Bin ich ab demnächst ein Krimineller, weil ich Spiele spiele ? Bin ich kriminell, weil ich die seltene und doch so „böse“ Gattung der „Killerspiele“ spiele ? Oder seh‘ ich alles einfach nur zu drastisch und bin ein polemischer Redner ? Wie wir sicherlich alle wissen, scheint es die liebe Regierung nicht gut zu meinen mit uns Spielern. Kürzungen hier, Stellenabbau da und was bleibt übrig ? Nichts, ein enttäuschter und verdammt genervter Spieler, der bald ohne mit der Wimper zucken wird, wenn er seinen Importhändler mal kurz anruft und fragt, ob er sich denn nicht eines der bösen und illegalen „Killerspiele“ besorgen kann. Doch ist sich unsere herrlich Hirnlose , oh Pardon, ich meine wunderbare Regierung denn nicht bewusst, was sie für einen Unfug und Schwachsinn produzieren ? Will man Deutschland wirklich in den finanziellen Abgrund schicken, will man die Spieleindustrie in Deutschland aussterben lassen ? Will man wirklich jedem Entwickler den Stempel aufdrücken „Produktionsverbot, weil Blut fließt und Menschen getötet werden“ ? Will man wirklich Spiele, wie Need for Speed Underground 2 fördern, die aus unseren Kindern Gangster machen, die sich ums „pimpen“ ihrer nicht vorhandenen Karossen kümmern ? Nein, nein, nein und nochmals nein ! Das kann nicht wirklich der Ernst der lieben Politiker sein. Ich hatte ja schon vor wenigen Monaten meine Meinung zum Thema Kürzungen in Spielen – die deutsche Blutphobie preisgegeben. Doch diesmal will ich einen Schritt weitergehen und nicht mehr auf ausgelutschte Erfurt-Thema eingehen, sondern mal einfach die wirtschaftlichen Aspekte beleuchten und eventuelle Folgen darstellen. Nun, nehmen wir an, dass die Regierungszweckehe die „Killerspiele“ verbietet und somit Spiele wie „Far Cry dt.“, Half-Life 2 , Counter Strike: Source, GTA, Resident Evil, Medal of Honor, Call of Duty, Quake 4, Condemned, GUN nicht mehr in den hiesigen Regalen stehen werden und auch niemals mehr verkauft werden dürfen in unserem ach so tollen Land. Danach passiert genau das, woran nur wenige denken, weil sie erstmal froh sind, dass diese potenziellen Kindergefährdungsobjekte aus den Regalen verschwunden sind: Der boomende Schwarzmarkt bzw. Importhandel ! Der Verlust für Deutschland wird immens, wenn nicht unbezahlbar ! Schon allein bei Top-Titeln wie Killzone 2 und 3, die für die PSP und die PS3 erscheinen – sollten - wird es Verluste für die Regierung geben, die sie sich niemals ausmalen könnten. Nix da mit Konjunkturaufschwung und mehr Geld im Land. Das aktuelle Beispiel – abgesehen von Spielen – beweist, dass man in Deutschland den Trend zum Abbau von Stellen hat. Die AEG Gewerkschaft streicht mal eben 1.700 Arbeiter und die Telekom plant auch erneut etliche Stellen ( traurige 32.000 an der Zahl ) zu streichen. Schön, kein Schwein hat Arbeit, die Politiker fragen sich warum und finden keine Antwort. Dabei schneiden sich die guten Herren doch ins eigene Fleisch ! Es ist ein Teufelskreis, aus dem sie nicht herauskommen werden. Ich kann versprechen, dass die CDU diesen dollen Beschluß des Verbotes sofort wieder rückgängig machen wird, wenn überhaupt, denn sie werden sicherlich schnell bemerken, was das für fatale Folgen für den Markt haben wird. Als neuestes Kriterium wird ja auch schon die „Sucht“ und „Abhängigkeit“ von Spielen als Verbotsgrund hinzugezogen und so leidet selbst schon das MMORPG „World of WarCraft“ an einem eventuellen Verbot bzw. an ersten Beschränkungen. Ja wo leben wir denn meine Herren ?Etwa in China, die es nötig haben die Spieler in ihren Hobbys auf zwei bis drei Stunden Spielen pro Tag einzuschränken ? Leben wir nicht in einem aufgeklärten Zeitalter, in dem eigentlich alles selbstverständlich ist und sich jeder mit einem bestimmten Thema auseinandersetzen sollte und vor allem dieses versteht ? Haben wir es wirklich nötig eines der geliebten Hobbys zu zerstören ? Was soll’s denn bringen ? Soll die PlayStation 3 nächstes Jahr wirklich nur mit Spielen, wie „Käptn Balu“ oder „Ariane die Meerjungfrau“ in Deutschland an den Start gehen, weil die anderen Spiele ( FIFA und die restlichen EA-Looser-Spiele ausgenommen ) erscheinen ? Na dann viel Spaß, dann hilft auch die neue Konsole an sich absolut nicht, um den ohnehin schon miserablen Markt wieder ein wenig aufzupeppen. Doch ist es gerade für die Entwickler nicht eine mehr als klare Bestätigung, wenn ihre Spiele süchtig machen, weil sie gut sind, weil sie Spaß machen und weil sie toll aussehen für ihr Genre ?! Aber da es als Droge gilt, die süchtig macht, muss es verboten, Cannabis wurde ja schließlich auch verboten und gilt jetzt als Importdroge Nummer 1, die dem deutschen Staat schadet, weil dadurch Milliarden jährlich entgehen. Die Holländer machen damit sogar noch ein dickes Geschäft und der Staat verdient kräftig daran. Aber wir sollten uns doch mal fragen, was denn sonst noch alles hier in Deutschland noch existiert, bevor wir unsere geliebten bösen und abgrundtief gewaltverherrlichenden „Killerspiele“ verbieten. Die Pornoindustrie gibt es immer noch, der Dildo existiert selbst in Deutschland, SM-Studios gibt es auch genug in Deutschland. Kindervergewaltiger laufen bis heute noch auf freiem Fuß, manche kommen nur für 3 Jahre in den Knast, Korruption ( Schröders wunderbarer Pipelinedeal mit Putin bringt dem guten Herren mehrere Millionen jährlich! ), den Fußball – und hier werden mehr Menschen verletzt, als durch Spiele – und noch viele weitere, die man hier aufzählen könnte. Mein Fazit: Verbietet doch einfach die „bösen Killerspiele“ und heult dann aber nicht rum, wenn’s ein Schuß in den Ofen gewesen ist. Alle sind dagegen, nur die debilen Politiker wollen mal wieder nichts einsehen, zumal in Frankreich jetzt auch Subventionen vom Staat ausgehen. Ubisoft wird immer besser, aber heimische deutsche Entwickler hören bald sicherlich auf. Piranha Bytes gerät auch immer mehr in Not, wunderbar liebe Politik. Erst wenn kein Publisher hier zu Lande ein Spiel herausbringen will, wird unsere Politik zufrieden mit ihrer Leistung sein. Aber dafür müssen sie mit Milliarden an Verlusten leben. ( Die Meinung, die der Autor in dieser Kolumne darstellt, muss nicht zwangsläufig die Meinung der gesamten Redaktion wiedergeben. ) |
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