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Operation Blitzsturm

Hersteller
Vertrieb
Erscheinungstermin
 erschienen
Plattform
 PC
Kategorie/Genre
 Shoot'em Up

Anfang 1 2 3 » Fazit
Eines muss man den Programmierern von „City Interactive“ lassen: Die Geschwindigkeit, mit der sie die Baller-Branche mit neuer Munition versorgen, ist geradezu vorbildlich. Erst im März schickte die Spieleschmiede den Rohrkrepierer „Terrorist Takedown 2“ an die Front der freien Marktwirtschaft, nun haben sie mit „Operation Blitzsturm“ das totgesagte Genre der Weltkriegsshooter ausgegraben. Ob es sich um eine glanzvolle Auferstehung oder Leichenschändung handelt, verrät euch der Test.

Das fröhliche Kartoffeln-von-der-Stange-Schießen

So könnte ein Untertitel für die Verpackung dieses Spiels lauten. Dabei beginnt alles noch so vielversprechend: Europa, 1942, tief in feindlichem Luftraum röhrt ein einsames Transportflugzeug durch die Nacht. An Bord ein Top-Agent ihrer Majestät, ein Elitesoldat des britischen MI6 mit dem riskanten Auftrag, drei hochrangige Nazi-Schergen über die Klinge springen zu lassen. Plötzlich gellen Scheinwerfer, Flak rattert los, eine Tragfläche geht in Flammen auf. Während sich die Maschine heulend nach vorne neigt, springen wir in die Dunkelheit. Der Fallschirm öffnet sich und…

Zack. Wir stehen in einer Abstellkammer ohne Fenster. Wie wir dorthin gekommen sind, ist wohl Geheimsache, und warum wir mit unseren ersten Feuerstößen die Holzkisten nicht zerstören können, vermutlich auch. Operation Blitzsturm basiert grafisch auf der aus „F.E.A.R.“ bekannten Jupiter-Ex-Engine, was man wegen der lieblosen Texturen nicht auf den ersten Blick erkennt, sich aber spätestens bei der ersten Explosion nicht bestreiten lässt: Die passablen Effekte für Schatten, Funken bei Querschlägern und Feuer wurden einfach übernommen. Sehr schnell beschleicht uns das Gefühl, dass das Spiel nichts von dem halten wird, was uns das dramatische Intro versprochen hat.

Kennst du einen, kennst du alle…

Das gilt für Gegner wie Level gleichermaßen. Zwar sind die Modelle der Nazis durchaus gelungen und die Soldaten nutzen meist Wände und Möbel als Deckung, jedoch hinken die Animationen der Pixel-Bösewichte deutlich der Höhe der Zeit hinterher. Sieht man von der Tatsache ab, dass sämtliche Gesichter optisch einem Klon-Labor entsprungen zu sein scheinen, stören doch noch die häufigen Aussetzer der KI: Einerseits zielen die Gegner sehr genau, andererseits bleiben sie aber oft nach Kampfbeginn an Ort und Stelle verharren, lassen sich ohne einen Mucks an Objektkanten vorbei das Licht ausknipsen, blockieren sich gegenseitig oder rätseln seelenruhig, nachdem wir direkt neben ihnen eine Wache ausgeschaltet haben: „Hab ich da etwa Schüsse gehört?“

Über die eingängige WASD-Steuerung erkundet man in insgesamt drei bei Nacht spielenden Teilmissionen Bunkeranlagen, Verließe, Dörfer und Schlossräume, die durch ihren stocklinearen Aufbau und hässliche Baukasten-Elemente aus dem vorigen Jahrtausend wie beispielsweise zwölfeckige „Räder“ oder an das allererste CS_Italy erinnernde Marktstände erschrecken und zu keiner Zeit an den Charme indizierter Urgesteine wie „Return to Castle Wolfenstein“ anknüpfen können. Das Laborratten-Schema „Laufe von A nach B“ wird ab und zu durch das Suchen eines Schlüssels, fehlende Texturen entlarvende Kamerafahrten oder das Bedienen eines festmontierten Geschützes gegen mehrere anstürmende Gegner unterbrochen, entbehrt aber ansonsten jeglicher Highlights. Die Springen-Taste sollte man am besten gar nicht benutzen, da die Hauptfigur gerne zwischen Objekten auf dem Boden und der Decke hängen bleibt.

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