Neverwinter Nights 2 (Tests)
Obsidian Entertainment war schon für das sehr gute „KotoR 2“ zuständig und kümmerte sich ebenso um „Neverwinter Nights 2“. Wie macht sich der Titel, der vor wenigen Wochen erschienen ist? Im etwas verspäteten Test (Testmuster kam erst Ende November) klären wir euch über den neuesten Ableger des ersten grandiosen Teils auf. Besser? Gleich? Schlechter? Viel Spaß beim Erfahren der Antwort!
An sich ist es schon fast ein Standardverfahren am Anfang eines RPGs. Ähnlich wie in The Elder Scrolls IV: Oblivion könnt ihr euch einen Charakter basteln. Wer faul ist und keine Lust hat, sich stundenlang in den Menüs mit der Erstellung des Charakters zu beschäftigen, kann natürlich auch aus vorgefertigten Helden wählen. Wer sich allerdings in dem Wust von Charakterklassen, Subklassen, Rassen, moralischen Verbindungen und so weiter und sofort vertiefen will, bekommt zahlreiche Möglichkeiten zur Individualisierung des Helden (oder der Heldin) zu Gesicht, die sich allesamt sehen lassen können. Sterile Welt trotz guter Story An sich ist es sehr schade, dass die Welt in NWN2 doch recht steril gemacht ist, denn ihr bekommt leider keinerlei vollkommen gestreamte Welten zu sehen, sondern werdet quasi von Mission zu Mission weitergeleitet – sowas ist gerade bei RPGs nicht mehr zeitgemäß. Dass durch die Ladezeiten und Missionen viel an Atmosphäre zu Bruch geht, verwundert dabei leider auch überhaupt nicht, denn wer will schon nach einem wichtigen Dialog 1 Minute warten (Ladezeit) bis die nächste Quest ansteht, wofür das Spiel erst einmal neu laden muss? Ich nicht. Das „Problem“ dabei ist die eigentlich gute Story, die euch bis zu 50 Spielstunden vor den Bildschirm fesseln wird und nur so mit Wendungen bestückt ist. Viel ärgerlicher ist es, dass die Quests unsichtbare Wände haben und ihr lediglich einen relativ begrenzten Raum habt, in dem ihr euch bewegen könnt. Dasselbe gibt übrigens auch für die Städte, in denen ihr nicht in alle Gebäude, in eigentlich fast gar keine gehen könnt. Die zwar zahlreich vorhandenen NPCs hinterlassen auf den ersten Blick einen guten Eindruck, wirken aber aufgrund ihrer Bewegungsfaulheit viel zu statisch und steril – sowas hätte man vermeiden müssen. Dasselbe gilt für die Orte außerhalb der Städte, leider. Viel Spieltiefe & Verwirrung So richtig komplex wird der Titel aber erst dann, wenn es um die zahlreichen Quests und Nebenquests geht. Außerdem sind die Dialoge mit den NPCs doch recht abwechslungsreich. Bei den Dialogen stehen euch oftmals drei oder gar vier Antwortmöglichkeiten zur Verfügung, die mit einer bestimmten Reaktion eurerseits und einer Gegenreaktion des Gesprächspartners verbunden sind. Seid ihr zum Beispiel gerade in einer lockeren Runde und zischt böse Worte, kann es schon zu der einen oder anderen Auseinandersetzung kommen. Allerdings könnt ihr euren Gegenüber auch ein wenig einschüchtern – die Möglichkeiten sind da und können durchaus genutzt werden. Grandios wird es gerade dann, wenn der Levelanstieg ansteht und ihr dann aus einem umfangreichen Repertoire an Skills wählen könnt, die ihr aufwerten wollt. Faule Naturen können auch hier ein Optimum berechnen lassen und sich somit einige Mühen sparen. Das Problem des Regelwerks ist eigentlich, dass es stark an „D&D“ (Dungeons & Dragons) angelehnt ist. Kenner werden sich sofort wohl fühlen und alles ins kleinste Detail für ihre Charakterklasse einstellen, während Anfänger mir dicken Fragezeichen über ihren Köpfen die „Empfohlen“-Taste klicken. Ebenso umfangreich wie unfair: Die Ausrüstung und deren Menüs. Kenner einzelner Gegenstände werden absolut kein Problem haben und sofort wissen, wie gut ein Gegenstand ist. Anfänger schauen auch hier direkt in die Röhre. Ziemlich dumm ist dafür die fehlende Kategorisierung der Gegenstände sowie eine Sortierfunktion. Alles liegt wirr im Beutel herum und muss erst gefunden werden, was doch letztlich ziemlich stark an den Nerven des Spielers nagt. Noch spaßiger wird es, wenn ihr euch einen Beruf angeeignet habt, mit dem ihr Gegenstände (Tränke, Waffen, etc.) erstellen könnt, denn hier streikt oftmals das Inventar, wodurch es zur elenden Sucherei oder Nerverei kommen kann. Geschrieben von: Adam Smieja am 27.11.2006
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