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Viking: Battle for Asgard

Hersteller
Vertrieb
 Sega
Erscheinungstermin
 erschienen
Plattform
Kategorie/Genre
 Hack `n Slay

Anfang 1 2 » Fazit
Viel Rummel wurde im Vorfeld von Publisher Sega um dessen neueste Veröffentlichung Viking: Battle for Asgard gemacht, fleißig die Werbetrommel gerührt; es verging kaum ein Tag ohne dass uns die neueste Pressepost des Publishers mit entsprechendem Betreff in den Postkasten flatterte. Die Frage, die sich uns dann beim Eintreffen der Muster stellte, war freilich: „Ist das Spiel das ganze Tamtam wert?“. Ich könnte nun einfach „Ja, für nervenstarke Spieler ab 18, die sich für die Thematik und Hack’n Slay-Spiele interessieren“ antworten und den Test beenden. Mach’ ich aber nicht, da ihr definitiv mehr über das Spiel wissen solltet. So trinket den stärkenden Met und begebet euch ehrenwert in die Schlacht gegen Hel, auf dass Odin euch beistehe und ihr Midgard von den Schatten der Unterwelt befreiet!

Mit der Kraft der Wanen

Ganz zu Anfang, nachdem ich den Schwierigkeitsgrad aus „Normal“ und „Schwierig“ gewählt hatte, zog mich die Geschichte – vor allem als Viking-/Black-/Pagan-Metal-Hörer -mit all ihrer Dramaturgie sofort per Introsequenz in ihren Bann. In diesem Einführungsfilm wird beschrieben, wie stark Midgard – die Welt der Menschen – von der Unterwelt und ihrer gleichnamigen Göttin Hel befallen und besetzt worden ist und wie sehr es nun der Kraft eines einzigen, bereits geschwächten Kriegers namens Skarin bedarf. Dieser wird von der

Göttin Freya auserwählt und mit besonderen Fähigkeiten versehen. Die Texte und Untertitel sind dabei vollständig ins Deutsche übersetzt und die sehr gute englische Sprachausgabe im Original belassen worden, wenn auch der Storyverlauf im weiteren nicht gerade viele Wendungen aufweist. Jene ersten Storyschnipsel zeigen allerdings auch früh, warum sich die USK – korrekterweise – für die Einstufung „Keine Jugendfreigabe“ entschieden hat: Das Spiel kommt - erstaunlicherweise - vollkommen ungeschnitten in die deutschen Läden und ist damit in den Filmsequenzen – vor allem aber während der Kämpfe im Spiel – äußerst brutal und richtet sich ausschließlich an erwachsene und nervenstarke Spieler, die nicht bei jeder abgeschlagenen Extremität den Kopf verlieren. Was hier ein mehr oder weniger lustiges Wortspiel sein mag, ist im Spiel an der harten Tagesordnung: Jeder Kampf gegen Untote der Unterwelt (gegen Menschen wird nicht gekämpft) lässt sich per Tastendruck mit einem brutalen Finishing Move beenden, was mehr Adrenalin verspricht – dieses wird in einer roten Leiste dargestellt und kann für Spezialattacken, z.B. mit einem brennenden Schwert, verwendetet werden. Dafür müsst ihr euch in der Runenmagie für natürliche Elemente fortbilden, welche sich Rollenspiel-typisch stufenweise nach verbessern lässt. Dies und vielmehr könnt ihr in der Heimatstadt des Wikingerhelden tun, die sehr belebt wirkt, da hier Händler, Met trinkende und Schweine über dem Feuer grillende Wikinger ihren Aktivitäten nachgehen und entweder Aufgaben für euch haben oder euch in irgendeiner Weise helfen. Auf euren Reisen durch das Land werdet ihr immer wieder geknebelte und eingesperrte Wikinger befreien, welche euch dann in riesigen, dynamischen Schlachten in all ihrer Stückzahl unterstützen werden.

Donarwetter!

Der Story des Spiels angemessen, steht natürlich hier in bester Action-Rollenspiel-Manier das Kämpfen (aus der Third-Person-Perspektive) und weniger das Lösen großer Rätsel im Vordergrund. So müsst ihr meistens die von Dunkelheit, Regen und bewaffneten Untoten befallenen Landschaften Midgards durch das Bekämpfen letzterer zurück in die

ursprüngliche Idylle verwandeln, was sich in einzigartigen Echtzeit-Atmosphärewechseln, in denen die Dunkelheit verschwindet und die Sonne den Himmel sowie die Landschaft in neuem Glanz erstrahlen lässt, bemerkbar macht; und zwar unmittelbar nachdem der letzte Untote der Region zurück in die Unterwelt geschickt wurde. Fair: Solltet ihr dabei einmal selber das Zeitliche segnen, könnt ihr euch mittels vorher entdeckter Teleportsäulen zurück in die Schlacht befördern, nachdem ihr in eurer Heimatstadt neu zum Leben erwacht seid. Überhaupt ist das Spiel im Schwierigkeitsgrad „Normal“ gut machbar und lässt sich frustfrei spielen, solange man nicht den Fehler begeht, zu viele Gegner gleichzeitig anzulocken oder gar einfach in die Menge zu rennen. Zwar verspürt ihr manchmal den Drang, euch eine ausgelassene Metzelei zu liefern, weil diese den Spaß des Spiels ausmachen, jedoch solltet ihr euch das reine um sich Werfen mit Attacken für die großen Schlachten, in denen ihr von allen Wikingern unterstützt werdet, aufheben. Ihr merkt es sicher bereits: Das Spiel bietet auch trotz des Schnetzel-Gameplays Abwechslung: Seid ihr allein unterwegs, schleicht ihr auch schon mal wie ein prä-christlicher Sam Fisher durch die Lager von Hels Streitmächten, um diese einzeln und unbemerkt niederzustrecken und die gefangenen Wikinger unter Jubel freizulassen, wodurch dann wiederum eine knallharte und nahezu garantiert siegreiche, kleine Schlacht ausgelöst wird, welche die sicher gewollte Euphorie beim Spieler freisetzt. Hier taucht man wirklich voll und ganz ins Spiel ein und kann es kaum erwarten, sich der Horde kampfeslustiger Wikinger anzuschließen, um letztendlich den Himmel wieder in idyllischem Blau erstrahlen zu lassen und die
Dunkelheit aus der Region zu vertreiben. Wo wir gerade beim Warten sind: Es gibt genau eine Ladezeit im Spiel, nämlich beim Starten des Spiels bzw. beim Laden eures Speicherstandes. Danach lässt sich die malerische Landschaft mit ihren düsteren Höhlen und gigantischen Gewässern in all ihrer Pracht ohne Ladezeiten bereisen, egal, ob ihr euch teleportiert, sterbt, in eine Schlacht zieht oder Städte betretet. Getötete Einheiten und Obermotze sowie befreite Gebiete bleiben dabei stets gespeichert. Genau so wie das Gold, welches ihr überall in der Landschaft verstreut findet und für Spezialwaffen, das Weiterentwickeln der elementaren Attacken oder für gänzlich neue Fähigkeiten in einem magischen Steinkreis an der Küste ausgeben könnt. Dort lassen sich dann Attacken mit Namen aus der nordischen Mythologie wie „Fenrirs Biss“ oder „Thors Hammer“ erlernen, welche häufig eine taktische und nicht zuletzt für jeden Spieler individuelle Komponente in das Gameplay einfließen lassen.

Göttliche Technik

Die mir vorliegende Xbox 360-Fassung kann – um es kurz zu machen – mit nahezu perfekter Technik glänzen. Die Grafik macht nicht nur einen homogenen, sondern auch wahnsinnig schönen Eindruck. Noch nie habe ich die Gischt und hohe Wellen, die sich an den riesigen Felsformationen an der Küste brechen, so realistisch in einem Videospiel dargestellt gesehen. Auch die gesamte Vegetation kann vollends überzeugen. Wasserfälle und kleine Wasserläufe in Höhlen sowie elementare Attacken der Gegner (z.B. Feuerpfeile) und des eigenen Helden sind ebenfalls nicht selten atemberaubend. Hinzu kommen die im Spiel gänzlich fehlenden Ladezeiten und die Tatsache, dass jeglicher

Fortschritt in der Welt erhalten bleibt. Der Sound reiht sich leider nur zum Teil in den technisch hervorragenden Gesamteindruck ein und glänzt zwar mit einer superben englischen Sprachausgabe (inkl. einer wirklich guten, deutschen Übersetzung im Text) sowie bei der Qualität der Kampfgeräusche. Allerdings dürfte die musikalische Unterstützung häufiger einsetzen und auch passenderweise viel opulenter ausfallen. Vor allem in den Schlachten wirkt so die Soundkulisse in ihrer Gesamtheit etwas dünn und dem gebotenen Schlachtenchaos nicht immer ganz angemessen. Ab und zu flimmern unerklärlicherweise außerdem ein paar Texturen an Felswänden in meiner Version. Allerdings vermag diese Kleinigkeit den erstklassigen grafischen Eindruck nicht zu trüben, ebenso wenig wie die leicht einbrechende Framerate, wenn man dauerhaft in flachen Gewässern herumspringt und das Wasser spritzen lässt. Hier wurde endlich einmal die Power der aktuellen Konsolengeneration nicht nur für sinnlose grafische Spielereien, sondern für das Erzeugen einer atmosphärischen Spielwelt genutzt, die wie aus einem Guss wirkt. Dafür spreche ich ein großes Kompliment an Creative Assembly, den Entwickler dieses Epos’, aus.
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