Ein Rollenspiel aus Fernost ist für mich immer wieder ein kleines Highlight. Wenn dann noch „Square Enix“ auf der Verpackung steht, werde ich sofort schwach. Noch viel schwächer wurde ich bei Valkyrie Profile Lenneth, weil es ein wunderschönes Spiel ist, welches man einfach erlebt haben muss! Hierbei handelt es sich zwar „nur“ um ein Remake des mittlerweile sieben Jahre alten PS1-Spiels, aber wer es noch nicht erlebt hat, wird hier wirklich bestens bedient! Viel Spaß mit dem ausführlichen Test!
Im Spiel übernimmt man die Rolle der Walküre Lenneth, ein göttliches Mädchen der nordischen Mythologie, und muss die Seelen gefallener Soldaten aufsammeln, um sie für den letzten Kampf der Götter vorzubereiten. Die Story wird dabei von zahlreichen, sehr textlastigen Sequenzen erzählt, für die man stellenweise einen langen Atem braucht, aber sie sind packend, sie sind traurig in Szene gesetzt und doch so abgöttisch genial! Einfach grandios! Grandios einfach? Es fängt ja schon damit an, dass der Titel komplett auf Englisch und lediglich das Handbuch in deutscher Sprache zu finden ist. Es geht aber noch viel krasser: Erklärungen zum Kampfsystem oder Erklärungen zu euren Aufgaben/Quests sind wirklich spärlich, ja eigentlich gar nicht vorhanden, wodurch Neulinge sich des Öfteren wohl vor die Wand gestoßen fühlen werden, weil sie schlichtweg nicht weiterwissen. Mir als Kenner des Originals ist das Problem zum Glück nicht unterlaufen, aber dieses Problem hätte man lösen können. Ebenso braucht man bei den vielen Sequenzen einen langen Atem und viel Durchhaltevermögen, denn man kann die Texte nicht wegklicken. Entweder man ließt alles durch oder überspringt mit einem Satz die gesamte Sequenz. De facto gilt: Zurücklehnen und aufmerksam lesen. Kommen wir aber zur Besonderheit des Spiels, denn Valkyrie Profile Lenneth ist kein gewöhnliches Rollenspiel. Ihr könnt in bester Jump `n Run-Manier springen (werdet ihr sogar stellenweise müssen) und Zufallskämpfe wie in Final Fantasy stehen nicht auf der Tagesordnung, denn ihr könnt eure Feinde jederzeit sehen und wenn ihr wollt, auch einfrieren, indem ihr einfach Viereck drückt, wodurch die gute Lenneth einen Eisstrahl abfeuert und den Gegenr somit paralysiert. Drüberspringen und weiter geht es. Aber ich für meinen Teil will gar nicht über die Gegner springen, ich will kämpfen! Warum? Das Kampfsystem ist einfach genial gemacht, weil ihr gleichzeitig die Kontrolle über eure drei oder auch vier Recken übernehmt! Auf dem Kampfbildschirm seht ihr, wie eigentlich das gesamte Spiel über, nur 2D-Bildschirme, die mit tollen Hintergründen ausgeschmückt sind. Im Kampf selbst könnt ihr über die vier PSP-Tasten (Kreis, X, etc.) eure verschiedenen Helden agieren lassen, um somit mächtige Kombinationsangriffe zu starten und mit etwas Glück nach einer starken Kombo eine „Purifying Combo“ auslösen, die exzellent in Szene gesetzt ist und mächtig Schaden verursacht. Es geht aber noch viel weiter, denn Einflüsse aus Final Fantasy Tactics sind ebenfalls zu spüren. Vor einem harten Bosskampf oder auch generell sei gesagt, dass man sich ein optimales Team aussuchen sollte, das man im Menü selbst zusammenstellen kann, denn eure Gegner sind nicht blöd und das Spiel fordert ein gewisses Maß an Taktik und Überlegung. Bosse haben beispielsweise meistens zwei oder mehrere Helfer vor sich, damit ihr nicht sofort ihn plättet. Diese Vordermänner sind meistens auch eine harte Nuss, weil ihr sie mit normalen Angriffen nur schwer besiegen könnt, da sie einzelne Angriffe und hernach auch vielleicht ganze Kombos blocken können! Da heißt es wirklich überlegt anzugreifen und außerdem muss man sehr darauf aufpassen, in welcher Lage sich ein Gegner gerade befindet. Fliegt er beispielsweise durch die Luft, weil ihr ein starker Zauber hat abheben lassen, sollte man tunlichst Angriffe mit dem Schwert vermeiden, weil sie dann schlichtweg ins Leere gehen und somit eine Angriffsrunde kosten. Dasselbe gilt natürlich auch für eure Mannen, wodurch manchmal Leben gerettet werden können. Heilen tun sich die Kämpfer übrigens selbst, sofern ihr vorher auch alles brav eingestellt habt. Im Kampfsystem geht es also um Feeling und vor allem um gutes Timing, nicht um wahlloses Eindräschen auf den Gegner. Darüber hinaus könnt ihr durch verschiedene Waffen auch mehrmals in einer Runde auf den Gegner schlagen, wodurch die Komboleiste zum Ende hin sogar auf 25 Treffer pro Runde gehen kann, das ist schon sehr übel und verursacht viel Schaden. |
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Gestaltung und Umsetzung: Vic24 Websolutions
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