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Scrapland

Hersteller
Vertrieb
Erscheinungstermin
 erschienen
Plattform
 Xbox
Kategorie/Genre
 Action-Adventure

[SCREEN:0]Würde euch ein Spiel interessieren, das in einer Stadt auf einem Planeten angesiedelt ist, auf dem ausschließlich Roboter wohnen und Menschen keinen Zutritt haben? Klingt nach Science-Fiction und einer hochtechnisierten Stadt? Gut, denn genau darum geht's in diesem Spiel auch. Aber euer Interesse ist vielleicht immernoch nicht geweckt, oder habt ihr vielleicht das Zitat "Grand Theft Robot" (XBG Games 01/05) auf der Rückseite der Packung gelssen? Was es mit diesem Zitat auf sich hat und warum Scrapland eine der unbekannten Xbox-Überraschungen ist, erfahrt ihr im folgenden Test.

Politiker, Korruption, Glücksspiele, Wetten, Luftkämpfe und Verbrechen sind Begriffe, welche nicht unbedingt Assoziationen zu einer von Robotern besiedelten Zukunftsmetropole hervorrufen. Aber all diese Begriffe sind fundamentale Aspekte der Story von Scrapland. Der Name Scrapland verwundert auch den Helden "D-Tritus", der eigentlich nur durch Zufall auf dem Planeten landet. Durch seine Neugier erfährt auch der Spieler sofort, weshalb der Planet "Schrottland" heißt: Es handelt sich eigentlich um die gute, alte Erde, die von Menschen ausgeplündert wurde und so für organische Lebensformen nicht mehr bewohnbar ist. Daraufhin besiedelten jedoch die Roboter die Erde, nannten sie "Scrapland" und bauten sich selber eigene Städte mit toll funktionierenden Infrastrukturen auf, die jedoch im Wesentlichen parallel zu denen der Menschen sind. Es gibt also Transportmittel in Form von Zügen, es gibt einen Bürgermeister, Polizeistationen, Flugzeuge etc. Die Roboter haben allerdings, als sie die Erde besiedelten, eine große Datenbank (GDB) gefunden, die im Spiel eine wichtige Rolle einnimmt. Auf ihr sind Kopien eines jeden Roboters auf Scrapland gespeichert, um gegebenenfalls Roboter wiederzubeleben. So ist endgültiges Sterben in Scrapland nicht wirklich möglich. Der Erzbischof der Stadt Kimera, in der ihr euch befindet, wird jedoch ermordet, man geht davon aus, dass ein Mensch ihn getötet hat, da am Tatort organische Spuren gefunden wurden. Er wird jedoch tot bleiben, denn sein Eintrag in der GDB ist gelöscht worden. Um auf Scrapland bleiben zu dürfen, muss man eine Arbeit haben, deshalb bekommt D-Tritus am Anfang den Job eines Journalisten in Kimera. Von hier an beginnen die unterschiedlichen Missionen. Hier sind auch bereits erste Parallelen zur berühmten und erfolgreichen GTA-Serie zu erkennen: Ihr holt euch Missionen ab, indem ihr mit Personen redet oder die Kommunikatoren (Bei uns würde man "Telefonzelle" sagen) benutzt. Jedes, für Missionen wichtige Ereignis bzw. jeder wichtige Ort ist auf dem Radar angezeigt und ihr werdet mithilfe eines Pfeils in die richtige Richtung gelotst. Den schnellsten Weg müsst ihr allerdings selber finden, der Pfeil gibt lediglich die Richtung an. Die Missionen sind sehr interessant in die Story eingebunden und motivieren deshalb zum Weitermachen.

Trotzdem gibt es nicht nur den Haupthandlungsstrang, sondern auch einen Nebenstrang, durch den ihr euch Waffen und zusätzliche Ausrüstung für eure Schiffe verdienen könnt. Passende Aufträge dieser Art bekommt ihr vom "Irren Spieler", einer sehr merkwürdigen "Person", die ihrem Namen alle Ehre macht und euch "Irre Superwetten" anbietet, welche den Nebenhandlungsstrang ausmachen. Die Hauptmissionen sind für ein Spiel, was zum Teil mit Freelancer vergleichbar ist, sehr abwechslungsreich. Mal muss man zu Fuß in Gebäuden Aufgaben erledigen, die machmal Geschick, manchmal Grips erfordern. Oft müsst ihr euch an überall vorzufindenden Terminals in die GDB einhacken, um euch in einen beliebigen anderen Roboter zu verwandeln. Dies ist jedoch strafbar, also immer schön aufpassen, wen ihr nach solch einer Verwandlung ansprecht. Für die Missionen ist dieses Feature allerdings oft nötig und es macht auch Spaß, sich plötzlich von D-Tritus in den Bürgermeister zu verwandeln und so einige vertrauenswürdige Informationen aus dem Polizeichef herauszukitzeln. Meistens sind Missionen allerdings mittels Raumschiffen zu erledigen. Dann müsst ihr Gegner abschießen, Botengänge erledigen oder Rennen fliegen. Wie man sieht, ist das Spektrum der Möglichkeiten, die auch abwechslungsreich genutzt werden, recht groß. Die Arten der Missionen rechtfertigen ebenfalls den Vergleich mit Third-Person-Action-König "GTA": Zu Fuß oder im Auto auf der Straße. Allerdings gibt es hier keine Straßen, sondern nur Luft, anstatt Autos sind hier verschiedene Raumschiffe als Fortbewegungsmittel und gleichzeitig als Tatwaffe vorgesehen. Der Spielspaß ist so also von Anfang an gegeben. Daran ändert der Schwierigkeitsgrad nicht wirklich etwas, denn dieser lässt sich, auch bei einem bereits vorhandenen Profil immer wieder verstellen. Man hat die Wahl zwischen drei Schwierigkeitsgraden. Bei Luftkämpfen ist es zwar manchmal ärgerlich, wenn sich der Gegner immer wieder aus dem Staub macht um Energie aufzutanken. Aber man muss hier einen Weg finden, ihn vorher zu zerstören (Das Wort "töten" gibt es im Roboterwortschatz quasi nicht. "Zerstören" nimmt diese Stellung ein). Das Spiel lässt sich, wenn es nicht gerade von selber speichert, immer abspeichern. Dies verhindert größtenteils Frust und macht das Spiel auf "Normal" gut schaffbar.

Die Technik

Wie schwer ist die Aufgabe für einen Entwickler, eine glaubwürdige, von Robotern bewohnte Zukunftsmetropole zu erschaffen? Echt nicht einfach, würde ich sagen. Aber hier hat Entwickler "Mercurysteam Entertainment" sich wirklich Mühe gegeben. Das Spiel wird der Leistung der Xbox absolut gerecht; der gesamte Planet, sowohl Innen- als auch Außenareale sind sehr detailliert, Figuren sehr unterschiedlich animiert. Jegliche Effekte sind schön und ohne Framerateeinbrüche anzusehen. Lediglich nach Ladepausen kommt der Held beim Laufen ein kleines bischen ins Stocken. Doch wirklich ins Stocken kommt auf der Xbox nur der Sound; und das nicht zu selten. Oft reden die Roboter nicht zu ende, ruckeln, fallen sich gegenseitig ins Wort und die Untertitel kommen nicht mehr mit. Das tritt ab und zu im Spiel, aber häufiger im Intro, also am Anfang des Spiels, auf. An dieser Stelle kann man nebenbei noch erwähnen, dass die Texte im Spiel nicht immer ganz fehlerfrei sind. Doch da wäre man auch schon wieder bei einem klaren Pluspunkt angelangt, den ich besonders erähnen möchte: Sound, also Sprachausgabe, und Texte sind alle komplett lokalisiert, also auf deutsch. Zwar ist die Varianz der Aussagen - besonders bei Luftkämpfen - nicht besonders hoch, sodass die Funksprüche schon manchmal nerven können, aber insgesamt kassiert das Spiel hier Pluspunkte.

Die Steuerung

 
"Optimal, aber nichts neues" trifft es hier ganz gut. Ich wüsste nicht, was man an der Steuerung besser machen sollte, aber sie bietet auch kaum Innovation, was jedoch in dem Genre auch nicht notwendig ist. Ein Schiff steuert ihr mit den Sticks, schießt mit A, gebt euch mit B einen Boost-Schub. Das ist das wesentliche Prinzip der Steuerung. An das Anvisieren von Gegnern mit L muss man sich etwas gewöhnen, da man mit den Sticks nachhelfen sollte, um schnell einen guten Treffer zu erzielen.

Kommentar (PH) :

Scrapland ist in Sachen Grafik, Größe der Spielwelt, Missionsdesign und Spielspaß eine große Überraschung für mich. Science-Fiction Fans mit Humor und Begeisterung fürs GTA-Prinzip, aber auch Freelancer-Spieler, dürfen zuschlagen. Die Möglichkeit, eigene Raumschiffe aus verschiedenen Teilen zu erstellen aber auch starke Raumschiffe zu klauen und der daraus resultierende faire Schwierigkeitsgrad, der wiederum langanhaltenden Spielspaß zu Folge hat, machen das Spiel vor allem für 45 Euro (für den Preis bieten es die meisten Händler zur Zeit an) zu einem Pflichtkauf für actionliebhabende Xbox-Besitzer, die Lust auf Humor und die spaßige Raumschiffsteuerung haben. Der Name "American McGee", einer der Entwickler, der hauptsächlich für dieses Spiel verantwortlich ist, spricht allerdings mittlerweile auch für Qualität. Er war maßgeblich an Doom 1/2 und Quake 1/2 beteiligt. In EA's "Alice" findet sich ebenso sein Name wieder, wie auch im hervorragenden "American McGee Presents Scrapland".
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Bewertungen

Grafik

Sound

Spielspaß

Gameplay

Gesamtwertung:


 Prozent

Pro Pro
Contra Contra
- Spieler ist sofort im Geschehen
- gute Steuerung
- teilweise imposante Grafik
- große Bewegunsfreiheit innerhalb der Stadt
- nicht zu wenig Humor
- Rennen und Kämpfe ziemlich spannend
- ruckeliger Sound
- Luftkämpfe manchmal knifflig


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