Windchaser (Tests)
Ein Segen für Strategen In der Welt von Ensai gibt es drei verschiedene Kampfstile: Chaos (Rot), Konzentration (Blau) und Disziplin (Grün). Nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip schlägt hier jeweils ein Stil den anderen und ist gleichzeitig dem Dritten unterlegen. So beziehen Chaos-Einheiten 25% mehr Schaden von Disziplin-Angriffen, sind dafür aber die erste Wahl gegen Konzentrations-Gegner. In kleinen 5er-Gruppen zieht ihr so gegen andere Gegnergruppen in den Kampf. Welcher Stil benutzt wird, hängt vom Gruppenanführer ab. Zudem hat jede Einheit eine Spezialattacke, die vom Stil abhängig ist, und, richtig eingesetzt, die Schlacht entscheiden kann. Diese Attacken können wiederum in den meisten Fällen von anderen Angriffen gekontert werden. Bevor ihr also die Schwerte kreuzt, müsst ihr diese Faktoren berücksichtigen und je nach Situation eure Gruppen zusammenbauen, sonst liegt ihr ganz schnell im Lazarett der Windchaser. Hier mal ein kleines Kampfbeispiel, das so ähnlich auch im Handbuch zu finden ist: Vor euch befindet sich ein Rudel, bestehend aus 4 wilden Canyx-Kreaturen. Der Anführer der Gruppe, der durch ein kleines Wappen gekennzeichnet wird, benutzt den Disziplin-Stil – ihr solltet also mit einer Konzentrations-Gruppe angreifen. Bevor ihr das tut, schaut ihr euch aber noch den Anführerbonus und die Spezialattacke des Gegners an. Aha, ein starker Bonus: „Solange die Moral der Gruppe der Steinhaut über 50% liegt, erhöht sich der Schaden seiner Gruppe um 50%.“ Außerdem kann euer Feind ein Talent einsetzen, durch das 80% des verursachten Schadens auch von eurer Moral abgezogen wird. Glücklicherweiße hat Ioan das passende Konter-Talent, das wir nur im richtigen Moment einsetzen müssen. Unser Freund und Mentor Caine kümmert sich um den Anführerbonus des Rudels, denn er kann die feindliche Moral sofort um 10% senken. Wir bauen also 2 Gruppen – die eine wird von Ioan angeführt, der die Konzentration steigert und die Talente kontern kann, die andere Gruppe leitet Caine, der zwar keinen Extra-Schaden verursacht (denn er ist, wie der Gegner, ein Disziplin-Charakter), dafür aber die Moral des Gegners senken kann. Der Kampf sollte nun kein Problem mehr sein, wenn ihr mit Caine die feindliche Moral senkt, mit Ioan das Gegner-Talent kontert und kontinuierlich Schaden austeilt. Luxus-Kreuzer mit handwerklichen Mängeln Im Prinzip spielen sich alle Kämpfe nach diesem Muster ab, wobei es später natürlich weitaus komplizierter und schwieriger wird, da ihr gegen mehrere oder gemischte Gruppen mit starken Fähigkeiten kämpft. Glücklichweise muss sich das Gildentrio nicht allein gegen Herrscharen von Gegnern stellen, sondern kann mit der Windchaser weitere Rekruten anheuern, die euch im Kampf beistehen und zwei mal ausgebildet werden können, sobald sie den fünften Rang ihrer Klasse erreicht haben. Dann steigen sie vom Novizen zur einfachen Klasse und letztendlich zur finalen Klasse auf – das geht, zumindest anfangs, nur an speziellen Ausbildungsorten und auch nur mit den Rekruten. Sobald euer Gildenschiff Rang 20 erreicht hat, könnt ihr dank der Festungs-Plattform auch überall eure Rekruten ausbilden. Technisch gesehen spielt Windchaser nur in der 2. Liga. Die Texturen sind teilweise ziemlich schwammig, die Weitsicht ist begrenzt und auch die Proportionen sind nicht immer realistisch. Doch trotz Polygonmangel und vielen Ecken und Kanten, kann der Titel durch seine wirklich idyllischen Landschaften überzeugen, die stellenweise von Ruinen und Geräten aus der industriellen Hochkultur vor dem Weltenbrand durchzogen sind. Auch der Sound ist durchaus in Ordnung, doch gerade bei der Sprachausgabe merkt man, dass das Spiel einer relativ jungen Spieleschmiede entstammt. Gerade der Erzähler, dessen Stimme dank Stimmenverzerrer stark verändert wurde, wirkt wie ein kranker Psychopat. Das mag zwar einigen gefallen, die meisten werden sich aber beim Start der ersten Mission definitiv erschrecken. Zwar wird später erklärt, wer oder was da seinen Kommentar zu unseren Missionen abgibt, doch ich möchte euch nicht die tolle Story versauen. Dafür glänzt das Spiel mit zwei coolen und umfangreichen Kampagnen und und einem absolut fairen Preis von rund 30 Euro. Geschrieben von: John-Henry Drabeck am 21.05.2008
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Windchaser bringt mit mobilem Hauptquartier und Rollenspielelementen frischen Wind in das Echtzeit-Taktik-Genre





