen, wenn auch unspektakulär aufgemachten, Gebiete reisen und kleinere Gegner-Trupps (ebenfalls bis zu fünf) erledigen. Zur Seite stehen euren Charakteren dabei drei verschiedene Kampfstile, die sich farblich darstellen. Blaut steht für „Konzentration“, rot für „Chaos“ und grün für „Disziplin“. Vor einer Mission könnt (und müsst) ihr festlegen, wer Anführer der Leute werden wird. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass diese drei Stile nach dem bewährten Schere-Stein-Papier-Prinzip funktionieren, was so viel heißt, wie: Chaos besiegt Konzentration, Disziplin hingegen plättet Chaos und Konzentration erledigt Disziplin. Wer sich vor der Mission dann entschieden hat und währenddessen dann über 70 Prozent einer Talentanzeige auffüllt, kann einen mächtigen Spezialangriff ausführen. Die Kämpfe laufen dabei recht einfach und konventionell ab. Ihr klickt auf den entsprechenden Feind (Anfangs noch Wölfe und dergleichen) und freut sich über Erfahrungspunkte sowie neue Levels. Doch den größten Unterschied zu anderen Spielen macht das Luftschiff „Windchaser“ aus, denn mit diesem fliegenden HQ könnt ihr nach verlorenen Schlachten in euch kehren und eure Helden ausbilden, wodurch sie stärker werden. Das Schiff selbst erhält mit der Zeit auch Erfahrungspunkte und kann dann aufgerüstet werden, wodurch ihr mehr Mannen dort stationieren könnt. Das Maximum, das wir erlebt haben, waren fünf Squads á fünf Personen.Technisch mäßig Die Grafik von Windchaser ist, im Gegensatz zur guten Story und dem durchdachten Gameplay, nur recht schwach. Alle Figuren haben sehr hölzerne Animationen, die Texturen wirken teilweise stark verschwommen und die Effekte zu lasch. Genau dasselbe Bild macht sich auch bei der Sprachausgabe bemerkbar, der es merklich an Professionalität fehlt. Schade. |
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Gestaltung und Umsetzung: Vic24 Websolutions
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