Magazin Videogames Portable Community Files stips
PlayStation 3 – Menü und Internet


Das Menü gehört neben dem Aussehen selbst zum Aushängeschild für eine Konsole. Sony hat sich hierbei aber auf alte Tugenden besonnen, was vielleicht auch gar nicht so falsch gewesen ist. Wie man es bedient, warum man eigentlich nur wenige Worte darüber verlieren muss und warum das Online-System eine extrem große Bedrohung für Microsoft ist, erfahrt ihr nun in diesem ausführlichen Bericht – viel Spaß!

Das Menü/Interface
Man startet die PlayStation 3, es erscheint ein harmonischer, schöner Sound und dann sieht man es: Die Cross Media Bar, kurz XMB. PSP-Besitzer können sich den folgenden Part der Erklärung eigentlich sparen, weil Sony genau dasselbe System nutzt wie schon auf dem Handhelden und man muss sagen: Es ist einfach, schnell und liefert sofort die nötigen Bereiche – wunderbar! Außerdem funktioniert die Fernbedienung ebenfalls einwandfrei. Soweit, so gut. Nun aber ins Detail:

Die PlayStation 3 kann grob gesagt alles das, was euer PC auch kann: Ihr könnt die Musik im Hintergrund laufen lassen und dabei gemütlich eure Bilder, die ihr im Foto-Ordner habt, ganz konservativ Bild für Bild anschauen oder ihr nutzt eine der vielen und sehr coolen Rendertechniken (beispielsweise einfach fallen lassen), um die Bilder zu sehen. Das sieht nicht nur cool aus, sondern bietet zahlreiche Möglichkeiten, um die schicken Bilder aus ganz neuen Perspektiven zu betrachten. Der Clou: Alles wird in feinstem 1080p dargestellt – ein tolles Erlebnis! Der Musikplayer hat wie der Media Player bei Windows einige Themes zu bieten und spielt nebenbei handelsübliche CD, DVDs, MP3s und so weiter und so fort ab. Legt ihr dann ein Spiel ein, werdet ihr direkt in die Spielesparte gelenkt, wo ihr auf Buttondruck das Spiel auswählen und zocken könnt. Die Savegames funktionieren ebenso wie auf der PSP: Es werden im Drop-Verfahren immer die aktuellen Spielstände angezeigt.

Konsole mit Browser?
Viele werden sich denken, dass das nichts besonderes mehr ist, weil man gerade diesen Artikel mit dem Internetbrowser ließt. Nun, für einen PC ist das normal, aber für eine Konsole eine kleine Revolution, denn bislang hat keine Konsole – nicht mal die Xbox 360 – die hauseigene Fähigkeit, einen Internetbrowser zu nutzen (bei der PS2 ging es über Umwege). Die PlayStation 3 bietet einen sehr übersichtlichen Browser, der bis zu sechs Seiten parallel und nebeneinander darstellen kann. Darüber hinaus könnt ihr alles machen wie auf dem PC, sprich Bilder oder Videos auf die Festplatte laden und ganz normal surfen. Gerade hierbei ist eine USB-Tastatur sowie eine USB-Maus von Vorteil, denn das Eingeben der Adresse mit der integrierten Tastatur ist sehr mühselig. Ansonsten bietet der Online-Modus noch ein Messenger-Tool, mit dem ihr sehen könnt, ob eure Freunde online sind und was sie gerade spielen. Ihr könnt per Text- sowie Voice-Chat mit ihnen reden und wie vor kurzem angekündigt wurde im PlayStation Home unterhalten.

Ihr könnt per R2 sowie L2 zwischen den einzelnen Fenstern switchen und verliert dadurch nicht den Blick fürs Wesentliche. Außerdem wird auch hier alles in HD dargestellt, wobei noch nicht alle Seiten auf HD-Fernseher optimiert sind – aktuelles Beispiel, das einwandfrei klappt und gut aussieht: playstation.de. Wir bei Spieletester.com haben aber derzeit keine Pläne, unsere Website PS3-tauglich zu machen, das sieht auch so ganz ordentlich aus.
Bei unserer PS3 (PAL-Retail) gab es noch ab und an kleinere Probleme mit Java und Flash. Zwar wurden kleinere Dateien korrekt und ohne Probleme abgespielt, aber sobald wir auf größere und gewichtigere Flashseiten gekommen sind, geriet der Browser ins Stocken und hing sich einmal komplett auf – ein Neustart der PS3 war fällig. Wollen wir also hoffen, dass dieses kleine Problem mit einem der nächsten Firmwares gelöst wird, auf der PSP funktioniert es ja auch einwandfrei. Noch einige kurze Worte zur Verbindungsherstellung: Wenn ihr eine Xbox 360 habt, dann wisst ihr, wie ihr euch bei der PS3 anmeldet. Durch die automatische Erkennung der Einstellung sucht die PS3 automatisch, was auch sofort klappen sollte, und dann kann das Surfen auch direkt beginnen, wobei man sich zunächst ein Profil erstellen sollte, damit man es auch direkt für jedes Spiel nutzen kann. Außerdem kann man sich, wie bei der Xbox 360, ein eigenes Avatar aneignen.
 
Wanna go shopping?
Was die Kollegen und mich dann aber am meisten interessiert hat, war der Shop, der nicht nur mit SingStar funktioniert, sondern auch allgemein gültig ist und das Äquivalent zum Marktplatz bildet. Aber hier muss man sagen: Die Aufmachung des Shops ist einfach grandios und übertrifft sowohl Xbox 360-Marktplatz als auch das PS3-Menü um Längen. Es wirkt leicht verspielt, behält durch das schöne Blau aber einen durchweg seriösen Ton. Ein Blick nach rechts wird euch die aktuellen Top 10 der Downloads zeigen und auch die 10 neuesten Downloads, welche auch in der Mitte durch viele Icons angezeigt werden. In der Bildschirmmitte promoviert Sony dann die eigenen Trailer zu Spielen sowie Blu-ray-Filmen oder bietet euch kostenlose sowie kostenpflichtige Downloads an, die aber trotz der großen Menge keineswegs unübersichtlich wirken, sondern durchaus geordnet und stimmig wirken. Schweifen wir dann nun unseren Blick auf die linke Seite des Bildschirms, so finden wir die Benutzerführung, nichts allzu besonderes also. Kommen wir doch lieber wieder zu den Inhalten.

In der Testphase der Konsole (ab dem 6. März) gab es allerdings noch nicht so viele Inhalte für den PlayStation Store, die Amis haben hier bedeutend mehr, aber wir denken, dass sich das mit der Zeit einpendeln wird. Außerdem sind es ja noch einige Wochen bis zum Release der Konsole, weswegen wir da noch keine eindeutige Entscheidung treffen wollen. Was aber schon vorhanden sind, sind einige Demos (Resistance oder auch Genji) sowie Trailer zu Videospielen. Blast Factor kann man sich auch laden, kostenlos. Wer allerdings auf die 50MB-Größe der XBL Arcade-Titel setzt, der wird bei der PS3 enttäuscht werden, denn hier sind die Titel um einiges Größer (Blast Factor wiegt zum Beispiel über 300MB). Das ist aber aufgrund der 60GB-Festplatte kein großer Umstand. Was aber ein Problem ist, ist die Tatsache, dass es noch keine Downloads im Hintergrund gibt – dies wurde angekündigt und soll bald kommen. Und nochwas: Beim PlayStation Store zahlt man knallhart mit Geld, Euros, und nicht mit PS3-Punkten oder ähnlichem, das man bei Wii oder 360 findet. Außerdem finden wir es etwas blöd, dass man sich nach dem Probespielen einer Demo eines Arcade-Games die Vollversion nochmal downloaden muss und nicht wie bei XBL die Vollversion einfach freischalten kann.

Fazit:
Das Online-System der PlayStation 3 ist um Längen besser als das der PlayStation 2, man kann aufgrund der zahlreichen Verbesserungen schon fast keinen Vergleich mehr ziehen, denn mit dem Network geht man eine ähnliche Richtung wie Microsoft und Xbox Live, hat aber trotzdem etwas komplett neues entworfen, das sich nicht so leicht mit anderen System vergleichen läßt, weil es offener, kundenfreundlicher und vor allem kostenlos ist. Das ist der größte Pluspunkt gegenüber Microsoft. Wie sich das im Einzelnen machen wird, wird die Zeit zeigen. Meine Meinung ist: Sony hat hier einen Vorsprung in Sachen Technik, Microsoft in Sachen Content.
Werbehinweis


Relevante Artikel


News dazu