Wer kann sich noch an die guten, alten NBA Jam Zeiten erinnern, die von Midway ins Leben gerufen worden sind und den Arcade-Basketball revolutioniert haben? Leider wurde die Serie aber vor wenigen Jahren eingestellt, da die Konkurrenz aus dem Hause EA mit NBA Street oder Homecourt immer größer wurde und die Dinge der Zeit erkannt hat. Midway gibt allerdings nicht auf und veröffentlichte vor wenigen Tagen endlich ihr neues Basketball-Abenteuer NBA Ballers: Chosen One, dass schon vor einiger Zeit in Amerika veröffentlich wurde. Kann der neue Sprössling mit der Konkurrenz mithalten? Das erfahrt ihr im Test!
Der Star auf dem Court NBA Ballers bietet drei unterschiedliche Spielmodi, die in „Storymode“, „Gamermode“ und „Xbox Live“ unterteilt sind. Der wichtigste und wohl umfangreichste Modus ist hierbei der „Storymode“, in dem es darum geht, sich einen virtuellen Charakter zu erstellen und in mehreren Episoden zahlreiche Events bestreiten und zu gewinnen, um am Ende des Spiels ein Star zu sein. Das klingt zunächst nicht wirklich aufregend und innovativ und das erweist sich auch leider in der Praxis so. Zwar wurde die Karriere mit einer eigens für das Spiel gedrehten Reality –TV-Show versehen, die auch wirklich nett und gut inszeniert wurde, aber der Ablauf der Events bietet kaum Abwechslung, so dass man schon nach der dritten Episode von sechs die Motivation verliert und Langeweile aufkommt. So bestehen eure Aufgabe darin, mal mit einem bestimmten Punktevorsprung zu gewinnen, mal eine Niederlage aufzuholen, mal Punkte nur durch Dunks zu erreichen oder gegen zwei anderen Gegnern gleichzeitig zu spielen. Leider wiederholen sich diese Aufgaben sehr schnell und lassen dadurch die Motivationskurve rasch nach unten sinken. Da hilft auch der Gamermode nicht hinweg, die Motivation aus dem Keller zurückzuholen, denn hier könnt ihr nochmals einzeln die Events aus der Karriere nachspielen, was jetzt nicht wirklich spannend ist. Doch warum geht das Prinzip nicht auf, auch wenn es im Grunde sehr solide gestaltet wurde? Unausgewogenes Gameplay Das Problem stellt wohl das Gameplay dar. Dieses ist zwar sehr einfach zu handhaben und es reicht alleine schon aus, durch die Buttons A,B,Y,X die Offensive und Defensive komplett nutzen zu können, was auch bei einem Arcade-Sportspiel als sinnvoll erscheint, aber durch das sogenannte Act-A-Fool-System kann man sich einen erheblichen Vorteil im Spiel verschaffen, so dass man gegen die eh schon sehr schwache künstliche Intelligenz eine nahezu 100%tige Gewinnchance hat. Da während des Spiels kleine Quicktime-Events gestartet werden, die man zum Beispiel beim Angriff des Gegners bekommen kann, müsst ihr eine bestimmte Tastenreihenfolge in der richtigen Zeit drücken, um so eine von drei Leisten zu füllen. Die Leisten, die man als Powerleisten ansehen kann, stellen euch erhebliche spielerische Chancen zur Verfügung, um ein Match zu gewinnen. So können Powermoves ausgeführt werden, wobei der Gegner hier kaum eine Chance hat, euch auch nur annähernd den Ball abzunehmen. Der Höhepunkt folgt aber bei drei aufgefüllten Leisten, denn wenn ihr diese erspielt, könnt ihr direkt das Spiel für euch entscheiden (indem ihr das Spiel als Sieg abbrechen dürft), auch wenn ihr meilenweit hinten liegt. Ob das der Sinn eines Spiels ist, wage ich somit zu bezweifeln, denn durch solche „Specials“ wird der Spielspaß eher gehemmt, als gefördert, zumal diese Aktionen nicht einmal beeinträchtigt werden, sondern immer zum gegebenen Zeitpunkt einsetzbar sind. So ist es für Spieler ein Leichtes, die eh schon eher langweilige Story durchzuspielen. Auch der Onlinemodus kommt eher konservativ und aufgesetzt daher. Lediglich einzelne Partien können Online gegen andere Mitstreiter ausgetragen werden. Ranglisten, Ligasysteme oder anderen Schnick-Schnack wird man hier nicht finden, so dass es den Anschein hat, das der Online-Modus zu NBA Ballers lediglich mit Mühe und Not ins Spiel implementiert wurde, ohne sich wirklich damit auseinanderzusetzen. Freunde von Multiplayerspielen werden maßlos enttäuscht sein. Technisch okay, sprachlich entfremdet Die Technik geht in Ordnung, auch wenn sie nicht mehr als den üblichen Durchschnitt bietet. Die Animationen der vereinzelten Spieler wirken dafür butterweich und sehen sehr gut aus. Das Drumherum enttäuscht dann aber leider. Lediglich sieben Schauplätze haben es ins Spiel geschafft, die teilweise mit etwas Flimmern zu kämpfen haben. Der einzige Trost ist dabei die Tatsache, das man während eines Spiels bestimmte Zuschauer mit ins Spiel einbeziehen kann, indem man ihnen den Ball zuwirft und diese gekonnt eine Vorlage zurückwerfen. Das komplette Spiel wird von Beats und einem HipHop-artigen Soundtrack begleitet, welcher sehr schön in die Szene passt. Auch mit rund 80 lizensierten Basketballspielern werden Fans auf ihre Kosten kommen. Leider wurde das komplette Spiel nicht ins Deutsche übersetzt, so dass man sich mit der englischen Sprache auseinandersetzen muss.
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Gestaltung und Umsetzung: Vic24 Websolutions
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