Medal of Honor: Airborne (Tests)
Eine alte, bekannte und prinzipiell totgeglaubte Serie ist wieder zurück – Medal of Honor! Die Spiele nach Frontlines (PS2) wurden immer schlechter, der Tiefpunkt wurde mit „Rising Sun“ erreicht. Mit Pacific Assault geriet die Reihe in Vergessenheit, mit Medal of Honor: Heroes (Wii) versuchte man Fuß zu fassen, es gelang aber leider nicht. Nun hat man Airborne auf den Markt gebracht und erhofft sich durch mehr Freiheit mehr Erfolg. Beflügeln die Fallschirmsprünge oder gibt das eine verpatzte Landung? Schon seit mehr als zwei Jahren fordert unsere Redaktion „Gebt WWII-Shootern keine Chance!“ und EA hat unsere Aufrufe anscheinend teilweise erhöht, denn statt durch die Normandie zu laufen und dort böse Deutsche abzuknallen, ist man nun Soldat der 101st Airborne-Division. Mehr zur Story will ich auch gar nicht sagen, denn den Zweiten Weltkrieg wieder und wieder aufzurollen ist mittlerweile lästig, das überlasse ich anderen Magazinen, die sich von solchen Games immer noch faszinieren lassen. Die größte Neuerung Es ware ja zu schön gewesen, wenn Airborne ganz neu wäre, aber das ist leider ganz und gar nicht der Fall. Der Anfang jeder Mission gestaltet sich exakt gleich: Ihr sitzt mit euren Kameraden in einem Flugzeug, wartet auf den Absprung und hört dabei den Kollegen zu, die von Unfug bis hin zu Schwachsinn über alles reden, was ihr gerade nicht hören wollt. Um die „Atmosphäre“ dann doch noch zu erschaffen, geschieht immer etwas „unvorhergesehenes“ mit dem Flugzeug – es fängt Feuer, Flakgeschütze schießen urplötzlich auf euch und so weiter. Dann muss alles ganz schnell gehen und ihr springt ab. Die Besonderheit am neuen Medal of Honor beginnt nämlich genau jetzt: Ihr könnt landen, wo auch immer ihr wollt. Da, wo die grünen Markierungen sind, ist es sicher. Dann gibt es noch Orte, wo Fallschirme liegen. Dort ist es besonders gefährlich, aber ihr bekommt eine Medaille, wenn ihr von dort aus startet. Ansonsten aber ist die Landung freigegeben, denn ihr könnt überall landen. Ich rate aber davon ab, mitten im Kriegsgebiet zu laden, denn sonst erlebt ihr das, was bei Stranglehold Usus ist: Geballer ohne Ende. Der Nachteil: Ihr müsst euch erst aufrappeln und bis dahin habt ihr weit mehr als 200 Treffer eingesteckt – na super. Beim Absprung ist wichtig, dass ihr auch korrekt aufkommt, wobei mir noch kein echter Unterschied aufgefallen ist. Lediglich die Geschwindigkeit, mit der ihr aufsteht ist anders. Legt ihr eine perfekte Landung hin, wird euer Soldat ganz schnell kampbereit sein. Bei einer ordentlichen Landung wackelt er noch ein wenig und wenn er eine Bruchlandung hinlegt, braucht er seine guten Sekunden, bis er vollkommen einsatzbereit ist. Schade nur, dass man einen Fall aus mehreren hundert Metern und einem verpatzten Landungsversuch – eigentlich – nicht überleben würde. In Medal of Honor: Airborne ist das aber egal. Selbst größere Höhen könnt ihr hinunterspringen und werdet kein Bisschen Schaden nehmen. Die größte Enttäuschung Alles, was danach folgt ist typisch Medal of Honor. Ihr startet von Punkt xy, nehmt eure Waffe in die Hand und lauft schnurstracks durch die Levels und knallt alles ab, was euch vor die Flinte kommt. So richtig schlecht finde ich dabei das Missionsdesign. Nichts ist so künstlich und unecht wie die Missionen von Medal of Honor. Wie viele tausend Male musste ich schon Flaks zerstören? Wie viele millionen Gegner habe ich eigentlich im gesamten Spiel gekillt, weil sie – aus welchem Grund auch immer – urplötzlich wieder spawnen? Wie viele Hundertschaften an verlorenen Kameraden durfte ich in der MoH-Serie schon wiederfinden (ob lebendig oder tot ist jetzt mal egal, die Tatsache zählt)? Und wie oft zum Teufel gab es schon Aufträge, die kurz vor Ende einer Mission noch eben reinkommen? Das alles zeugt absolut nicht von Originalität, das ist einfach nur noch billig. Geschrieben von: Adam Smieja am 17.09.2007
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