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SBK 08 (Tests)


SBK 08

SBK 08

Sehr dünn ist es geworden, das Angebot neuer Spiele für die PSP. So wenig wie der Edel-Handheld wurde noch keine andere Sony-Konsole mit Software bestückt, vor allem in den letzten Monaten waren die großen Lücken in den Releaselisten immer da, wo eigentlich PSP-Spiele hätten stehen sollen. Multiplattformtitel erscheinen dann aber eben doch der Tendenz zum Trotze auch auf der portablen Playstation - wie im Falle SBK 08 – neben einer Version für die PS2. Beide haben wir genauer unter die Lupe genommen.

Mammut-Motorrad-Modi en Masse?

Während sich Kollege Mathias mit der PS2-Version vergnügt und diese bewertet hat, durfte ich hier Hand anlegen an die portable Fassung des Motorrad-Rennspiels, welches auf diesem System auch nicht ganz konkurrenzlos ist, da es sich hier immer noch an dem damals von uns recht gut bewerteten Moto GP messen lassen muss. Man legt dafür schon einmal mit einer Fülle an Spielmodi vor: Ein obligatorisches „Schnelles Rennen“ befindet sich genau so im Repertoire des Spiels wie einzelne Herausforderungen („Challenges“), welche unterschiedliche Aufgaben bereithalten und einige unterschiedliche Fähigkeiten vom Spieler verlangen, ein „Rennwochenende“, also quasi der kleine aber feine Turniermodus, der im Motorradsport nur anders heißt, eine „Meisterschaft“, das Herzstück des Spiels für Einzelspieler, in welchem ihr eine ganze Saison meistern müsst und der Mehrspielermodus, welcher allerdings von jedem Spieler eine UMD verlangt.


Steuerung und Realismus

Auffällig ist die eindeutige und steuerungstechnisch noch konsequentere Auslegeung auf Realismus im Vergleich zu Moto GP. Man kann hier weniger mit dem Bike „hin und her schwimmen“; das Einhalten der Ideallinie und das dafür notwendige getimte Bremsen und Beschleunigen sind unumgängliche Bedingungen für ein erfolgreiches Rennen. Schön ist dabei, dass man den Grad des Realismus’ zudem beeinflussen kann: Wer es nicht ganz so heftig mag, lässt in den umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten die Voreinstellung „Arcade“ stehen, was immer noch relativ realistisch ist. Knallharte Simulationsfans und Bike-Kenner schalten um auf „Simulation“. Das Stichwort „Realismus“ führt uns außerdem auf die Physik und die anhand dieser berechnete Kollisionsabfrage, welche deutlich über dem Niveau von Moto GP liegt. Nahezu in Ragdoll-Manier fliegen hier bei Crashes die Biker von ihren Öfen, selbige schießen funkend über die Strecke und reißen unter Umständen andere fahrer auch von ihren Vehikeln. Das dargestellte wirkt dabei so realistisch, dass mir bei den ersten Unfällen ein „Aua“ über die Lippen gerutscht ist - famos!

SBK 08 Screenshots
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In puncto Optik subjektiv hinter Moto GP

Etwas weniger beeindruckend ist leider die grafische Gesamtqualität. Zwar fährt man natürlich während eines Super Bike Championships (daher die Abkürzung SBK) nicht an Palmenstränden vorbei durch verlassene Burgruinen und darf daher keine bunte Vielfalt an Optik erwarten, doch das Gesamtgefühl auf der Strecke sollte eben doch durch glaubwürdige Stadion-Atmosphäre im Start/Ziel-Bereich sowie ansprechend gestaltete Objekte am Streckenrand erzeugt werden. Auch schönen, mal leicht spiegelnden Asphalt, Raucheffekte und Ähnliches hat man auf der PSP schon bewundern dürfen (sogar im Starttitel Ridge Racer) doch von alldem ist hier nicht viel zu sehen. Auch die Animationen der Fahrer auf dem Bike erschienen mir bei Moto GP weicher und somit realistischer. Der optische Gesamteindruck ist aber im Vergleich nicht so wahnsinnig verschieden, in meiner bescheidenen Meinung subjektiv aber mit Gesamtlook-Vorteilen seitens Moto GP behaftet, welches übrigens als Platinumspiel für ca. 20 – 30 Euro erhältlich ist, während SBK 08 mit 40 Euro zu Buche schlägt. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass das ältere Moto GP die Saisons 2005 und 2006 als Grundlage hat, SBK 08 dagegen mit aktuellen Lizenzen und somit aktuellen Fahrern und Strecken glänzen kann. Von diesen „echten“ Fahrern sind übrigens auf der PSP 14 und auf der PS2 sogar 22 gleichzeitig im Rennen. Da alle Strecken der WSBK anwählbar sind, gibt es hier mehr Kurse als bei Moto GP, welches nur 8 Strecken bot. Präsentationstechnisch hinkt man leider etwas hinterher, da die Kamerafahrten am Rennende bei Moto GP präsentationstechnisch mehr hermachten und auch sonst in puncto „Drumherum“ dem Spieler hier nicht viel geboten wird. In diesen Punkten war die arcadigere Konkurrenz schon etwas lebhafter, wenn auch schon nicht perfekt gestaltet. Echte Mobilitätskiller sind mal wieder die grauenhaften Ladezeiten. Zwischen den Challenges, vorm nächsten Rennen, beim Start des Spiels, alles dauert viel zu lang. Da gab es schon anspruchsvollere Spiele mit kürzeren Ladezeiten. Dieses Manko werden die meisten Entwickler auch bei der PSP wohl nicht mehr ausgebügelt bekommen. So bleiben bei einer Dreiviertelstunde Zeit vom Einlegen des Spiels bis zum Ausschalten sicher nur 30-35 Minuten Spielzeit, den Rest der Zeit starrt man auf statische Ladebildschirme, auch hier war Moto GP einfallsreicher (Startplätze wurden schon mal eingeblendet). Motiviert wird der Spieler trotzdem weiterzumachen: Belohnungen, Extras und die Herausforderungen halten die Motivation für Rennfans genauso aufrecht wie der solide Mehrspielermodus, auch wenn sich erst einmal Freunde finden lassen müssen, die das Spiel ebenfalls besitzen.

SBK 08 Screenshots
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Geschrieben von: Pascal Höper am 07.07.2008




 
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Kommentar
Die Schwerpunkte sind deutlich: Die (gelungene) Ausrichtung auf Realismus ist letztendlich so stark, dass man mit Moto GP eigentlich doch gar nicht so richtig konkurriert. Wer es schnell, unkompliziert, motivierend möchte und einfach nur Motorradrennen fahren will, ist sicher mit dem günstigen Moto GP bestens bedient. Wem es auf eine Simulation ankommt, wer die neue SBK-Saison fahren will und dafür auch längere Ladezeiten und eine etwas schwächere Optik in Kauf nimmt, darf gern zur Physik-Perle SBK 08 greifen. Ich würde sogar soweit gehen, SBK 08 als eine der besten Simulationen auf der PSP zu bezeichnen. Perfekt ist das Spiel sicher nicht – siehe Contras – aber Bikefans mit einer PSP und Realismus-Fetisch kommen an diesem Raser eigentlich nicht vorbei.

Viel kann ich nach diesem Kommentar nicht hinzufügen. Dieses Spiel ist ein Muss für alle Freunde des Motorsports, die zudem noch auf Realismus pur abfahren. Um die extrem langen Ladezeiten kommt man jedoch leider auch auf der PS2 nicht herum. Rund ein Drittel der Spielzeit vergeht vor dem unsagbar langweiligen Ladebildschirm - Zeit, die Nerven kostet. Grafisch ist SBK 08 auf der PS2 leider auch eher schwach auf der Brust. Die außerordentlich schönen Screenshots der 360-Version könnten beinahe zu einem ganz anderen Spiel gehören. Schlieren, Flimmern und kaum bis gar keine Action neben der Rennstrecke verderben den Spaß dann doch zu einem gewissen Grad.

Redaktionswertung

Grafik:
Sound:
Gameplay:
Steuerung:
Multiplayer:

Gesamtwertung

79 Prozent

User-Wertung
Positiv
  • + realistische Fahr- und Kollisionsphysik
  • + 6 Schwierigkeitsgrade
  • + alle Strecken der WSBK
  • + aktuelle Saisondaten (Fahrer, Strecken, ...)
  • + viele Einstellmöglichkeiten
  • + viele Modi
Negativ
  • - unspektakuläre Grafik
  • - jeder benötigt eine UMD (PSP)
  • - trockene Präsentation
  • - lange Ladezeiten
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