Rainbow Six Vegas 2 (PS3, Xbox 360) (Tests)
Wisst ihr eigentlich, wer Thomas Leo Clancy Jr. Ist? Nicht? Dann probiert es mal, indem ihr das Leo und Jr. weglässt und aus Thomas einfach die Abkürzung Tom macht. Na? Klingelts? Richtig, Tom Clancy dürfte mittlerweile jedem ein Begriff sein, der sich in der Welt der Spiele heimisch fühlt. Doch nur wenige wissen, dass es sich hierbei um einen namhaften Schriftsteller handelt. Nun genug der Hintergrundinformationen, schließlich sind wir hier um den zweiten Teil der Militärsimulation von Rainbow Six Vegas zu beurteilen und unter die Lupe zu nehmen. Die Euphorie nach dem ersten Teil war groß, der Ersteindruck vom Kollegen Smieja „sehr gut“. Doch was hat Vegas noch zu bieten außer Boxkämpfe, Casinos und Sünden, die der liebe Gott nur schwer vergeben kann?
Vegas? Casinos und so? Ach, Las Vegas ist doch ein Traum für gut betuchte Menschen, oder nicht? Casinos, Glamour und haufenweise Dollars beleben die bunte Stadt, mitten in der Wüste von Nevada. Auch der Erstling Rainbow Six Vegas konnte mit einer pompösen Casino-Kulisse auftrumpfen und zauberte vor gut mehr als einem Jahr, dank der Unreal Engine 3, eine hervorragende Grafik auf den Bildschirm, die bei Spielern für großes Staunen sorgte. Nach dem Erfolg des Spiels war es irgendwie klar, dass ein Nachfolger kommen musste, der es, wie es jeder Hersteller beschreibt, alles besser machen wird. Doch kann Vegas 2 seinen tollen Vorgänger übertrumpfen? Die Antwort muss ich leider verneinen und die Gründe lest ihr in den folgenden Zeilen. Die meisten Spieler werden Wertungen von anderen Magazinen schon durchpflügt haben und eventuell die Gründe kennen. Wir haben leider das Testmuster für die Konsolen etwas später erhalten, so dass wir erst jetzt umfangreich über das Spiel berichten können. Doch das macht nichts, zumal wir bzw. ich vielleicht etwas andere Ansichten habe/n, die sogar positiv zur Wertung beitragen könnten. Fangen wir aber mal am Anfang an. In Vegas 2 geht es darum, die Metropole endgültig vom Terror zu befreien und den Aufständischen ein für alle mal den Gar auszumachen. Da die Geschichte unmittelbar an den Ereignissen des Vorgängers anknüpft, könnte man eventuell eine ebenso spannende Story erwarten. Doch die wird uns diesmal leider nicht geboten. Auch wenn Tom Clancy ein verdammt erfolgreicher Autor ist, der besonders durch seine spannenden Geschichten auf sich aufmerksam macht, muss man in Vegas 2 doch sagen, dass die Story zu langsam in Fahrt kommt, zu wenig Spannung bietet und einfach zu lieblos in das Spiel integriert wurde. Wäre ich jetzt ein böser Redakteur, würde ich behaupten, dass eine wirkliche Story nicht einmal vorhanden ist. Die Geschichte mag nicht spannend sein, ist dennoch fester Bestandteil zwischen den vereinzelten Level, um diese geschickt zusammenzufügen, was auch gut klappt. Ich möchte sogar behaupten, dass die lieblose Geschichte nicht einmal der negativste Punkt am Spiel ist. Jetzt fragt ihr euch, was negativer sein kann, als eine langweilige Hintergrundstory ohne Biss und Zunder? Die Antwort lautet „Spieledesign“! Ey Mann, ich dachte wir sind in Las Vegas? Ich dachte auch, ich finde mich im zweiten Teil in Vegas wieder. Doch das ist nicht ganz richtig, auch wenn der Name des Spiels so klingen mag. Nachdem ich die Kampagne gestartet habe, durfte ich auch schon als Rainbow Anführer Bishop in den Kampf ziehen, der aber nicht in der Casino-Stadt, sondern in den französischen Alpen stattfindet. „Höh? Ich dachte ich spiele den Nachfolger von Vegas, welcher Vegas 2 heißt?“ Aber okay, man lässt sich doch gerne auf ein neues Setting ein, das vielleicht sogar ein wenig frische Luft in das Spielgeschehen hinein bläst. Nachdem ich die Mission mit meinen künstlichen Kollegen erfolgreich beendet habe, ging es auch schon endlich in die Stadt des Glücksspiels weiter. Rainbow Six Vegas 2 mag vielleicht in Vegas spielen, aber anstatt das Hauptelement und die pompösen Kulissen der Casinos zu nutzen, werden euch sterile Regierungsgebäude und Außenareale geboten, die rein gar nichts mit Las Vegas zu tun haben zu scheinen. Natürlich besteht Las Vegas nicht nur aus Casinos und fulminanten Bauten, aber wieso nimmt man ein Setting wie Vegas, und nutzt nicht den eigentlich Reiz dieser Stadt? Ich bitte euch UbiSoft Montreal, dank der Level ist die Stadt total austauschbar und bietet keinen Glamour mehr, wie es noch vor mehreren Monaten der Fall war. Dank dieser Levelstruktur muss man festhalten, dass das Spieldesign keineswegs an den Vorgänger anknüpfen kann und so wesentlich schlechter daherkommt.
Geschrieben von: Christoph Kleiner am 27.05.2008
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