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The Witcher (Tests)


The Witcher

Bei der Ankündigung des Spiels wurde dem Entwickler nur recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Auch nach den ersten Präsentationen auf der E3 und GC hatte man immer noch nicht das Gefühl, dass dieser Titel massentauglich ist. Kurz vor Release, um genauer zu sein, auf der diesjährigen Games Convention, erlebte das Spiel endlich seinen Durchbruch. Jeder wollte es, nun steht es seit wenigen Tagen im Handel – wir haben die Goldmaster bekommen und für euch getestet. Warum der Gold-Award aber nur knapp verfehlt wird, klärt der umfangreiche Test.

Die Story handelt von Geralt von Riva, kurz Geralt, einem Monsterjäger, einem mit Mutagenen aufgepuschten Menschen, der die hohe Kunst der Magie sein Eigen nennt (er ist nicht umsonst ein Hexer) und ein Faible für schöne Schwerter hat. Er ist quasi sowas wie ein Superheld, was vor allem im sehr, sehr guten Intro deutlich wird. Im Spiel selbst findet ihr euch in seiner Rolle bewusstlos wieder und wacht dann in einer Burg auf, in der ihr allerdings nicht zur Ruhe kommt, denn diese wird direkt von bösen Buben und einer dubiosen Gestalt mit dem Namen „Der Professor“ überfallen, die wichtigen Mutagene werden geklaut, einer der besten Freunde verliert sein Leben und dann beginnt auch schon der Plot. The Witcher geht weit über 70 Spielstunden und ich muss zugeben, dass ich in der Testphase gerade mal bis ins vierte (von fünf plus Epilog) Kapitel gekommen bin.

Hass, Rassismus, Gut und Böse verschmelzen

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Bei The Witcher muss man vom Gedanken wegkommen, dass alle Rollenspiele irgendwas mit Mittelalter, schönen Städten und dergleichen zu tun haben. The Witcher ist von Grund aus düster und geheimnisvoll. Moral? Was ist das? Gibt es nicht, denn in The Witcher ist alles tot! Die Menschen leben unterhalb des Existenzminimum, Gruppen bilden sich, um einen Aufstand zu provozieren, eine Krankheit jagt die andere, Huren gibt es in Massen, damit sie irgendwie an Geld kommen und Rassismus ist Usus. Elfen sind sonst immer sehr wohlhabend, wunderschön und stark – in The Witcher leben sie in den Slums. Den Zwergen wurde dasselbe Schicksal zuteil.

Die Story von The Witcher ist einfach genial, weil man nicht mehr das klassische „Gut-Böse“-Spiel treibt. Alles, was ihr tut, zieht Boni und Mali mit sich. Manchmal muss man sogar eine bestimmte (nahestehende) Person umbringen, um ein Unheil im späteren Verlauf des Spiels zu verhindern. Ob das nun moralisch wertvoll ist, müssen die Philosophen klären. Fakt ist: Solche Momente sind fesselnd und genau darauf läuft alles hinaus, denn der innere Konflikt steht im Vordergrund. Das beste an der Sache ist, dass The Witcher einen vollständigen Kreis zieht. Alle Fragen, die am Anfang aufkommen, werden im Laufe des Spiels oder gar erst am Ende geklärt. Auch sonst erlebt man immer wieder sehr dramatische Szenen, ein wenig prickelnde Erotik ist natürlich auch dabei (mit gutaussehenden Frauen!) und richtig miese Intrigen dürfen selbstverständlich nicht fehlen.

Die Kehrseite der Medaille

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Die Spielwelt wirkt wirklich atemberaubend echt und man wird stets mit neuen Schönheiten konfrontiert. Meine Neugier, die Spielwelt immer mehr zu erkunden, war auch nach 48 Spielstunden nicht anders wie am Anfang des Spiels. In den großen Städten tummeln sich zahlreiche Bewohner, die einkaufen, ein Schwätzchen abhalten, ihrem Leben nachgehen, und so weiter. Der dynamische, kaum spürbare, aber sichtbare Tag-/Nachtwechsel macht sich einfach toll und auch die wechselnden Wetterverhältnisse sind einfach grandios. Sehr cool: Wenn ein Platzregen in einer Stadt einsetzt, dann gehen alle Menschen – wie in der Realität denkbar – unter Dächer und suchen Schutz vor dem nassen Element, fangen an zu fluchen und freuen sich sehr, wenn die Sonne wieder scheint.

 

Geschrieben von: Adam Smieja am 29.10.2007




 
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