Kolumne - Wie viel Gewalt und Sex dürfen es sein? Teil 2 (Special)
Es war doch sehr beruhigend zu wissen, dass der erste Teil unserer Kolumnen-Reihe sehr gut angekommen ist, denn das Thema „Killerspiele“ bzw. die Frage, ob eine Kürzung in einem Spiel so wirklich notwendig ist, wurde zum Teil doch beantwortet. In Teil 2 der Kolumnen-Reihe (fünfteilig) werten wir nun die Ergebnisse aus diversen Umfragen, die wir auf den Straßen Deutschlands gemacht haben, aus. Befragt wurden 500 Menschen im Alter von 10 bis 45+. Auswertung der Ergebnisse: Frage 1: Wie stehen Sie zur zunehmenden Gewalt in Videospielen? b.) Ohne geht die Atmosphäre flöten c.) Ohne ginge es schon, aber dann würde ich mir das Spiel eher importieren d.) Gewalt muss nicht sein, es gibt ausreichend Beweise dafür (Anno, Siedler) e.) Das alles grenzt in Geschmacklosigkeit f.) Videospiele werden zunehmend brutaler und sind jugendgefährdend
Ergebnis:
Auswertung: 41 Prozent der Befragten gaben an, dass Gewalt nicht sein müsse und es ausreichend Beweise dafür gebe – richtig, denn Spiele wie Anno 1701, Die Siedler und Co. verkaufen sich sehr, sehr gut, was sich auch in den Verkaufscharts, die wir in den vergangenen Wochen (und siehe hier) immer wieder veröffentlicht haben, widerspiegelt. Dennoch sind die 15 Prozent „Ohne sind Spiele langweilig“ sowie für „Ohne ginge es schon, aber dann würde ich mir das Spiel eher importieren“ und 12 Prozent „Ohne geht die Atmosphäre flöten“ (also insgesamt 42 Prozent pro Gewalt in Spielen) nicht zu vernachlässigen, stellen sie schließlich den höchsten Wert dieser Umfrage dar. Dies ist dadurch bedingt, dass die Jugendlichen von heute anscheinend von GTA, Doom und Konsorten ausreichend beeinflusst worden sind. Die beiden 9 Prozent-Kandidaten sind da schon wieder als „Ausnahmen“ zu bezeichnen. Ursachen: Eine Ursache für diese Tatsache ist natürlich der Faktor Gewalt in Spielen, die nicht durch die TV-Medien gehen, sondern durch den einfachen Fakt, dass diese Spiele berüchtigt sind und zumeist auf der Verpackung zu sehen ist, dass es massiv mit Gewalt zugeht. Auf der anderen Seite tragen auch die TV- und Radiomedien dazu bei, dass der Bundesbürger ein zunehmend stilisiertes Bild der Videospielszene erhält. Meinungsmachende Berichte, die dann auf falschen Tatsachen beruhen (siehe hier, hier oder auch hier) oder absolut veraltete Fakten (siehe hier; Info dazu: Die Daten, die Panorama benutzt hat, stammen aus dem Jahre 2002, heutige Zahlen und selbst die aus dem Jahr 2007 haben durchschnittlich 12 Prozent an Gewaltspielen in den deutschen Top 10), die dann nicht als solche präsentiert werden, woraus resultiert, dass uninformierte Zuschauer glauben, diese Daten wären aktuell. Ein fataler Fehler, der journalistisch im Normalfall als Todsünde geahndet wird und man für solch einen Feaupax seine Entlassung kassiert. Nicht aber bei den öffentlich-rechtlichen Medien, die sich sogar noch damit brüsten, alles korrekt zu machen (siehe ebenfalls hier). Und was sagt der Pressekodex dazu? Hier ein Auszug: „Ziffer 2 – Sorgfalt Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“ Bedient man sich nun dem Schriftobjekt, das wir da verlinkt haben, zeigt sich eindeutig, dass Panorama einen eindeutigen Verstoß gegen den Pressekodex begannen hat, da sie die Nachbearbeitung zur Umkehrung der Meinung genutzt haben, woraus resultiert, dass der Zuschauer das Bild bekommt, Videospieler würden hämisch grinsen, wenn sie auf einen Toten nachschießen. Weiter heißt es übrigens im Pressekodex: „Ziffer 3 - Richtigstellung Auch das ist in dem Falle nicht passiert, bedauerlich.
Geschrieben von: Adam Smieja am 14.05.2008
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