True Crime New York City (Tests)
Schöne Stadt und fiese BugsEins vorweg: New York sah mit Abstand noch nie besser aus als in diesem Spiel. Wo man auch hinsieht, man fühlt sich wirklich durch den schmutzigen Look und herumfliegendes Papier wie im richtigen New York. Und obwohl es nur eine Stadt im Spiel gibt, haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet, ihr möglichst viel Leben einzuhauchen. Überall laufen Fußgänger, die miteinander reden und etwas an Imbissbuden essen. Außerdem fahren Unmengen an verschiedesten Autos und Motorrädern sowie die typische New Yorker U-Bahn durch die Metropole. Dank GPS-System findet man aber auch jede Straße sowie Sehenwürdigkeit im Spiel wieder. Als ob das nicht schon reichen würde, gibt es auch noch so gut wie keine Pop-ups oder zu spät eingeblendete Texturen, sondern eine Menge coole Effekte (Regen, Explosionen), die erst im Zeitlupenmodus voll zur Geltung kommen. Allerdings hat das seinen Preis, denn die ganze Sache ruckelt enorm. Zwar hat das spielerisch so gut wie keine Auswirkungen, aber nervig ist das ständige Geruckel doch. Klingt alles bisher sehr geil, oder? Tja, aber einen Fehler haben die Entwickler vermutlich unter Zeitdruck doch begangen, der die Wertung und mein Gemüt nach unten gedrückt hat. Bugs-aber nicht kleine, sondern schwerwiegende. So laufen euch während ihr fahrt ständig Fußgänger vors Auto, das ganze Bild friert plötzlich mit einem ohrenbetäubenden Geräusch ein oder ihr könnt Einsätze nicht machen, weil alles schwarz wird. Deswegen empfiehlt es sich nach fast jeder Mission zu speichern, da euch sonst wertvolle Spielfortschritte verloren gehen.Beim Sound hingegen hat man sich ein cooles Feature einfallen lassen. So könnt ihr - je nach Geschmack - einstellen, welche Musik ihr hören wollt und welche nicht. Natürlich hat sich Activision nicht lumpen lassen und knapp 80 lizensierte Songs in den Soundtrack integriert. Übrigens: Alle, die eine deutsche Syncro nicht mögen, müssen sich keine Sorgen machen, denn einige prominente Sprecher aus amerikanischen Filmen und Fernsehen haben den Figuren ihre Stimme geliehen. Das Spiel ist bis auf wenige Ausnahmen sehr gut deutsch untertitelt worden. Dass True Crime zu Recht in die Hände Erwachsener gehört, ist durchaus berechtigt, denn trotz geschnittener Version kann man mit Marcus immer noch ziemlich brutal zur Sache gehen, was vor allem in einigen Zwischensequensen deutlich zu sehen ist. Kommentar (RB) : Bei True Crime NYC war ich diesmal ziemlich hin-und hergerissen. Einerseits ist das Spiel wunderschön und macht durch die wieder cool inszenierte Mischung aus ballern, fahren und prügeln viel Spaß, andererseits nerven das ständige Geruckel, die dumme KI und nicht zuletzt die überaus störenden Bugs. Noch dazu kommt eine leider viel zu kurze Spielzeit. Dennoch, da die GTA Serie dem Cube bisher verwehrt blieb, kann ich nur raten sich dieses Spiel als Besitzer des Nintendo Game Cubes doch zuzulegen, denn etwas vergleichbar gutes gibt es auf dem Würfel nicht. Allen anderen würde ich raten, es zumindest mal auszuleihen oder auf die im Frühjahr kommende PC-Version zu warten. Hätten die Entwickler sich noch etwas mehr Zeit gelassen, so wäre sicherlich noch eine viel höhere Wertung drin gewesen. Aber es ist wie es ist. Mit beiden Augen zugedrückt vergebe ich trotzdem noch unseren Award für die Mühe, die sich die Entwickler gemacht haben, NYC so getreu nachzubauen.
Geschrieben von: Max Wittmann am 18.03.2006
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