Alte Spiele zu zocken ist "In", was nicht nur Nintendos Virtual Console beweist. Dieser Trend äußert sich auch in etlichen Compilations, Remakes und sonstigen Anglizismen, welche meist gar nur Euphemismen für „Recyclingprodukt“ sind. Spielehersteller Namco ist bereits sehr lang im Geschäft und kann mit dem firmeneigenen Maskottchen einen der wohl bekanntesten Videospielhelden – Pac Man – vorweisen, welcher auch gleich als Protagonist in der Spiel- und Remakesammlung Namco Museum Remix für die Wii auftritt. Was ist neu und was alt? Reines Recycling oder steckt mehr dahinter? Lohnt sich der Ausflug in alte Spiele im neuen Gewand? Nach dem Lesen unseres recht kompakten Reviews solltet ihr es wissen!
Pac Man fungiert in Namco Museum Remix nicht nur als Menüersatz (Ihr müsst zu dem jeweiligen Spiel, welches ihr auswählen wollt, mit ihm hinrollen), sondern kommt auch in allen hier gebotenen Spiel(ch)en in irgendeiner Weise vor, egal ob diese im Original etwas mit Pac Man zu tun hatten oder nicht. Diese „Remix“-Versionen alter Prinzipe sind mit fünf Titeln, die vollkommen unberührten Klassiker in der „Arcade-Halle“ mit 9 Titeln an der Zahl vertreten, somit kommt man nach Adam Riese auf 14 Spiele insgesamt. Die Arcade-Klassiker sind allerdings nur etwas für Retro-Freaks, werden somit heutige Spieler höchstens ein paar Minuten begeistern können und ähneln sich außerdem teilweise untereinander sehr stark. Vollkommen „remixed“ wurden die nun auch teilweise für bis zu 4 Spieler geeigneten Titel Gator Panic, Rally-X, Pac Motos, Galaga und Pac’n Roll. Die im Wesentlichen unberührten Klassiker lassen sich auch mit dem Classic Controller spielen und sind namentlich Galaxian, Dig Dug, Mappy, Pac & Pal, Cutie-Q, Super Pac-Man, Gaplus, Xevious und Pac-Mania. Eine Story gibt es in dem Spiel natürlich nicht, was auch nicht schlimm ist, denn hier soll ja die Kurzweil alter Klassiker aufgegriffen und locker vom Hocker drauf los gezockt werden. Das macht in den einzelnen Spielen mal mehr, mal weniger Spaß: Lasst die Spiele beginnen… Um mit dem besten der Remix-Spiele – Pac’n Roll – anzufangen: Ihr müsst Pac Man durch kunterbunte Welten rollen, Gegner meiden oder besiegen, Kügelchen einsammeln und das Ziel erreichen, welchem ihr euch schrittweise durch Tore nähert, welche eine bestimmte Anzahl Kügelchen voraussetzen. Gesteuert wird Pac Man mit dem Nunchuk, ein Schütteln der Wiimote löst einen Turbosprint aus. Ebenfalls spielenswert ist Pac-Motos. Hier befindet Pac Man sich auf quadratischen Plattformen, von denen man an vielen Stellen herunter fallen kann und kämpft per Wegramm-Attacke gegen andere, meist kugelförmige Gegner. Power Ups können eingesammelt und später taktisch eingesetzt werden, zum Beispiel in einem der Bosskämpfe, welche jede Welt abschließen. Bei fast allen Remix-Spielen werden viele Level in einigen unterschiedlichen Welten untergebracht, gespeichert wird automatisch nach jedem Level. Der Frustfaktor ist also denkbar gering. Überhaupt ist das Spiel aufgrund seiner Einfachheit irgendwie entspannend. Etwas hektischer, aber prinzipiell immer noch einfach geht es auch in Galaga zu, welches eigentlich ein 2D-Topscrolling Weltraum-Shooter war. Hier rollt Pac Man allerdings auf einer Art Achterbahn durchs All und es ist eure Aufgabe mit der Wiimote auf die – wie im Original – in Schwärmen heran fliegenden Gegner zu schießen. Priorität sollten dabei jene haben, welche exzessiv versuchen, Pac Man zu schaden. Ziel ist es nämlich, dass dieser sein Ziel lebendig erreicht. Etwas schneller langweilig wird Rally-X, wo es darum geht, mit Pac Man in einem Go-Kart mit einigen Tricks in einer Art Labyrinth alle Fahnen – manchmal in einer bestimmten Reihenfolge – einzusammeln. Am unnötigsten ist leider das Spiel Gator Panic, denn hier kriechen Krokodile aus Löchern und ihr müsst per Nunchuk auswählen, welchen Grünhäuter ihr treffen wollt und schließlich mit der Wiimote zuschlagen, sonst werdet ihr gebissen. Das Spiel macht ungefähr anderthalb Minuten Spaß. Als letztes bleibt noch die Arcade-Halle, in der sich dann nahezu unberührte Klassiker spielen lassen. Hier sind die gleichen Spiele wie in der DS-Sammlung enthalten und noch ein paar weitere. Lange Spaß hat man aber auch hier nicht, da die Spiele zwar alle ganz lustig sind, aber keinerlei Tiefgang oder Motivation bringen und es keinen Anlass gibt, etwa eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Hier liegt aus meiner Sicht sowieso ein Knackpunkt des gesamten Spiels: Nichts müsst ihr euch erarbeiten, alles ist sofort anwählbar. Lediglich neue Level innerhalb der jeweiligen Spiele werden freigeschaltet. Hier hätte man aber bedeutend mehr machen können, um den Spieler zu fesseln und zu motivieren! Technisch unspektakulär Wie zu erwarten, sind die Retro-Titel natürlich nur ganz geringfügig „getunt“ worden. Von den Remix-Spielen hätte man allerdings stellenweise schon etwas mehr erwarten dürfen. So tun die sehr schlichten Texturen und der daraus resultierende Comicstil sowie die sehr einfach gehaltenen Sounds dem Spielspaß zwar keinen Abbruch und erhalten gewissermaßen ein retro-typisches „Konzentrieren auf das Wesentliche“, jedoch mag der eine oder andere sich anhand der „Remix“-Bezeichnung ein wenig mehr versprochen haben. Nichtsdestotrotz: Spaß wird jeder mit zwei, drei Spielchen der Sammlung haben und teilweise sind diese im Mulitplayer spielbar, was die Rotationsdauer des Silberlings in eurer Wii möglicherweise verlängern wird. |
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Gestaltung und Umsetzung: Vic24 Websolutions
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