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Ragdoll Kung Fu (Tests)


Ragdoll Kung Fu

Das etwas andere Beat `em Up ist bei uns eingetroffen und voller Freude und Spannung haben wir uns auf das Spiel geworfen, um zu sehen, wie sich „Ragdoll Kung Fu“, entwickelt von Mastermind Mark Healy (früher bei den Lionhead Studios), in unserem Test macht. Erwartet keinen Blockbuster, dafür aber ein Spiel, welches durch und durch für einige Lacher sorgen wird. Außerdem ist das Spiel sowieso ziemlich abgefahren. Mehr dazu im Test, viel Spaß!

Es gibt zwar eine Story im Spiel, aber irgendwie muss man diese nicht erwähnen, weil sie erstens sehr hanebüchen und zweitens irgendwie unpassend ist. Zwar wird die Story durch lustige Bink-Videos erzählt, in denen ihr Schauspieler seht (sind übrigens die Entwickler, wenn unsere Infos stimmen), die sich schon fast lächerlich machen, was wohl Absicht ist, aber so richtig spannend ist sie nicht. Nichtsdestotrotz, hier ein kleiner Überblick: Nachdem euer Meister euch ausgebildet hat, müsst ihr seine Tochter retten, die sich in den Händen eines bösen Mannes befindet. Klingt toll, oder? Aus diesem Grund sparen wir die Einzelheiten und gehen direkt ins Gameplay über, welches viel spaßiger und vor allem innovativer ist.

Puppentanz

Es sind zwar Puppen, mit denen ihr spielt – so sieht es jedenfalls aus – aber diese „Puppen“ haben eine ganz besondere Auffälligkeit: Sie haben keine Schnüre, keine Fäden oder sonstiges. Ergo braucht man keine Angst zu haben, dass sich eure Helden irgendwie umständlich verfangen, wobei das sicherlich für etwas Spaß gesorgt hätte. Sei’s drum, denn auch so ist das Kampfsystem sehr spaßig. Ihr seht eure Helden immer von vorne und könnt mit der Maus – mehr braucht man im Spiel auch nicht – alles möglich mit eurem Recken machen. Klickt ihr zum Beispiel die rechte Hand des Kämpfers an und führt diese nach oben, wird sich diese Hand sehr realistisch (dank klasse genutzter Ragdoll-Engine) nach oben bewegen, selbiges gilt für alle anderen Gliedmaßen. Dadurch ergeben sich natürlich allerhand Gameplay-Spielereien, die wir auch mal aufzählen wollen.

Ihr könnt zum Beispiel viele verschiedene Positionen bzw. Kampfstellungen mit euren Recken ausführen, aber immer unter dem Bedacht, dass das Spiel 2D ist und dem Spieler eine 3D-Welt vergaukelt. Diese Kampfpositionen sind an sich nur in wenigen Minispielen von Nöten, können aber auch manchmal einen netten Angriff zur Folge haben. Ansonsten ist uns nur aufgefallen, dass sie ein schauspielerisches Element sind. Außerdem könnt ihr mit euren Figuren alles machen, was ihr wollt. Dabei ist es kein Problem, wenn ihr den Charakter wild durch die Luft werft (ist möglich und sieht sehr lustig aus) oder mit der Hand zu einem Handkantenschlag ausholt und euren Gegner mal so richtig eine verpasst. Des Weiteren könnt ihr auch mit einigen Waffen kämpfen und das tolle an der ganzen Sache ist, dass keine der Animationen vorgefertigt ist und daher entstehen immer wieder neue Tricks und Aktionen, die das Gameplay zu einem echten Blickfang machen.

Mit dem so genannten „Chi“ (Innere Kraft) könnt ihr die Angriffe noch stärker und vor allem effektiver machen. Um das Chi aufzuladen müsst ihr lediglich euren Cursor über dem Helden bewegen und dann fängt dieser auch sofort an zu glänzen. Das bedeutet dann, dass sein Chi aufgeladen ist und ihr direkt angreifen könnt, doch Vorsicht: Das Chi entleert sich auch wieder. Dadurch haben die Kämpfe immer etwas Taktik, wobei man auch einfach draufhauen kann, macht auch wesentlich mehr Spaß. Die Kämpfe sind mitunter sehr lustig anzusehen, wenn man bedenkt, dass nicht immer alles glatt läuft und viele Aktionen ins Leere gehen, aber dennoch ist es spaßig aussehen.

Man kann aber sagen, dass das Hauptaugenmerk des Spiels eher auf Nebensächlichkeiten, Minispielen, beruht, denn so gilt es mal hier und mal da einige Pilze aufzusammeln, um eure Heldin in einen Vollrausch zu versetzen oder eine Runde Fußball zu spielen. Das funktioniert alles sehr gut, wobei man den Gedanken nicht los wird, dass Ragdoll Kung Fu nur sehr wenig mit der eigentlich Sportart zu tun hat und sich viel mehr auf den exzessiven Einsatz der Ragdoll Physics-Engine konzentriert. Außerdem bereitet die recht penible Steuerung ab und zu etwas Probleme, weil ihr wirklich haargenau auf die einzelnen Gliedmaßen klicken und diese dann herumführen müsst. Hinzu kommt, dass dies in einem recht hohen Tempo kommen muss, weil die Gegner schnell angreifen.

Außerdem sei noch nennenswert, dass es einen recht guten Charakter-Editor gibt, mit dem ihr euren eigenen Charakter erschaffen könnt und man kann im „Music Mixer“ eigene Songs kreieren. Die Charaktere können mit netten Accessoires ausgerüstet und somit zu einem Unikat werden. Festzuhalten bleibt also, dass „Ragdoll Kung Fu“ rein gameplay-technisch eher was für den Zwischendurch-Spieler ist und langfristig niemanden wirklich fesseln wird, wobei gute Ansätze vorhanden sind, diese aber nicht ordentlich genutzt werden (zum Beispiel die Kämpfe). So gibt es nur 20 Missionen in der Story, von denen viele durch banale Nebenmissionen gefüllt werden.

Das etwas andere Spiel

Grafisch gesehen kann man sich bei diesem Titel doch etwas streiten, weil die Grafik an sich ziemlich gut ist, obwohl die Charaktere sehr kantig aussehen, aber genau das ist eben beabsichtigt. Das Gras, welches ihr immer wieder zu sehen bekommen werdet, ist toll animiert und wiegt sich schön im Wind. Dafür fehlt uns aber doch das gewisse Etwas, der Effektboom und wirklich großartiges. Dagegen kann aber die Ragdoll Physics Engine vollends überzeugen, was wiederum für Pluspunkte sorgt. Insgesamt ist die Grafik im oberen Mittelmaß anzusiedeln. 

Der Sound ist sehr schräg und ziemlich abgefahren. Ich persönlich, als eigentlicher Tester des Spiels, kann mich nicht dran erinnern, schon mal solch komische Kauze über meinen TFT laufen, springen, reden oder jubeln gesehen zu haben. Die Synchronisation ist ein Fall für sich und verdient, meiner Meinung nach, definitiv einige Pluspunkte, weil sie total unerwartet komisch daherkommt. Der Sound während des Spiels ist an sich sehr asiatisch gehalten und kommt mit recht ruhigen Tönen daher. Einzig und allein die Hip-Hop lastigen Songs sind etwas sehr unpassend.

Kommentar (AS) :

Ich muss sagen, dass ich doch sehr viel Spaß mit dem etwas ungewöhnlichem Titel gehabt habe. Im ersten Augenblick fühlte ich mich wie in einem schlechten Film, aber nach und nach merkte ich, wie viel Spaß und Potential in dem Spiel steckt und es machte mich süchtig. Die zwar fast übertriebene Nutzung der Ragdoll Physics Engine mag im Endeffekt etwas forciert sein, macht aber dennoch Lust, weil sie im Grunde sehr gut genutzt werden kann. Grafik und Sound bewegen sich im moderaten Bereich, lediglich das Spielerlebnis an sich ist deutlich zu kurz geraten. Nun gut, für rund 20 Euro kann man eigentlich nicht viel erwarten, aber gerade bei diesem Spiel wäre es doch sehr wünschenswert gewesen, damit der Wiederspielwert auch deutlich höher ausfallen könnte. Für zwischendurch ist das Spiel aber definitiv einen Blick wert.

 

Geschrieben von: Adam Smieja am 08.05.2006




 
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Redaktionswertung

Grafik:
Sound:
Gameplay:
Spielspaß:

User-Wertung
Positiv
  • - Geniale Spielidee
  • - Tolles Figurendesign (auch im Editor)
  • - Physik wird klasse genutzt
  • - Abgefahrene Grafik und lustige Synchro
  • - Keine vorgefertigten Animationen
Negativ
  • - Viel zu kurz
  • - Steuerung mit Maus ist etwas zu penibel
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