Das Jahr ist vorbei, Spieletester.com ist vier Jahre alt geworden und irgendwie fühlen sich alle Redakteure wie gefühlte Einhundert. Doch wie hat der Quatsch um unsere Seite eigentlich begonnen und wer sind die Versager hinter all dem Nonsens? Das und noch ein wenig mehr lest ihr nun im etwas anderen Special zu unserer verhassten geliebten Seite!
Am Anfang war der Größenwahn
Victor Völzow, vor mehr als elf Jahren, blutjung, unwissend, größenwahnsinnig und mit dem Plan, das größte Imperium aller Zeiten aufzubauen, hatte die Idee ein Spielemagazin zu gründen. Dieses nannte sich PC-X und scheiterte auch alsbald. Ebenso war die kurz darauf ins Leben gerufene Website Con-X zum Scheitern verdammt, zumal sie nur Konsolen-Spiele behandelte und die waren anno 96 noch nicht so etabliert wie PC-Games. Und weil das nicht geklappt hat, fusionierten die beiden Websites dann mit „Games Revolution“ von Victors Freund Christopher Greb und nannten dieses Projekt „GamesFun“ – das passierte im Jahre des Herren ’97. Und immerhin: Die Page konnte sich dann bis 1999 halten, Respekt!
Wenig später versuchte er sein Glück gegen die Riesen von Krawall und (damals noch) Gamesweb.com mit dem Namen „die-spieletester.de“ - er hatte mäßigen Erfolg. Aber trotzdem: Die Seite lief und das über mehrere Jahre hinweg. Die Redakteure arbeiteten damals für ein Appel und ein Ei, bekamen gerade mal maximal 1 Spiel im Monat kostenlos zugeschickt und mussten diesen Humbug auch noch testen. Echte „Top-Games“, oder wie es Sony nennen würde „TRIPLE AAA“ - am besten noch mit Tausend Ausrufezeichen dahinter – bekam man nicht. Neben die-spieletester.de lief früher auch noch „ConsoleClans“, ein Portal für alle Konsolenspieler, insbesondere aber Socom-Spieler, süchtige Socomspieler, denen es nach Waffenverboten aller Art lechzte und die spätestens nach Socom 2 ½ (auch Socom 3 genannt) keinen Bock mehr auf das Spiel hatten, da sie realisierten, dass sie abgezockt wurden, vereinte. Und so ging das dann einige Monate lang gut, bis endlich...
.. die Rettung...
...erschien. Mit Adam Smieja, meiner unbedeutenden Wenigkeit, kam Ende 2003 der wichtigste Impuls des Magazins rein. Eigenlob stinkt und das Schreiben aus der dritten Person über sich selbst ist ebenso behindert wie dieser Artikel, aber was soll ich anderes tun? Etwa Pascal diesen Teil schreiben lassen, um zu beten, er würde noch vor Ende 2010 fertig zu werden? Nein, nein. Zwar hatte Adam zu dieser Zeit nicht mal einen Führerschein oder gar Presseausweis – den heute übrigens immer noch 80% der Redaktion nicht haben! Sic - , aber er war bei die-spieletester.de. Time Crisis 3 von Sony war auch noch das erste Spiel, das diese gequälte, geläuterte Seele testen musste. Er wusste sich auch nicht anders zu helfen als zu schauen, wie es denn „die anderen“ vor ihm gemacht haben. Stil kopiert, der erste Test stand, er leckte Blut und wollte mehr! Aber noch bevor er, Victor, Chris („PR-Manager“, obgleich seine Aufgabe eher dem eines stellv. Chefredakteurs identisch war), Kevin und Christian sich versahen, gingen ConsoleClans und die-spieletester.de unter. Es kam: Das „CN“, ConsoleNetwork, unter der absurden Leitung von – HA! Damit rechnet man nicht – Victor Völzow und... irgendeinem unwichtigen Spieler mit Glatze aus Socom, der sieben Monate später merkte, dass ihn sowieso keiner leiden konnte und den Adminposten verließ. Der damalige Serverleiter, der sich selbst als Halbgott in Sachen Technik, Programmierung und hastdunichtgesehen bezeichnete ,machte Fehler (sic!) und ließ die Festplatte abschmieren. Backup drauf, alles ging nochmal gut.
Der Tiefpunkt
Es kam wie es kommen musste, der Tiefpunkt unserer Karriere. Irgendwann in 2004 nannten wir uns dann „consolegamerz.de“, was viel mehr nach einer billigen illegalen Spieledownload-Site klang als nach einem seriösen Magazin. Wessen Idee war der Name? Victors! Eigenes Forum, aber keine echte Seite. Dieses Prinzip, Artikel als Forenposts zu veröffentlichen, war schwach und setzte sich nicht durch. Strange enough: In einem persönlichen Gespräch mit der jetzigen Chefredaktion (also mir) vor einigen Monaten hatte eben jener Mann mit V denselben Vorschlag. Schon alleine daran sieht man, dass sich Geschichte oftmals zu wiederholen droht. Dieser Vorschlag wurde jedoch vehement abgelehnt – Gott sei Dank. Nachdem wir alle realisierten, dass consolegamerz.de ein Reinfall war, schloss man das Kapitel „Eigenes Imperium“ und besonn sich auf das CN. Schon bald startete „Userbars“, ein geniales und abgöttisch geliebtes Projekt des jetzigen Webdesigners Stephan Marten. Wessen Idee war das? Victors natürlich! Was zunächst nach Penis-Enlargement aussah fand rasch Anklang und überlastete des Öfteren den Server, welcher damals unterste Schublade war. Parallel zu Userbars.com startete eine neue Ära des Spielemagazins, denn es entstand allen Ernstes „Spieletester.com“, allerdings noch mit dem alten Logo (siehe Bild, ARGH!) und einem Design, das man binnen fünf Minuten stehen hat und sich vorwerfen lassen muss, man würde die Asbachseite Gamefront.de kopieren, die seit einem Jahrzehnt nichts mehr am Look des grauen Mythos gemacht haben.
Doch wieso haben wir das gemacht? Nunja, ausschlaggebend war ein Test zu „Killzone“ für die PS2, von dem (Ex)Kollege Kevin so begeistert war, dass er den Cheffe so lange belabert hat bis wir „Spieletester.com“ reanimierten. Zuerst versuchten wir hierbei unser Glück mit dem System „Joomla“. Hört sich an wie eine Droge? Ja, kann man in etwa vergleichen. Die Wirkung am Anfang war betäubend, schön, aufregend, aber zum Ende hin wurde sie uns zu billig, es musste etwas mehr her. Aber bleiben wir doch noch etwas in diesem Kapitel, denn immerhin hielt es fast ein Jahr lang. Dieser Wechsel geschah anno 2005, irgendwann am Anfang des Jahres. Kurz nachdem wir uns bekannt gemacht haben, stieß Pascal Höper, ein vorlauter Bochumer mit einer verdammt guten Schreibe, hinzu. Dumm nur, dass er damals nicht wusste, wie gut er für seine Qualitäten anderswo bezahlt werden würde als für den Hungerlohn bei uns. Kurz zuvor erreichten uns noch folgende Schwachsinnige: Roy Bulenda, Maximilian Wittmann und Roman Brandt, den wir allerdings nach drei Tagen wieder geschmissen haben, weil er Tests kopierte. Schade eigentlich, den hätte man mobben können.
Wer zum Teufel Roy Bulenda und Maximilian Wittmann sind? Nun, auch wenn sich ersterer wie die leckeren Buletten einiger fachlich unterbelichteter Restaurants anhört, hatte er was. Seine Artikel waren in Ordnung und vertretbar. Maximilian hingegen war (und ist!) ein noob. Wer schon einen Artikel mit dem O-Ton „...die Berge zu Haare stehen“ schreibt, der kann nur durch Tricks in die Redaktion gekommen sein – ich betone immer wieder: SCHMIERGELDER! Während Roy sich nach einem Jahr aus persönlichen Gründen verabschiedet hatte, blieb Max noch ein wenig länger und kapierte irgendwann mal, dass er sich hochschlafen muss, um auch gute Spiele zu kriegen. Was daraus geworden ist, seht ihr ja jetzt: Er miemt den willigen Newsskalven des Chefredakteurs. Das Beste an dieser Zeit allerdings war, dass Spieletester.com viele Spiele und deutlich mehr Anklang bei den Publishern fand. Zwar meinten einige Leute immer noch, Spieletester.com hätte so viele User wie Deutschland Inseln hat, stichhaltige Beweise für diese dumme (und unwahre!) Aussage hatte er/sie/es jedoch nicht. Sei es drum, denn so langsam machte uns die Arbeit, obgleich wir immer noch für einen Hungerlohn arbeiteten und der Chef die Millionen einsackte, Spaß.
Mitte 2005 stieß auch noch dieser verrückte Mathias Preuß hinzu, der prompt dachte, er könne bei uns die Weltherrschaft erreichen, obwohl das nicht nur Victors, sondern wohl auch unser aller Ziel war (zugegeben: noch immer ist). Mit viel Schleimerei, einem Misstrauensvotum gegen die jetzige Chefredaktion und so weiter versuchte er sich die Führungsränge zu sichern – aber auch er ist gescheitert. Warum er nicht geflogen ist? Nun.. das weiß bis heute keiner so recht, aber mittlerweile glauben wir, dass er zu gebrauchen ist, auch wenn er manchmal 6 Wochen für einen Test braucht.
Mehr von und über die Spieletester.com Redaktion gibt es in Teil 2 des Specials!