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LostWinds (Tests)


LostWinds

LostWinds (Wii)

Nun gibt es also seit wenigen Wochen WiiWare. Hierbei handelt es sich – für alle, die es noch nicht wissen – um einen Online Service von Nintendo, der es dem Spieler ermöglicht, komplette Wii-Spiele, die extra für dieses Portal entwickelt und meist auf die Fähigkeiten der Konsole zugeschnitten worden sind, gegen Bezahlung von Wii Points herunterzuladen. Häufig sind hier auch kleinere, noch unbekannte Entwickler vertreten, deren Budget vielleicht noch nicht für einen Vollpreis-, aber immerhin für einen solchen Wii Ware-Titel ausreicht. Ein Beispiel dafür ist Lost Winds, ein 2D-Jump’n’Run in 3D-Optik, welches die Fähigkeiten der Wiimote bereits ausgiebig nutzt und vor allem wegen des schon fast tot geglaubten Genres bereits früh in aller Munde war. Wir sagen euch, ob sich der Kauf (1000 Wii Points / ca. 10 Euro) lohnt.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei LostWinds nicht – wie der Name vermuten lassen könnte – um eine Verdauungsgas-Simulation, sondern um ein 2D-Jump’n’Run inklusive einer mystischen Story rund um Magie, Winde, Steine und Geister, speziell den Windgeist Enril, dessen Fähigkeiten eine besondere Rolle spielen. So klassisch das 2D-Hüpf-Genre ist, so neu sind allerdings die Möglichkeiten, die Lost Winds bietet: Im Wesentlichen steuert ihr nämlich nicht die charakterlich ein wenig dünn herüberkommende Hauptfigur Toku, deren Bewegungen sich auf nach links bzw. rechts laufen beschränken, sondern einen magischen, starken Wind, der nicht nur Sprungfähigkeiten ersetzt, sondern auch Hauptwerkzeug zum Lösen sämtlicher Rätsel ist. Gesteuert wird also mit Wiimote und Nunchuk, wobei der Stick des Nunchuk zum Bewegen von Toku dient und die Wiimote zum Zeigen und Steuern von Winden. Motivierend ist dabei, dass während des Spiels immer wieder neue Fähigkeiten hinzukommen, die die Steuerung erweitern. So könnt ihr später einen Sog erzeugen und steuern, um Feuer und Wasser zu leiten oder mit einem Cape durch die Lüfte schweben, was alles sehr liebevoll in die Rätsel integriert wurde. Diese bleiben dabei stets logisch, nachvollziehbar und halten den Schwierigkeitsgrad auf einem sehr angenehmen Level.

LostWinds Screenshots
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Ein wahrlich entspannendes Spiel

Doch nicht nur der meist sanfte Schwierigkeitsgrad macht Lost Winds zu einem hervorragenden abendlichen Entspannungsspiel, auch die idyllischen, traumhaften, natürlichen Umgebungen wie Höhlen, Wälder, Wiesen und auch Dörfer wirken auf den Spieler wie eine Duftkerze mit Lavendelöl. Entsprechend wenig Gegneraufkommen ist vorhanden: Nur vereinzelt versuchen euch Widersacher am Weiterkommen zu hindern, selbst wenn es ihnen mal gelingt, kommt kein Frust auf, Speicherpunkte sind nie so weit auseinander, als dass man sich ärgern müsste. Ärgern kann man sich bei diesen Gegnern meist ohnehin nicht, viel eher verfällt man in ein Dauergrinsen, wenn man dunkelblaue, glubschende Schleimkugeln sieht, die nichts anderes als ein amüsantes „Blalalala“ mitzuteilen haben. Die idyllische, schön anzusehende Grafik mit ordentlichen Feuer- und Wassereffekten lässt außerdem die technischen Schwachpunkte des Spiels, wie den, dass man schon mal in einem noch geschlossenen Tor stecken bleiben kann, wenn man versucht, hindurchzugehen, vergessen.


Wo Licht ist, da ist auch Schatten…

Doch leider gibt es nicht nur auf technischer Seite Contras zu verzeichnen, auch spielerisch entpuppen sich schnell einige Schwächen: So gibt es keine Übersichtskarte, Orte haben zwar Namen, allerdings sind diese dort nirgends zu lesen und die Dorfbewohner sagen dauerhaft das gleiche, anstatt mal einen wegweisenden Hinweis zu geben und so ergibt sich häufig mal ein Problem bei der Wegfindung, was die eigentlich recht kurze Spielzeit von 7 – 8 Stunden künstlich in die Länge ziehen kann. Etwas mehr Abwechslung in den Dörfern wäre auch sehr schön gewesen, denn leider ist jeder Gang durch eines der Dörfer jedes Mal von den gleichen Eindrücken geprägt, ohne, dass sich auch nur ansatzweise etwas verändert. Außerdem hätte ich mir ein bisschen mehr Feedback beim Besiegen von Gegnern bzw. im Kampf allgemein gewünscht. Manchmal weiß man gar nicht so recht, ob der Gegner tot ist oder man selbst und wie oft man den Gegner nun noch mit Wind traktieren muss und ob es je nach Gegnertyp überhaupt etwas bringt. Hier fehlt dem Spiel ein bisschen die Reife im Detail. Trotzdem sei – damit kein falscher Eindruck entsteht – gesagt, dass Lost Winds stets ein spielenswerter Titel bleibt und diese kleinen Patzer im Detail zwar in dem bereits angekündigten Nachfolger beseitigt werden sollten, hier aber nicht so sehr sehr stören, als dass ich von einem Download abraten würde.

LostWinds Screenshots
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Geschrieben von: Pascal Höper am 12.06.2008




 
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Kommentar
Jump’n’Run-Fans, die nichts gegen innovative Spielideen haben, sollten definitiv zugreifen. Zwar wird wohl jeder sich auch an den Dingen stoßen, die auch mich bereits störten und einigen wird die relativ kurze Spielzeit missfallen, aber man darf hier nicht vergessen, dass man einen sehr innovativen und vor allem in Puncto Rätseldesign durchdachten Titel für ca. 10 Euro bekommt, der intelligenten Gebrauch von den Fähigkeiten der Wii macht. Die Wegfindungsprobleme haben mich zwar genervt, aber das wird man im Nachfolger sicher ausbügeln. Bis dahin bleibt „Lost Winds“ ein Titel, den ich zwar jedem Jump’n’Run-fan ans Herz legen, aber nicht so in den Himmel loben möchte, wie es einige andere Magazine getan haben. Dafür fehlt dann doch hier und da der Feinschliff.

Redaktionswertung

Grafik:
Sound:
Gameplay:
Steuerung:

Gesamtwertung

80 Prozent

Award
User-Wertung
Positiv
  • + innovatives Konzept
  • + idyllische Grafik
  • + entspannende Atmosphäre
  • + sehr unterhaltsame Rätsel
  • + schöner Sondtrack
Negativ
  • - keine Karte, Wegfindung nervig
  • - Feststecken in geschlossenen Toren möglich
  • - Feedback der Gegner im Kampf zu lasch
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