Perry Rhodan (Tests)
Wer kennt sie nicht, die Sci-Fi Romane von Perry Rhodan, der Held der gleichnamigen Romanreihe, welche seit 1961 wöchentlich in Form eines kleinen Heftes erscheint, und Fans immer wieder in das interessante Szenario hineinversetzt? Nach Jahrzehnten der wöchentlichen Veröffentlichungen der Romane hat Perry Rhodan in der Sci-Fi Szene einen Kultstatus erreicht und ist nicht mehr aus dem Universum wegzudenken. 1998 erschien das erste Spiel zum Helden, welches in Form von rundenbasierter Strategie auf den Markt gebracht wurde. Genau ein Jahr später erschien dann das erste PC-Adventure zur Romanvorlage, welches den Titel „Die verbotene Stadt“ trug. Nun schreiben wir das Jahr 2008 und das zweite Adventure des Science-Fiction-Epos wurde vor kurzem veröffentlicht. Da der Markt zurzeit mit zahlreichen Adventures überflutet wird, mussten Fans und Redakteure gespannt sein, ob das neueste Abenteuer nicht in der Masse untergeht. Wie sich das dritte Computerspiel macht, erfahrt ihr im Test.
Vertraute Mondra Die Story rund um das Adventure kommt wie in den Romanen sehr packend und spannend daher. So erschüttert im Jahre 1346 - Neuer Galaktischer Zeitrechnung – eine Explosion die solare Residenz, welche das Zentrum der terranischen Macht darstellt und Perrys Freundin Mondra Diamond wird von fiesen Kampfrobotern entführt. Somit hat der ehemalige Astronaut nur ein Ziel. Er muss Mondra finden und die Drahtzieher dieser Entführung suchen, um dem ein Ende zu setzten. Auf der langen Suche nach Mondra bemerkt Perry aber erst nach und nach, dass sich hinter der Entführung eine große Verschwörung versteckt, die mit zahlreichen Überraschungen und Wendungen aufwarten wird. Während seiner Reise durchstreift der Held die Wissenschaftslabors der Waringer Akademie, untersucht weit weg vom Heimatplaneten dunkle Minen und kämpft sich seinen Weg durch
unerforschtes Feindgebiet. Zu Anfang weiß Perry aber noch nicht, dass die Entführung ein Mittel zur Herrschaft der Galaxis ist. Die Story wird sehr spannend erzählt und fesselt genauso wie die Romane, denn auch diese wurde vom Chefredakteur der Rhodan-Romane, Robert Feldhoff, geschrieben. Neben der packenden Geschichte werden zudem noch zahlreiche Knobel-und Logikrätsel geboten, so wie es sich für ein Adventure gehört. Dazu aber später mehr. Gespielt wird das Abenteuer vom Weltraumhelden wie ein typisches Point & Click Spiel. So könnt ihr per Maus den Astronauten an die jeweilige Position laufen lassen, auf die ihr klickt. Auch die Interaktionsmöglichkeiten mit den Charakteren und der Umgebung kann man sich genauso vorstellen, wie es seit Jahren in dem Genre üblich ist. Ob Rätsel lösen, oder Dialoge führen, alles in allem erfindet Perry Rhodan das Genre nicht neu, sondern verlässt sich auf alte Tugenden, was nicht unbedingt was Schlechtes bedeuten soll. Ein wenig Innovation wünscht man sich dennoch in dieser Sparte. Vor kurzem hatte es eXperience 112 vorgemacht. Der Mut zu neuen Ideen ist gefragt, auch wenn es bei diesem Sci-Fi-Adventure nicht der Fall ist. Neben der üblichen Steuerung dürfen ein Hilfe-Button und eine „Schnelllaufoption“ des Charakters natürlich auch nicht fehlen. So kann durch einen Doppelklick auf ein bestimmtes Ziel Perry schneller laufen, oder der Ort wechselt sofort zum Nächsten. Dieses Prinzip macht das Adventure etwas rasanter und somit geht der Reiz zum Weiterspielen nicht verloren, da die Geschwindigkeit sehr gut angepasst wurde. Müdigkeitsphasen sollten also nicht eintreffen!
Kommen wir nochmal zur Innovation in Adventures zurück. Perry Rhodan ist zwar kein Musterbeispiel für neue Ideen, kann dennoch mit einer kleinen, neuen und sehr gelungenen Innovation aufwarten. Worum es geht? Es geht schlicht und ergreifend um das Inventar-Menü! Dieses sticht besonders durch dessen Einfachheit hervor und erleichtert zudem enorm die Dialoge zwischen den einzelnen Personen im Spiel. So könnt ihr zum Beispiel wichtige Einzelheiten der jeweiligen Dialoge direkt in die Inventar-Leiste ziehen und diese auf den nächsten Charakter im Spiel anwenden, damit dieser euch direkt über über diese neue Informationen herausgibt. So ziehen sich die Dialoge nicht in eine unnötige Länge, sondern geben einen direkten Aufschluss über die Dinge, die ihr auch wissen möchtet. Das klappt hervorragend und sollte ab sofort in jedem Adventure Pflicht sein! Wow, sieht das gut aus! Nun gut, das erste, was mir in Gedanken kam, als das Spiel startete, ist die Tatsache, dass Perry Rhodan verdammt gut aussieht. Nicht, dass ich sowas nicht erwartet hätte, aber dennoch muss man regelmäßig feststellen, dass Adventures in der Regel eher durchwachsene Grafiken aufweisen. So sehen zwar die hunderten gemalten 2D-Hintergründe gut aus, aber das war es auch schon. Bei Perry Rhodan ist das ein wenig anders. Hier zieht sich das sehr hübsche Grafikdesign durch das ganze Spiel. Es ist ja nicht so, als würden nur die 2D-Areale gut aussehen, nein, es geht viel mehr um die tausend Details, die dem Spieler aufgetischt werden. Die komplette Architektur des Spiels begeistert durch seine
detailverliebten Bauten, den zahlreichen Statisten, die die Umgebungen lebendiger wirken lassen, und die unzähligen 3D-Figuren, mit denen man interagiert. Das alles passt sehr gut zusammen und zeigt, wie ein Adventure in der heutigen Zeit auszusehen hat. Aber nicht nur der Grafikstil kann überzeugen. Auch der Soundtrack und die sehr gute deutsche Synchronisation passen hervorragend zum Spiel und wirken professionell gemacht. Alles in allem zeigt sich die technische Seite von Perry Rhodan aus dem Hause Deep Silver als sehr gut und beweist, dass das Entwicklerteam mit viel Herz an die Arbeit gegangen ist.
Geschrieben von: Christoph Kleiner am 17.03.2008
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