Mass Effect (Tests)
Mass Effect (PC)
Tja, was soll man schon erwarten? Ein "Rollenspielkoloss, der schon auf der Konsole hitverdächtig eingeschlagen ist und noch dazu von Bioware, der Rollenspiel-Schmiede schlechthin, stammt" hat man mir angekündigt. Und was ist wirklich drin? Tja, genau das, was man erwartet. Mass Effect ist ein super Spiel, von vorne bis hinten. Natürlich mit ein paar kleinen Macken, aber die hat ja jedes noch so gute Spiel. Was Mass Effect so empfehlenswert macht, lest ihr nur hier! Jeder PC-Spieler kennt ihn: Den typischen Beginn eines Rollenspiels. Erste schwache Waffe, eine Hose und ein T-Shirt und ab geht’s, Unmengen von Ungeziefer erledigen, bis man sich später immer mehr Gegenstände leisten kann. Mass Effect beginnt anders. Sie werden als Soldat der Allianz der Menschen nach einem kurzen Gespräch sofort ins Geschehen geworfen. Und zwar bereits mit einem Squadmitglied und voller Ausrüstung. So steht ihnen direkt von Anfang an die komplette Palette an Befehlen zur Verfügung und davon müssen sie auch sofort Gebrauch machen, denn die ersten Gegner warten nicht lange. Während der ersten Scharmützel erklärt das Spiel die Grundelemente der Steuerung, sowie des Charakterbildschirms, wo sie, rollenspieltypisch, nach jedem Stufenaufstieg Talentpunkte vergeben dürfen. Das verteilen der Punkte kann übrigens auch der PC übernehmen, was Anfängern Anfangs sicher eine gute Hilfe ist, später sollte man aber selber verteilen.
Retten Sie die Galaxie, Shepard. Was sich nach einem perfekten Anfang anhört ist auch fast einer. Bis auf die Tatsache, dass unerfahrene Spieler anfangs sicher einige Schwierigkeiten haben, sich einzufinden, da die Tool-Tips etwas spärlich sind. Doch auch als blutiger Anfänger findet man sich nach spätestens einer Stunde recht gut im Spiel und in die Gefechte, die sich mit der Maus und der Tastatur noch einen Tick besser steuern lassen als auf der Xbox 360. Und dann packt auch schon die Story und die ist die Hauptstärke von Mass Effect. Von Anfang an sind sie mit ihrem Team ein fester Teil der Geschichte. Auch wenn der Plot an sich recht simpel ist (Aliens bedrohen die Galaxie und die Menschen, also Sie, deren Platz im Universum eh umstritten ist, müssen den Held spielen und alle retten), kommt starke Spannung und nie Langeweile auf, da das Szenario und das Setting sehr gut umgesetzt worden sind. Die Umgebung, die Grafik, die Menüs, die Vielfalt der Rassen, die vielen Informationen über die Galaxie, die riesige, begehbare Welt und nicht zuletzt die sehr guten, film-reifen Dialoge verschaffen eine sehr gute Weltall-Stimmung und beim Finale wird das Spiel bei dem einen oder anderen sogar Star Wars Erinnerungen wecken können. Die Geschichte ist allerdings nicht nur gut in Szene gesetzt, sie ist auch noch wirklich fordernd. Mass Effect wartet mit sehr vielen Gesprächen auf, die in Zwischensequenzmanier präsentiert werden, aber immer interaktiv sind. Hierbei haben sich die Entwickler besonders viel Mühe gegeben. Nicht nur, dass die Gespräche allesamt sehr gut vertont sind, so dass selbst der Plausch mit dem Händler beinahe real wirkt und einen noch tiefer in die dichte Atmosphäre von Mass Effect eintauchen lässt, sondern auch, dass der Spieler teilweise extrem wichtige Entscheidungen treffen muss. Es gibt zwar nur ein Ende, aber wie die Geschichte bis dahin verläuft, entscheiden Sie. Wie Sie die Galaxie retten, liegt ganz bei Ihnen So kann ein Spieler zum Beispiel Gut oder Böse sein. Nur wenn er eines von beidem wirklich ist, kann er gegen Ende des Spiels eines der Talente Schmeicheln oder Einschüchtern komplett ausbauen und so das Finale deutlich umgestalten. Zu Beginn des Spiels kann man seine Klasse zwar auswählen, doch das Spiel wählt als Standard den Soldaten, eine kampfstarke Allrounder klasse aus, was auch sinnvoll ist, da die anderen Klassen mitunter recht schwer zu spielen sind. So kann man noch als Techniker, Experte, Infiltrator oder Frontkämpfer in den Kampf ziehen. Je nach Klasse ändert sich der Kampfstil. So kämpfen die gut gepanzerten Soldaten mit schwerem Geschütz und auf Entfernung gegen ihre Feinde an, die schwach gepanzerten Experten, zu vergleichen mit einem Magier aus bekannten Rollenspielen, hingegen tragen nur eine Pistole und schleudern Gegner per Biotok-Fähigkeiten durch die Luft. Da auch das Team, mit dem man zusammenspielt, sehr gemischt aus den verschiedenen Klassen zusammengesetzt ist, bekommt man als Spieler einen sehr guten Eindruck von der Vielfalt der Talente und davon, wie unterschiedlich sich die Klassen spielen. Geschrieben von: Philipp Kleidt am 19.06.2008
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