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Repbrobates (Tests)


Repbrobates

Nachdem wir die Obergurke "Aurora" testen durften, musste unbedingt ein Lichtblick her. Sofort war uns klar, dass es Reprobates sein musste, welches aus der Entwicklerschmiede Future Games stammt. Adventure-Fans werden bei diesem Namen sofort hellhörig, ist doch Future Games für den Oberkracher "Black Mirror" verantwortlich. Klar, dass unsere Redaktion dann auch sehr gespannt auf das neue Abenteuer der Macher war. Besonders nach Aurora war die Vorfreude groß, endlich mal wieder einen eventuellen Hit in die Finger zu bekommen. Ob wir uns da nicht mal zu früh gefreut haben...?

Leben nach dem Tod?

Diese Frage haben sich mit Sicherheit schon sehr viele Menschen gestellt und auch die Wissenschaft ist heiß auf das Thema. Doch niemand weiß, was wirklich passiert, wenn man das Zeitliche segnet. Klar, die Thematik ist super interessant, dennoch will niemand an den Tod denken. In der Tat habe ich mir diese Frage auch schon gestellt. Kann wirklich alles vorbei sein, wenn das Herz nicht mehr schlägt? Ist man komplett aus der Welt verschwunden? Vielleicht lebt man sein Leben in einen ewigen Traum noch einmal? Oder wird man neu geboren? Alles Fragen über Fragen, die wohl niemand beantworten kann. Theorien gibt es viele, doch ob alle auch so glaubwürdig sind, bleibt mal dahingestellt.

Um genau dieses Thema dreht sich das neue Point & Click Adventure von Future Games. Protagonist Adam wird morgens von seinem Wecker aus seinen Träumen gerissen. Die Arbeit ruft und so macht sich Adam auf den Weg zu seinem Auto. Kaum eingestiegen, verspürt er einen stechenden Schmerz in seinem Kopf. Natürlich denkt er sich nichts dabei und fährt in der Morgendämmerung zielstrebig zur Arbeit. Doch plötzlich nimmt das Schicksal seinen Lauf: Auf einer Kreuzung beachtet ein LKW nicht die Vorfahrt und Adam rast mit voller Geschwindigkeit in den Truck hinein. Kurz darauf wird alles weiß. Das Intro endet. Was ist los? Wie geht es Adam? Minuten später wacht dieser in einer kleinen Hütte aus Stahl auf. Er selbst weiß nicht wo er ist, doch eins ist klar: Diese Gegend hat er noch nie gesehen. Eine einsame Insel, die Vergangenheit und Zukunft vereint, scheint der Ort zu sein, indem Adam sein Schicksal untersuchen muss. Doch er ist nicht alleine in dieser mysteriösen Welt. Auch andere Menschen, die nicht aus derselben Zeit wie er stammen, scheinen ungewollt auf diese Insel gekommen zu sein. Was ist das Geheimnis? Zahlreiche Fragen die sich der Spieler zu Anfang stellt, doch nach und nach werden diese beantwortet und man erfährt wirklich, was genau nach dem Unfall geschehen ist. Jedenfalls denkt man das. Reprobates wirft durch die Geschichte meist noch mehr Fragen auf. Das liegt daran, dass die meisten Fragen nicht konsequent beantwortet werden, sondern immer nur häppchenweise aufgedeckt werden. Für Menschen, die auf Verschwörungstheorien stehen, ist dieser Ansatz sicher sehr interessant, da sich so ein eigenes machen lässt. Der größte Teil der Spielerschaft möchte aber Klarheit (oder zumindest ich... ;-) ), die es aber leider nicht immer gibt.

Irgendwie anders

Reprobates gestaltet sich in gewisser Hinsicht ein wenig anders, als all die anderen Point & Click Adventures, die wir kennen. So ist das Spiel selber in 11 Kapitel unterteilt. Und dies ist ein ungewöhnlich großer Umfang für ein Adventure. Der Spieler wird rund 10 bis 15 Stunden unterhalten, sofern er es schafft, das Spiel bis zum Enden hin wirklich zu spielen, denn Reprobates bietet einige Ungereimtheiten, die nicht hätten sein müssen. Future Games hat sich meiner Meinung nach ein wenig vergriffen, mit dem was sie vor hatten. Die Geschichte spielt nur auf der Insel, die schon nach wenigen Stunden extrem langweilig wird, da der Grafikstil sehr trist und langweilig gehalten ist. Eure Aufgabe besteht darin, wie in jedem Adventure, diverse Rätsel zu lösen. Also dürft ihr dauernd auf die Suche nach verschiedenen Gegenständen gehen, welche ihr dann im Inventar zusammenbauen müsst, um diese am Ende zu verwenden. Leider verzichtet das Spiel auf eine HotSpot-Anzeige, so muss mit viel Mühe jeder einzelne Pixel auf dem Bildschirm nach Aktionen abgesucht werden. Darüber hinaus kann man manche Rätsel erst in Angriff nehmen, wenn man sich mehrmals mit den gleichen Personen auf der Insel unterhalten hat. Dies zieht das Spiel ungemein in die Länge, besonders, weil die Dialoge sehr oberflächlich daherkommen. Einzig und allein die deutsche Synchro kann den Anspruch noch ein wenig anheben. Im Grunde sind die Dialoge aber reichlich uninteressant und viel zu kurz geraten.

Doch was wohl das größte Geheimnis auf der Insel zu sein scheint, ist der mysteriöse Glockenturm, der auf einer Klippe steht. Jedesmal, wenn dieser die Glocken läutet, fallen alle Bewohner und ihr in einen Tiefschlaf. Wacht ihr wieder auf, beginnt das Spiel von vorne. Rätsellösen, Dialoge abhalten, Minispielchen absolvieren... Dieses Ereignis zerrt ziemlich an die Nerven der Spieler, zumal sich hierbei das Spieldesign irgendwie als unreif präsentiert. Besonders aber nerven die ewiglangen Laufwege und die Suche nach den Mitbewohnern der Insel. Die Laufwege wären nicht unbedingt das Problem, wenn Adam sich nicht so langsam bewegen würde. Denn laufen kann dieser nicht und so wird das hin und her gerenne eine einzige Nervenprobe.

 

Geschrieben von: Christoph Kleiner am 28.09.2007




 
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